(Bild: HeikoDoerr77/Pixabay)

Neuevangelisierung

Die Feier der hei­li­gen Messe gemäss den Vor­schrif­ten der Kirche

In der Deutsch­schweiz kom­men lit­ur­gi­sche Miss­bräu­che regel­mäs­sig vor. Zum gros­sen Teil sind sie auf das bewusste Igno­rie­ren der gel­ten­den Vor­ga­ben zurück­zu­füh­ren, nicht sel­ten feh­len aber auch schlicht lit­ur­gi­sche Kenntnisse.

Im Folgenden wird der Ablauf einer sonntäglichen Eucharistiefeier beschrieben und gleichzeitig auf den Sinn der einzelnen Handlungen hingewiesen. Dies kann notgedrungen nur in «Streiflichtern» geschehen.

Die vier Hauptteile der Eucharistiefeier sind Eröffnung, Wortgottesdienst, Eucharistiefeier im engeren Sinn und Abschluss.

1. Eröffnung
Der Eröffnungsteil dient dazu, dass die versammelten Gläubigen eine Gemeinschaft bilden und befähigt werden, in rechter Weise das Wort Gottes zu hören und würdig die Eucharistie zu feiern.

Der Gottesdienst beginnt bereits mit dem sich Versammeln der Gemeinde: Beim Betreten der Kirche überschreiten die Gläubigen gleichsam eine Schwelle zwischen Alltag und Liturgie. Wir bekreuzigen uns mit dem Weihwasser und erinnern uns dabei, dass wir durch die Taufe zu Christus gehören. Ihn, der in der Gestalt der konsekrierten Hostie im Tabernakel real gegenwärtig ist, begrüssen wir mit einer Kniebeuge.

Einzug
Der Priester und jene, die einen besonderen Dienst ausüben, ziehen in die Kirche ein. Das Volk steht auf als Zeichen: Wir sind bereit!

Zwischenbemerkung: «Seelsorger» (früher Pastoralassistent) ist kein liturgischer Dienst, sondern eine blosse Berufsbezeichnung. Selbstverständlich können «Seelsorgerinnen» und «Seelsorger» in der Eucharistiefeier wie alle Laien einen Dienst z. B. als Lektor oder Kommunionhelferin übernehmen.

Im Altarraum grüssen der Priester und seine Begleitung den Altar durch eine Kniebeuge, denn der Altar ist ein Zeichen für Jesus Christus selbst. Deshalb küsst der Priester den Altar und ehrt ihn an Hochfesten oder anderen besonderen Festen durch Weihrauch.

Nach dem Einzug macht der Priester gemeinsam mit allen das Kreuzzeichen: Wir stehen unter dem Kreuz, wir versammeln uns im Zeichen des Kreuzes.

Der Priester ruft der versammelten Gemeinde zu: «Der Herr sei mit euch.»
Die Gemeinde antwortet: «Und mit deinem Geiste.»

Der Gruss zeigt an, dass der Priester nicht in eigener Vollmacht handelt, sondern Christus selbst vertritt; dazu ist er durch die in der Priesterweihe empfangene Geistgabe ermächtigt. Aus diesem Grund trägt er über der Albe auch ein Messgewand: Seine eigene Person wird umhüllt von der Gestalt dessen, den er in dieser heiligen Feier vertritt.

Nach der Begrüssung der Gemeinde kann der Priester kurz in die Feier einführen. Dies sollte zwei, drei Sätze nicht übersteigen – alles Weitere gehört in die Homilie.

Bussakt
Um uns auf die Begegnung mit Gott vorzubereiten, der die Wahrheit und die Liebe ist, trennen wir uns im Bussakt von allem, was uns an dieser Begegnung hindert.

Auf die entsprechende Einladung durch den Priester folgt ein Moment der Stille. Danach sprechen alle das Schuldbekenntnis. Es folgt die Vergebungsbitte.

Anstelle des Schuldbekenntnisses (Form A) kann auch gebetet werden (Form B):
P: Erbarme dich, Herr, unser Gott, erbarme dich.
A: Denn wir haben vor dir gesündigt.
P: Erweise, Herr, uns deine Huld.
A: Und schenke uns dein Heil.

Nachdem wir uns für die Begegnung mit Gott vorbereitet haben, begrüssen wir den Herrn im Kyrie. Die Kyrie-Akklamation (Kyrie eleison; Herr, erbarme dich) ist ein Bekenntnis- und Huldigungsruf an Jesus Christus.

Das Messbuch kennt noch eine Form C für den Bussakt. Bei dieser können den Kyrie-Rufen frei formulierte Christusprädikationen vorausgeschickt werden, z. B. «Herr Jesus Christus, du bist vom Vater gesandt zu heilen, was verwundet ist – Herr, erbarme dich unser».

