Bunter und frischer Auftritt des neuen «salve».

Kirche Schweiz

Das neue «salve» – frisch und bunt

Die­ser Tage erschien die erste Aus­gabe des neu kon­zi­pier­ten «salve». Die Zeit­schrift der Klös­ter Ein­sie­deln und Fahr prä­sen­tiert sich inhalt­lich und gestal­te­risch in einem neuen Kleid.

Vier Mal im Jahr erscheint künftig die neukonzipierte Zeitschrift, die von den benediktinischen Klöstern Einsiedeln und Fahr herausgegeben wird und mit dem «die benediktinischen Ordensleute mit der Welt in den Dialog treten möchten» – jede Ausgabe jeweils mit einem Grundthema, das den Grossteil der Ausgabe durchzieht.

Der erste Blick in das neue Heft ist vielversprechend. Farbig, luftig gestaltet und mit vielen Bildern animiert das neue «salve» zum Lesen. Das neue Format – etwas kleiner als A4 – lässt die Bilder besser wirken und ermöglicht ein grosszügiges Layout.

Den Anfang macht ein Doppelinterview mit Abt Urban Federer und Bundesrätin Karin Keller-Sutter, welches das Heftthema «Mut» aufnimmt. Anhand der Benediktsregel gehen sie den Fragen nach, worin mutiges Handeln gründet und warum Wertehaltungen so wichtig sind. Dabei geben beide sehr persönliche Einblicke in ihr Leben. Indem die Fragen mit der Stiftsschule Einsiedeln verbunden werden, bleibt das Gespräch geerdet und konkret.

Eine andere Sicht von Mut bringt das Porträt von Pater Markus Steiner, der als Spitalseelsorger den Menschen Mut bringt. Auch dieser Beitrag ist wohltuend lebensnah und lässt die Zweifel und Fragen von Pater Markus zu Wort kommen.

Interessant ist die Vorgehensweise bei der Vorstellung des Buches von Irene Gysel über Katharina von Zimmern, die letzte Äbtissin im Fraumünster in Zürich. Im gemeinsamen Gespräch reden die Autorin und Sr. Irene Gassmann, Priorin des Klosters Fahr, nicht einfach über Katharina von Zimmern, sondern vergleichen ihre Aufgaben mit den Aufgaben einer Priorin heute. So musste Sr. Irene Gassmann ähnliche Entscheidungen fällen wie die Äbtissin und erzählt, wie es ihr damit ging. So werden zwei Leben miteinander verwoben und zwei Zeitabschnitte verbunden.

Die neukonzipierte Zeitung traut den Leserinnen und Lesern auch einen gehaltvollen philosophischen Text zu: Pater Lorenz Moser schlägt eine Brücke zwischen dem Tugendbegriff bei Aristoteles und der Beziehung zu Gott. Weitere unterhaltsame Artikel berichten aus der Stiftsschule oder über die Zuger Landeswallfahrt. Rück- und Ausblicke auf das Leben in den beiden Klöstern, der Stiftsschule Einsiedeln und der Propstei St. Gerold beschliessen die rund 50 Seiten der ersten Ausgabe des neuen «salve». Die vielen Inserate am Heftende zeigen die Verbundenheit des Klosters Einsiedeln mit seiner Umgebung.

Ein Gesamtwerk
Die klosterinterne Redaktionskommission unter der Leitung von Pater Thomas Fässler legt das Grundthema der einzelnen Ausgaben fest und macht Vorschläge zu konkreten Artikeln, die sie auch selbst bestimmt. «Diese Artikel werden von Mitbrüdern und Mitschwestern geschrieben», erklärt P. Thomas. Reportagen über einen Mitbruder oder ähnliches übernimmt die Redaktion, konkret das Textbüro Konrad GmbH. «Diese externe Unterstützung stellt nicht nur eine personelle Entlastung dar, sondern ermöglicht uns auch, schon beim Schreiben die Aussenperspektive der Leserschaft einnehmen zu können und entsprechende Fragen zu stellen.» Die Endredaktion der Texte erfolgt aber wieder klosterintern.

Beim Lesen fällt auf, dass normalerweise keine Autoren genannt werden – weder bei den einzelnen Beiträgen noch im Impressum. Dies sei bewusst so entschieden worden, erzählt P. Thomas, man wolle «als Zeitschrift als Ganze» auftreten. Nur bei Texten mit persönlichen Ansichten und Meinungen wird der Name veröffentlicht.
 


