Die Wallfahrtskapelle Luthern Bad. (Bild: Sakrallandschaft Innerschweiz, CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons)

Kirche Schweiz

Das «kleine Ein­sie­deln» fei­ert ein beson­de­res Jubiläum

Seit 444 Jah­ren pil­gern Men­schen zum «Bad­brün­neli» im luzer­ni­schen Wall­fahrts­ort Luthern Bad. Der Ver­ein Sakral­land­schaft Inner­schweiz wür­digt die­ses spe­zi­elle Jubi­läum mit einem Anlass in sei­ner Reihe «Zu Besuch bei …». Der Ver­ein möchte die viel­fäl­tige Sakral­land­schaft der Zen­tral­schweiz bekann­ter machen und hat gerade ein gros­ses Pro­jekt angestossen.

Europaweit gibt es in kaum einer anderen Region eine vergleichbare Dichte an sakralen Bauten wie in den Kantonen der Innerschweiz. Eine dieser Bauten ist die Kirche Maria-Heilbronn. Der Wallfahrtsort Luthern Bad, zu der die Kirche gehört, liegt am Fuss des Napf in der Gemeinde Luthern LU.

Im Jahr 1581, in der Nacht vor Pfingsten, hatte der kranke Familienvater Jakob Minder einen Traum: Die Gottesmutter erschien ihm in der Gestalt des Gnadenbildes von Einsiedeln und riet ihm, hinter seinem Haus nach Wasser zu graben; durch das Waschen mit diesem Wasser würde er von seiner langjährigen Gicht befreit. Er tat wie ihm geheissen und wurde geheilt.

Schnell verbreitete sich die Geschichte in der ganzen Gegend und Menschen kamen von überall her, um durch das Wasser des «Badbrünneli» geheilt zu werden; selbst der deutsche Kaiser soll seine Boten ins Luthertal gesandt haben. Festgehalten wurden diese Ereignisse durch den bekannten Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat.

Bereits zwei Jahre später liess die Luzerner Obrigkeit in Luthern Bad die erste Kapelle errichten. Sie wurde durch den damaligen Bischof von Konstanz, Markus Sittikus III. von Hohenems eingeweiht.

Die heutige Wallfahrtskirche Maria-Heilbronn wurde 1949 erbaut. In ihrem Innern finden sich viele Votivtafeln, mit denen Menschen Maria für ihre Hilfe und Fürbitte danken. Über dem Altar findet sich eine Schwarze Madonna, wie sie Jakob Minder erschienen ist.

Besonderes-Jubiläum
444 Jahre später kommen noch immer viele Menschen zum «Badbrünneli» um Wasser zu trinken oder ihre Glieder in das Wasser einzutauchen oder in der kleinen Kapelle unmittelbar neben dem Brunnen eine Kerze anzuzünden und einen Moment im Gebet zu verweilen. Luthern Bad gilt wegen seiner Entstehungsgeschichte nicht nur als «das kleine Einsiedeln», es ist auch das am drittstärksten besuchte Marienheiligtum der Schweiz.

Zum besonderen Jubiläum bietet der Verein Sakrallandschaft Innerschweiz am Samstag, 16. August 2025 eine Führung an sowie ein Gespräch mit Max Galliker – Ur-Luthertaler, und Pionier der Aufwertung des Wallfahrtsortes – und Pius Häfliger, Präsident des Fördervereins Luthern Bad. Was macht das Geheimnis dieses Wallfahrtsorts – einem mystischen Ort für Leib und Seele – aus? Wie kann es gelingen, auch die heutigen Menschen mit der Symbiose des Wassers im Arm- und Fussbad und der prachtvollen Landschaft anzusprechen?

Den Sakralbauten der Innerschweiz eine Stimme geben
Der Anlass im Wallfahrtsort Luthern Bad gehört zur Veranstaltungsreihe «Zu Besuch bei …» des Vereins Sakrallandschaft Innerschweiz. Der Verein setzt sich dafür ein, die oft in Vergessenheit geratene Vielfalt der Sakrallandschaft wieder sichtbar zu machen. Die Sakralbauten in der Innerschweiz – vom Helgenstöckli über Kapellen, Kirchen bis zu prächtigen Klosteranlagen – befinden sich meistens in gutem Zustand. Sie sind Stätten des Kulturerbes, des Glaubens, der Geschichte und der regionalen Identität. Allerdings sollten sie besser erklärt, erschlossen und verstanden werden. Dieser Aufgabe hat sich der Verein gewidmet.
 


Der 2013 gegründete Verein hat schon vieles erreicht: Netzwerk von Partnern und Partnerinnen in der Sakrallandschaft, Bündelung der Kräfte für thematische Angebote, Führer zu spannenden Orten wie die «Himmlischen Pfade» quer durch Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri, Zug und das Freiamt.

Ein innovatives Projekt vor der Eingabe
Jetzt steht der Verein Sakrallandschaft Innerschweiz vor seinem grössten und ehrgeizigsten Projekt: Mit den modernen digitalen Mitteln sollen die Sakralbauten einfacher zugänglich gemacht werden. Damit sollen nicht nur Menschen in der Kirche, sondern auch Kirchenferne mit einem Sensorium für die entsprechenden Themen angesprochen werden. Dafür laufen im Moment die Vorbereitungen für ein gemeinsames Projekt zu innovativen Vermittlungsformaten den Innerschweizer Kantonen.

Um das ehrgeizige Projekt zu stemmen, erweiterte die Generalversammlung den Vorstand mit profilierten Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen. In den letzten sieben Jahren wirkte Rolf Mägli aus Luzern als Präsident und machte sich dabei grosse Verdienste um dessen Weiterentwicklung. Neu leiten die beiden bisherigen Vorstandsmitglieder Gabriela Christen und Kurt Bischof den Verein als Co-Präsidium.
 

Der Anlass «Zu Besuch bei …» im Wallfahrtsort Luthern Bad am Samstag, 16. August 2025, ist kostenlos. Es braucht jedoch eine Anmeldung unter info@sakrallandschaft-innerschweiz.ch
Der Anlass beginnt um 15.00 Uhr vor der Wallfahrtskirche Luthern-Bad und endet um ca. 17.20 Uhr mit einem Apéro. Flyer

Informationen zum Verein Sakrallandschaft Innerschweiz und seinen Tätigkeiten sowie zu wichtigen Sakralbauten finden sich hier


Redaktion


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