In dieser Form wird der Bussakt mit den davon eigentlich unabhängigen Kyrie-Rufen verbunden. Dies birgt die Gefahr, dass der Kyrie-Ruf nicht mehr als Huldigungsruf, sondern als Bussruf verstanden wird.

An Sonntagen kann an die Stelle des Allgemeinen Schuldbekenntnisses das sonntägliche Taufgedächtnis treten.

Gloria
Das Gloria, ein Hymnus aus dem 4. Jahrhundert, wird an allen Sonntagen, ausgenommen Advent und Fastenzeit, gebetet. Er beginnt mit dem Gesang der Engel an Weihnachten, führt in einen Lobpreis Gottes, dann zur Huldigung seines Sohnes, Jesus Christus, und endet mit dem Bekenntnis an den dreifaltigen Gott. Das Gloria kann durch ein Lied ersetzt werden; dieses muss aber dessen Inhalt aufweisen (Lobpreis des dreifaltigen Gottes).

Vor dem Tagesgebet lädt der Priester die Gemeinde zum Gebet ein. In einer kurzen gemeinsamen Stille sollen sich alle auf die Gegenwart Gottes besinnen und still ihr eigenes Gebet formen. Diese Gebete fasst der Priester im Tagesgebet («collecta» – zusammenfassendes Gebet) zusammen. Das Tagesgebet endet immer mit einer trinitarischen Doxologie: Es ist an den Vater, den Geber aller guten Gaben, gerichtet. Wir bitten durch seinen Sohn Jesus Christus, der als Mittler des neuen Bundes (Hebr 12,24) unsere Gebete und Bitten vor den Vater trägt. Wir beten im Heiligen Geist, denn nur wer im Heiligen Geist ist bzw. in wem der Heilige Geist ist, vermag in rechter Weise um das Rechte zu beten (vgl. Röm 8,26).

Die Gemeinde gibt in der Akklamation «Amen» ihre Zustimmung und macht sich so das Gebet zu eigen.
 


2. Wortgottesdienst
Der Wortgottesdienst ist ein dialogisches Geschehen: die Verkündigung des Wortes Gottes und seine Annahme im Glauben. Durch die Texte der Schrift werden wir nicht nur an das Heilswirken Gottes erinnert, sondern durch das Gedächtnis dessen selbst in das Ursprungsgeschehen einbezogen. «Christus selbst ist in seinem Wort inmitten der Gläubigen gegenwärtig» (SC 7). Um bewusst auf das Wort Gottes zu hören, setzen sich die Gläubigen.

Es folgt die Erste Lesung aus dem Alten Testament, ein Antwortpsalm und die Zweite Lesung aus dem Neuen Testament.
Nur in der Osterzeit werden beide Lesungen aus der «Apostelgeschichte» und der «Offenbarung» genommen, weil jetzt die Zeit der Erfüllung da ist: in der «Apostelgeschichte» das historische Werden der Kirche, in der «Offenbarung» der Ausblick auf das himmlische Jerusalem.

Die alttestamentliche Lesung, welche die Grosstaten Gottes preist, ist auf das jeweilige Evangelium hingeordnet, die neutestamentliche Lesung ist eine sogenannte Bahnlesung, d. h., sie ist fortlaufend.
Die Lesungen werden vom Ambo aus vorgetragen (Tisch des Wortes). Dies ist Aufgabe des Volkes, konkret eines Lektors oder einer Lektorin. Er beendet den Text mit der Akklamation: «Wort des lebendigen Gottes». Alle antworten: «Dank sei Gott.»

Höhepunkt des Wortgottesdienstes ist die Verkündigung des Evangeliums. Das Evangeliar/Lektionar wird in einer Prozession zum Ambo getragen, begleitet von Ministranten mit Leuchtern und evtl. Weihrauch.

Die Gläubigen stehen auf und begrüssen den Herrn, der im Evangelium zu ihnen sprechen wird, mit dem Halleluja-Ruf. In der österlichen Busszeit wird das Halleluja durch einen Lob- und Huldigungsruf an Christus ersetzt (z. B. «Lob dir, Christus, König und Erlöser»).

Am Ambo öffnet der Priester das Buch und spricht mit gefalteten Händen: «Der Herr sei mit euch.»

Das Volk antwortet: «Und mit deinem Geiste.»

«Lesung aus dem heiligen Evangelium nach (Name des Evangelisten)»
Dabei bezeichnet der Priester mit dem Daumen das Buch und anschliessend sich selbst auf Stirn, Mund und Brust mit dem Kreuz.

Die Gläubigen bekreuzigen sich ebenfalls und antworten: «Ehre sei dir, o Herr.»

