Teilnehmer der Podiumsdiskussion mit Bischof Joseph Maria Bonnemain. Claudio Tessari steht links vom Bischof. (Bild: zVg)

Kommentar

Bistum Chur erhält einen neuen Weihbischof

Im Rahmen einer von der römisch-katholischen Kirchgemeinde Rüti organisierten Podiumsveranstaltung gab Bischof bekannt, dass Papst Leo XIV. die Ernennung eines neuen Weihbischofs für das Bistum Chur genehmigt hat.

Der Saal war sehr gut gefüllt. Aus meiner Sicht war es besonders erfreulich, dass auch viele junge Gläubige den Weg nach Rüti fanden, um die Gelegenheit zu nutzen, dem Bischof ihre Anliegen mitzuteilen. Im ersten Teil der Veranstaltung ging es um die Kirche in der Schweiz, anschliessend um die Weltkirche. Natürlich kamen auch Themen wie die Rolle der Frau und die Missbrauchsfälle zur Sprache, zu denen Bischof Joseph Maria Bonnemain Stellung nahm.

Doch die absolute Neuigkeit des Abends war die Mitteilung von Bischof Bonnemain, Papst Leo XIV. habe die Ernennung eines neuen Weihbischofs für das Bistum Chur genehmigt.

Schnell wurde jedoch deutlich, dass der Schwerpunkt der Fragen bei den jungen Teilnehmern woanders lag. Ihnen ging es weniger um politische Themen als vielmehr um spezifisch katholische Anliegen: Wie kann Gott wieder stärker ins Zentrum der Liturgie gerückt werden? Warum wird gegen viele liturgische Missbräuche so wenig unternommen? Weshalb werden Heilige Messen zunehmend mit Wortgottesdiensten gleichgesetzt?

Anwesend waren auch junge Katholiken mit Migrationshintergrund, die in ihren Missionen regelmässig die Heilige Messe besuchen und teilweise verwirrt sind, wenn sie dann eine Schweizer Pfarrei erleben, in der die Liturgie eher wie ein Event wirkt als wie das heilige Messopfer. Mich persönlich hat es sehr ermutigt, dass die jungen Menschen ihre Sorgen so offen vorgetragen haben, denn sie sind die Zukunft der Kirche.

In Othmarsberg zum Beispiel organisieren einige von ihnen eine 24-stündige eucharistische Anbetung. Die jungen Katholiken wünschen sich eine klare Lehre, würdig gefeierte Sakramente und Gott im Zentrum. Das wurde gestern sehr deutlich ausgesprochen, auch wenn es vielleicht nicht allen Anwesenden gefallen hat.

Bischof Bonnemain reagierte ausweichend auf die gestellten Fragen, plädierte für das Prinzip «Laissez faire et laissez passer», sprich: Mit Verboten und Massregelungen erreiche man nichts. Es gelte vielmehr, stets das Gespräch zu suchen und selbst in würdiger Form an liturgischen Feiern teilzunehmen.

Gleichwohl: Unserem Bischof Joseph Maria Bonnemain möchte ich abschliessend danken, dass er sich Zeit für die vielfältigen Anliegen der Gläubigen genommen und die Fragen beantwortet hat.
 

Gastkommentare spiegeln die Auffassungen ihrer Autorinnen und Autoren wider.
 

Nachtrag:  Auf Anfrage von swiss-cath.ch teilte die Kommunikationsverantwortliche des Bistums Chur, Nicole Büchel, mit, dass Papst Leo XIV. bereits Ende letzten Jahres die Zustimmung zur Ernennung eines neuen Weihbischofs erteilt hat. Als Nächstes wird nun Bischof Bonnemain dem Papst eine Dreierliste mit ihm geeignet erscheinenden Kandidaten einreichen. Das Bistum Chur hofft, noch in der ersten Hälfte des laufenden Jahres den Namen des neuen Weihbischofs bekanntgeben zu können.


Claudio Tessari

Stiftungsrat von «Mission Maria» und Kirchenpfleger Katholische Kirche Wald


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Bemerkungen :

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    Karl Studer 18.01.2026 um 14:13
    Bonnemain will uns alle belehren aber er hat selber die Grundlagen nicht verstanden. Seine Religion besteht aus Psychotherapie und Fitness Center. Das kann doch nicht euer Ernst sein.
  • user
    Stefan Fleischer 18.01.2026 um 06:21
    Sollten wir nicht
    alle – nicht nur in diesem Bistum – uns ernsthaft und ehrlich der Frage stellen, welche Kirche wir wollen? Wollen wir eine gottzentrierte und deshalb hierarchische Kirche, in welcher Gott und seine Offenbarung, sein Heiliger Wille im Zentrum stehen, höchste Instanz sind? Oder wollen wir eine menschzentrierte und deshalb demokratische Kirche (was immer dieser Begriff auch heissen mag), wo der der Mensch und seine Wünsche Ansprüche im Zentrum steht. und so immer jeder gegen jeden um Macht und Würde etc. kämpft? Oder anders gefragt, wollen wir eine Kirche, welche sich vornehmlich um das ewige Heil der Menschen sorgt, oder eine Kirche, welche sich zuerst einmal um ihr irdisches Heil bemüht? Oder nochmals anders: «Wozu sind wir auf Erden? Wozu ist Christus Mensch geworden?» Soll das Kreuz für uns «Gottes Kraft und Gotte Weisheit» sein, oder ist es nur (noch) das Logo unseres Christseins?
  • user
    Max Scharnigg 17.01.2026 um 19:09
    Genau so wie Amtsmissbrauch oder Machtmissbrauch ist auch liturgischer Missbrauch ein Verbrechen und das wird von der Kirchenleitung toleriert - das darf nicht sein.
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    Karl Studer 17.01.2026 um 19:03
    Ein neuer Weihbischof wird uns nichts bringen ausser eine weitere Show-Veranstaltung und Selbstdarstellung der momentanen Akteure.
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    ser AD 17.01.2026 um 15:25
    Pfarrer ? Meier hat Recht, hier einmal den inflationären Gebrauch des M-Wortes zu beanstanden.

    Wie es die zweite Komponente "-brauch" nahelegt, ist ein Missbrauch eine körperliche Fehlhandlung, sonst würde man ja etwas nicht brauchen, sei es die Amtsgewalt oder eine andere Fähigkeit wie Beischlaf und anverwandte.

    Der reine Häresie - um was es bei abgeänderten Gottesdiensten primär geht - ist kein Missbrauch, eher Apostasie = Abrücken vom Ideal.

    Auch eine mangelhafte Katechese ist kein Missbrauch, sondern eine Ohrfeige an Jesus.

    Ergo setzt das Wort "Missbrauch" einen Körperkontakt voraus.
  • user
    Hansjörg 17.01.2026 um 13:39
    Wollen die sehr konservativen Kreise mit der ausufernden Diskussion um ablauftechnisches Vorgehen während einer Messe, eigentlich von den weit aus grösseren Problemen der kath. Kirche ablenken?
    • user
      Claudio Tessari 17.01.2026 um 14:34
      Von was sollen wir ablenken wollen? Wenn eine Gesellschaft sich von Gott entfernt herrscht Chaos. Schauen Sie in die Welt. Die Heilige Messe ist Quelle und Höhepunkt des Christen. Die Heilige Mutter Teresa, jene welche sicherlich ein grosses Vorbild der Nächstenliebe war, hat bevor sie die Kranken besuchte immer die Heilige Messe besucht. Wenn wir die Heilige Messe nicht würdig feiern, wenn wir Gott nicht die gebührende Ehre erweisen, was er warten Sie wie man miteinander umgeht? Schauen Sie ins alte Testament, als Israel sich von Gott entfernt hat, wurden Sie besiegt erobert und unterdrückt. Wenn wir Frieden in der Welt wollen, müssen wir zu Gott zurück finden, seine Gebote halten und wieder Gott seine Ehrfurcht erweisen. Den der wahre Friede kann uns NUR DER DREIFALTIGE GOTT GEBEN, und die höchste Form der Anbetung das Heilige Messopfer.
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    Heinz Meier 17.01.2026 um 10:32
    Die Klage über „liturgischen Missbrauch“ geht von wenig klaren Begrifflichkeiten aus. Man kann doch nicht von „Missbrauch“ reden, wenn eine Rubrik (liturgische „Vorschrift“) nicht eingehalten wurde oder wenn mit der Liturgie kreativ umgegangen wird. Oder käme jemand auf die Idee, das Hinknien (sich dem Volk zuwendend) des Churer Bischofs bei seiner Weihe 2021 als „Missbrauch“ einzustufen? Dass ein solch freier Umgang mit liturgischen Bräuchen nicht allen gefallen hat, führt doch hoffentlich nicht in Gefühle, mit denen man sich protestierend im Verrat an der Katholizität wähnt. Dergleichen aber scheinen diese Webseite und die Kommentare kultivieren zu wollen.
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      Claudio Tessari 17.01.2026 um 11:07
      Der Begriff "Missbrauch" bezeichnet allgemein den Gebrauch von Gegenständen, Lebewesen oder Rechten, der den anerkannten Regeln oder gesellschaftlichen Normen widerspricht. Duden.

