Längst vorbei sind die Zeiten, als die Katholische Kirche im Verbund mit den beiden C-Parteien (den Christlichsozialen, die «Gelben» genannt, und den Christlichdemokraten, die «Schwarzen» genannt) das Sagen hatte. Spätestens 2013 war es mit dieser «Herrschaft von Gottes Gnaden» vorbei. Damals verloren die beiden C-Parteien endgültig die Mehrheit im Kantonsparlament, notabene nach 150 Jahren – eine veritable historische Zäsur.
Doch das Vorurteil vom durch und durch «schwarzen Kanton» hielt und hält sich hartnäckig, vor allem in der «Üsserschwyz», im übrigen Landesteil also; nur allzu gern hätschelte man das Cliché vom stockkatholischen, stockkonservativen Kanton Wallis – obwohl von der Realität längst überholt.
Den Filz im Namen des «Hohen C» hat es tatsächlich gegeben, dies abzustreiten wäre pur Augenwischerei. War allerdings um einiges besser als sein Ruf. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang: Was von den Mainstream-Medien zumindest in der Deutschschweiz durchs Band verschwiegen wurde und Roger Köppel in seiner «Weltwoche daily» vom 7. Januar 2026 soweit ersichtlich als Einziger auf den Punkt brachte: Auch bei dieser unfassbaren Tragödie ist ein Filz involviert – jener der FDP. Staatsrat Stéphane Ganzer, Vorsteher des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport, Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud, Nicolas Féraud, Gemeindepräsident von Crans-Montana, Basile Couchepin, Präsident des Walliser Justizrats gehören allesamt der FDP an, sind seitens der Politik von Berufs wegen an vorderster Front mit diesem Inferno-Drama befasst.
«Die Gemeinde ist als Geschädigte am meisten betroffen, vor allen anderen»
Die finale Entgleisung bei diesem toxischen Gemisch aus «Inkompetenz, Schlamperei, Profitgier und Import mafioser Strukturen» (Köppel) leistete sich Gemeindepräsident Féraud in der nota bene von einer PR-Agentur (Dynamics Group) gemanagten Pressekonferenz vom 6. Januar, als er sich zur Aussage hinreissen liess: «Die Gemeinde ist als Geschädigte am meisten betroffen, vor allen anderen.» Es ist keine «üsserschwyzer», keine zürcherische Arroganz, wenn nun Blick-Chefredaktor Rolf Cavalli fordert, die Aufarbeitung dieser Tragödie nicht allein dem Kanton Wallis zu überlassen.
Auf die hochbrisante Frage, ob es Zufall ist, dass sich diese Katastrophe nicht in Zermatt, sondern eben in Crans-Montana ereignete, soll hier nicht weiter eingegangen werden. Zweifelsohne wird sie aber die ohnehin schon brüchige Gemengelage zwischen Unter- und Oberwallis noch zusätzlich belasten. Es ist bezeichnend, dass auf die Umfrage der «Neuen Zürcher Zeitung» zu den politischen Konsequenzen alle Oberwalliser Parteien (mit Ausnahme der FDP!) teils ausführlich reagierten, im welschen Teil hingegen die Fragen allen Ernstes als Affront zurückgewiesen wurden (NZZ-Ausgabe vom 6. Januar 2026).
Besonders geeignet, diesbezüglichen (Vor-)Urteilen Vorschub zu leisten, ist die kriminelle Vergangenheit des Besitzers der Inferno-Bar «Le Constellation», J. Moretti. Wer sich darüber eingehend informieren will, ist bei den einschlägigen Beiträgen auf dem News-Portal «insideparadeplatz» bestens bedient. Hier nur so viel: Dessen «Puff-affine Aktivitäten» fanden auch in der Bar «Le Constellation» ihren Niederschlag, so etwa am Valentinstag: «Es gab einen Kuppel-Abend mit farbigen Leucht-Armbändchen: ‹Rose› für Singles, ‹Rouge› für Singles ‹en situation d’urgence›, ‹Bleu› für glückliche Pärchen, ‹Jaune› für Gäste zwar zu zweit, aber aus ‹Versehen›» (Lukas Hässig auf insideparadeplatz: «Korsika-Paar kaufte Top-Immos – ohne Bankkredit» vom 6. Januar 2026). Ein angebautes «Chambre séparée» in Neon-Blau (genannt «Le bar clandestin)» stand für einschlägige Bedürfnisse gleich nebenan zur Verfügung.
Das Konzept des Inferno-Bar-Betreibers und seiner Frau war höchst erfolgreich, weil sehr beliebt und begehrt. Unsere Gesellschaft muss sich die Frage gefallen lassen, worin die Gründe dafür liegen, dass eine so grosse Zahl von Jugendlichen so süchtig nach dieser Art von morbid-dekadenten Vergnügungen ist.
