Mahnwache in Winterthur. (Bilder: Niklaus Herzog/swiss-cath.ch)

Weltkirche

CSI-​Mahnwache: Ein star­kes Zei­chen der Soli­da­ri­tät mit Glaubensverfolgten

Über 2100 Chris­tin­nen und Chris­ten ver­sam­mel­ten sich am 10. Dezem­ber 2025 an 72 Orten in der Schweiz, um ihre Ver­bun­den­heit mit Glau­bens­ver­folg­ten in aller Welt zu bekunden.

Auf den von ihnen getragenen Schildern standen Sätze wie «Beten für Frieden im Sudan»; «Schutz für religiöse Minderheiten in Indien»; «Faith overcomes violence» und «Frieden im Nahen Osten». Vor allem aber galt ihre Solidarität den verfolgten Glaubensgeschwistern in aller Welt. Mit gutem Grund. Erst vor kurzem hat Kardinal Kurt Koch in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom 27. November 2025 an eine im Westen oft verdrängte Tatsache erinnert: «Das Christentum ist heute die am meisten verfolgte Religion in der Welt, 80 Prozent aller Menschen, die verfolgt werden, sind Christen … Dies mehr ins Bewusstsein zu bringen, ist durchaus wichtig.» Das Hilfswerk «Open Doors» beziffert ihre Zahl weltweit auf rund 317 Millionen allein in den Ländern mit den schlimmsten Repressionen.
 


Bewegendes Zeugnis einer irakischen Christin
Wie dramatisch, ja verzweifelt die Lage vieler Christen gerade in islamischen Ländern ist, verdeutlicht ein Appell, den Lara Youssuf Zara, einzige christliche Bürgermeisterin im Irak, an die Weltöffentlichkeit gerichtet hat (vgl. swiss-cath.ch vom 9. November 2025). Nach der Vertreibung der Terrorgruppe «Islamischer Staat» haben schiitische Milizen das Zepter übernommen und führen die Repressions- und Vertreibungspolitik ihrer Vorgänger fort: Sie hindern geflohene Christen an ihrer Rückkehr und pressen von noch verbliebenen christlichen Geschäftsleuten existenzgefährdende Schutzgelder ab. Die rund um die Uhr unter Polizeischutz stehende, chaldäisch-katholische Christin befürchtet einen definitiven Exodus der Christen aus ihrem Land. Schon jetzt leben in ihrem Land ihren Angaben zufolge nur noch rund 250 000 Christinnen und Christen. Zu Beginn des von den USA geführten Irak-Krieg im Jahre 2003 waren es noch bis zu 1,5 Millionen. Ihr dramatischer Appell: «Wenn wir verschwinden, geht ein Stück Weltgeschichte verloren – und ein Teil der Menschheit mit uns.» Von der internationalen Gemeinschaft erwartet sie mehr Schutz und Druck auf die irakische Regierung in Bagdad, politische und humanitäre Hilfe. Anders als die USA hätte Europa noch nicht erkannt, dass es um das Überleben einer ganzen Glaubensgemeinschaft geht, so die christliche Bürgermeisterin aus der Stadt Alqosh in der Ninive-Ebene.
 


Gut 30 Personen waren es, die gestern Mittwochabend in der Winterthurer Altstadt ihr Solidarität mit Glaubensverfolgten bekundeten – ein Anlass, der von der Menschenrechtsorganisation «Christian Solidarity International» (CSI) vor 14 Jahren ins Leben gerufen wurde. Die Organisatorin vor Ort, Regula Schwitter, formulierte ihre Motivation gegenüber swiss-cath.ch wie folgt: «Verfolgte Christen liegen mir sehr am Herzen und mit der Mahnwache möchte ich ein Zeichen der Solidarität setzen.» Ebenfalls an der Winterthurer Mahnwache teilgenommen hat die aus Sri Lanka stammende, heute in der Schweiz lebende Kirthika Weibel. Für sie ist eine solche Bekundung der Solidarität deshalb wichtig, weil das Schicksal zahlreicher verfolgter Christinnen und Christen in den westlichen Ländern oft vergessen oder gar verdrängt wird. «Indem wir in der Öffentlichkeit gemeinsam auftreten, können wir auf wirksame Weise Gegensteuer geben.»

Zuversichtlich stimmt, dass die Teilnehmerzahl und die Orte der von CSI durchgeführten Mahnwachen von Jahr zu Jahr zunehmen.


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

E-Mail

Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.


Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

You have reached the limit for comments!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der Erste, der kommentiert