Die Umgebung von Vicoforte war im 15. Jahrhundert bewaldet und unbewohnt. Gelegentlich kamen Handwerker, um die Ressourcen des Ortes zu nutzen: Wasser, Holz und Tonvorkommen. Sie errichteten Brennöfen und brannten Dachziegel und Ziegelsteine. Hier befand sich auf einer Ziegelsäule ein Bildnis der Madonna mit Kind. Man nimmt an, dass einer der Handwerker das Bild anfertigen liess, vielleicht als Segen und Schutz für seine Arbeit.
Von der Säule zum Wallfahrtsort
Eine Geschichte erzählt, dass im Jahr 1592 – die Säule war längst vergessen und überwachsen – ein Jäger auf der Jagd versehentlich den Pfeiler mit dem Marienbildnis traf. Auf diesem ist ein tiefes, weisses Loch zwischen der linken Hand der Madonna und dem Fuss des Kindes gut zu erkennen, was die Geschichte plausibel erscheinen lassen würde.
Eine andere Überlieferung besagt, dass während einer Fieberwelle in den 1590er-Jahren in der Gegend viele Menschen starben, die Einwohner von Vicoforte hingegen mehrheitlich verschont blieben. Die Bewohner schrieben dies dem Bildnis zu.
Gemäss den noch vorhandenen Aufzeichnungen war der Ort mit dem Marienbildnis um 1590 ein Heiligtum. Das Volk schrieb ihm Wunderkraft zu, und tatsächlich erlebten die Menschen, die hier um die Fürsprache der Muttergottes gebeten hatten, körperliche und geistige Gnaden. Die Verehrung für das Bildnis wuchs und breitete sich über die lokalen Grenzen hinaus aus.
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