      Wenn jemand eigenhändig die Messe gestaltet so ist das ein Missbrauch. Die Heilige Messe ist gemäss des 2. Vatikanischen Konzil Quelle und Höhepunkt. Sie wird von der Kirche vorgegeben wie man sie feiern MUSS. Katholisch bedeutet allumfassend. Wenn man die Rubriken einhält, dann ist man auf der ganzen Welt in jeder Heiligen Messe zu Hause, weil sie eben überall gleich gefeiert wird. Natürlich hat die Kirche noch andere Riten, aber auch diese folgen einer Struktur. Die Kirche hat immer verurteilt, wenn Priester sich anmassen, sie können die Messe so verändern wie es ihnen passt. Dazu muss sich jeder Priester welcher das macht fragen: bin ich demütig? Weiss ich besser als die Mutter Kirche was gut ist?
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    Daniel Ric 17.01.2026 um 07:42
    Vielen Dank für diesen Artikel. Ich finde es gut, dass sich Bischof Bonnemain den Fragen der Gläubigen gestellt hat. Die Aussage, man erreiche nicht viel mit Verboten und Massregelungen, sollte differenziert betrachtet werden. Auch die frühere Bistumsleitung (hier war speziell der frühere Generalvikar, Martin Grichting, in der Verantwortung) hat sehr viel toleriert und bei Missständen nicht eingegriffen, dies muss an dieser Stelle klar gesagt werden. Monika Schmid und andere Laientheologinnen und Laientheologen haben beispielsweise über Jahre als Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleiter gewirkt, währenddem Priester, die sich weder etwas Kirchenrechtliches noch Strafrechtliches zu Schaden kommen liessen, im Bistum Chur arbeitslos waren, da sie keine Lobby hatten (weder zum progressiven noch zum konservativen Kreis gehörten). Daher ist der jetzige Zustand nicht Bischof Bonnemain geschuldet, er tut aber sehr wenig, um eine Verbesserung herbeizuführen.
    Diese jungen Katholiken, die im Artikel erwähnt werden, sollten weiterhin versuchen, ihre Stimme einzubringen. Die Basis muss in der Deutschschweiz die kirchliche Situation ändern. Von den Bistumsverantwortlichen eine Kehrtwende zu erwarten, ist nicht realistisch. Vor allem sollte man versuchen, dem System Geld zu entziehen, indem man sich politisch für die Abschaffung der Kirchensteuer einsetzt. Auch der beste Bischof der Welt kann nicht alles von oben regeln (wäre wahrscheinlich auch nicht gut), aber die Basis sollte dafür sorgen, dass Seelsorger, die der katholischen Kirche schaden, nicht noch von unten finanziert werden.
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      Kurt Vogt 17.01.2026 um 08:33
      "Vor allem sollte man versuchen, dem System Geld zu entziehen, indem man sich politisch für die Abschaffung der Kirchensteuer einsetzt." - Die ganze Problematik hat doch nichts mit dem Geld zu tun. Erstens müssen alle kirchlichen Angestellten von etwas leben können (oder wollen Sie, dass 50% ihrer Tätigkeit darauf reduziert wird um für ihren Lohn zu kämpfen und man sich abhängig macht von entsprechenden Geldgebern?) Zweitens sind gewisse Strukturen nötig. - Die grosse Problematik liegt doch darin, dass die Körperschaften ihre Aufgaben wahrnehmen und die Seelsorgenden entlasten. Gleichzeitig der innerkirchliche Bereiche seine Verpflichtungen wahrnimmt und hierfür sind auch gute Ausbildungen nötig! - Gefordert wäre also eine positive Weiterentwicklung des Miteinanders.
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        Daniel Ric 17.01.2026 um 12:20
        Natürlich gebe ich Ihnen recht, dass die Kirche bzw. ihre Angestellten von etwas leben müssen. Die Gefahr ist da, dass bei privaten Spendern eine Abhängigkeit entsteht. Persönlich war und bin ich nicht ein totaler Gegner des dualen Systems, aber die Realität sieht momentan einfach sehr ernüchternd aus. Das gute Miteinander, von dem Sie sprechen, ist nur dann möglich, wenn in allen Gremien Menschen mitwirken, die tatsächlich am Glauben interessiert sind. Dieses Ideal wird sehr häufig nicht erreicht. Daher bin ich für eine Reform der Finanzierung. Man könnte das italienische System wählen oder ein System basierend auf Spenden, wie es die meisten anderen Länder kennen. Aber ja: Es wird sicherlich nicht sofort alles gut, nur weil man die Finanzierung ändert. Da haben Sie recht.
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      Claudio Tessari 17.01.2026 um 09:09
      Im Ernst jetzt:)
      Wenn ich zu schnell fahre, werde ich vom Polizisten gebüsst, welcher gerade am Arbeiten ist. Der aktuelle Bischof hat die Aufsicht über die Liturgie seiner Diözese, so steht es im Kirchenrecht. Wenn er diese Arbeit nicht wahr nimmt, kann man doch nicht seinen Vorgängern die Schuld geben. Und ich würde das mal sehr in Frage stellen, gemäss meiner Wahrnehmung hat Don Martin Grichting sich immer sehr für die Wahrheit und Reinheit des Glaubens, dazu gehört natürlich auch die Heilige Messe eingesetzt.
      • user
        Daniel Ric 17.01.2026 um 12:57
        Natürlich trägt immer der jetzige Bischof die Verantwortung, aber das Rechtssystem der Kirche funktioniert halt anders als dasjenige eines Staates. Wichtig ist, dass die Laien Missbräuche melden und den Schaden aufzeigen, der durch diese Missbräuche entsteht. Das Schlimmste ist es zu schweigen.
        Mir geht es nicht darum, den Vorgängern in der Bistumsleitung die Schuld zu geben, sondern um Dinge beim Namen zu nennen. Es gab auch in der Zeit vor Bischof Bonnemain keine Amtsenthebungen für priesterfeindliche Laientheologen (es gibt natürlich auch sehr gute, lehramtstreue Laientheologen) und auch keinen Einsatz für Priester, die mit staatskirchlichen Organen in Konflikt kamen. Deswegen empfinde ich die ganze Diskussion im Bistum Chur als unehrlich. Wenn ein Bischof, der über 30 Jahre lang Offizial war und dadurch über alle Vorgänge - auch alle sexuellen Missbräuche - genau Bescheid wusste, sich als Neuanfang präsentiert, dann halte ich dies genauso unsinnig wie wenn ehemalige Verantwortungsträger, die auch tatenlos zuschauten, wie Priester an den Rand gedrückt wurden, nun die Bistumsleitung kritisieren. Ich bin sehr radikal, was meine Wünsche für die deutschsprachigen Bistümer betrifft: Ich hoffe, dass der Vatikan alle Gepflogenheiten aufgibt und all diesen Bistümern einen Bischof aus dem Ausland vorsetzt, damit die interne Vetternwirtschaft beendet und ein wahrer Neuanfang ermöglicht wird.
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    Stefan Fleischer 16.01.2026 um 13:36
    Ein ergänzender Gedanke
    Es wird heute sehr viel über Gemeinschaft gesprochen. Oft scheint es, als sei diese der Sinn und Zweck der Menschwerdung unseres Herrn. Jeder vernünftige Mensch aber sollte eigentlich wissen, dass Gemeinschaft nur auf der Basis einer klar bestimmten Ordnung möglich ist. Unser Glaube ist eine solche Basis. Er ordnet alles Gott unter. Er unterscheidet richtig und falsch, gut und böse, auf Grund SEINER Offenbarung an uns. Er erwartet von uns Ein- und Unterordnung, in die von IHM vorgegebene Ordnung zuerst, dann aber auch in die uns von SEINER Kirche vorgegebenen Strukturen und Ordnungen. «Fried ist allweg nur in Gott» mahnte unser Landesvater die alten Eidgenossen. Kehren wir also um und pflegen wir wieder die Tugend der Furcht des Herrn. Diese besteht ja nur darin, Gott als unseren Schöpfer, und Christus als unseren Erlöser aus Sünde umnd Schuld, und den Heiligen Geist als unsere Kraft und Stärke, als wahren Gott und unseren Herrn anzuerkennen, und seinen Willen zu tun.
