Themen, die laut KI im Rahmen des «Synodalen Weges» diskutiert werden
Dazu hat die KI eine Zusammenfassung in fünf Punkten präsentiert:
«1. Machtstrukturen in der Kirche: Hier geht es um die Frage, wie Entscheidungen getroffen werden, wer daran beteiligt ist und ob hier Reformbedarf besteht.
2. Sexualmoral: Es wird über die kirchliche Position zu Fragen der Sexualität, etwa zu Themen wie Zölibat, Homosexualität oder Verhütungsmitteln, diskutiert.
3. Zölibat: Der synodale Weg untersucht auch die Frage des Zölibats und mögliche Veränderungen, wie etwa die Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt.
4. Frauen in kirchlichen Ämtern: Diskutiert wird auch die Frage der Gleichberechtigung von Frauen in der Katholischen Kirche, insbesondere in den kirchlichen Ämtern.
5. Umgang mit Machtmissbrauch und sexuellem Missbrauch: Der synodale Weg befasst sich auch mit der Aufarbeitung von Fällen von sexuellem Missbrauch in der Katholischen Kirche und wie solche Fälle in Zukunft besser verhindert und bekämpft werden können.»
Kann die Lehre der Katholischen Kirche nach Gutdünken abgeändert werden?
Darauf stelle ich der KI die obige Gretchenfrage. Klipp und klar kam die Antwort: «Nein, die Lehre der Katholischen Kirche kann nicht nach Belieben geändert werden. Die Lehre der Kirche basiert auf ihrem Glauben und ihren traditionsreichen Überzeugungen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Änderungen in der Lehre werden normalerweise durch theologische Diskussionen und Beschlüsse des Lehramtes der Kirche, insbesondere des Papstes, vorgenommen. Solche Veränderungen werden oft langsam und unter Berücksichtigung der biblischen und theologischen Grundlagen der Kirche implementiert.» Damit zeigt sich die KI im Gegensatz zu manchen Bischöfen, Theologinnen sowie staatskirchlichen Funktionären klar überlegen. Daher müssen wir messerscharf folgern, dass die oben genannten Punkte zwei und vier an der Bischofssynode im Herbst 2023 zwar diskutiert werden, doch keine Entscheide zu erwarten sind.
Ausgelebte Homosexualität
Auch ohne die KI zu befragen, wissen wir, dass das Thema Homosexualität an der Bischofssynode Gegenstand von Diskussionen sein wird. Dafür dürfte der «Synodale Weg» Deutschlands gesorgt haben. Daher fragte ich die KI, wie die Stelle im Römerbrief 1,26–27 ausgelegt werden muss: «Diese Passage behandelt das Thema der sexuellen Sünde und Benennung bestimmter Handlungen als ‹widernatürlich›. Die Auslegung von Röm 1,26–27 ist in der theologischen Gemeinschaft umstritten und es gibt verschiedene Interpretationen. Einige betrachten diese Verse als eine klare Verurteilung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen und sehen darin eine Bestätigung der traditionellen Lehre, dass Homosexualität sündhaft ist. Andere argumentieren, dass die Passage in ihrem historischen und kulturellen Kontext betrachtet werden sollte und dass Paulus hier eher auf die Praktiken bestimmter Kulte oder sexuellen Missbrauchs anspielt.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Auslegung der Bibel oft von persönlichen Überzeugungen und theologischen Traditionen geprägt ist. Es kann hilfreich sein, theologische Kommentare oder Bibelstudien zu Röm 1,26–27 zu konsultieren, um verschiedene Perspektiven zu erhalten. Darüber hinaus ist es wichtig, einen respektvollen und dialogbereiten Ansatz zu haben, insbesondere bei einem Thema, das kontrovers diskutiert wird.»
Da muss ich nun doch widersprechen. Die Auslegung der Bibel ist letztlich dem Katholischen Lehramt vorbehalten. Der «Katechismus der Katholischen Kirche» stützt sich in Nr. 2357 ausdrücklich auf Röm 1,26–27 und weist darauf hin, dass «homosexuelle Handlungen in sich nicht in Ordnung sind». Das habe die kirchliche Überlieferung stets erklärt. Bei manchen Funktionären und Funktionärinnen des «Synodalen Weges» ist allerdings Röm 1,26–27 überhaupt kein Thema. Die Stelle wird gemieden, wie vom Teufel das Weihwasser. Natürlich stellt sich hier die Frage, welche Moral die KI vertritt und wie überhaupt die Qualitätssicherung bei der KI funktioniert.
Gibt es eine Qualitätssicherung bei der KI?
