«Der Islam ist tabu» schrieb Frank A. Meyer in seiner «SonntagsBlick»-Kolumne vom 2. August 2026. Er nahm damit Bezug auf den Anschlag des Abdul Ballout, der am 25. Juli 2026 in Berlin mit einem Kleinlastwagen in den «Christopher Street Day»-Umzug gerast war. Die Bilanz: eine tote Frau und 31 zum Teil lebensgefährlich verletzte Personen.
In der Tat: Obwohl schon früh bekannt wurde, dass dieser Anschlag von einem fanatisierten Muslim verübt worden war, überboten sich Politik und Mainstream-Medien mit kreativen Phantasie-Vokabeln, um diesen Fakt zu verschleiern. «Auto verletzt Menschen», verlautbarte prompt der deutsche Fernsehkanal NTV. Dabei war zu diesem Zeitpunkt ein Anschlagsopfer bereits tot. In der Schweiz meldeten sich auf Instagram umgehend die Veranstalter der Berner Pride zu Wort: «Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen, ihren Angehörigen und allen Menschen, die das Geschehene (sic) miterleben mussten.» Auch LGBT-Aktivistin und Nationalrätin Anna Rosenwasser liess sich vernehmen: «Der gestrige CSD Berlin wurde attackiert. Bitte bleibt nicht allein mit dieser Nachricht. Meldet euch bei euren LGBTQ-Mitmenschen.» Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano befand lapidar: «Für die queere Community ist das ein grosser Trauertag.» Ebenso lapidar die Reaktion des FC Union Berlin: «Der Schmerz sitzt tief. Unsere Herzen sind schwer» («nau.ch», 26. Juli 2026).
Ideologische Scheuklappen
Als Adrian Knecht, Co-Präsident der Schwulenorganisation Pink Cross, von der «Blick»-Redaktion zum Attentat in Berlin befragt wurde, antwortete er unter anderem wie folgt:
«Frage: Gibt es auch in der Schweiz solche Tendenzen?
Antwort: In der Schweiz ist zum Glück immer alles gemässigter. Es gibt weniger radikale Tendenzen. Das Schöne ist, dass in der Schweizer Politiklandschaft die Unterstützung von links bis weit in die Mitte und sogar rechts vorhanden ist. Wir wünschen uns aber, zum Beispiel bei Konversionstherapien, ein klareres Einstehen der Politik gegen queerfeindliches Handeln. Dort findet seit Jahren Gewalt im Versteckten statt. Hier könnte die Politik mit einem Verbot einfach und effektiv ein Zeichen setzen.
Frage: Höchstwahrscheinlich hat die Tat einen islamistischen Hintergrund. Geht von dort eine besondere Bedrohung für die queere Community aus?
Antwort: Aus der Forschung wissen wir: Sobald eine religiöse Radikalisierung stattfindet, wird das Umfeld für queere Menschen sehr gefährlich, unabhängig von der Art der Religion. Der Staat muss in die Pflicht genommen werden, gegen solch Radikalisierungen vorzugehen.»
Ein grotesker, die Realitätsverweigerung geradezu auf die Spitze treibender Abwehrreflex. Zum einen, weil es bezogen auf die Bevölkerungszahl in der Schweiz kaum besser aussieht als in Deutschland. Erinnert sei an die brutale Messerattacke eines 15-jährigen, aus Tunesien stammenden Jugendlichen, der am 2. März 2024 in Zürich-Enge einen jüdisch-orthodoxen Familienvater lebensgefährlich verletzte. «Ich bin al-Qaida», rief er nach der Tat («Tages-Anzeiger», 18. Juni 2026). Zuvor hatte er von hinten auf den Kopf des Opfers eingestochen und versucht, diesem die Kehle durchzuschneiden. Nur dank des beherzten Eingreifens Dritter, darunter eines Kampfsportlers aus Neuenburg, überlebte der mit Kopfbedeckung und Haarlocken als Jude erkennbare Mann.
Erinnert sei an die Ermordung eines Portugiesen in Morges VD im Jahre 2020. Der aus der Türkei stammende Täter war Mitglied eines den staatlichen Behörden bekannten Dschihadisten-Netzwerks und bezeichnete sich selbst als IS-Attentäter («Blick», 14. September 2020).
In Erinnerung zu rufen ist aber vor allem auch die Messerattacke im Hauptbahnhof Winterthur vom 28. Mai dieses Jahres. Dort hatte ein türkischstämmiger Mann wahllos auf Passanten eingestochen und einen davon lebensgefährlich verletzt. Nach der Tat schrie er laut «Allahu akbar». Der Attentäter war kurz zuvor in die Integrierte Psychiatrie Winterthur eingeliefert worden. Dort wurde er nur einen Tag vor dem Anschlag vom zuständigen Arzt begutachtet und als weder selbst- noch fremdgefährdend eingestuft. Dies, obwohl er bei der Bundesanwaltschaft seit langem aktenkundig war. Ihrer Anklageschrift aus dem Jahre 2023 zufolge gehörte er zum festen Bestand einer rund 40- bis 50-köpfigen dschihadistischen Zelle im Grossraum Winterthur («Der Landbote», 30. Mai 2026). Man wird hier von einem Justizversagen inklusive der assoziierten psychiatrischen Dienste sprechen müssen. Mit dem Hinweis, die Unkenntnis der psychiatrischen Dienste betreffend das strafrechtliche Sündenregister der Täter sei «politisch so gewollt», versuchte Jerôme Endrass vom Versagen seines Berufsstandes abzulenken (NZZ, 30. Mai 2026). Nota bene: Derselbe Jerôme Endrass ist auch der Hauptverantwortliche für die sogenannten Assessments, welche zukünftige Seelsorger und Seelsorgerinnen der Katholischen Kirche durchlaufen müssen.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Anstatt über eine vermeintliche Invasion der Moslems zu lamentieren, wäre es sinnvoller, sich zu überlegen, weshalb wir als Katholiken so überzeugungslos unseren Glauben leben. Würden wir unseren Glauben richtig und authentisch leben, würden viele Moslems konvertieren. Stattdessen ist bei den meisten Katholiken - und hier sind die konservativen leider nicht viel besser als die progressiven - im Alltag wenig vom Feuer der Gottes- und Nächstenliebe zu spüren, das Jesus uns vorgelebt hat.
Niklaus Herzog spricht ein Problem an, vor dem auch die katholische Kirche nicht die Augen verschliessen sollte. Leider ist Papst Leo XIV. hier bislang kein Vorbild. Beim christlich-muslimischen Kolloquium vom 11. Mai 2026 sprach er Muslime als „Dear brothers and sisters“ an und führte damit die von Franziskus geprägte Sprache der „universalen Geschwisterlichkeit“ fort – ein Begriff, der bemerkenswerterweise auch in der freimaurerischen Tradition eine wichtige Rolle spielt. Hat diese neue Sprache den christologischen Begriff der Brüderlichkeit verwässert?
Muslime sind wie alle Menschen Geschöpfe Gottes und besitzen dieselbe unveräusserliche Würde. „Brüder und Schwestern in Christus“ sind im spezifisch christlichen Sinn jedoch jene, die durch Glaube und Taufe Christus angehören. Diese Unterscheidung sollte nicht verwischt werden.
Noch schwerer wiegt das Schweigen zu den unbequemen Fragen. Wo fordert Leo seine muslimischen Gesprächspartner auf, sich mit Blasphemie- und Apostasiegesetzen, der Unterdrückung christlicher Minderheiten oder jihadistischer Christenverfolgung auseinanderzusetzen? Gewalt verurteilt er zwar, spricht aber meist allgemein von „Fundamentalismus“, „Fanatismus“ und „Radikalisierung“. Ein ehrlicher interreligiöser Dialog muss auch die Frage nach den religiösen Wurzeln solcher Gewalt stellen.
Meine Frage ist allerdings, ob in dieser Problematik die Bischofskonferenzen nicht nur untergeordnete Stellen sind, welche sich logischerweise der Meinung der Vorgesetzten anschliessen. Wer genau diese übergeordneten Stellen sind, lässt ich aus meiner Sicht nicht beurteilen. Sicher scheint mir, dass unser Heiliger Vater nur insofern involviert ist, als er den ganzen Stab nicht einfach auswechseln kann.
In diesem Stab jedoch scheint mir die Befreiungstheologie insofern eine zentrale Rolle zu spielen, als sie die Gläubigen aller Stufen dazu verleitet, eine bedingungslose Barmherzigkeit zu verkünden, welche die Eigenverantwortung vor Gott und den Menschen schwächt und die Macht des Bösen, Satans, genauso verharmlost wie die Gerechtigkeit Gottes. Ohne Rückkehr zur Gottzentriertheit gibt es hier keine Lösung-