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    Schwyzerin 15.01.2026 um 22:32
    Das Institut Sant Borromäus in Oberriet, das Institut Christuskönig und Hohepriester in Basel, sowie die Priesterbruderschaft St. Petrus in Thalwil sind auf Weihbischöfe angewiesen. Für das Firmsakrament und die Priesterweihe ist der Bischof zuständig. Ich danke Papst Leo XIV. für die Bewilligung eines Weihbischof für das Bistum Chur. Ich hoffe, dass ein Weihbischof für die Priesterbruderschaft St. Petrus in Thalwil eingesetzt wird. Möge Gott und die allerseligste Jungfrau und die Muttergottes Maria die Gebete wohlgefallen.
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    Valerie Schmidt 15.01.2026 um 19:35
    Ich bin Mutter von drei Kindern. Meine beiden Söhne wurden in der Kirche liturgisch missbraucht. Die Behandlung durch die Bistumsleitung hat mich zutiefst verletzt. Mein Mann und ich, wir überlegen wirklich, aus der landeskirchlichen Struktur auszutreten und das Geld dem Institut Sankt Karl Borromäus in Oberriet zu überweisen. Sonst haben wir ein schlechtes Gewissen. Immerhin haben wir das Geld mit unserer Arbeit selbst verdient. Und unsere Söhne haben das Beste verdient, was die Kirche zu bieten hat.
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    Stefan Fleischer 15.01.2026 um 18:34
    «Mit Verboten und Massregelungen erreiche man nichts.» - Mit einem «Laissez faire et laissez passer» noch viel weniger. Schon Paulus wusste: «Und wenn die Trompete unklare Töne hervorbringt, wer wird dann zu den Waffen greifen? (1.Kor 14,8) Eine Kirche, wo jeder glaubt und jeder macht, was er will, und diejenigen ins Abseits gedrängt werden, welche noch das glauben und machen, was man soll, verliert Schritt um Schritt ihre Glaubwürdigkeit. Man fragt sich, ob ein Ende mit Schrecken nicht besser wäre als ein solcher Schrecken ohne Ende. Entschuldig bitte. Aber es musste einmal gesagt werden.
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    Schwyzerin 15.01.2026 um 16:17
    Ob finanzmächtige Staatskirche es goutieren oder nicht, ist nicht relevant. Denn der Weihbischof ist dem Papst unterstellt und nicht der Staats "Kirche".
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    Nicole Büchel, Kommunikationsverantwortliche Bistum Chur 15.01.2026 um 15:44
    Die Berichterstattung seitens Herr Tessari's ist mehr als tendenziös. Sie vernachlässigt grossteils andere Anliegen, die an den Bischof herangetragen wurden und stellt damit einen einseitigen Blick auf den Abend dar. Da es sich hier um keine professionelle Arbeit eines Journalisten handelt, sei ihm vergeben. Klar gestellt werden muss jedoch explizit: Bischof Joseph Maria Bonnemain hat immer deutlich und ausführlich Stellung bezogen. Könnte es sein, dass Herr Tessari jeweils weghörte, wenn ihm die Antwort nicht gefiel? Ich fasse gerne nochmals zusammen: Mit einer Pastoral der Angst begeistert man keine Leute, nicht mal Junge! Der Bischof erinnerte, dass schon Jesus versucht hätte, die Menschen zu begeistern, in dem er ihnen herzlich und liebevoll begegnete. Damit sei er sehr erfolgreich gewesen. Seinem Beispiel folge er und motiviere alle, es ihm gleich zu tun.
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      Claudio Tessari 15.01.2026 um 16:07
      Ich entschuldige mich, wenn ich hier zu ungenau war, jedoch kamen gerade von den Fragestellenden am Schluss diese Eindrücke, dass man auf die Sorgen der Liturgischen Missbräuche kein Mittel hätte. Ausweichend meine ich, dass man keine "Mittel" hätte wenn die Priester die Liturgie nicht nach Rubriken feiert.
    • user
      Majkell Marjakaj 15.01.2026 um 16:35
      Sehr geehrte Frau Büchel