Der Priester trägt das Evangelium vor. Danach küsst er das Buch und spricht still: «Herr, durch dein Evangelium nimm hinweg unsere Sünden.»

Er hält es hoch und spricht: «Evangelium unseres Herrn Jesus Christus»

Das Volk antwortet: «Lob sei dir, Christus.»
Wir sprechen Christus, der im Wort gegenwärtig ist, direkt an und bestätigen so die Annahme seines Wortes und unser Bekenntnis zum Herrn Jesus Christus und seinem Evangelium.

Das Halleluja kann wiederholt werden. Wie bei der Prozession mit dem Evangeliar vor der Verkündigung des Evangeliums kann nun die Prozession zum Aufbewahrungsort des Evangeliars durch den Gesang des Hallelujas begleitet werden.

Homilie
In der Homilie legt der Priester das Wort Gottes aus den Lesungen aus, um bei den Gläubigen ein tieferes Verständnis und eine grössere Liebe zur Heiligen Schrift zu fördern. Es geht also nicht um Umweltschutz, fairen Handel oder Ähnliches.[1] Während im Gegensatz zur Homilie eine Predigt gegen «aussen» gerichtet ist und Menschen für den Glauben gewinnen möchte, wendet sich die Homilie an die bereits Glaubenden.
Die Homilie darf an Sonntagen und gebotenen Festtagen nicht weggelassen werden; an allen anderen Tagen ist sie empfohlen.

Glaubensbekenntnis (Credo)
Mit dem Nizäno-konstantinopolitanischen (Grossen) Glaubensbekenntnis oder seit der Liturgiereform 1970 auch mit dem «Apostolischen Glaubensbekenntnis» stimmt die Gemeinde dem, was sie in den Lesungen und der Homilie gehört hat, zu. Sie ruft sich so auch die wesentlichen Glaubenswahrheiten in Erinnerung.

Allgemeines Gebet (= Fürbitten)
Genährt vom Wort, tritt das Volk fürbittend für die Kirche und das Heil der ganzen Welt ein. In den Fürbitten übt die Gemeinde ihr priesterliches Amt aus. Sie betet für die Anliegen der Kirche; für die Regierenden und für das Heil der ganzen Welt; für alle von verschiedener Not Bedrückten; für die Ortsgemeinde und für die Verstorbenen.

Der Priester lädt als Vorsteher der Liturgie zum Gebet ein und schliesst es auch wieder. Die einzelnen Fürbitten werden durch den Lektor vorgetragen.
 


3. Eucharistiefeier
Die Eucharistiefeier ist der Höhepunkt der Liturgie. Sie beginnt mit der Gabenbereitung, führt ins Eucharistische Hochgebet über, gefolgt von Vaterunser, Friedensbitte, Brotbrechung (Lamm Gottes), Kommunion und Schlussgebet.

Gabenbereitung
Ministranten bringen Korporale, Kelchtuch, Messbuch und Kelch an den Altar. Dann bringen sie die Schale mit den Hostien.

Der Priester nimmt die Schale entgegen, hebt sie über dem Altar etwas hoch und bringt sie Gott dar. Er spricht dabei das Begleitgebet: «Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. Wir bringen dieses Brot vor dein Angesicht, damit es uns das Brot des Lebens werde.»
Wenn er das Gebet laut spricht, antwortet die Gemeinde: «Gepriesen bist du in Ewigkeit, Herr, unser Gott.»

Nun bringen die Ministranten Wein und Wasser zum Altar. Der Priester giesst Wein und ein wenig Wasser in den Kelch. Der Wein symbolisiert das Göttliche, das Wasser das Menschliche. Der Priester spricht dabei leise: «Wie das Wasser sich mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse uns dieser Kelch teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat.»

Der Priester nimmt den Kelch, hält ihn über den Altar und spricht wiederum das Gebet: «Gepriesen bist du Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt …»

Der Priester verneigt sich und spricht leise: «Herr, wir kommen zu dir mit reumütigem Herzen und mit demütigem Sinn. Nimm uns an und gib, dass unser Opfer dir gefalle.»

Die Gaben, der Altar und das Kreuz können inzensiert werden. Damit wird symbolisch ausgedrückt, dass die Gaben der Kirche und ihr Gebet wie Weihrauch vor das Angesicht Gottes emporsteigen. Anschliessend kann ein Ministrant den Priester und das Volk inzensieren.

Zur Händewaschung an der Seite des Altares spricht der Priester leise: «Herr, wasch ab meine Schuld, von meinen Sünden mach mich rein.» Es geht also nicht nur um eine äussere Reinigung der Hände, sondern um eine innere Reinigung, um Gott in rechter Weise begegnen zu können.

