Das Kloster Disentis während der REDWEEK. (Bild: © Kloster Disentis)

Kirche Schweiz

Das Klos­ter Disen­tis setzt ein Zei­chen für ver­folgte Christen

Vom 15. bis 23. Novem­ber leuch­tet das Gebäude der Bene­dik­ti­ner­ab­tei Klos­ter Disen­tis rot. Damit setzt die Klos­ter­ge­mein­schaft ein Zei­chen für ver­folgte Chris­ten welt­weit und ist Teil der «RED­WEEK», der roten Woche, die vom Hilfs­werk «Kir­che in Not» (ACN) vor zehn Jah­ren ins Leben geru­fen wurde, um auf die in vie­len Län­dern statt­fin­dende Ver­fol­gung von Chris­ten auf­merk­sam zu machen.

Das Kloster Disentis ist auch in der Messe am vergangenen Sonntag auf dieses Thema eingegangen. «350 Millionen – das entspricht der Einwohnerzahl von Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und der Schweiz zusammen. 350 Millionen Christen und Christinnen leiden aktuell weltweit unter Verfolgung und Diskriminierung. Eine unvorstellbar grosse Zahl. Jedoch kümmert das kaum jemanden», so Pater Bruno Rieder, Dekan des Klosters, in seiner Predigt. «Wann haben Sie, liebe Mitchristen, zum letzten Mal in einem nichtkirchlichen Medium etwas über Christenverfolgung gelesen oder gehört? Oder von Demonstrationen gegen dieses Unrecht?»

Gemeinsam mit vielen tausend Gemeinden auf der ganzen Welt engagiert sich das Kloster Disentis, um auf die Diskriminierung und Gewalt gegenüber Christen hinzuweisen. Das in roter Farbe beleuchtete Kirchengebäude soll auf das weltweite Blutvergiessen aufmerksam machen.

Im Zentrum der «REDWEEK» stehen Information, Gebet und konkrete Hilfe für verfolgte Christinnen und Christen. Im vergangenen Jahr nahmen schweizweit über 150 Pfarreien an der Aktion teil, für dieses Jahr erwarten die Organisatoren noch eine grössere Teilnahme.


Benediktiner Kloster Disentis


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Bemerkungen :

  • user
    Joseph Laurentin 19.11.2025 um 19:16
    In diesem Zusammenhang kommt mir ein Vergleich in den Sinn: Drei Menschen erzählen, wie sich ihr Leben durch Christus verändert hat. Nur einer von ihnen entspricht dem Bild, das das Neue Testament zeichnet – nämlich Paulus. Die anderen beiden tauchen in der ganzen Schrift nicht auf.
    Erste Person:
    „Ich war früher arm, orientierungslos und erfolglos. Seit ich Jesus kenne, habe ich eine Vision, beruflichen Erfolg und ein geordnetes Leben.“
    Zweite Person:
    „Ich war einsam und nicht angesehen. Durch Jesus habe ich eine Gemeinschaft gefunden, Anerkennung und endlich Glück.“
    Dritte Person:
    „Ich hatte eine gute Stellung, Geld, Ansehen und viele Freunde. Seit ich Christus folge, habe ich keinen festen Wohnsitz mehr. Meine Freunde sind gegangen, mein Besitz ist weg, ich werde verachtet und verfolgt.“
    Der dritte Satz ist eindeutig: Das ist Paulus.
    Nachfolge bedeutete für ihn nicht sozialen Aufstieg, sondern Verlust, Entbehrung und Gefahr. Gerade deshalb ist seine Stimme bis heute so glaubwürdig.
    Vielleicht brauchen wir im Westen genau diese Erinnerung: Christlicher Glaube ist kein Wellnessprogramm und keine Karrierehilfe. Er ist eine Entscheidung, die manchmal kostet – aber gerade darin Wahrheit und Tiefe offenbart.
  • user
    MT 19.11.2025 um 13:37
    Das Kloster Disentis setzt mit der REDWEEK ein wichtiges Zeichen für verfolgte Christen. Doch wir im Westen haben längst vergessen, dass Leid und Verfolgung seit den ersten Tagen zur DNA der Kirche gehören. Schon Jesus selbst warnte seine Jünger: „Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen.“ (Joh 15,20)
    Wir leben heute in einer bequemen Religionsfreiheit, fern von den Gefahren, die Millionen Christen weltweit täglich bedrohen. Auch benediktinische Gemeinschaften in ihren wohlgeordneten, wohlhabenden Klöstern kennen diese Bedrohung nicht mehr aus eigener Erfahrung.
    Gerade deshalb dürfen wir nicht schweigen. Wer im sicheren Westen lebt, schuldet den verfolgten Geschwistern Aufmerksamkeit, Solidarität und eine klare Stimme gegen das Unrecht.
    • user
      Martin Meier-Schnüriger 22.11.2025 um 13:34
      Wohlhabende, wohlgeordnete Klöster? Vielleicht ist Ihnen, liebe(r) MT, nicht bekannt, dass unsere Klöster keinen Rappen vom gigantischen Kirchensteuerkuchen abbekommen, sondern zu einem guten Teil von der Vorsehung leben. Das hat natürlich auch Vorteile: Anders als unsere Bischöfe entgehen sie so dem Druck der staatskirchlichen Organisationen. In Krisenzeiten waren Klöster schon immer echte Gottesburgen und trugen wesentlich dazu bei, dass der Glaube nicht gänzlich verlorenging. Gerade das Kloster Disentis erlebte deswegen in seiner wechselhaften Geschichte sehr wohl Zeiten der Verfolgung, sei es durch marodierende Sarazenen im Mittelalter, ihre Revolution exportierende Franzosen Ende des 18. oder liberale Schweizer Politiker im 19. Jahrhundert.