Heilige Messe in der Kathedrale in Chur. (Bild: Rosmarie Schärer/swiss-cath.ch)

Kommentar

Die Hei­lige Messe gleicht heute oft einem «Kin­der Überraschungs»-Ei

In sei­nem Gast­kom­men­tar wirft Clau­dio Tes­sari einen kri­ti­schen Blick auf frag­wür­dige lit­ur­gi­sche Ten­den­zen in unse­ren Brei­ten­gra­den. Ten­den­zen, die Gefahr lau­fen, Wahr­heit und Geheim­nis des Glau­bens mehr zu ver­dun­keln statt zu erhellen.

Für uns Gläubige ist es nicht immer einfach, eine würdig und gemäss den Rubriken gefeierte Messe zu finden. Allzu häufig wird die Heilige Messe aus einem falschen pastoralen Verständnis heraus dem Volk angepasst: kindgerecht, eventorientiert, etwas Halligalli – und schon läuft die Heilige Messe Gefahr, in ihrem Wesen entstellt zu werden.

Wenn man jedoch ehrlich ist: Welche Früchte bringen diese sogenannten «Events» tatsächlich hervor?
Wo sind die Kirchen gut besucht? – Bei den Traditionsverbundenen und dort, wo die Heilige Messe würdig gefeiert wird.

Immer wieder wird mir entgegengehalten: «Wir müssen die Kinder doch abholen.» Man versucht – ähnlich wie manche Freikirchen –, moderne Musik in die Heilige Messe zu integrieren. Nicht selten sieht man in charismatisch geprägten Gottesdiensten tanzende Menschen – alles unter dem Motto des Lobpreises.

Blickt man jedoch etwas zurück, stellt man fest, dass in Europa solche «Events» der Katholischen Kirche während ihrer zweitausendjährigen Geschichte fremd waren. Dennoch gelang es der Kirche stets, neue Generationen gläubiger Katholiken hervorzubringen.

Und heute? Das Glaubenswissen befindet sich auf einem Tiefstand, wie es ihn wohl noch nie gegeben hat. Die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten Sakrament ist vielerorts nahezu verschwunden.

Daher meine Frage: Haben diese Events die Kinder wirklich abgeholt? Haben sie die eucharistische Frömmigkeit gefördert? Haben sie den Glauben gestärkt?

Irgendwann sollten auch die Hirten erkennen, dass man einfach das tun sollte, was die Kirche immer getan hat: die Sakramente würdig feiern, die Katechese über die Sakramente fördern und den Heiligen Geist wirken lassen. Der Heilige Geist weiss es sicherlich besser als der Geist des Menschen.

Die Rubriken in den liturgischen Büchern schützen uns zudem vor den eigenen Ideen. Sie sind auch ein Garant der Einheit. Warum unterscheidet sich die Feier der Heiligen Messe gerade im deutschsprachigen Raum oft so stark von jener in anderen Teilen der Weltkirche? Weil man sich vielerorts zu sehr auf eigene, oft subjektiv gefärbte Vorlieben verlässt.

Es gehört auch zur Demut, sich an das Messbuch zu halten. Der inzwischen verstorbene Papst Benedikt XVI., dessen Leben von grosser Heiligkeit geprägt war, hat die problematische Entwicklung dieser sogenannten Eventkultur bereits früh kritisiert. In seinem Werk «Der Geist der Liturgie» schreibt er sinngemäss, dass dort, wo in der Liturgie applaudiert wird, etwas nicht stimmt, denn Applaus in der Kirche ist ein Zeichen dafür, dass das Wesen der Liturgie nicht richtig verstanden wird.

Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet die Heilige Messe als «Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens». Es wäre daher an der Zeit, sich von fragwürdigen liturgischen Experimenten zu verabschieden und die Heilige Messe wieder gemäss den Vorschriften der Kirche würdig und ehrfürchtig zu feiern. Dann werden auch die Kinder erkennen, dass es sich um etwas Heiliges handelt – um das grösste Geheimnis unseres Glaubens.