Aktueller, digital und ohne Abo
Eine Neukonzeptionierung von «salve» wurde nötig, da zum einen die äussere Erscheinung in die Jahre gekommen ist. «Zum anderen wollten wir uns einer breiteren Leserschaft öffnen, um auch Leute anzusprechen, die bislang mit unseren Klöstern – ja vielleicht sogar mit der Kirche und dem Glauben – noch kaum eine Beziehung haben.» Ein weiterer Gesichtspunkt war die Aktualität: «Wir wollten vieles von dem, worüber wir bislang als ‹aktuelles› Geschehen berichteten, auf die Website verlagern, damit dieses zeitnah kommuniziert werden kann, bevor Artikel darüber bei der Publikation der Zeitschrift bereits veraltet sind.»

Die grössten Änderungen verortet P. Thomas beim zeitlosen Grundthema jeder Ausgabe sowie beim Verzicht, die Berichte über konkrete Ereignisse an den klösterlichen Standorten in den Vordergrund zu stellen. «Diese sind zwar immer noch vorhanden, aber in weit geringerem Mass.»

Das neue Konzept der Zeitschrift» sieht kein klassisches Abonnementen-System mit festen Preisen vor; künftig kann man die Zeitschrift zu einem selbstbestimmbaren Preis beziehen. Die aktuellen Ausgaben von «salve» können auch auf der Webseite gelesen werden. Auch hier freuen sich die Verantwortlichen über die eine oder andere Spende. «Wir haben uns bewusst entschieden, die Zeitschrift weiterhin auch zu drucken, um den Menschen etwas Wertiges in die Hand zu geben, das man auch miteinander anschauen oder weitergeben kann.»

Bei der Neukonzeption ging es grundsätzlich darum, mit der Zeit zu gehen, um die immer gleiche Botschaft des Evangeliums, die Weisheit des heiligen Benedikt und die klösterliche Lebensweise in einem neuen, zeitgemässen Kleid zu den Menschen zu bringen. Dies ist den Verantwortlichen mit der ersten Ausgabe des neuen «salve» auch gelungen.

 

Die Zeitschrift «salve» kann auf der Webseite gelesen und auch bestellt werden. Die Spendenempfehlung der Herausgeber liegt bei Fr. 50.–/Jahr.

Die Zeitschrift «salve» ist das Produkt eines Zusammenschlusses mehrerer ursprünglich eigenständiger Publikationen; die älteste von ihnen, die Wallfahrtszeitschrift «Mariengrüsse aus Einsiedeln», entstand 1896. 2003 wurde dieses Wallfahrtsorgan mit der Ehemaligenzeitschrift der Stiftsschule, unseres klösterlichen Gymnasiums, zum «Kloster Einsiedeln» zusammengelegt. 2009 kam auch die Ehemaligenzeitschrift der Bäuerinnenschule des Klosters Fahr dazu. Seither trägt die Zeitschrift den Titel «Salve.

 


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin und arbeitete für die Schweizerische Kirchenzeitung SKZ.


Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Meier Pirmin 11.07.2024 um 09:24
    Kann Frau Schärers Würdigung noch guter Artikel im neuen Salve nachvollziehen. Faktisch handelt es sich aber um die Abdankung der Zeitschrift als Kulturforum und letzte katholische Zeitschrift mit breitem Literatur- und Kulturteil zugunsten des Konzepts Schweizer Illustrierte mit Prominentenvorstellung und Interviews unter Auslassung allfälliger kritischer Anmerkungen. Eine Idealfigur dieses Konzepts dafür ist Frau Keller-Sutter auf der Titelseite. Kann aber bestätigen, dass zum Beispiel Pater Lorenz Moser zu den bestqualifizierten Philosophielehrern der Schweiz gehörte, mit seinem Beitrag hier noch die wertvollsten Traditionen Einsiedelns betrifft. Diese repräsentiert auf seine Weise auch Abt Urban Federer mit seiner überragenden, für breite Kreise aber leider kaum lesbaren und leider überteuerten unterdessen vergriffenen Doktorarbeit über die beiden bedeutendsten Einsiedler Handschriften der Schweizer Mystik-Geschichte, betr. das fliessende Licht der Gottheit von Mechthild von Magdeburg, erst herausgegeben von P. Gall Morell und den Hauptteil der Arbeit über Margarete Ebner und Heinrich von Nördlingen, eine Hauptquelle der oberdeutschen Mystik. Die Behauptung, das neue Konzept sei eine Verbesserung, müsste als gewagt bezeichnet werden.