Das Big Adoray am Adoray Festival 2023. (Bild: Adoray)

Kirche Schweiz

Bet­tags­kol­lekte als schweiz­wei­tes Zei­chen der Solidarität

Die Bet­tags­kol­lekte der «Inlän­di­schen Mis­sion» steht tra­di­tio­nell im Zei­chen der Soli­da­ri­tät inner­halb der Katho­li­schen Kir­che in der Schweiz. Damit kön­nen im lau­fen­den Jahr schweiz­weit 53 Pro­jekte mit einer Gesamt­summe von rund 600 000 Fran­ken unter­stützt werden.

Urban Fink-Wagner, langjähriger Geschäftsführer der «Inländischen Mission» (IM), erwähnt in der aktuellen Ausgabe des IM-Magazins insbesondere die Unterstützung der afrikanischen Wallfahrt nach Einsiedeln, an der alljährlich mehrere Hundert Pilgerinnen und Pilger aus allen Teilen der Schweiz teilnehmen. Auch das vom 9. bis 11. Oktober in Zug stattfindende «Adoray»-Festival, einer der hoffnungsvollsten kirchlichen Aufbrüche der letzten Jahre, darf sich auf eine finanzielle Unterstützung durch die IM freuen. Von der IM gefördert wurde auch das im August durchgeführte Deutschschweizer Familientreffen, das heuer mit einem Rekord von rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aufwarten konnte (vgl. Bericht swiss-cath.ch). Zu den weiteren geförderten Projekten gehören die Kaplanei Rigi-Klösterli, Bergkapellen in der Inner- und Ostschweiz sowie die Jugend- und Behindertenseelsorge.

Vom Jugendfestival bis zu den kleinen Bergpfarreien
In der Westschweiz unterstützte die «Inländische Mission» unter anderem das Festival «Crossfire» in Belfaux FR. Das Jugendfestival, das an das beim Kirchenbrand von 1470 erhalten gebliebene Kreuz erinnert, begeisterte zahlreiche junge Menschen. Weiter werden Hilfsgelder für Anlaufstellen für Obdachlose und Randständige, für Integrationsprojekte und für spirituelle Angebote zur Verfügung gestellt. Schwierig präsentiert sich die Lage im Bistum Lausanne–Genf–Freiburg. Dies unter anderem deshalb, weil in den zum Bistum gehörenden Kantonen Neuenburg und Genf Staat und Kirche weitgehend getrennt sind und infolgedessen keine Kirchensteuern erhoben werden können.
 


Im Bistum Sitten wiederum unterstützt die «Inländische Mission» die Spezialseelsorge sowie die Jugend- und Erwachsenenbildung, dazu auch einen Teil der Fremdsprachigenseelsorge. 2024 wurde die neue Walliser Kantonsverfassung, die eine sichere Finanzierung des Bistums Sitten ermöglicht hätte, von den Stimmberechtigten abgelehnt, was das Bistum mittel- und langfristig in existentielle finanzielle Probleme zu stürzen droht.

Im Bistum Lugano wird kleinen und unterfinanzierten Bergpfarreien geholfen und die Spitalseelsorge unterstützt.

Die «Inländische Mission» unterstützt auch drei schweizweit organisierte Fremdsprachigenseelsorgestellen: die ukrainischen griechisch-katholischen Priester, die syro-malabarische Gemeinschaft in sowie die eritreische Gemeinschaft mit 15 Gottesdienststandorten, die sogar hier die Verfolgung spürt.

Ein Röstigraben auch in der «Kirche Schweiz»
Die «Inländische Mission» koordiniert und beurteilt die Gesuche, die aus den Diözesen und Territorialabteien oder für interkantonale Projekte eingereicht werden. Die finanzielle Schere klafft immer mehr auseinander: Während in der Deutschschweiz durch Kirchensteuern die notwendigen Mittel für die Seelsorge grösstenteils und in den ehemals reformierten Kantonen sogar reichlich vorhanden sind, ist die Seelsorge in der Westschweiz und im Tessin auf Solidaritätsbeiträge angewiesen; die Spezialseelsorge könnte ohne die Solidarität von Gläubigen aus dem ganzen Land kaum aufrechterhalten werden.

Die Schweizer Bischöfe erinnern daran, dass der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag zum Danken, Beten und zur inneren Einkehr aufruft, aber auch zur Solidarität zugunsten von Personen und Institutionen, die existentiell darauf angewiesen sind. Sie empfehlen deshalb die Bettagskollekte 2026 der Grosszügigkeit aller Katholikinnen und Katholiken unseres Landes und danken für die so zum Ausdruck gebrachte Solidarität. Sie bitten alle Verantwortlichen, sich engagiert für dieses Kirchenopfer und die Anliegen der «Inländischen Mission» einzusetzen.
 

Inländische Mission, Amthausquai 7, 4600 Olten Webseite
Spenden:
Zugunsten der Inländischen Mission: IBAN CH10 0076 1640 4940 1200 1
Zugunsten von Seelsorgeprojekten: IBAN CH38 0900 0000 6000 0295 3
Zugunsten von Kirchenrenovationen: IBAN CH98 0900 0000 6079 0009 8


Redaktion


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Bemerkungen :

  • user
    Meier Pirmin 10.09.2026 um 06:32
    @Fleischer. Ich frage mich, ob es für die "Alt-Evangelisation" der Schweiz, die Aktivitäten von Columban und Gallus, von irgendeiner Seite Spenden gab. Immerhin ist die Kulturarbeit von Klöstern, sei es Säckingen mit Hilarius und Fridolin, mit Ausstrahlungen bis ins alpine Glarus, natürlich auch St. Gallen, Pfäfers, Disentis nicht ohne reiche Gönner möglich gewesen, siehe auch das frühmittelalterliche System der Eigenkirchen. Es waren mutmasslich reiche Alemannen, welche im 1. Jahrtausend die Missionierung ermöglichten. Über die finanziellen Hintergründe der Missionierung durch Iren und "Schotten", wie die Kelten genannt wurden, weiss man natürlich wenig. Sowieso führen die Spuren von Columban ins norditalienische Gobbio, wo es offenbar eine blühende und nicht arme christliche Gemeinde gab. Noch beeindruckend der historische Columban-Kult bei den Walsern im Urseren-Tal. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Entwickung des Christentums in der Schweiz und weltweit nicht auf der Basis einer Bewegung von einer Art Lumpenproletariat erfolgte. Es gab stets ein christlich orientiertes Mäzenatentum, und "Opfer-Einziehen" war letztlich eine Folge der vor allem mittellterlichen und spätmittelalterlichen bis frühneuzeitlichen Ablass-Kampagnen. Früher gab es noch um die Zeit des Bettages herum, jedenfalls herbstlich, ein Freiburger Universitätsopfer.
  • user
    Stefan Fleischer 09.09.2026 um 18:09
    Was mir in der Liste der unterstützten Projeke irgendwie fehlen, (oder habe ich etwas überlesen?) sind Projekte zur Neuevangelisation. Solche wären m.E. fast überall in unserem Land fällig, werden jedoch - gelinde gesagt - eher stiefmütterlich angegangen.