Claudio Tessari

Stiftungsrat von «Mission Maria» und Kirchenpfleger Katholische Kirche Wald


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Bemerkungen :

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    Martin Meier-Schnüriger 09.06.2026 um 15:13
    Die Frage stellt sich, warum viele Priester, zum Teil auch solche, denen man das "sentire cum ecclesia" nicht absprechen kann, nicht erlaubte Änderungen an der Liturgie vornehmen. Da gibt es z.B. diejenigen, welche die liturgische Sprache für zu kompliziert halten, resp. den Gläubigen nicht zutrauen, sie zu verstehen. Da wird dann schnell mal aus dem Kelch ein Becher, den Jesus den Jüngern nicht etwa reicht, sondern nur gibt. Dann gibt es - besonders in unserem Land - die "Demokraten", die Jesus partout nicht herrschen, sondern höchstens wirken lassen. Es gibt die Zeitsparer, die eine Lesung, den Antwortpsalm, das Halleluja, und / oder den Embolismus weglassen. Und leider gibt es halt auch jene, die mit gewissen theologischen Aussagen in der Liturgie nicht einverstanden sind und deshalb die Texte abändern. Ein Beispiel dafür ist etwa, dass diese Zelebranten es nicht über die Lippen bringen, Jesus habe sich "aus freiem Willen" dem Leiden unterworfen. Die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig. Dabei besteht gar keine Notwendigkeit, sich nicht ans Messbuch zu halten. Wer Zeit sparen will, verzichte auf ausufernde Einleitungen und endlose Ankündigungen. Wer meint, die anwesenden Gläubigen seien sprachlich überfordert, wähle aus den approbierten Messformularen dasjenige, das der Volkssprache am nächsten kommt. Wer mit theologischen Aussagen nicht klar kommt, dränge nicht seine eigene Meinung der versammelten Gemeinde auf, sondern frage sich selbst, ob nicht vielleicht doch die Lehre der Kirche richtig ist. Ein Vorschlag zum Schluss: Warum nicht wenigstens ab und zu die hl. Messe auch im "ordo novus" auf Latein feiern? Die Versuchung, hier Abänderungen vorzunehmen, wäre relativ klein, erstens weil heute viele Zelebranten die Kirchensprache aktiv gar nicht mehr beherrschen, und zweitens weil solche Abänderungen nur von der verschwindend kleinen Minderheit der Lateinkundigen unter den Messbesuchern überhaupt wahrgenommen werden würden.
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    Antonius 09.06.2026 um 09:26
    Wie so oft fehlt es halt auch an der Aus- und Weiterbildung. Im Bistum Chur hatten wir vor mehr als 20 Jahren eine Weiterbildung in Liturgie, die vor allem von einem Professor geprägt wurde, der empfahl, das Altkatholische Messbuch zu kaufen und dann natürlich anzuwenden. Ganz am Schluss kam Bischof Amadée Grab. Er legte uns fest ans Herz, uns an das Messbuch und die Leseordnung zu halten. Im nachmaligen Gespräch sagte ich ihm, dass er genau das Gegenteil von dem gesagt hat, was wir die letzten Tage vernommen haben.
    Es waren vergeudete Tage, weil wir nicht lernten, welche Anpassungen der Hl. Messe in Übereinstimmung mit den römischen Vorgaben möglich und angebracht sind. Ich verweise hier auf das Direktorium für Eucharistiefeiern mit Kindern oder auf das Kinderhochgebet. All das wurde uns vorenthalten.
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    Schwyzerin 08.06.2026 um 15:06
    Dieser Artikel, die zum Nachdenken anregen soll, ändert nichts an den liturgischen Missbräuchen. Solange die Fehler nicht eingestanden werden, bleibt es wie es ist. Man muss sich auch nicht wundern, wenn es noch schlimmer wird.
