Das Kloster Disentis ist auch in der Messe am vergangenen Sonntag auf dieses Thema eingegangen. «350 Millionen – das entspricht der Einwohnerzahl von Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und der Schweiz zusammen. 350 Millionen Christen und Christinnen leiden aktuell weltweit unter Verfolgung und Diskriminierung. Eine unvorstellbar grosse Zahl. Jedoch kümmert das kaum jemanden», so Pater Bruno Rieder, Dekan des Klosters, in seiner Predigt. «Wann haben Sie, liebe Mitchristen, zum letzten Mal in einem nichtkirchlichen Medium etwas über Christenverfolgung gelesen oder gehört? Oder von Demonstrationen gegen dieses Unrecht?»
Gemeinsam mit vielen tausend Gemeinden auf der ganzen Welt engagiert sich das Kloster Disentis, um auf die Diskriminierung und Gewalt gegenüber Christen hinzuweisen. Das in roter Farbe beleuchtete Kirchengebäude soll auf das weltweite Blutvergiessen aufmerksam machen.
Im Zentrum der «REDWEEK» stehen Information, Gebet und konkrete Hilfe für verfolgte Christinnen und Christen. Im vergangenen Jahr nahmen schweizweit über 150 Pfarreien an der Aktion teil, für dieses Jahr erwarten die Organisatoren noch eine grössere Teilnahme.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Erste Person:
„Ich war früher arm, orientierungslos und erfolglos. Seit ich Jesus kenne, habe ich eine Vision, beruflichen Erfolg und ein geordnetes Leben.“
Zweite Person:
„Ich war einsam und nicht angesehen. Durch Jesus habe ich eine Gemeinschaft gefunden, Anerkennung und endlich Glück.“
Dritte Person:
„Ich hatte eine gute Stellung, Geld, Ansehen und viele Freunde. Seit ich Christus folge, habe ich keinen festen Wohnsitz mehr. Meine Freunde sind gegangen, mein Besitz ist weg, ich werde verachtet und verfolgt.“
Der dritte Satz ist eindeutig: Das ist Paulus.
Nachfolge bedeutete für ihn nicht sozialen Aufstieg, sondern Verlust, Entbehrung und Gefahr. Gerade deshalb ist seine Stimme bis heute so glaubwürdig.
Vielleicht brauchen wir im Westen genau diese Erinnerung: Christlicher Glaube ist kein Wellnessprogramm und keine Karrierehilfe. Er ist eine Entscheidung, die manchmal kostet – aber gerade darin Wahrheit und Tiefe offenbart.
Wir leben heute in einer bequemen Religionsfreiheit, fern von den Gefahren, die Millionen Christen weltweit täglich bedrohen. Auch benediktinische Gemeinschaften in ihren wohlgeordneten, wohlhabenden Klöstern kennen diese Bedrohung nicht mehr aus eigener Erfahrung.
Gerade deshalb dürfen wir nicht schweigen. Wer im sicheren Westen lebt, schuldet den verfolgten Geschwistern Aufmerksamkeit, Solidarität und eine klare Stimme gegen das Unrecht.