      Ich war an diesem Abend persönlich anwesend und halte Ihre Replik in zentralen Punkten für problematisch und realitätsfern.

      Was an diesem Podium deutlich wurde, war nicht ein Mangel an Gesprächsbereitschaft seitens der jungen Gläubigen, sondern ein grundsätzlicher Konflikt zwischen einer klar katholischen Glaubenshaltung und einem liberal links orientierten Pseudokatholizismus, wie er in der Schweiz seit Jahren praktiziert wird. Dieser Ansatz mag gut gemeint sein, ist aber geistlich fruchtlos. Er stellt nicht Gott ins Zentrum, sondern menschliche Befindlichkeiten, Anpassung und Harmonie um jeden Preis. Dass daraus keine Berufungen, keine Bindung und kein Wachstum entstehen, zeigen die Zahlen seit Jahrzehnten.

      Wenn junge Menschen heute ausdrücklich nach würdiger Liturgie, klarer Lehre und verbindlicher Ordnung fragen, dann ist das kein Ausdruck von Angst oder Rückwärtsgewandtheit, sondern von geistlicher Sehnsucht. Diese Anliegen als „Pastoral der Angst“ abzutun, ist eine grobe Verzerrung der Realität und wirkt wie ein Schutzschild gegen berechtigte Kritik.

      Die jungen Gläubigen wollen Gott in der Mitte. Nicht die Gemeinde, nicht das Event, nicht das eigene Wohlgefühl. Sie wollen die göttliche Ordnung, wie sie die Kirche lehrt und wie sie in der Liturgie ihren sichtbarsten Ausdruck findet. Genau diese Ordnung wird jedoch vielerorts relativiert, ignoriert oder offen missachtet, ohne dass dies kirchliche Konsequenzen hätte. Das wurde angesprochen und genau darauf blieben die Antworten ausweichend.

      Der Hinweis auf Jesus als blosses Vorbild einer herzlichen, unverbindlichen Begegnung ist theologisch verkürzt. Christus war barmherzig, ja. Aber er war ebenso klar, fordernd und kompromisslos in der Wahrheit. Er hat nie gelehrt, dass jeder glauben und handeln kann, wie er möchte. Wer das heute propagiert, beruft sich zwar auf Jesus, widerspricht ihm aber inhaltlich.

      Die Berichterstattung von Herrn Tessari benennt diesen Konflikt offen. Das mag unbequem sein, ist aber ehrlich. Wer diese Realität nicht sehen will, muss nicht anderen mangelndes Zuhören unterstellen, sondern sollte sich fragen, warum gerade junge, engagierte Katholiken sich von der gelebten Kirchenpraxis in der Schweiz zunehmend entfremdet fühlen.

      Wir wollen keine weichgespülte Ersatzreligion.
      Wir wollen Gott.
      Wir wollen Wahrheit.
      Wir wollen Ordnung.

      Und wir sagen das nicht aus Angst, sondern aus Liebe zur Kirche.

      Freundliche Grüssen
      Majkell Marjakaj
      • user
        Elizabeta Kuzhnini 15.01.2026 um 17:15
        Guten Tag Herr Marjakaj

        Ich möchte mich herzlich bei Ihnen für Ihre klare und ehrliche Stellungnahme bedanken. Da bin ich vollkommen Ihrer Meinung. Ihre Worte bringen genau das zum Ausdruck, was viele Gläubige empfinden, sich aber oft nicht mehr trauen offen auszusprechen.