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    Xaver Baumberger 08.06.2026 um 13:23
    Muss die Heilige Messe zum Event werden, um Menschen zu erreichen? Claudio Tessari stellt diese verbreitete Annahme kritisch infrage und plädiert für mehr Ehrfurcht, liturgische Treue und Vertrauen in die Kraft der Sakramente. Ein lesenswerter Beitrag, der zum Nachdenken anregt.
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      Tina Ring 09.06.2026 um 10:37
      Das heisst die Lobpreis-Gottesdienste oder -abende, wie sie an den Schweizer Weltjugendtagen jeweils gefeiert bzw. mit viel Live-Musik und künstlichem Licht in Kirchen (😱) zelebriert werden, lassen ebenfalls "Ehrfurcht" und "liturgische Treue" vermissen? Denn das sind Event-Gottesdienste par exellence ...
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        Claudio Tessari 09.06.2026 um 15:34
        Die Frage ist was für Früchte das gebracht hat? Man kann gerne mal eine Umfrage machen, wie viele wirklich glauben das Jesus wahrhaftig real in der Kommunion gegenwärtig ist. Und wie währen erstaunt wie das Ergebnis ist. Warum kann man nicht in einer Halle oder draussen solche Konzerte abhalten warum muss die Kirche zur Disco umgewandelt werden. Jeder sollte sich einfach die Frage ehrlich stellen, ob er sich so in einer Kirche verhalten würde, wenn Jesus Christus in seiner Gottheit mit seien Engel vor ihm stehen würde. Wenn man in der Heilige Schrift liest, die die Jünger auf dem Tabor gehandelt haben, dann sollte jedem klar werden, wie eine ehrfürchtige Haltung aussieht. Wenn man meint mit Musik, Lichtevents die Jungen in die Kirchen zu locken zu müssen, hat man einfach nicht verstanden was die Heilige Messe ist, dann sollte man bei der Katechese ansetzen. Alles nachzulesen im Buch von Papst Benedikt GEIST DER LITRUGIE.
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          Angela Yorck 09.06.2026 um 20:51
          Hierzu möchte ich anfügen, dass ich vor ein paar Jahren als damals recht kirchenferne und -kritische Person in genau so einem Setting: nämlich bei der Vigil des Deutschschweizer Weltjugendtags (also bei violett ausgeleuchteter Kirche und schweizerdeutscher Lobpreismusik, für mich bis dahin ein Graus) auf fulminante Weise den HERRN in der Eucharistie erkennen durfte, was mein Leben im bestmöglichen Sinn komplett auf den Kopf gestellt hat.
          Daher kann ich aus eigener, natürlich höchst empirischer Erfahrung bezeugen - und dies, obwohl ich sehr „klassisch“ bin in meinen Vorlieben und nichts Schöneres kenne als möglichst würdig gefeierte Heilige Messen -, dass der Herr wirklich und wahrhaftig AUCH in diesen modernen Formen von Lobpreis, Anbetung etc. mitunter ganz gewaltig wirkt. Vielleicht tatsächlich auch - um auf das Thema des Artikels zurückzukommen -, weil dies (z.B. Deutschschweizer Weltjugendtage) inhaltlich zutiefst katholische Anlässe sind, wo keine „Freestyle-Gottesdienste“ stattfinden.
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            Claudio Tessari 10.06.2026 um 10:10
            Der Herr kann ÜBERALL wirken, und sicherlich wenn bei eucharistischer Anbetung da ist ja nicht das Thema. Der Herr wirkt aber trotz der beleuchteten Kirche und nicht wegen. Es geht beim Thema nicht, ob der Herr wirken kann oder nichts, sondern es geht darum wie sich die das entwickelt hat und ich schreibe ja auch hauptsächlich darüber, dass man einfach macht was man will in den Gottesdiensten und in der Kirche.