Wir selbst sollen während der Gabenbereitung unser eigenes Leben auf den Altar legen und es Christus darbringen, damit es von ihm durchdrungen werde, damit auch wir in den Leib Christi gewandelt werden.

Der Priester lädt zum Gebet ein. «Betet, Brüder und Schwestern, dass mein und euer Opfer Gott, dem allmächtigen Vater, gefalle.»
Die Gemeinde antwortet: «Der Herr nehme das Opfer an aus deinen Händen zum Lob und Ruhm seines Namens, zum Segen für uns und seine ganze heilige Kirche.»

Das anschliessende Gabengebet bereitet das Eucharistische Hochgebet vor und führt zu diesem hin.

Eucharistisches Hochgebet (Danksagung)
Das Hochgebet richtet der Priester im Namen aller durch Jesus Christus an Gott, den Vater. Die Kirche kennt vier Hochgebete; daneben sind in der Schweiz mehrere «Schweizer Hochgebete» anerkannt. Das Hochgebet besteht aus folgenden Teilen:

  • Einladung zum Hochgebet
  • Präfation und Sanctus
  • Postsanctus
  • Wandlungs- oder Gaben-Epiklese
  • Einsetzungsbericht und Konsekration
  • Anamnese und Darbringung
  • Kommunionepiklese
  • Interzessionen
  • Schlussdoxologie

Mit der Einladung zum Hochgebet folgt der Übergang zur Teilnahme an der himmlischen Liturgie: «Erhebet die Herzen – wir haben sie beim Herrn» – damit bekunden die Gläubigen ihre aktive Teilhabe daran.

Die Präfation ist das feierliche Gedächtnis des Todes und der Auferstehung sowie des gesamten Heilshandelns Jesu Christi. Im Namen des ganzen heiligen Volkes Gottes preist der Priester den Vater und dankt ihm für das Werk der Erlösung.

Im Sanctus vereinen wir uns mit allen Engeln und Heiligen und singen das Lob Gottes. In der Offenbarung 4,5 wird diese Gemeinschaft mit den Heiligen beschrieben, und in diese überwältigende Pracht der himmlischen Liturgie dürfen wir mit eintreten und mit einstimmen.

Anstelle des «Sanctus» kann ein Sanctuslied gesungen werden, das aber zwingend mit dem dreimaligen Heilig-Ruf beginnt und dem Inhalt des Sanctus entspricht.

Nach dem Lobpreis Gottes kniet das Volk als Ausdruck des Geheimnisses, das es nun feiern darf, nieder. (Es ist gemäss Messbuch auch erlaubt, zu stehen.)

Im Postsanctus greift der Priester die Verherrlichung aus der Sanctus-Akklamation auf und leitet zur (Wandlungs-)Epiklese über. Zum Beispiel: «Ja, du bist heilig, grosser Gott, du bist der Quell aller Heiligkeit. Darum bitten wir dich: …»[2]

In der Epiklese (Herabrufung des heiligen Geistes) erbittet die Kirche durch besondere Anrufungen die Kraft des Heiligen Geistes, damit die von Menschen dargebrachten Gaben konsekriert, d. h. zu Leib und Blut Christi werden. «Darum bitten wir dich: Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus.»

Einsetzungsbericht
Durch Christi Wort und Tun wird das Opfer vollzogen, das der Herr beim Letzten Abendmahl eingesetzt hat, und die Apostel beauftragte, dieses weiterhin zu begehen: «Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet und trinket alle daraus. Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle (viele) vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.»

Die Wandlung ist ein Geheimnis, das den menschlichen Verstand übersteigt. Deshalb ruft der Priester die Gläubigen auf, das Geheimnis des Glaubens (Mysterium fidei) zu bekennen und zu verkünden: «Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.»

Das Anamnesegebet erfolgt jetzt in der Perspektive eschatologischer Vollendung, denn mit dem Pascha-Mysterium ist Jesu Sendung endgültig vollbracht. Jetzt steht die Kirche vor Gott und dankt ihm für ihre Berufung. Sie bringt das Brot des Lebens und den Kelch des Heiles dar und verbindet dies mit der Bitte um Annahme. Unmittelbar auf die Annahmebitte folgt die Kommunionepiklese: die Bitte, Anteil an Christi Leib und Blut zu erhalten und darin zugleich miteinander eins zu werden im Heiligen Geist. Diese Einheit umfasst nicht nur die Anwesenden, sondern auch die Gemeinschaft der Heiligen.

