Das Land zählt 11,2 Millionen Einwohner, der Grundlohn beträgt 10 US-Dollar pro Monat, Strom gibt es erst ab 20 Uhr, und auch das nur für zwei Stunden. Die Rede ist von Kuba, so wie sich die Karibikinsel aktuell präsentiert.
Pater José Luis hat auf Einladung des Hilfswerkes «Kirche in Not» die Schweiz vom 7. bis 11. Juni 2026 besucht und über den Alltag der kubanischen Bevölkerung informiert – ein Alltag, der sich nach der Verhaftung von Venezuelas Präsident Maduro durch die USA noch einmal dramatisch zugespitzt hat, denn seither gelangt praktisch kein Erdöl mehr auf diese Karibikinsel.
Pater José Luis weiss, wovon er spricht. Der Schönstatt-Pater hat viele Jahre in Kuba gelebt, organisierte Hilfstransporte und hielt Exerzitien für Priester und Seminaristen daselbst. Sein letzter Besuch erfolgte im Jahr 2024. Seither steht er in regelmässigem Kontakt mit der Ortskirche Kuba. Pater José Luis hat an der Universität Münster das Lizentiat in Theologie erworben und ist heute als Mitglied der internationalen Leitung der Schönstatt-Patres mit Sitz in Deutschland tätig.
Es soll nicht verschwiegen werden: Mit der Beseitigung der Diktatur von Fulgencio Batista (1959) und der Errichtung einer kommunistischen Diktatur unter Führung von Fidel Castro waren auch positive Entwicklungen verbunden. Dies betrifft den Kampf gegen die Armut und den verbreiteten Analphabetismus sowie die Einführung eines kostenlosen medizinischen Grundversorgungssystems. Tatsache ist aber auch, dass die Errichtung der kommunistischen Diktatur mit der Inhaftierung und Hinrichtung Tausender politischer Gegner einherging, dass Castro mit Hilfe von Geheimdienstoffizieren aus der DDR ein lückenloses Spitzel- und Überwachungssystem installierte, das Andersdenkende gnadenlos unterdrückte.
Besonders brutal ging das Regime gegen die Katholische Kirche vor. Ganz im Sinne der marxistischen Maxime «Religion ist das Opium des Volkes» sollte die Kirche und damit das Christentum vernichtet werden. Die Salami-Taktik des Sowjet-Regimes diente dabei als Vorbild. 1959 wurde der gesamte Besitz der Kirche enteignet und ihr Bildungssystem liquidiert. 1961 mussten 130 Priester zusammen mit Weihbischof Boza-Masvidal das Land verlassen; zugleich wurde der letzte noch verbliebene kirchliche Feiertag (Weihnachten) abgeschafft. Im Gefolge des Zusammenbruchs des Sowjetkommunismus sah sich dann allerdings auch Kuba zu einer Lockerung seiner repressiven Religionspolitik gezwungen.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Seminaristen in der Schweiz ca. 35 Novus Ordo, ca. 50 Vetus Ordo FSSPX Econe…
Kaum zu glauben dass es nach dem Soviet-Kommunismus noch immer Länder gibt, die wegen ihrer Ideologie die eigene Bevölkerung so zu grunde richten. Nord-Korea ist ja noch schlimmer...
Nicht ohne Grund hat Thomas von Aquin, Augustinus und Johannes Chrysostomos das Verlangen von Zins auf Darlehen, abgelehnt.
Darum hat auch Papst Leo im 4 Jh. das "Nehmen von Zins" für Christen verboten.
«Die Dosis mach das Gift!» oder auch:
«Allzu viel ist ungesund» oder nochmals anders,
«Wo das ICH im Zentrum steht, steckt der Teufel dahinter.»
Der Kapitalismus ist kein von oben entworfenes Gesellschaftsmodell, sondern das Ergebnis freier menschlicher Zusammenarbeit, von Eigentum, Innovation und freiwilligem Austausch. Trotz seiner Unvollkommenheiten hat er Abermillionen von Menschen aus der Armut befreit, mehr als jedes andere Wirtschaftssystem der Geschichte. Viel Elend auf der Welt hat politische Wurzeln, siehe das Leiden der Bevölkerung in Gaza. Der Kapitalismus hat eine enorme Fähigkeit, Wohlstand, persönliche Entfaltung und gesellschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen. Wer Freiheit, Eigenverantwortung und demokratische Ordnung bewahren will, sollte deshalb die Grundlagen einer freien Marktwirtschaft schützen und stärken.
Der Kapitalismus hat vielleicht den Reichtum ungleichmässig verteilt, aber der Kommunismus hat ganz bestimmt das Elend gleichmässig verteilt.
Und von wegen Zinsen: Die Katholische Kirche sieht das heute viel differenzierter. Sie hat längst erkannt, dass ein Kreditgeber reale Kosten und Risiken trägt: Er oder sie verzichtet auf die Nutzung des eigenen Kapitals, trägt das Ausfallrisiko und verliert unter Umständen Kaufkraft durch Inflation. Daher wird ein angemessener Zins als legitim angesehen. Die Kirche verurteilt nicht Zinsen, sondern Wucher. Der Katechismus verurteilt Ausbeutung, nicht Investitionen.
Das wirkliche Problem ist also moralisch, nicht systemisch: Wie handle ich? Aus Gier oder aus Dankbarkeit? Kann ich am Morgen in den Spiegel schauen, ohne mich zu schämen? Es gibt aber nur ein System, das diese moralische Frage überhaupt möglich macht.
Und heute? Ohne Geld keine Kirche, keine klösterlichen Gemeinschaften und selbst ohne Geld keine heilige Messe.. Sind wir froh gibt es die kleinen und grossen "Kapitalisten", die mit ihren Spenden das kirchliche Leben am Leben erhalten! Vielen Dank!