        Sie haben völlig recht, es darf in der Kirche nicht um Event-Denken, Inszenierung oder menschliche Selbstdarstellung gehen. Gott muss im Zentrum stehen, nicht der Mensch und nicht der Zeitgeist. Wer sich nach würdiger Liturgie, Klarheit im Glauben und Treue zur kirchlichen Lehre sehnt, tut dies nicht aus Angst oder Engstirnigkeit, sondern aus tiefem Respekt und Ehrfurcht vor Gott!!

        Besonders wichtig finde ich Ihren Hinweis, dass gerade viele junge Menschen genau diese Tiefe, Ordnung und geistliche Klarheit suchen. Sie wollen keine Show, sondern Wahrheit. Keine Anpassung, sondern Orientierung. Keine Verwässerung, sondern Substanz. Diese Sehnsucht verdient es, ernst genommen zu werden.

        Ihre Stellungnahme ist für mich ein ehrlicher Appell zur Rückbesinnung auf das Wesentliche auf Christus, auf die Sakramente und auf eine Liturgie, die Gott ehrt.

        Freundliche Grüsse
        Elizabeta Kuzhnini
      • user
        Jörgen 15.01.2026 um 18:12
        Hallo Herr Marjakaj,
        ohne dabei gewesen zu sein:
        Sie beschreiben sehr gut wesentliche Differenzen der unterschiedlichen Kirchenbilder. Wer beobachtet, wo Früchte wachsen, was junge Menschen dort bewegt, was sie suchen, wird sich ihrer Einschätzung anschließen können.
    • user
      Darian Barac 15.01.2026 um 17:38
      Dass Bischof Joseph Maria Bonnemain klare Antworten gegeben habe, hat jeder anders wahrgenommen. Von mehreren Anderen habe ich genau das Gegenteil gehört, wobei ich die gleiche Meinung teile: Der Bischof habe viel Unnötiges gesagt und "drumrum geredet".

      Dieser Bericht fokussiert sich auf das Problem, dass die Kirche immer liberaler wird und sie Probleme immer mehr toleriert. Der Fokus liegt hierbei auf die Antwort des Bischofs, dass er, wie er selbst gesagt hat, nichts gegen die Liturgiemissbräuche tue, sondern etwas "dafür" tue.

      Nach Ihrer Aussage, dass der Bischof sich bemühe, immer herzlich und liebevoll so wie Jesus mit den Menschen umzugehen, gehe ich davon aus, dass Sie gleicher Meinung wie der Bischof sind, und zwar, dass man die Menschen, die Liturgiemissbräuche durchführen, nur zurechtweisen müsse, ohne Verbote. Das entspricht aber nicht dem, wie Jesus gehandelt hat: Als im Tempel die Händler Ware verkauften, trieb Jesus sie mit einer Peitsche aus. Dies zeigt, dass Jesus Massnahmen ergriff, um solch eine Sünde zu bekämpfen, zu stoppen und dementsprechend in Zukunft auch zu verhindern - und genau das soll auch unser Ziel sein. Wir sollen Liturgiemissbräuche bekämpfen und möglichst stoppen, sodass sie in Zukunft möglichst nicht mehr vorkommen. Verstehen Sie mich hier aber nicht falsch, denn ja, wir Christen müssen Andere zurechtweisen - wenn die Personen aber nicht darauf hören, können wir sie nicht einfach die Liturgie weiter missbrauchen lassen. Diese Menschen haben schlussendlich die Verantwortung, auf die Kirche zu hören. Wenn sie dieser Verantwortung aber nach Zurechtweisung immer noch nicht nachgehen, muss man mit Verboten kommen und so die Missbräuche verhindern, da dies dann der einzige verbleibende Weg ist, das Ganze möglichst zu stoppen. Wir können sie ja nicht einfach die Liturgie weiter missbrauchen lassen!
      Jesus sagt auch in Matthäus 18,15-17, dass, wenn dein Bruder nicht auf die wiederholte Zurechtweisung der Kirche hört, er dir sei wie der Heide oder der Zöllner!
      Die Vertreibung der Händer finden Sie in Johannes 2,13-17.

