Wenige Tage nachdem Petrus ihn als den Messias Gottes bezeugt hat, nimmt Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich auf einen Berg, um zu beten; die gleichen Jünger des engeren Jüngerkreises, die er auch in den Garten Getsemani mitnimmt. Und wie sie im Garten einschlafen werden, so schlafen sie auch jetzt ein, während Jesus betet. Dabei verändert sich sein Aussehen: Sein Gesicht und sein Gewand werden leuchtend weiss. Mose und Elija kommen dazu und reden mit ihm über sein Ende, das ihm in Jerusalem bevorstehen soll. Die beiden Gestalten repräsentieren das Gesetz und die Propheten des Alten Testaments; mit ihrem Erscheinen wird angezeigt, dass Jesus die Erfüllung des Alten Bundes ist.
Als die Jünger erwachen, sehen sie die drei Männer in strahlendem Licht. Petrus schlägt angesichts dieses wunderbaren Ereignisses vor, drei Hütten zu bauen, denn er möchte, dass dieses fortdauert. Doch stattdessen kommt eine Wolke und sie geraten in ihren Schatten; ohne das Licht bekommen die Jünger Angst. «Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.» Danach fanden sich die Jünger wieder allein mit Jesus. «Und sie schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem, was sie gesehen hatten.»
Die Reaktion von Petrus auf das Geschehen ist zutiefst menschlich: Wenn wir etwas Schönes erleben, möchten wir, dass es nie zu Ende geht. Petrus will auf dem Berg bleiben, die Realität ausblenden. Doch Jesus hat einen Auftrag, er muss seinen Weg weitergehen, der ihn nach Jerusalem und ans Kreuz führen wird. Wie als Antwort auf das Verhalten von Petrus erscheint eine Wolke – Zeichen der Gegenwart des Heiligen Geistes – und die Stimme Gottes ertönt.
«Dieser ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören», spricht Gott aus der Wolke. Bei der Taufe Jesu war der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf Jesus herabgekommen und eine Stimme aus dem Himmel hat gesprochen: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. So wie die Taufe den Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu markiert, so steht die Verklärung am Beginn des Pascha. «Bei der Taufe Jesu wurde ‹das Geheimnis der ersten Neugeburt kundgetan›: unsere Taufe; die Verklärung ist ‹das Sakrament der zweiten Wiedergeburt›: unserer Auferstehung (Thomas v. A., s. th. 3,45,4,ad 2)» (KKK 556).
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