Wir leben in einer Zeit grosser Unsicherheit. Zölle, Kriege, Hungersnöte, Naturkatastrophen – es scheint, als stünde die Welt Kopf. Viele Menschen sind von Sorgen geplagt. Kommt der Dritte Weltkrieg? Oder sind wir schon mittendrin?
Ja, man kann leicht in eine pessimistische Haltung verfallen. Doch was lehrt uns unser Herr Jesus Christus?
Er ruft uns auf, die Zeichen der Zeit zu erkennen (vgl. Mt 16,3), warnt uns jedoch gleichzeitig, uns kein Urteil über den Zeitpunkt Seiner Wiederkunft anzumassen:
«Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater» (Mt 24,36).
Leider gibt es auch innerkirchlich sogenannte «Seher», die von der Kirche nicht anerkannt sind und deren Botschaften oftmals Angst statt Vertrauen säen. Wir sollen wachsam sein, ja – aber mit einem Herzen voller Hoffnung, nicht voller Panik.
Der heilige Augustinus mahnt uns:
«Wenn wir also das Ende lieben, das Christus ist, brauchen wir das Ende der Welt nicht zu fürchten.»
Die Krise der Kirche erkennen – aber nicht verzweifeln
Es ist wahr: Auch in der Kirche erleben wir heute eine grosse Krise. Der Glaube schwindet, viele Menschen verehren mehr sich selbst als Gott – ein deutlicher Ausdruck dessen, was Papst Benedikt XVI. als «Diktatur des Relativismus» bezeichnete.
Doch die Kirche hat schon viele Prüfungen durchlebt: Verfolgungen, Apostasien, Häresien. Und doch hat sie Bestand gehabt, weil sie der mystische Leib Christi ist (vgl. KKK 795). Der heilige Kirchenlehrer Gregor der Grosse sagte schon im 6. Jahrhundert: «Oft scheint das Schiff der Kirche unterzugehen, und doch wird es nie untergehen, denn der Herr ist in ihm» (Homiliae in Evangelia, Hom. 38).
Viele Katholiken haben durch den Einfluss des Relativismus den Blick für den geistigen Kampf verloren. Dabei erinnert uns der heilige Paulus unmissverständlich: «Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen Mächte und Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die bösen Geister in den himmlischen Bereichen» (Eph 6,12).
Der Gebrauch der Sakramentalien (wie Weihwasser, gesegnete Medaillen oder das Tragen des Skapuliers) ist ein wertvoller geistlicher Schatz, den die Kirche uns anvertraut hat. Wie KKK 1677 betont, dienen Sakramentalien dazu, «verschiedene Lebensumstände zu heiligen» und die Gläubigen «auf die Kraft der Sakramente vorzubereiten».
Was sollen wir also tun?
So handeln, wie es die Heiligen aller Zeiten getan haben: unsere Hoffnung allein auf Jesus Christus setzen, unser Leben in seinen Dienst stellen und den geistlichen Reichtum der Kirche nützen.
Die heilige Jungfrau Maria hat uns in Fatima einen einfachen, aber kraftvollen Weg gezeigt:
- Gebet, besonders den täglichen Rosenkranz
- Opfer für die Bekehrung der Sünder
- ein Leben in Umkehr, Busse und Wiedergutmachung
Sie sagte: «Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren» (Botschaft von Fatima, 13. Juli 1917).
Und weiter: «Es gibt kein Problem, sei es geistlich oder weltlich, das nicht durch den Rosenkranz und meine Unbefleckte Empfängnis gelöst werden kann.»
Unser Herr fordert uns auf, jederzeit bereit zu sein:
«Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt» (Mt 24,42).
Darum: Auch wenn uns die Situation in Welt und Kirche schmerzt, so dürfen wir doch nicht verzweifeln. Wie Gamaliël im Neuen Testament sagt: Ist dieses Werk von Menschen, wird es untergehen; ist es aber von Gott, könnt ihr es nicht vernichten (vgl. Apg 5,38–39).
Dem Pessimismus trotzen wir, indem wir:
- den katholischen Glauben unverkürzt bekennen,
- unsere Leiden aufopfern,
- die Sakramente häufig empfangen,
- Sakramentalien gläubig verwenden,
- und den Rosenkranz beten, täglich, treu, mit kindlicher Hingabe.
So leben wir in der wahren Hoffnung, die Christus selbst ist – «Anker unserer Seele» (vgl. Hebr 6,19).
Gastkommentare spiegeln die Auffassungen ihrer Autorinnen und Autoren wider.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
In einem gebe ich Herr Tessari aber recht, noch immer sterben weltweit um die 20 000 Kinder pro Tag mangels genügen Ernährung, mangels sauberem Wasser, oder mangels notweniger Medizin.
Selbst glaube ich aber nicht, dass Rosenkranz beten da etwas helfen kann, weit wirksamer wären Landwirtschaft und gerechte Verteilung.
Als Wohlgenährter kann der obige Satz gut in die Welt posaunt werden. Aber sagen Sie diese Weisheit auch den Hungernden?
Was Herr Tessari aber anspricht, ist die heutige Mutlosigkeit und Verzweiflung, die viele Menschen beherrscht. Gerade junge Menschen verfallen sehr häufig in Depressionen und psychische Probleme. Dies ganz ohne die "böse" Kirche, die den Menschen Schuldgefühle macht, was ja der "grosse" Erklärungsansatz Ihrer Generation für die seelischen Leiden der Menschheit war. Und da teile ich die Meinung von Herrn Tessari voll und ganz, dass die Hinwendung zu Gott neue Lebenskraft und Optimismus schenkt.
von Herzen danke ich Ihnen, für diesen schönen und eindrucksvollen Kommentar — auch ich lese in diesem Gastbeitrag eine hoffnungsvolle Perspektive, in einer Zeit, in der sich sämtliche Leitmedien nur noch an Katastrophenmeldungen ergötzen... Als Millenial gehöre ich einer Generation an, die es nötiger denn je hat, zum Rosenkranz und zu unseren gesellschaftlichen Ursprüngen zurück zu kehren. Ich sehe, wie viele, junge Menschen nur noch auf Konsum bauen; auch auf den Konsum von Medien, ohne zu hinterfragen. So lassen sie sich, mangels des Hinwendens zu Gott, nur zu gerne von der vermittelten Perspektivenlosigkeit und Verzweiflung anstecken... Beten wir für sie alle, und werden wir nicht müde, die Hoffnung des HERRN in die Welt zu tragen.