Die sogenannten Interzessionen bringen zum Ausdruck, dass die Eucharistie in Gemeinschaft mit der ganzen Kirche – der irdischen wie der himmlischen – gefeiert wird und dass die Darbringung für sie und alle ihre Glieder – die Lebenden wie die Verstorbenen – erfolgt. Wir gedenken der Kirche («vereint mit unserem Papst N., unserem Bischof N. und allen Bischöfen, unseren Priestern und Diakonen und mit allen, die zum Dienst in der Kirche bestellt sind), unseren Brüdern und Schwestern, die entschlafen sind in der Hoffnung, dass sie auferstehen, und aller Menschen.

Die Schlussdoxologie fasst die Verherrlichung Gottes abschliessend zusammen. Der Lobpreis hat bewusst eine trinitarische Struktur: Aufgrund ihrer Verbundenheit mit Jesus Christus ist die Kirche mit hineingenommen in die Beziehung des Sohnes zum Vater, welche im Heiligen Geist besteht: «Durch ihn und mit ihm und in ihm ist dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit.»

Das versammelte Volk bekräftigt diesen Lobpreis und mit ihm das gesamte Hochgebet durch das abschliessende Amen und macht sich so das Hochgebet zu eigen.

Der Priester lädt nun zum Vaterunser ein. Im Gebet des Herrn bitten wir um das tägliche Brot, das auf das eucharistische Brot hinweist, und um Befreiung von Sünden, «damit das Heilige wirklich Geheiligten gereicht werde».
Das vom Priester gesprochene Zwischengebet, der sogenannte Embolismus, führt die letzte Bitte des Vaterunsers weiter aus. Er bittet für die Gemeinde um die Befreiung von der Macht des Bösen.
Das erweiterte Vaterunser wird mit einer bekräftigenden Akklamation abgeschlossen.

Vor dem gemeinsamen Mahl bittet die Gemeinde um Frieden und Einheit. Der Priester lädt mit wenigen Worten dazu ein.

Nun sprechen sich Priester und Gemeinde gegenseitig den Frieden zu. Damit ist nicht ein irdischer Friede gemeint, sondern der Friede, den nur Christus geben kann und an dem wir in der Vollendung einst Anteil haben werden.

Brotbrechung
Beim Letzten Abendmahl brach Jesus das Brot und reichte es seinen Jüngern. Dieses Brotbrechen war für die ersten Christen so zentral, dass es in apostolischer Zeit der ganzen Feier ihren Namen gab. Mit dem Brechen des Brotes wird verdeutlicht, dass wir alle in der Kommunion von dem einen Brot, das Christus ist, essen und dadurch ein Leib werden.

Der Priester senkt ein kleines Fragment der Hostie in den Kelch. Dabei spricht er leise: «Das Sakrament des Leibes und Blutes Christi schenke uns ewiges Leben.»

Es gibt unterschiedliche Deutungen dieser Handlung, so z. B. als Zeichen für die Einheit von Leib und Blut Christi. Aus Syrien stammt die Deutung, das Hinabsenken eines Hostienpartikels in den Kelch würde den Tod und die Auferstehung Christi zum Ausdruck  bringen.

Während der Brotbrechung betet oder singt die Gemeinde das «Agnus Dei» (Lamm Gottes). Die Bezeichnung des in der Gestalt des Brotes sakramental gegenwärtigen Herrn Jesus Christus als «Lamm» unterstreicht den inneren Bezug zum Pascha-Mysterium.

Um den Leib und das Blut Christi fruchtbringend zu empfangen, bereiten sich der Priester und die Gläubigen in stillem Gebet darauf vor.

Der Priester macht eine Kniebeuge. Danach zeigt der Priester den Leib Christi, nicht nur um es uns zu ehrfürchtiger Anbetung vorzuzeigen, wie bei der Wandlung, sondern um es uns als Speise der Seele, als «Arznei der Unsterblichkeit» anzubieten.

Er spricht – quasi als Fortführung des «Lamm Gottes» – die Worte, mit denen Johannes der Täufer auf Jesus verwiesen hat: «Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt.»

Das Volk antwortet: «Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.»
Es sind dies die Worte des heidnischen Hauptmanns in Kafarnaum, der nach Jesus geschickt hatte, damit er seinen Diener wieder gesundmache (Lk 7). Hinter diesen Worten steht unser Eingeständnis, ganz und gar auf die Gnade des Herrn angewiesen zu sein.

Der Priester kommuniziert als Erster und spricht dabei: «Der Leib / Das Blut Christi schenke mir das ewige Leben.»
Er empfängt als Erster die Kommunion, da man nur weitergeben kann, was man selbst empfangen hat. Der Priester ist der eigentliche Kommunionspender. Nur wenn es aufgrund einer grossen Anzahl Gläubigen notwendig ist, kommen Kommunionhelfer (oder auch Kommunionhelferinnen) zum Einsatz.

