(Foto: Iman/Unsplash; Collage: swiss-cath.ch)

Kirche Schweiz

Die alter­na­tive Medienspende

Die­ses Wochen­ende wird die «Kol­lekte für die Arbeit der Kir­che in den Medien (Medi­en­sonn­tag)» auf­ge­nom­men. Unter­stützt wer­den damit aber nur das Katho­li­sche Medi­en­zen­trum und der Medi­en­preis – alle ande­ren katho­li­schen Medien gehen leer aus.

«Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!» (Mk 16,15). So der Auftrag Jesu Christi an seine Jüngerinnen und Jünger nach seiner Auferstehung und vor seiner Himmelfahrt. Damit sie diesen Auftrag erfüllen konnten, schenkte er ihnen den Heiligen Geist. Seither verkündet die Kirche die Frohe Botschaft, das Evangelium vom Reich Gottes.

Die Apostel und die ersten Christinnen und Christen waren zu Fuss unterwegs und erzählten den Menschen mit ihren Worten von Jesus Christus. Die Kirchenväter schrieben Predigten, Traktate und auch Bücher, um die Botschaft von Jesus Christus zu verbreiten und zu vertiefen. Auch im weiteren Verlauf der Kirchengeschichte bezeugten Männer und Frauen ihren Glauben. Und auch die Kirche selbst veröffentlichte immer wieder Lehrschreiben oder Rundschreiben, um den Glauben in die aktuelle Zeit zu übersetzen oder wichtige Lehrfragen zu klären.

Der Auftrag Jesu Christi hat sich bis heute nicht geändert, wohl aber die Form der Verkündigung. Im letzten Jahrhundert entstanden katholische Radios und Fernsehsender. Jetzt gibt es Apps, Webseiten und sogenannte Influencer, die den katholischen Glauben verkünden respektive von ihrem Glauben Zeugnis geben.

Millionenbeiträge versus Spenden
Zu den aktuellen journalistischen Problemen (richtige Auswahl aus der immensen Datenfülle; zunehmende Geschwindigkeit und Konkurrenzdruck; Künstliche Intelligenz, innerkirchliche Spannungen) kommt noch ein weiteres dazu: die Finanzen.

Die meisten katholischen Medien in der Schweiz – und davon gibt es nicht mehr viele – sind als Vereine organisiert und leben von Spenden. Die grosse Ausnahme ist das Katholische Medienzentrum mit seinen drei Internetportalen kath.ch, cath.ch und catt.ch. Weil das Medienzentrum im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz tätig ist, erhält es jedes Jahr 2 529 600 Franken von der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz RKZ; der Löwenanteil geht an «kath.ch».[1] Allein die 1,183 Millionen, die «kath.ch» jährlich erhält, betragen das Zehnfache des gesamten Budgets von «swiss-cath.ch».

Doch diese Unterstützung von offizieller Seite hat eine Kehrseite: Die RKZ hat «kath.ch» angedroht, die zweite Tranche 2026 nicht auszubezahlen, sollten es seine Berichterstattung nicht dem Willen der RKZ anpassen.

Wer hat, dem wird gegeben
Mit der «Kollekte für die Arbeit der Kirche in den Medien (Mediensonntag)» wird der «Katholische Medienpreis» finanziert; den Rest erhält das Katholische Medienzentrum. Konkret: 2025 belief sich die Kollekte auf 208 333 Franken. Davon gingen 26 885 Franken an den «Katholischen Medienpreis» und 181 448 Franken an kath.ch, cath.ch und catt.ch, die ja bereits 2,5 Millionen von der RKZ erhalten. Alle anderen katholischen Medien sehen nichts von dieser Kollekte.

Es stellt sich die Frage, ob es richtig ist, dass das Katholische Medienzentrum sowohl aus Kirchensteuereinnahmen finanziert wird als auch noch die Medienkollekte erhält, zumal «kath.ch» nach dem Eingeständnis der Präsidentin des Vereins Katholisches Medienzentrum in den vergangenen Jahren ein Trümmerfeld und einen tiefgreifenden Imageschaden hinterliess. Viele Menschen sind deshalb dankbar für Alternativen: Für die katholischen Radios, ganz besonders auch für «swiss-cath.ch», das für einen kompetent-konstruktiven und lehramtstreuen Journalismus steht.

Die Unabhängigkeit der katholischen Medien von der RKZ hat ihren Preis: eine unsichere Finanzlage, sodass die Weiterexistenz von den Spendenmöglichkeiten der Gläubigen abhängt. Aufgrund der aktuellen Weltlage gehen die Spenden in allen Bereichen zurück. Es ist nachvollziehbar, dass Menschen soziale Werke oder Menschen in Krisengebieten bevorzugen, doch auch die katholischen Medien brauchen finanzielle Unterstützung. Wir erlauben uns deshalb die Bitte an unsere Leserinnen und Leser, am Mediensonntag im Sinne einer alternativen Spende swiss-cath.ch zu unterstützen. Vergelt’s Gott.

 

Bankverbindung von «swiss-cath.ch»
Raiffeisenbank Einsiedeln-Ybrig Genossenschaft
IBAN: CH68 8080 8008 9164 9864 6 / Einzahlungsschein mit QR-Code

 


[1] cath.ch 1 060 800 Franken; catt.ch 285 600 Franken; kath.ch 1 183 200 Franken.


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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