      Gottes Segen!
    • user
      Denis K 15.01.2026 um 18:02
      Das einzig Tendenziöse hier ist Ihre Meinung Frau Büchel. Ich als 30 Jähriger bin froh und dankbar gewesen, wenn mich jemand gewarnt hat:"Tust du XY, wirst du Probleme bekommen mit der Polizei". Das ist die Realität der Welt und was den Glauben angeht, ist es nicht anders. Außer man hat die Tendenz, Glaubensgut zu relativieren oder gar abzuschaffen. Sie dürfen gerne zu den Freikirchen gehen und Pastorin werden dort. In der ganzen westlichen Welt findet ein Wandel statt ob es Ihnen passt oder nicht. Die Zukunft ist konservativ. Wir wollen keine feministischen Floskeln die zu nichts beigetragen haben außer der Zerstörung der Familien und Ehen und zum Zerfall der Gesellschaft die letzten 50 Jahre. Es ist vorbei. Lesen Sie Statistiken, wie die Ansichten der jungen Seminaristen und neuen Priestern ist. Sie sind konservativer heute als von vor 50Jahren. Der liberale Geist ist auf dem absteigenden Ast und somit werden sie alle lernen uns Platz machen zu müssen. Man soll sich von Gott ändern lassen und nicht Gott anpassen wie es einem passt.
    • user
      Unwürdiger Diener 15.01.2026 um 18:02
      Nehmen wir an, dass Herr Tessari eine "Pastoral der Angst" predigt. Diese wäre trotzdem um einiges besser, da sie wenigstens Klarheit schafft. mit einer "Pastoral der Gleichgültigkeit wie wir sie heute sehen, schaffen wir Katastrophe und lassen die Seelen so vieler Menschen verloren gehen (in die Hölle). Jung und alt muss das Evangelium in der reinen und wahren Form verkündigt werden liebe Frau Büchel. In der Kirche gibt es kein Platz für Meinungsfreiheit, es gilt die Meinung Christi. Jesus war ziemlich direkt und klar in allen seinen Weisungen und Lehren, so sehr, dass in Johannes Kapitel 6 sogar viele Ihn verliessen. Das spricht meiner Meinung nach Bände. Junge sind begeistert, dass der katastrophale, böse, teuflische Geist des Modernismus stets weniger Macht hat. Denn das schafft Klarheit und führt den Fokus zurück auf die Wahrheit.
      Ave Christus Rex, Ave Maria Regina
      Pax et bonum liebe Frau Büchel.
  • user
    Martin Meier-Schnüriger 15.01.2026 um 14:25
    Es ist sehr gut, dass Bischof Bonnemain gerade von jüngeren Gläubigen den Wunsch nach einer würdigen und korrekt gefeierten Liturgie zu hören bekommen hat. Dass er darauf ausweichend geantwortet hat, überrascht nicht. Bei einer klaren Stellungnahme "pro sancta missa correcte celebrata" müssten ja konsequenterweise Taten folgen, und diese würden von der finanzmächtigen Staats"kirche" nicht goutiert. Es bleibt die Hoffnung, dass wenigstens der neue Weihbischof ein Priester mit einem offenen Ohr für die Anliegen der kirchentreuen Katholiken im Bistum Chur ist ...
  • user
    Stefanie Berger 15.01.2026 um 13:07
    "Mit Verboten und Massregelungen erreicht man bezüglich liturgische Missbräuche nichts."

    Aber bezüglich ausserordentliche Form erreicht man mit Verboten und Massregelungen alles ???
    • user
      ser AD 15.01.2026 um 14:23
      "Missbrauch" ist doch alles, was nicht dem Establishment und dem gepushten Mainstream entspricht.

      Dass Establishment und Mainstream selber vom Missbrauch installiert werden, merken die allerwenigsten.

      Man erinnere sich daran - wenn man will - dass die "Liturgiereform" durch eine sehr willkürliche Auslegung eines Hanibal Bugnini zustandegekommen ist und seither von den Päpsten und Epigonen durch alle Böden verteidigt wird - obschon gerade dieser Amtsmissbrauch (von AB) am Anfang allen Elendes steht.

      Zumindest in der Kirche.

      Für den Staat könnte man haufenweise analoge historische Beispiele aufzählen, ist nicht die verfassungsrechtliche Einschüchterung missliebiger Ansichten ein beliebtes Werkzeug, allerhand Kritiker kaltzumachen? Stichwort "Hassrede".