Beim Kommunionempfang zeigt der Priester die konsekrierte Hostie und spricht: «Der Leib Christi.» Der Gläubige antwortet mit «Amen», was übersetzt «So ist es» heisst. Dieses Amen ist das kürzeste Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Jesus Christi, der gelitten hat, gestorben und auferstanden ist, jetzt real gegenwärtig in der konsekrierten Hostie. Damit glaube ich auch an die Erlösung, die Sakramente, die Gemeinschaft der Heiligen, das Leben nach dem Tod.

Nach der Kommunionausteilung werden die übrig gebliebenen konsekrierten Hostien in den Tabernakel übertragen und die Hostienschale und der Kelch gereinigt. Dabei spricht der Priester: «Was wir mit dem Mund empfangen haben, Herr, das lass uns mit reinem Herzen aufnehmen, und diese zeitliche Speise werde uns zur Arznei der Unsterblichkeit.»

Nach einer Gebetsstille nimmt das Schlussgebet die persönliche Danksagung der Versammelten auf (collecta). Es formuliert den gemeinsamen Dank für die empfangene Teilhabe am Tisch des Herrn und die Bitte um das Fruchtbringen.
 


4. Abschluss
Der Priester grüsst wiederum die Gemeinde: «Der Herr sei mit euch.» Die Gläubigen antworten: «Und mit deinem Geiste.»

Der Priester spricht mit ausgebreiteten Händen den Segen über das Volk und bezeichnet es mit dem Kreuzzeichen. Auch die Gläubigen bekreuzigen sich und sprechen ihr Amen.

Vom 25. April (Hl. Markus) bis zum 14. September (Kreuzerhöhung) wird der Wettersegen mit einer Kreuzreliquie gespendet.

Der Segen soll uns helfen, in lebendiger Verbundenheit mit dem Herrn zu bleiben und seine Gegenwart und Hilfe nun auch im Alltag zu erfahren.

Nach dem Segen sendet uns der Priester aus: «Gehet hin in Frieden.» Auf Latein: Ite, missa est (Geh, es ist Aussendung!).

Das Volk dankt für das in der Feier Empfangene, aber auch für alles, was wir in unserem Leben empfangen durften: «Dank sei Gott, dem Herrn.»

Der Priester ehrt wie zu Beginn den Altar durch einen Kuss und macht gemeinsam mit den Ministranten eine Kniebeuge als Zeichen der Verehrung.

Nach dem Auszug des Priesters und der Dienste verabschieden wir uns mit einer Kniebeuge und nehmen als Tauferinnerung und Tauferneuerung Weihwasser, bevor wir wieder in den Alltag hinausgehen.
 

Für Fragen rund um die Liturgie ist das «Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz» zuständig. Dieses bietet neben einer Fülle an Hintergrundinformationen zur Liturgie auch praktische Hilfe: So finden sich auf seiner Webseite z. B. Fürbitten für die Sonntage, aber auch Hinweise, wie man selbst Fürbitten richtig formuliert. Link

Konstitution über die Heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium (1963)

Die Messfeier – Dokumentensammlung (Deutsche Bischofskonferenz 2015)

Allgemeine Texte für die Feier der Heiligen Messe

 


[1] Ein entsprechendes Handeln ist das Ergebnis eines Lebens nach dem Evangelium.
[2] Das Hochgebet I kennt kein Postsanctus und hat auch einen eigenen Aufbau.

 


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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Bemerkungen :

  • user
    Daniel Ric 30.01.2026 um 14:49
    Vielen Dank für diesen Artikel. Dieser Artikel trägt zur Neuevangelisierung bei, da viele Menschen tatsächlich nicht wissen, was die Inhalte bzw. einzelnen Elemente der Heiligen Messe sind. Ich teile die Auffassung, dass man diesen Artikel unbedingt an die Pfarreien versenden sollte und auch im Religionsunterricht thematisieren muss. Umso mehr Menschen verstehen, was wir in der Heiligen Messe feiern, desto grösser wird das Interesse an der Feier der Heiligen Eucharistie.
  • user
    Sonja 27.01.2026 um 07:09
    Könnte man diese Betrachtung eventuell an die Pfarreien versenden? So mancher würde es gut tun um die Eigentliche Messe beziehungsweise die korrekte Messordnung wieder "in den Sinn und den Leib" zu bekommen.
  • user
    Stefanie Berger 26.01.2026 um 12:18
    Wir haben als kleine Kinder gelernt, man muss auch verlieren können.

    Papst Benedikt und Bischof Huonder haben gezeigt, wie Kirche funktioniert. Das Priesterseminar war gefüllt und die Taufen nahmen zu.

