Die Bischofsweihen des heiligen Athanasius
In den sechzig Jahren zwischen dem Ersten Konzil von Nicäa (325) und dem Ersten Konzil von Konstantinopel (381) erlebte die Kirche mit der arianischen Krise eine der schwierigsten Phasen ihrer Geschichte. Es war eine Zeit des Glaubensabfalls, in der sich entschiedene Verteidiger der Rechtgläubigkeit hervortaten, wie der heilige Athanasius von Alexandrien und der heilige Hilarius von Poitiers. Insbesondere Athanasius wurde zum Sinnbild des Kampfes gegen den Arianismus, der bis in die höchsten Ränge der kirchlichen Hierarchie vorgedrungen war. In der gegenwärtigen Diskussion über Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat wird der Name des heiligen Athanasius bisweilen als Beispiel eines Bischofs angeführt, der neue Bischöfe ausserhalb der gewöhnlichen kirchenrechtlichen Disziplin geweiht habe. Eine sorgfältige Prüfung der historischen Quellen führt jedoch zu ganz anderen Schlussfolgerungen.
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