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    Daniel Ric 08.06.2026 um 11:23
    Ich teile die Auffassung, dass zu viel Kreativität in den Messen fehl am Platz ist. Die Vorstellung, man könne die Gottesdienstbesucher erreichen, indem man die Sprache zu stark an das Publikum anpasst, stellt oft eine Anmassung dar. Das Resultat ist, dass man nur einen Bruchteil der Gläubigen erreicht, meistens die Alteingesessenen, währenddem man am Grossteil vorbeiredet.
    Man sollte aber auch nicht ins andere Gegenteil abdriften und einen rigorosen Rubrizismus fördern, der das Wesen des Christentums nicht ausschöpft. Gewisse Freiheiten, sofern sie nicht den Kern der Eucharistie betreffen, sollten Priester haben. Auch bei der Musik hat sich gezeigt, dass neue Formen durchaus erfolgreich sind. Gerade die Adoray-Bewegung hat mit grossem Erfolg junge Menschen erreicht. Wir wissen wenig über die genaue Ausgestaltung der Messfeiern in den ersten 4 Jahrhunderten, als die Kirche sicherlich noch eine grosse Authentizität hatte. Aber wir wissen, dass es in den späteren Jahrhunderten auch zu Fehlentwicklungen kam, beispielsweise ausgedehnte Konzertmessen im 19. Jahrhunderten (und auch schon früher), bei denen wohl die Musik für die Anwesenden wichtiger war als die Feier der Eucharistie. Daher würde ich nicht zu engstirnig sein, wenn es um die Ausgestaltung der Heiligen Messe geht. Wichtig ist, dass diese würdig gefeiert und nicht durch Wortgottesdienste ersetzt wird.
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      Claudio Tessari 08.06.2026 um 16:16
      Ich glaube du verwechselst hier was. Niemand rede von Rubrizismus sondern von sich ans Messbuch halten.
      Instruktion Redemptionis Sacramentum
      Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu.“ (Nr. 14)
      „Der Priester muss daran denken, dass er Diener der heiligen Liturgie ist und dass es ihm nicht gestattet ist, eigenmächtig etwas in der Messfeier hinzuzufügen, wegzunehmen oder zu ändern.“ (Nr. 31)
      „Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester ist, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.“
      Sacrosanctum Concilium Nr. 22 §3
      „Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester ist, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.“
      Sacrosanctum Concilium Nr. 22 §3
      • user
        Daniel Ric 09.06.2026 um 18:38
        Mit Rubrizismus meine ich die Vorstellung, dass eine Messe sofort unwürdig oder nicht gültig ist, wenn ein Priester eine bestimmtes Wort oder eine bestimmte Handlung nicht so ausgeübt hat, wie es im Messbuch steht. Dies ist nicht im Sinne der Kirche und stammt aus einer magischen Vorstellung der Liturgie, die meines Erachtens sehr gefährlich ist. Auch ich möchte nicht, dass in der Liturgie experimentiert wird, aber schlussendlich sind es die gesalbten Hände des Priesters, welche die Eucharistie ermöglichen, und nicht ein bestimmtes Wort (ausser die Wandlungsworte), die Kleidung des Priesters, eine Körperhaltung oder die Musik.
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          Claudio Tessari 10.06.2026 um 13:32