Heute Freitag findet im Kongresszentrum Cerm in Martigny ein nationaler Trauertag zum Gedenken an die Brandopfer statt. Das EDA hat 37 Länder sowie die Europäische Union zur Trauerfeier eingeladen.
«Gottlose Kantonsregierung: Walliser Staatsratspräsident will keine christliche Trauerfeier für die Opfer von Crans-Montana», titelt «Weltwoche»-Redaktor David Biner. Gemäss der Zeitung «Le Temps» wolle er stattdessen eine «universelle Zeremonie» durchführen, die «allen offen stehe». Staatsratspräsident Matthias Reynard hatte sich während seiner Zeit als Nationalrat als militanter LGBT-Lobbyist hervorgetan.
Immerhin: So schliesst sich mit einer gewissen Logik der Kreis: Der Anlass findet in Martigny statt, seit jeher die Hochburg der FDP im Wallis.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Einen solchigen Beitrag hätte ich in swisscath nie erwartet...bei Blick und Weltwoche natürlich schon und ich frage mich ernsthaft, was soll dies nach kaum einer Woche seit dem Ereignis.
Beste Grüsse - J. Traxler
Die Trauerfeier in Martiny war tatsächlich keine christliche Trauerfeier, obwohl ein Text von Rita Famos (Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz) durch eine Schauspielerin vorgetragen wurde. Der Kommentator erklärte, Rita Famos schlage uns eine "ökumenische Botschaft vor von unserer Spiritualität". Siehe SRF Play Gottesdienst - Nationale Gedenkfeier für die Opfer der Brandkatastrophe ab 39:50 min. Am Anfang heisst es: "Du stille Gegenwart, die uns verbindet ...“ Es folgen wohl formulierte durchaus passende Worte, doch jede Atheistin, hätte dies im Brustton der Überzeugung vortragen können. "Möge Mitgefühl die Kraft sein, die uns trägt." Nein danke, durch diesen Text können sich keine Katholikinnen und Katholiken ökumenisch vertreten fühlen. Bischof Charles Morerod wurde nach 1:20:24 einmal kurz als Teilnehmer eingeblendet. Immerhin zitierte Bundespräsident Guy Parmelin den hl. Augustinus. Doch Gott wurde in dieser Veranstaltung nie bei seinem Namen genannt. Der angeblich religiös neutrale Staat hatte Gott schlicht ausgeladen.
Nachtrag der Redaktion: https://www.srf.ch/play/tv/gottesdienst/video/nationale-gedenkfeier-fuer-die-opfer-der-brandkatastrophe?urn=urn:srf:video:4b091ad3-05c8-4586-9130-883e43b64a4f
Wie Pfarrer Graf schreibt, bleibt Gott aussen vor. Alles menschlich. Man kann es gar nicht lesen (in den Zeitungen). Wer ist strafrechtlich schuld? das bringt doch keinen aus dem Grab hervor.
Wie "GM – La Salette" unten schreibt, geht es nicht mit rechten Dingen zu. Oder die Schwyzerin: "wo waren die Eltern?" . Jesus in der Krippe interessiert keinen Menschen, die nationale Trauer steht nicht zu Gott als Quelle des Lebens.
Schon beim Bergsturz im Mai musste man diese Beobachtung machen: es geschah um 3 Uhr nachmittags, am Vorabend von Christi Himmelfahrt. Die Politiker wollen die Welt bestimmen, aber es ist noch Einer obendran.
Sei es Gondo, Randa, Blatten oder Montana: immer geht es um irdische Behausungen. Die vierte Ausgabe am Oktavtag von Weihnachten – auf die Stunde genau 7 Tage nach der Mitternachtsmesse – macht deutlich, dass die 40 Toten kein zufälliges Opfer sind.
Ob die jüngste Katastrophe nun zur Umkehr mahnt oder ob es noch Schlimmeres braucht, um die Herzen der Menschen zu öffnen, wird die Zukunft zeigen. Möge uns dieses Ereignis zum Nachdenken führen und zum Gebet für die Erneuerung bewegen.
Wenn man sieht, was in diesem Lokal los war, nachts um 1:30 Uhr...
Das geht nicht mehr mit rechten Dingen zu. Schon die jungen Menschen haben jedes Mass verloren. Es wäre die Aufgabe der Bischöfe, hier auch einmal zu sagen: Gottlosigkeit ist nicht neutral, sondern destruktiv! Man muss diese Katastrophe biblisch verstehen. Mit dem, was Paulus in Römer 1 sagt, und was die Propheten im Alten Testament sagen.
Es reicht nicht, nur die Glocken läuten und betroffen sein: dieser Gesellschaft den Spiegel vorhalten...