Obwohl der junge Komponist aus dem Puschlav von der Fachwelt gelobt wurde, geriet Renato Maranta (1920–1954) bald in Vergessenheit. Höchstens einige lokale Gesangsvereine nahmen ab und zu eines seiner Lieder in ihr Repertoire auf. Das soll sich nun ändern. Anlässlich seines 100. Geburtstages im Jahr 2020 stellten Fachleute mit Unterstützung der «Pro Gigioni italiano» die musikalischen Werke von Renato Maranta im Liederbuch «Canzoniere del Grigioni italiano di Renato Maranta» zusammen und publizierten 2022/23 drei Bände mit vertiefenden Texten zum Leben und Werk des Bündner Künstlers.
«Das Besondere an Renato Maranta ist die Tatsache, dass er auch die Liedtexte selbst gedichtet hat», erklärt die Kuratorin des «Canzoniere», die Tessiner Musikwissenschaftlerin Anna Ciocca Rossi dem zahlreichen Publikum zwischen den Liederblöcken. Der «Coro Renato Maranta» mit 32 Sängerinnen und Sängern aus verschiedenen Chören der italienischsprachigen Schweiz steht unter der Leitung von Andrea Cupia, einem bekannten Hornisten, Dirigenten und Gründer verschiedener Orchester.
In seinen Liedern in italienischer Sprache beschreibt Renato Maranta die Welt, in der er aufgewachsen ist: die Holzbrücke in den Bergen, die Wellen des Sees in Le Prese, das Fischerboot, die Kühe, den Sonnenuntergang. «Komm zurück, mein Herz, im Vertrauen! Kurz ist die Reise des Sterblichen, doch jener Strahl auf dem Bergrücken erscheint am Morgen wieder.» Immer schwingt der Widerhall des Göttlichen mit, auf den die Natur zeigt.
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