          Aber davon spreche ich ja im Artikel gar nicht und du weisst auch, dass in unseren Breitengraden nicht der Rubrizismus das Problem ist sondern das viele meinen, sie können machen was sie wollen und nicht ans Messbuch halten. Über die Gültigkeit habe ich kein Wort verloren, ich weiss das die Messen gültig sind, darum ist der Schmerz ja um so grösser. Nicht umsonst sagte Martin Mosebachs heute erleben wir die „Häresie der Formlosigkeit“
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    Tina Ring 08.06.2026 um 05:56
    Und plötzlich hat die Schweiz zig hunderte Liturgiewissenschaftler:innen. Es ist ein bisschen wie während einer Fussball-WM: Da hat ein Land plötzlich gaaaaanz viele Trainer:innen im Glauben, mit ihnen wären sie ganz bestimmt Weltmeister geworden ...
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      Claudio Tessari 08.06.2026 um 09:43
      Es geht nicht um Liturgiewissenschaft sondern: sich ans Messbuch halten. Das steht im Kichenrecht. Jeder Gläubige hat das Recht auf eine NORMALE MESSE
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        Tina Ring 08.06.2026 um 15:41
        Inwiefern hält sich ein kindergerecht gefeierter Gottesdienst nicht an das Messbuch?
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          Donatella 08.06.2026 um 20:51
          Man kann eine hl. Messe wohl kindergerecht und trotzdem dem Messbuch feiern. Leider wird das "kindergerecht" ganz missverstanden und zum Event/Theater/Zirkus verwandelt.
          Es würde reichen, wenn man die Predigt, die Lieder, die Orgelmusik (ich spreche als professionelle Kirchenmusikerin) "kidergerecht" anpassen würde, ohne die Liturgie zu verunstalten... die Liturgie zu verunstalten ist KINDERUNGERECHT, denn so haben die kinder keinen Zugang zur hl. Messe, sondern nur zu einer Show. Das ist reiner Betrug. Keine Gerechtigkeit.
          Es würde genügen, wenn man sich als Katholik erkundigen würde, wie eine korrekte, d.h. dem Messbuch getreu,hl. Messe zu zelebrieren ist, da wüssten Sie selber, wo der Unterschied liegt.
          Dass es in der Schweiz so viele "Liturgie Wissenschaftler" gibt, die sich zu Wort melden, hat leider nur mit dem unerträglichen Ausmass der liturgischen Missbräuche zu tun. Das lässt die Zahl der Wissenschaftler steigern....
          • user
            Tina Ring 09.06.2026 um 10:32
            Schön und gut. Was mich an ihren Aussagen und auch am Bericht stört, sind konkrete Beispiele, an denen sich das vermeintlich im Widerspruch zum Messbuch stehende "Event/Theater/Zirkus" zeigt. So suggeriert ihre Aussage und der Bericht, dass es sich lediglich um subjektive Präferenzen geht, die dann zu einem vermeintlichen Bruch zum Messbuch hochsterilisiert werden. Darum meine Frage: Wie genau wird "die Liturgie verunstaltet"?
            • user
              Donatella 10.06.2026 um 21:50
              Sehr geehrte Frau Ring, selbstverständlich kann ich nicht ausschliessen, dass Sie das seltene Glück haben, einer Pfarrei anzugehören, in der solche Missbräuche nie vorkommen und Sie deshalb sich so äussern. Das würde mich natürlich sehr freuen für Sie und für die Kirche allgemein.
              Weil doch leider das Gegenteil eher die Regel ist, und Sie sicher irgendwann damit konfrontiert sein werden,erlaube ich mir, Ihnen von Herzen zu empfehlen
              1- sich liturgisch fundierter weiterzubilden (was ich übrigens jedem Katholik empfehlen würde!)
              2-einige passende Lektüren, damit Sie das Problem besser einordnen und nachvollziehen können.
              Es sind folgende Texte:

              -https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html

              -https://liturgie.ch/images/liturgie/praxis/dokumente/pdf/sbk_wort_redemptionis_sacramentum.pdf

              Sowie das schöne Buch "Schatz geortet - Form und Wesen der hl. Messe", von Bärbel Weidmann-Dach (Hg.).

              Danach würden Sie besser verstehen können, welche die Gründe unserer Kritik sind, vor allem wenn Sie einmal eine "verunstaltete" hl. Messe erleben würden, mit oder ohne Kinder.
              Beispiele davon kann ich gar nicht anfangen aufzulisten, es würde Stunden brauchen.
              Gottes Segen
    • user
      Hansjörg 08.06.2026 um 20:38
      Leider ist mein Kommentar, der die Qualitäten von Herrn Tessari hervorhebt der Zensur zum Opfer gefallen.
  • user
    majkell marjakaj 07.06.2026 um 22:35
    Diesen Gedanken teile ich zu 100 %.

    Die Heilige Messe ist kein Unterhaltungsprogramm und kein Ort für ständige Experimente. Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit Christus in der Eucharistie. Wenn jede Pfarrei ihre eigene Liturgie erfindet, geht die Einheit und Würde der Messe verloren.

    Viele Menschen suchen heute nicht noch mehr Unterhaltung, sondern einen Ort der Stille, Ehrfurcht und Orientierung. Gerade junge Gläubige fühlen sich oft von einer würdig gefeierten, klar katholischen Liturgie angezogen.

    Die Kirche hat einen unermesslichen Schatz in ihrer Liturgie. Statt ihn ständig an den Zeitgeist anzupassen, sollten wir ihn neu entdecken und mit Überzeugung weitergeben.
  • user
    Claudio Tessari 07.06.2026 um 18:04
    Kleine Anmerkung. Dieser Artikel ist hauptsächlich an die Verantwortlichen der Pfarreien gerichtet aus Sicht der Gläubigen. Wir müssen das ausharren, nicht alles mitmachen! Und vor allem, treu für den authetischen Glauben einstehen und für die Kirche viel beten und Sühne leisten.
  • user
    Donatella 07.06.2026 um 16:13
    Sie schreiben selber, woran das eigentliche Problem liegt, Herr Tessari, in dem Sie schreiben: "Es gehört zur Demut, sich an das Messbuch zu halten".
    Wäre mehr von dieser Demut vorhanden, bräuchten wir Gläubigen nicht, von Pfarrei zu Pfarrei zu pilgern, um eine HEILIGE MESSE zu finden.
    Denn Heiligkeit hat immer, auf irgend eine Art, mit DEMUT zu tun. In der wahren Erkenntnis des einzig wirklich HEILIGEN, eben, des ALLERHEILIGSTEN, sollte man selber zurück treten, damit wir ABnehmen, und ER ZUnimmt.
    Nun ist es leider heut zu Tage, wie Sie schreiben, in unserem Breitengrade ganz besonders, leider umgekehrt geworden, und zwar, daß ER ABnimmt, weil wir ZUnehmen. Dies weil jeder meint, selber ein kleiner -oder grosser- Gott auf Erden zu sein.
    Nicht anders war es ganz am Anfang... und da brauche nicht weiter zu erzählen.
    Die Folgen davon kennen wir alle...
    Nicht umsonst haben die meisten grossen Heiligen immer wieder die Demut hochgepriesen im Umgang mit Gott und dem Nächsten.
    Und Demut hat irgendwie ganz viel auch mit Stille gemeinsam, denn Beides lässt und Gott besser erkennen und wahrnehmen.
    Deshalb ist die Stille aus den meisten Gottesdiensten immer mehr verschwunden... leider... eben lieber immer mehr Lärm und Events...
    Also bitten wir den Heiligen Geist um diese Gabe der Demut, für die Kirche und schliesslich für uns alle, damit mehr Heiligkeit wieder wachsen kann, in grosser Ehrfurcht vor dem ALLERHEILIGSTEN.
  • user
    Stefan Fleischer 07.06.2026 um 15:15
    Drei Sätze dieses Artikels die ich nur unterschreiben kann:
    - «denn Applaus in der Kirche ist ein Zeichen dafür, dass das Wesen der Liturgie nicht richtig verstanden wird.»
    - «Irgendwann sollten auch die Hirten erkennen, dass man einfach das tun sollte, was die Kirche immer getan hat: die Sakramente würdig feiern, die Katechese über die Sakramente fördern und den Heiligen Geist wirken lassen.»
    - «Es gehört auch zur Demut, sich an das Messbuch zu halten.»
    Und ein Satz, den ich anderswo gelesen habe:
    -«Eigensinn, Besserwisserei und Ungehorsam sind die Spaltpilze der modernen Kirche.»