    Papst Franziskus und Bischof Bonnemain haben gezeigt, wie es nicht geht. Das Priesterseminar steht leer und die Menschen treten aus der Kirche aus. Sie haben verloren und müssen jetzt dazu stehen.

    Wenn die Kirche nicht zu Gott und zum Heiligen führt, funktioniert es nicht.
  • user
    Joel Rietmann 26.01.2026 um 12:10
    Schade, dass immer häufiger das Schuldbekenntnis durch ein Lied ersetzt wird. Die Reue wird nur im Sprechen der Worte aus dem Schuldbekenntnis ehrlich ausgesprochen. Ein Lied lenkt vom Busse tun ab und das Bewusstsein für seine Sünden geht verloren....

    Auch der Friedensgruss hat eine negative Richtung genommen. Es geht dabei um eine Geste mit Links und Rechts.... Ein Händeschütteln über mehrere Bänken ist sicher nicht im Sinne des Friedensgruss und bringt nur Unruhe in den Gottesdienst.
  • user
    Martin Meier-Schnüriger 26.01.2026 um 10:31
    Dass eigenmächtige Abänderungen von der vorgegebenen liturgischen Ordnung aufgrund von Unkenntnis "vorkommen", mag es in Einzelfällen geben, es scheint mir aber höchst unwahrscheinlich, dass ein Zelebrant nicht weiss, wie "es geht". Viel eher will er bewusst Abänderungen vornehmen, weil er, wie es mir einmal ein Priester sagte, "den Kopf bei der Priesterweihe nicht abgegeben habe". Mit andern Worten: Er weiss es besser als die Kirche! Begründet werden diese Abänderungen häufig mit sprachlichen oder theologischen Argumenten. Das "dumme" Volk weiss nicht, was ein Kelch ist und was "reichen" bedeutet? Gut, sagen wir halt "Becher" und "geben". Jesus Christus, unser Bruder, will doch sicher nicht herrschen. Dann lassen wir ihn wenigstens noch lieben und/oder wirken. Der Embolismus ist doch nur eine katholische Trotzreaktion auf das protestantische "Unser Vater"; lassen wir ihn demnach ganz weg. Jesus soll sich aus freiem Willen dem Tod überliefert haben? Das hat doch die historisch-kritische Bibelexegese längst widerlegt, also weg damit! Gelegentlich sind Abänderungen auch weder sprachlich noch theologisch begründbar, sondern erwecken den Eindruck, als wolle der Zelebrant einfach nur seinen eigenen Willen durchsetzen, etwa bei Formulierungen wie "wir bitten" anstelle von "wir bitten dich". Auslassungen von Zwischenpsalm, Halleluja oder der an Sonntagen und Hochfesten verbindlich vorgeschriebenen zweiten Lesung wird mit Zeitdruck begründet.
    Was sind die Folgen dieser liturgischen Willkür? Treu katholische Gläubige verlassen ihre Pfarrei und suchen sich Priester aus, die nicht willkürlich, sondern korrekt zelebrieren. Das Revival der "alten" Messe ist kein Zufall, sondern Ausdruck dieser Flucht aus der Beliebigkeit in die Korrektheit. Statt dem a.o.Ritus Steine in den Weg zu legen, hätte Papst Franziskus besser daran getan, die liturgischen Eigenmächtigkeiten im o.Ritus zu unterbinden. In diesem Zusammenhang wäre auch die Möglichkeit zu erwähnen, die "neue" Messe wenigstens hin und wieder in Latein zu feiern. Die Lateinkenntnisse der meisten Priester reichen nämlich nicht aus, um eigene Hochgebete auf Latein zu kreieren.
    • user
      Daniel Ric 30.01.2026 um 15:06
      Man muss hier aber auch betonen, dass es nicht die Schuld des verstorbenen Heiligen Vaters war, dass einige Priester im deutschsprachigen Raum (in der Weltkirche ist dieses Phänomen weniger verbreitet) liturgisch experimentieren. Im Begleitbrief zu Traditionis custodes nahm Papst Franziskus die Bischöfe in die Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass die Heilige Messe würdig gefeiert wird. Weiter möchte ich "Die Instruktion zur pastoralen Umkehr der Pfarreien" erwähnen (https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2020-07/vatikan-wortlaut-instruktion-pastorale-umkehr-pfarrgemeinden-deu.html), die prophetischen Charakter hatte und viele Gläubige ermutigte, über das jetzige System in den Deutschschweizer Bistümern, in denen Gemeindeleiter Priester an den Rand drängen, kritisch nachzudenken. Auch kann ich persönlich bestätigen, dass der Vatikan unter Papst Franziskus Beschwerdebriefe seriös beantwortet hat. Das Problem war nicht Papst Franziskus, sondern die Lauheit vieler Gläubigen in der Schweiz, welche die Faust im Sack machten und nichts gegen den liturgischen Missbrauch unternahmen bzw. weiterhin nichts unternehmen. Dies muss sich ändern.
  • Johanna-Jessica OFS 26.01.2026 um 09:26
    Vergelts Gott, für diese verständliche und deutliche Übersicht zum korrekten Zelebrieren des NO.
    Ich persönlich schätze den tiefgreifenden, ehrwürdigen Opfercharakter der tridentinischen Messe, doch fühle ich mich selbst nicht weniger im NO heimisch, mit dem ich alt geworden bin. Beide Formen der Hl. Messe sind mir heilig, jede in ihrer Weise. Sie stehen für mich nicht in Konkurrenz. Sie "funktionieren" einfach unterschiedlich.

