Kasachstan ist mit einer Fläche von 2,7 Millionen das neuntgrösste Land der Welt. Wegen seiner reichen Rohstoffvorräte wie Öl, Gas und Uran gehört Kasachstan zu den wirtschaftlichen Schwergewichten in Zentralasien. Mehr als zwei Drittel der 19 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des zentralasiatischen Landes sind sunnitische Muslime. Von den rund 26 % Christen sind die meisten russisch-orthodox, von denen viele seit der Zeit der Sowjetunion dort leben. Die Katholiken machen rund 1 % der Bewohner des Landes aus. Die Religionsgemeinschaften in Kasachstan leben in gutem Einvernehmen miteinander.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten fast 500 000 Menschen mit deutschen Wurzeln in Kasachstan, darunter auch viele Katholikinnen und Katholiken. Ein Grossteil war während des Krieges deportiert worden und musste Frondienste in Arbeitskolonnen leisten. Unter dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow war es ihnen ab Ende der 1980er-Jahre möglich, das Land zu verlassen. Viele deutschstämmige Siedler machten davon Gebrauch – als Folge nahm der Anteil der Katholiken in Kasachstan stark ab.
Kasachstan gilt grundsätzlich als sogenannte «stabile Autokratie», dennoch kam es Anfang 2022 zu Unruhen, als die Regierung die Preise für Energie stark erhöhte. Im Laufe der Proteste wurden auch die autoritären Strukturen angeprangert und die friedlich begonnenen Demonstrationen wurden unter dem Einfluss undurchsichtiger Kräfte täglich gewalttätiger. Die Regierung rief befreundete Länder zur militärischen Unterstützung auf; Russland entsandte 2000 Soldaten, denen es rasch gelang, die gewalttätigen Ausschreitungen einzudämmen. Gemäss unterschiedlichen Quellen kamen dabei 227 Menschen ums Leben, mehr als 10 000 sollen verhaftet worden sein. Ein Hauptgrund für die Unruhen ist die riesige Kluft zwischen arm und reich. Gemäss einer Studie der Unternehmensberatung KPMG sollen 162 Personen die Hälfte des gesamten Volksvermögens besitzen. Die Untersuchungen zu den Umständen des Aufstandes und dessen Niederschlagung verliefen weitgehend im Sand.
Österreichischer Seelsorger in Kasachstan
Die Katholische Kirche ist in Kasachstan sowohl mit dem römischen als auch mit dem byzantinischen Ritus vertreten. Die katholischen Bischöfe des Landes gehören der im Herbst 2021 neu begründeten Zentralasiatischen Bischofskonferenz an. Dazu gehören auch die Bischöfe von Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan, der Mongolei und Afghanistans.
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