«Die Qualitätssicherung der KI wird in der Regel von einem Team von Fachleuten durchgeführt. Dieses Team kann aus Ingenieuren, Datenwissenschaftlern, Ethikexperten und anderen relevanten Fachleuten bestehen.» Zu den Standardpraktiken der Qualitätssicherung für KI gehören das Testen der Leistung, das Überprüfen der Genauigkeit und das Validieren der Ergebnisse.» Wenn man allerdings herausfinden will, welche Ethikexperten diesem Team angehören, kommt die ausweichende Antwort: «Es tut mir leid, aber ich habe keinen Zugriff auf spezifische Informationen wie die Namen der Ethikexperten, die an der Qualitätssicherung der Pocket AI beteiligt sind.» Transparenz scheint nicht die Stärke der KI zu sein. Da bleibt nur zu hoffen, dass die «selbst lernende Maschine» eines Tages selbst eruiert, wer für jene Algorithmen verantwortlich ist, welche die Fragen der Ethik und der Moral beantworten. Tatsächlich hat die EU-Kommission mehrere Arbeitspapiere herausgegeben, welche die KI betreffen und eine gewisse Qualität sicherstellen sollen.
Ob sich dann die Firmen an diese Papiertiger halten werden, ist eine Frage, die noch einer Antwort harrt. Gemäss der EU-Kommission könnten KI-Systeme auch zur Verwirklichung mehrerer Ziele der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung dienen: «Die Covid-Pandemie hat bereits gezeigt, dass KI einen Beitrag zu Ziel 3 (Gesundheit und Wohlbefinden) leisten kann, da sie einen Beitrag zur Entwicklung wirksamer Impfstoffe, zur Erkennung von Krankheiten durch Mustererkennung anhand medizinischer Bilder, zur Berechnung von Infektionswahrscheinlichkeiten oder zur Notfallhilfe mit Robotern leisten, die Menschen bei hochexponierten Aufgaben in Krankenhäusern ersetzen.»[1] Notfallhilfe mit Robotern? Das sicher noch nicht. Doch einen Teil des Corona-Desasters wie die unsäglichen Voraussagen der Hospitalisations- und Todesfälle dürften wir der KI verdanken; vielleicht auch die Bestellung von 1,8 Milliarden Dosen mRNA-Impfstoff durch die EU für 447 Millionen Bürgerinnen und Bürger im Mai 2021 – ein Geldsegen für BioNTech/Pfizer und ein Fiasko für die gebeutelten Steuerzahler. Das liefert die Steilvorlage zum Thema KI und Moral.[2]
Könnte man der KI etwas mehr katholische Moral antrainieren?
«Als KI habe ich keine persönlichen Überzeugungen oder Moralvorstellungen, da ich nur Informationen verarbeite und Antworten basierend auf diesen Informationen generiere. Es ist theoretisch möglich, einer KI bestimmte Werte oder moralische Vorstellungen ‹anzutrainieren›, indem man sie entsprechend programmiert oder trainiert. Allerdings gibt es auch ethische Bedenken bei der Implementierung bestimmter Moralvorstellungen in KI-Systeme, da dies möglicherweise zu Vorurteilen oder Diskriminierung führen kann. Es ist wichtig, sowohl ethische als auch rechtliche Aspekte bei der Entwicklung und Nutzung von KI zu berücksichtigen.»
An einem «Jiminy Advisor» für Moral wird eifrig gearbeitet
Die Antwort der KI ist überhaupt nicht aus der Luft gegriffen. Im Juli 2023 ist ein Artikel im «Journal of Artificial Intelligence Research» mit folgendem Titel erschienen: «The Jiminy Advisor: Moral Agreements among Stakeholders Based on Norms and Argumentation».[3] Hauptautor ist Beishui Liao von der Zheijang Universität in Hangzhou, China. Er gehört auch zum «State Key Lab of Brain-Machine Intelligence» in Hangzhou. Auch wenn es sich im betreffenden Artikel nur um einen KI-Ratgeber handelt, könnte der Anwendungsbereich nicht nur auf die Basis derzeit gängiger Chats beschränkt bleiben. Beim «State Key Lab of Brain-Machine Intelligence» geht es um die Gehirn-Maschine Schnittstelle, eine Technologie, die darauf abzielt, eine direkte Kommunikationsverbindung zwischen dem menschlichen Gehirn und einem Gerät wie einem Computer herzustellen. Sollte der «Jiminy Advisor» dafür eingesetzt werden, ist kaum zu erwarten, dass dieser mit Ratschlägen basierend auf katholischer Moral aufwarten dürfte.
Kommentare und Antworten
Sei der Erste, der kommentiert