    Das Treffen mit Bischof Bonnemain im Zürcher Oberland (am 14. Jan. 2026 AD) hat gezeigt, dass sich auch junge Menschen mit dem lit. Missbrauch beschäftigen. Millenials, einschliesslich meiner selbst, sind wohl bereits damit aufgewachsen, dass das Wissen um die tridentische Messe nicht mehr selbstverständlich ist. Wir hatten, als Generation, sämtliche Freiheiten und Möglichkeiten, vereinfacht formuliert – und merkten doch, dass diese Uferlosigkeit nicht alles im Leben ist. Ich finde es, im positiven Sinne, auffällig, dass auch Jüngere entsprechend die "Leitplanken" im Glauben bewusst suchen und sich damit beschäftigen. Die kath. Kirche in ihrem ganzen Umfang ist ein wahrer Schatz, so oft er auch verächtlich in der Gesellschaft klein geredet wird! Und diesen Schatz gilt es sorgfältig zu bewahren, denn ihn ihm wohnt nicht weniger inne, als das spürbare, erfahrbare Heil der ganzen Welt.
  • user
    Dr. theol. Emil Hobi, kath. Priester 24.01.2026 um 13:02
    Vielen herzlichen Dank für diese klare Darstellung des NOVUS ORDO MISSAE (NOM), welcher weltweit am meisten verbreitet und auch bei uns weitgehend verbindlich ist. Unordnung und Beliebigkeiten mögen kurzlebig faszinieren, gefallen aber auf die Dauer niemandem. Die katholische Weltkirche kennt und anerkennt über 20 verschiedene Messriten; ein Priester darf nur einen anderen, des hier dargestellten Ritus feiern, wenn er dazu die offizielle Erlaubnis seines Bischofs und Ordensoberen hat. Oft sind die weniger verbreiteten Riten sehr ehrwürdig und von grosser spiritueller Tiefe: Das wären z. B. die Missa extraordinara (trid. Messritus auf Latein), der Ritus von Sarum des anglo-katholischen Personalordinariates, der Ritus der Mailänder Kirche mit dem erneuerten oder älteren Zweig (Ambrosius), der griechisch-katholische Messritus der mit Rom Unierten (Chrysostomus), der maronitische Messritus, die syro-malabarischen und syro-malankarischen Messriten in Indien, der unierte armenische- und koptische Messritus, die Jakobusliturie etc. Mit den offiziellen Riten schützt die Kirche das Heilige vor Willkür und Subjektivismen.
    Wir Priester dürfen nicht nach Beliebigkeit zu Liturgiebastlern werden, sondern sind im Auftrage der katholischen Weltkirche in erster Linie nicht Gestalter, sondern Verwalter der offiziellen Hl. Liturgie. Wenn wir eigenmächtig gestalten, driften wir schnell einmal in eine langweilige Blasen- und halt eben in die typisch deutschschweizerische Schulexamensliturgie der siebziger und achtziger Jahre ab. Vor allem über das Liedgut bieten sich genug erlaubte Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der verbindlichen Vorgaben. Häufige und überlange Nebenpredigten und Erläuterungen ausserhalb der Homilie, welche die Hl. Messe durchziehen, das Auslassen von verbindlichen Lesungen, selbstzusammengestückelte Hochgebete, das penetrante Auslassen des Embolismus nach dem Vater-Unser etc. sind oft Indikatoren für unerlaubte und unqualifizierte Schulexamensliturgien, welche sich vor allem als religionspädagogische Veranstaltungen sehen. Auch den Jungen gefällt dieser liturgische Subjektivismus - oft verbunden mit dem Bedürfnis nach Selbstdarstellung - auf die Dauer nicht. Es kann uns nicht schaden, sich wieder einmal unmittelbar in die „Konstitution über die Hl. Liturgie“ (II. Vat.) ungefiltert und dem Wortlaut nach zu vertiefen.