«Heute feiern wir etwas wirklich Schönes: Heimat, das Zuhause, Familie, Verbundenheit, Institutionen, Traditionen, Werte, wir feiern das Schweizer Demokratie-Modell, auch wenn es nicht perfekt ist», sagte der Apostolische Administrator von Lugano, Weihbischof Alain de Raemy, zu Beginn der Messe in den drei Landessprachen vor rund 1000 Gläubigen, die sich am Vormittag des heutigen 1. August auf dem Gotthardpass versammelt hatten. Neben dem Apostolischen Administrator von Lugano nahmen auch der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, der Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain, der emeritierte Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg, Pierre Farine, der in Locarno geboren wurde, und der emeritierte Bischof von Lugano, Pier Giacomo Grampa, sowie auch andere Konfessionen teil. Etwa 250 Personen waren mit Extrazügen aus dem ganzen Tessin angereist, eine tapfere Gruppe unter der Leitung eines Priesters hatte den Anstieg frühmorgens zu Fuss in Angriff genommen.
Der Gotthard ist für die Schweiz ein symbolträchtiger Ort. Der 2106 Meter hohe Pass wird als das Herzstück der Schweiz wahrgenommen, verbindet den Norden mit dem Süden und steht besonders seit dem Zweiten Weltkrieg für Wehrwillen und Unabhängigkeit. Seit über 25 Jahren laden die Bistümer der Region am Nationalfeiertag zu einem gemeinsamen, feierlichen und mehrsprachigen Gottesdienst ein. Der Apostolische Administrator des Bistums Lugano, Alain de Raemy, verwies auf den heiligen Gotthard als grossen Glaubenszeugen des 11. Jahrhunderts, und lud zum Gebet für die Heimat und den Frieden und besonders zu einer unbedingten Liebe ein. «Wir feiern nichts Geringeres als eine Liebe, die ich fast als olympisch bezeichnen würde», betonte er, «und die grösser, höher und stärker ist als alles, was wir uns vorstellen können. Gott, der Mensch geworden ist, der jedem Kreuz seinen Sinn gegeben hat, gestorben und auferstanden für dich und für mich».
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
«Der grösste Fehler der modernen Theologie ist es, dass sie von einem Reich Gottes spricht, aber ein Reich des Menschen meint.»