Die Bibel, «Don Camillo und Peppone» von Giovanni Guareschi» oder die «Dienstanweisung für einen Unterteufel» von C. S. Lewis. Wer weder Hebräisch noch Latein, kein Italienisch oder Englisch spricht, dem blieben diese Werke ohne sie verborgen: die Übersetzerinnen und Übersetzer. Sie beherrschen eine Fremdsprache auf höchstem Niveau, sind akribisch und brauchen Freude an der Arbeit mit Sprache. Bekannt sind sie aber häufig nicht.
Mehr Aufmerksamkeit für die Arbeit der Übersetzer soll der Weltübersetzertag schaffen, der jeweils am 30. September begangen wird. Im Mai 2017 hatte ihn die UNO-Vollversammlung ausgerufen. Das Datum ist kein Zufall: Es ist der Todestag des heiligen Hieronymus. Er übersetzte das Alte Testament neu aus dem Hebräischen ins Lateinische und revidierte den altlateinischen Text des Neuen Testaments. Daraus entstand die sogenannte «Vulgata».
Von Rom über die Wüste nach Bethlehem
Über das Leben von Sophronius Eusebius Hieronymus gibt es keine schriftlichen Belege. Aus den Angaben aus seinen Werken lassen sich aber einige biografische Angaben herleiten. Er wurde um 348/49 in Stridon (auf dem Gebiet des Balkans) geboren. Nach dem Studium in Rom unternahm Hieronymus – inzwischen 26-jährig – mehrere Pilgerreisen in den Orient und lernte in Antiochia (Türkei) Griechisch. Danach zog er sich für drei Jahre in die Syrische Wüste zurück. Unter den anderen Eremiten traf er auf einen zum Christentum konvertierten Juden und lernte bei ihm Hebräisch. 382 kehrte Hieronymus nach Rom zurück, wo ihn Papst Damasus I. zu seinem Sekretär machte, und ihn beauftragte, die Bibel ins Lateinische zu übersetzen. Hieronymus übersetzt darauf die vier Evangelien gemäss dem griechischen Urtext. Nach dem Tod Damasus I. unternahm er mit zwei römischen Frauen – Paula und ihrer Tochter Eustochium – eine Pilgerreise durch Palästina und Ägypten. Die Gruppe liess sich in Bethlehem nieder, wo Paula einen Klosterkomplex finanzierte. Sie gründete insgesamt drei Frauenklöster, Hieronymus stand einem Männerkloster vor. Hier konnte er sich seiner bibelwissenschaftlichen Arbeit widmen. Er übersetzte fast das gesamte Alte Testament direkt aus dem Hebräischen ins Lateinische. Dazu schrieb er Briefe und Bibelkommentare. Hieronymus starb am 30. September 420 und wurde in der Geburtskirche in Bethlehem beigesetzt. Im 13. Jahrhundert gelangten seine Gebeine nach Rom in die Basilika Santa Maria Maggiore. 1295 wurde Hieronymus zum Kirchenlehrer ernannt.
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