Über die Hälfte dieses kirchlichen Gebietes ist von russischen Truppen besetzt. Bei einem Besuch des weltweiten katholischen Hilfswerks «Kirche in Not (ACN)» sprach er über die schwierige Lage seines Exarchats, die seelsorglichen Herausforderungen und die Kraft des Glaubens. Dabei dankte auch für die vielfältige Hilfe durch «Kirche in Not (ACN)»: Im Jahr 2024 wurde Projekte im Umfang von 8,2 Millionen Franken für die Kirche und die Christen in der Ukraine finanziert.
Wie würden Sie die momentane Lage in ihrem Exarchat beschreiben?
Sie wird immer dramatischer. Drohnen machen jeden Ort unsicher, auch für Zivilisten. Entlang der Frontlinie schlafen Menschen nachts im Freien aus Angst vor Angriffen. Ich habe Familien getroffen, die nur knapp Bombenexplosionen entkommen sind. Solche Erlebnisse erschüttern zutiefst.
Wie erleben Sie den Krieg als Bischof?
Wir fühlen uns oft machtlos – als ob niemand wahrnehmen würde, was hier geschieht. Am schmerzlichsten ist, dass zivile Gebiete bombardiert werden und die Welt zu diesem Massaker schweigt. Sichtbare Schritte in Richtung Frieden gibt es kaum.
Welche Veränderungen hat der Krieg für Ihre Kirche gebracht?
Vor der Invasion hatten wir mehr als 80 Pfarreien, heute sind lediglich noch 37 aktiv. Die übrigen sind geschlossen, besetzt oder zerstört. Die Gesetze der Besatzungsregierung verbieten jede Zugehörigkeit sowohl zur griechisch-katholischen als auch zur römisch-katholischen Kirche. Alle Kirchen dort sind geschlossen. Es ist verboten, sie zu besuchen.
Wie erreichen Sie die Menschen unter diesen Umständen?
Ich bin ständig unterwegs, deshalb nenne ich mich «Bischof auf Rädern». Ich besuche Pfarreien, gehe in die Häuser, höre zu, bete mit den Menschen. In den besetzten Gebieten treffen sich Gläubige heimlich. Die schlimmste Waffe ist nicht die Bombe, sondern das Gefühl, vergessen zu sein.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :