(Bild generiert mir Raphael KI, Text von swiss-cath.ch)

Hintergrundbericht

Die Sünde seg­nen: Kein Pro­blem für Bischof Grögli & Co.

In den letz­ten Tagen haben Papst Leo XIV. und das Dikas­te­rium für den Glau­ben unmiss­ver­ständ­lich klar­ge­macht, dass die Kir­che keine Segens­fei­ern für Paare in irre­gu­lä­ren Situa­tio­nen ein­füh­ren kann. Doch Bischof Beat Grögli fou­tiert sich darum.

Auf der Webseite des Bistums St. Gallen werden acht Videoporträts von Paaren «auf der Suche nach einer für sie passenden Hochzeitsform» beworben. Zwei Videos zeigen die «Hochzeit» von homosexuellen Paaren. Beim Videoporträt von Dani und Nick ist von einer «Regenbogen-Hochzeit» die Rede. Die Pastoralraumleiterin erklärte auf die Anfrage nach einer Segnung, dass man schon einen Weg finden würde. «Diese Offenheit war der Anfang eines Weges, der sie [Nick und Dani] bis vor den Altar führte», so die Beschreibung des Videos. Der emotionalste Moment seien ihr persönliches Versprechen und der Segen des Pfarrers gewesen. Aus dem Video wird klar, dass Dani und Nick dachten, die Kirche würde seit «Fiducia supplicans» die Segensfeiern von homosexuellen Paaren erlauben. Anscheinend hat man sie in diesem Irrglauben gelassen.

Ulli und Michi feierten ihre Segensfeier in der Pfarrkirche – an dem Ort, wo Michi in der katholischen Jugendarbeit tätig ist. Der Pfarrer bot von sich aus an, der Segensfeier vorzustehen.

Und dann gibt es noch das Video von Elisabeth und Franz. Franz war nach kirchlicher Heirat zivil geschieden und somit war eine zweite Ehe nicht möglich. Doch der damalige Wallfahrtspfarrer (2005) in Maria Dreibrunnen SG sah das anders. «Er konnte entflechten, was Regeln waren, die vielleicht nötig waren, von denen man heute sagen kann: Nein, das braucht es eigentlich so nicht mehr.»

Nur pastoraler Segen von wenigen Sekunden erlaubt
Zur Erinnerung: Am 18. Dezember 2023 hatte das Dikasterium für die Glaubenslehre die Erklärung «Fiducia supplicans: Über die pastorale Sinngebung von Segnungen» veröffentlicht, die erstmals eine Segnung von Paaren in nicht regulären Beziehungen erlaubte. Was genau unter dieser Segnung zu verstehen ist, erklärte das Glaubensdikasterium zwei Wochen später in einer verbindlichen Auslegung, festgehalten in der «Pressemitteilung über die Rezipierung der Erklärung Fiducia supplicans» (4. Januar 2024). Darin wird zunächst festgehalten, dass an der Lehre der Kirche zur Ehe als unauflöslicher Gemeinschaft zwischen Mann und Frau festgehalten wird. «Da die Kirche seit jeher nur solche sexuellen Beziehungen als sittlich erlaubt ansieht, die innerhalb der Ehe gelebt werden, ist sie nicht befugt, ihren liturgischen Segen zu erteilen, wenn dieser in irgendeiner Weise einer Verbindung, die sich als Ehe oder aussereheliche sexuelle Praxis ausgibt, eine Form der sittlichen Legitimität verleihen könnte.» Es handle sich um einen pastoralen, nicht-liturgischen Segen für Einzelpersonen in irregulären Situationen, nicht aber für deren Verbindung.

Erlaubt sind Segnungen «von einer Dauer weniger Sekunden, ohne Ritual und ohne Benediktionale». Ein solcher Segen darf niemals im direkten Zusammenhang mit einer standesamtlichen Feier erteilt werden. Es dürfen keine Kleidung, Gesten oder Worte verwendet werden, die Ausdruck für eine Ehe sind. «Es ist daher klar, dass sie nicht an einem wichtigen Platz im Kirchengebäude oder vor dem Altar stattfinden sollte, denn auch dies würde Verwirrung stiften.» Und es wird nochmals darauf hingewiesen, dass diese pastoralen Segnungen keine Eheschliessungen sind und auch keine «‹Approbation› oder Ratifizierung von irgendetwas». Ein Diözesanbischof darf solche pastoralen Segnungen erlauben, «aber keinesfalls ist er befugt, Segnungen vorzuschlagen oder zu erteilen, die einer liturgischen Feier ähneln könnten».

Klare Absage an deutschen Sonderweg
Der sogenannte «Synodale Weg» in Deutschland hatte an der Synodenversammlung vom 10. März 2023 eine Handreichung für Segensfeiern für Geschiedene und Wiederverheiratete, Paare aller geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen sowie Paare, die aus anderen Gründen nicht das Sakrament der Ehe empfangen wollen oder können, beschlossen. Die Deutsche Bischofskonferenz übermittelte in der Folge ein Vademecum an das Dikasterium für die Glaubenslehre. Deren Präfekt, Kardinal Víctor Fernández, erteilte dem Vademecum eine Absage. Im Brief vom 18. November 2024 an den für Liturgiefragen zuständigen Trierer Bischof Stephan Ackermann nannte er folgende Gründe:

Erstens: Das Vademecum sieht für die Paare eine «regelrechte Akklamation» vor, eine Geste, die normalerweise im Trauritual vorgesehen ist. Damit würde der Status des Paares faktisch legitimiert, was im Widerspruch zu den Aussagen von «Fiducia supplicans» steht.

Zweitens: Im Text des Vademecums wird zunächst von «Spontaneität und Freiheit» im Zusammenhang mit den Segnungen gesprochen, doch wird für deren Durchführung ein festgelegtes Formular bereitgestellt, was dazu im Widerspruch steht.

Drittens: «Insbesondere wird im letzten Teil – nachdem festgestellt wurde, dass ‹die Art und Weise, wie der Segen vollzogen wird, der Ort, die gesamte Ästhetik, einschliesslich Musik und Gesang, die Wertschätzung der Personen, die um den Segen bitten, zum Ausdruck bringen müssen› – eine Art Liturgie oder Paraliturgie für den Segen gleichgeschlechtlicher Paare vorgeschrieben.»

Deutsche Widerborstigkeit
Das hinderte die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken nicht daran, im April 2025 die Handreichung «Segen gibt der Liebe Kraft – Segnungen für Paare, die sich lieben» zu veröffentlichen, in der die von Kardinal Fernández angebrachten Beanstandungen nicht bereinigt wurden: Sie gibt die klare Anweisung, dass die Art und Weise der Leitung der Segnung, der Ort, die gesamte Ästhetik von der Wertschätzung des Paares, ihrem Miteinander und ihrem Glauben künden soll. Durch Worte aus der Heiligen Schrift soll der Bezug zwischen dem Heilshandeln Gottes und dem Segen suggeriert werden. Dem Segensgebet soll sich die Segensbitte für das Paar anschliessen. Das Segensgebet schliesst mit einem Lobpreis Gottes.[1] Es handelt sich also nicht um eine Segnung von wenigen Sekunden, sondern um eine eigentliche liturgische Segensfeier.

Im September 2025 hatte Papst Leo XIV. in einem Interview die feierlichen Segnungen von «Paaren, die sich lieben» abgelehnt, da diese «eindeutig gegen das von Papst Franziskus genehmigte Dokument ‹Fiducia Supplicans› verstossen». Diese Haltung bekräftigte Papst Leo XIV. am 23. April 2026: Während des Rückflugs von Äquatorialguinea nach Rom erklärte er zu den Segensfeiern in Deutschland, der Vatikan habe den deutschen Bischöfen bereits klargemacht, «dass wir mit der formalisierten Segnung von […] Paaren in irregulären Situationen nicht einverstanden sind».

Die Verantwortlichen, allen voran der ehemalige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, behaupten wider besseres Wissen bis heute, die Handreichung sei mit Rom abgesprochen. Am 4. Mai 2026 veröffentlichte nun das Glaubensdikasterium den Brief vom 18. November 2024. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Kardinal Fernández gegenüber Bischof Ackermann beim letzten Treffen mit den deutschen Bischöfen am 12. November 2025 im Vatikan deutlich gemacht hat, dass der Brief vom November 2024 «die einzige und letzte Antwort» auch auf im April 2025 verabschiedete Handreichung ist. Damit sind die Verantwortlichen der offensichtlichen Lüge überführt.

Nachfrage bei den Bistümern
Der St. Galler Bischof Beat Grögli freut sich über die Videoporträts. «Sie zeigen auf, wie das Leben heute ist. Wenn Paare in verbindlicher Partnerschaft die Kirche um ihre Begleitung und um einen Segen für ihre Partnerschaft bitten, will die Kirche darauf konstruktiv-positiv reagieren.» Gemäss seiner Kommunikationsverantwortlichen Isabella Awad stellt sich Bischof Beat Grögli damit ausdrücklich hinter die oben genannte Handreichung aus Deutschland «Segen gibt der Liebe Kraft. «Ein Papier, das aufbauend auf ‹Amoris Laetitia› und ‹Fiducia Supplicans› nach einem pastoral verantworteten Weg für die Seelsorge in Deutschland sucht.» Dass sowohl das Dikasterium für die Glaubenslehre als auch Papst Leo XIV. diese Segnungen explizit ablehnen, ist Bischof Grögli egal.

Auf die Frage, ob es für Seelsorger, die unerlaubte Segensfeiern durchführen, Konsequenzen geben, erklärt Isabella Award: «Es liegt der Bistumsleitung fern, Seelsorgende zu sanktionieren, die in pastoraler Klugheit Paare begleiten, die um einen Segen für ihre verbindliche Partnerschaft bitten. Dies als Ausdruck ihrer Dankbarkeit für ihre Liebe und als Ausdruck ihres Wunschs, diese Liebe aus dem Glauben zu gestalten.»

Bistum Chur steht hinter Papst Franziskus und Papst Leo
Für die Videoporträts zeichnet sich die «Interessengemeinschaft Paar- und Familienseelsorge der katholischen Kirche in der Deutschschweiz» verantwortlich. Die korrekte Bezeichnung lautet: «Interessengemeinschaft Partnerschaft-Ehe-Familien-Pastoral Deutschschweiz».[2] Anscheinend wurde im Zusammenhang mit den Videos bewusst das Wort «Ehe» gestrichen – eine klare Aussage.

Da es sich bei dieser Interessengemeinschaft um «einen losen Verbund der Bistums- und Kantonal-Verantwortlichen für die Paar- und Familien-Seelsorge der römisch-katholischen Kirche in der Deutschschweiz» handelt, hat «swiss-cath.ch» auch die beiden anderen Bistümer der Deutschschweiz zu diesen Videoporträts befragt.

«Bischof Joseph Maria Bonnemain vertritt und teilt die Auffassung der Päpste Franziskus und Leo, der vor wenigen Tagen (anlässlich von Medienanfragen beim Rückflug aus Afrika) auf dieselben Fragen klar geantwortet hat», so die Auskunft von Nicole Büchel, Kommunikationsverantwortliche Bistum Chur. Obwohl sich Bischof Bonnemain in der Frage hinter die Lehre der Kirche stellt, wird er sich nicht um eine Löschung der entsprechenden Videos bemühen, denn: «Über die Publikation der Segensvideos oder deren Löschung verfügt Bischof Bonnemain weder die dazu notwendige Zuständigkeit noch Vollmacht.»

Auf die Frage nach möglichen Konsequenzen für Priester oder Seelsorger, die eine unerlaubte Segensfeier durchführen, antwortet das Bistum Chur: «Wie immer wird Bischof Bonnemain, falls im Bistum Chur unangebrachte Segnungsfeiern stattfinden, das Gespräch mit den involvierten Seelsorgenden suchen und ihnen die klare Haltung der Katholischen Kirche darlegen.» Dieser Satz lässt zwar den Mut zu den erforderlichen Konsequenzen vermissen, immerhin aber legt Bischof Bonnemain den Seelsorgenden und Gläubigen die Lehre der Katholischen Kirche nahe.

Ja zu «Fiducia supplicans», aber kein Bemühen um Löschung der Videos
Ähnlich die Antwort aus dem Bistum Basel: «Bischof Felix Gmür hält sich an die Bestimmungen von ‹Fiducia supplicans›». Aber auch Bischof Gmür wird sich nicht dafür einsetzen, dass die Videos gelöscht werden. Die Videos könne der Bischof nicht löschen lassen, so Jonas Spirig, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Basel. Überdies seien die Videos persönliche Erfahrungsberichte und keine Statements der Kirchenleitung. Eine verque(e)re Antwort, will die «Interessengemeinschaft Partnerschaft-Ehe-Familien-Pastoral Deutschschweiz» mit diesen Videos doch aufzeigen, wie «persönlich, stärkend und lebensnah das Heiraten in der Kirche heute sein kann».

Im Bistum Basel erwarten Seelsorger, die unerlaubte Segensfeiern durchführen, die gleichen Konsequenzen wie im Bistum Chur: «Sollte dem Bischof etwas bekannt werden, wird er das Gespräch suchen.»

Fazit
Es ist erfreulich, dass sich Bischof Felix Gmür und Bischof Joseph Maria Bonnemain zur Lehre der Katholischen Kirche betreffend Segensfeiern für Paare in irregulären Beziehungen bekennen. Umso mehr befremdet es, dass sie die Löschung der entsprechenden Videos nicht veranlassen wollen, widersprechen diese doch offensichtlich der Lehre der Kirche. Dass sie dazu keine (Voll-)Macht hätten, ist eine billige Ausrede: Für die Videos zeichnet die obgenannte Interessengemeinschaft verantwortlich, die aus Vertretern der drei Bistümer besteht. Wenn zwei von drei Bistümern unerlaubte Segensfeiern ablehnen, müssten sie dies über ihre Vertreter umsetzen können.

Nicht nachvollziehbar ist die Haltung von Bischof Beat Grögli. Wie kann ein Bischof, der die Verantwortung für den Glauben der ihm anvertrauten Gläubigen hat, sich derart unverfroren gegen die klaren Aussagen des Papstes und des Glaubensdikasteriums stellen? Bereits unter Bischof Markus Büchel bewegte sich die Kirche in St. Gallen von Rom weg. Mit Bischof Beat Grögli hat sich diese Abspaltungstendenz noch verschärft.

 

Quellen

Videoporträts des Projekts «Ja ich will»

Pressemitteilung über die Rezipierung der Erklärung «Fiducia supplicans»

Brief von Kardinal Fernández an Bischof Ackermann vom 18. November 2024

Handreichung «Segen gibt der Liebe Kraft – Segnungen für Paare, die sich lieben» der DBK

 


[1] Das Erzbistum Köln sowie die Bistümer Augsburg, Eichstätt, Passau und Regensburg lehnen die Handreichung ab, da sie den Vorgaben der Kirche widerspricht.

[2] Für das Bistum St. Gallen ist das die Fachstelle Partnerschaft-Ehe-Familie, für das Bistum Chur Brigitte Fischer Züger und für das Bistum Basel die Abteilung Pastoral des Bistums sowie einige kantonale Fachstellen.


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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Bemerkungen :

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    Michael Steiner 07.05.2026 um 20:46
    Wenn man Diözesanbischöfen erklären muss, dass es für gewisse Dinge, über die man unter anständigen Menschen nicht redet, keinen Segen geben kann, oder wenn man in Pfarreien erklären muss, dass konsekrierte Hostien nicht an Hunde verfüttert werden können, dann muss ich mich fragen, inwieweit das dort überhaupt noch die katholische Kirche ist..
  • user
    Daniel Ric 07.05.2026 um 14:47
    Ich denke, es ist wichtig, dass die katholische Kirche allen Menschen zeigt, dass sie willkommen sind und Christus für alle Menschen gestorben und auferstanden ist. Christus ist gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten. Leider sind die pastoralen Ansätze, die durch Papst Franziskus angestossen wurden, in der Schweiz nie richtig umgesetzt worden. Anstatt den vielen Menschen, die in irregulären Situationen leben, tatsächlich zu helfen, mit ihrer Lebenssituation umzugehen, hat man jahrelang auf eine medienwirksame Show gesetzt. Als Beispiel ist hier die frühere Regenbogenpastoral -Beauftragte des Bistums Basel zu nennen, die jahrelang Segensfeiern durchführte, die jedoch von fast niemandem besucht wurden. Wie in vielem gilt auch hier: Mehr Schein als Sein.
  • user
    Hansjörg 07.05.2026 um 13:43
    Um es wider einmal klar festzuhalten, die kath. Kirche verbietet nicht nur die Segnung von Geschiedenen und wiederverheirateten Menschen, nein, diese Menschen werden als schwere Sünder und permanente Ehebrecher bezeichnet.
    Zudem gehe ich davon aus, dass die kath. Kirche auch nahezu alle anderen Paare nicht mehr segnen dürfte, wenn sie eine Ehe eingehen, denn nahe zu alle haben schon mal Verhütungsmittel eingesetzt, oder sich selbst befriedigt.
    Die Sexuallehre der kath. Kirche kann von normal lebenden Menschen einfach nicht mehr dem heutigen Leben vereinbart werden.
    • user
      Claudio Tessari 07.05.2026 um 14:00
      Sorry da irren sie sich. Die Kirche segnet jeden einzelnen Menschen, auch die homosexuellen. Der Schlusssegen in einer Messe ist ja für jeden einzelnen. ABER sie kann EBEN NICHT die Sünde segnen. Kirchlich verheiratete Paare welche um den Segen der Ehe bitten, werden als PAARE gesegnet, man bittet um das Gute in der Ehe. Auch wenn es sündhafte Paare sind. Bei den Paare in irregulären Situation handelt es sich eben vor Gott nicht um Paare. Diese Beziehungen sind nicht gottgefällig, darum können diese BEZIEHUNGEN nicht gesegnet werden. Man muss hier ein Unterschied sehen.
    • user
      Daniel Ric 07.05.2026 um 14:54
      Ihre Aussage, dass die Lehre der Katholischen Kirche nicht mit dem normalen Leben vereinbart werden kann, teile ich. Jesus stellt einen Anspruch an uns, den keiner von uns erfüllen kann. Deshalb sind wir auch alle Sünder und deswegen sollten wir auch alle zur Beichte gehen und auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen. Niemand ist gerecht vor Gott. Ich bin froh, dass Frau Tina Ring unten das Zitat von Papst Leo angeführt hat, welches sinngemäss auch schon von Papst Franziskus getätigt wurde. Wir sollten nicht nur über Sexualität reden in der Kirche, da die Frohe Botschaft auch noch andere Ansprüche an den Menschen stellt. Und dies sind teilweise Ansprüche, die noch schwerer zu erfüllen sind als die Ansprüche an unsere Geschlechtlichkeit. Christsein bedeutet für mich, jeden Tag zu versuchen, Stück für Stück diesen Ansprüchen gerechtet zu werden und nicht zu verzweifeln, wenn man fällt. Der Weg, den Sie gehen, lieber Hansjörg, ist für mich der falsche. Sie wissen wohl in Ihrem Herzen, dass die Kirche richtig liegt mit ihrer Moral, lehnen diese aber öffentlich ab, um sich nicht selbst der Frage zu stellen, wo Sie sich ändern können, um Jesu Botschaft mehr zu entsprechen.
  • user
    Tina Ring 07.05.2026 um 08:42
    „Zunächst einmal halte ich es für sehr wichtig zu verstehen, dass sich die Einheit oder Spaltung der Kirche nicht um sexuelle Fragen drehen sollte. Wir neigen dazu, zu denken, dass, wenn die Kirche über Moral spricht, das einzige moralische Thema das sexuelle ist, und in Wirklichkeit glaube ich, dass es viel größere und wichtigere Themen gibt, wie Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Freiheit von Männern und Frauen, Religionsfreiheit, die alle Vorrang vor diesem speziellen Thema hätten.“

    Papst Leo XIV.
    • user
      Claudio Tessari 07.05.2026 um 10:04
      Das Zitat vom Papst kann hier auch wieder falsch verstanden werden. Im am meist wachsenden Kontinent Afrika, würde keine auf die blasphemische Idee kommen, eine Sünde segnen zu wollen. Der ganze Kontinent hat z.B. auch FS so nicht stehen lassen, worauf der Vatikan eine Klarstellung machen musste. Oft hört man, kann Liebe Sünde sein? Man müsste eher fragen, kann Sünde den Liebe sein. Schlussendlicht gibt es KEINE EINHEIT ausserhalb der Wahrheit. Den die Wahrheit ist JESUS CHRISTUS. Die Lüge vom vom Teufel.
      Der Heilige Thomas von Aquin sagte: Die grösste Tat der Nächstenliebe ist es, einen Irrenden zur Wahrheit führen.

      Wenn man den Irrtum der Homosexualität segnen will (was nicht geht) helft man dem Menschen nicht, sondern man lässt ihn noch in seiner Sünde im Stich.

      Es gilt für uns ALLE, kehrt um und glaubt an das Evangelium. Und diese ist sehr klar.
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        Tina Ring 07.05.2026 um 10:25
        Inwiefern ist das Evangelium betreffend der Segnung von Homosexuellen "klar"?

        Die Kirche täte gut daran, die Segnung beispielsweise von Waffen zu hinterfragen, denn diese führen wirklich zu einer Sünde: das Töten vieler unschuldiger Menschen!
        • user
          Nicole14 07.05.2026 um 10:35
          Das Neue Testament spricht sich an mehreren Stellen klar gegen die (ausgelebte) Homosexualität aus, z. B. Röm 1,24–27.
          Die Katholische Kirche hat eine Segnung von Waffen schon vor Jahrzehnten aus den liturgischen Büchern gestrichen. Es wäre gut, wenn Sie sich zuerst informieren.
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    Claudio Tessari 07.05.2026 um 08:05
    Es gibt zwei Hauptprobleme

    1. Es ist ein Glaubensproblem. Sind wir ehrlich, wie viele Katholiken im deutschsprachigen Raum, glauben wirklich noch an die unveränderte Katholische Lehre, welche unverändert bleibt. Selbst im Klerus, unter den Bischöfen und Kardinälen? Sicherlich eine Minderheit.

    2. Nichts hat Konsequenzen. Man kann machen was man will, es hat keine Konsequenzen. Es werden keine Priester laisiert, keine Bischöfe abgesetzt, keine Exkommunikationen ausgesprochen. Und man weiss, wenn man keine Grenzen hat, wo das endet. Würde Rom wirklich durchgreifen, müsste man ja die Mehrheit der Bischöfe im deutschsprachigen Raum absetzen und wie würde es dann weitergehen?

    Manchmal wäre eine Ende mit Schrecken vielleicht besser als ein Schrecken ohne Ende wie seit vielen Jahren in diesem Sprachraum.

    Was können wir tun? Dem Ruf von Fatima folgen, Sühne leisten, Busse tun, Rosenkranz beten für die Bekehrung, uns heiligen und den wahren unveränderten katholischen Glauben bekennen.

    HERR, gib mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
    und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden
  • user
    Stefan Fleischer 07.05.2026 um 07:54
    Was wunderts, wenn Gott, der Allmächtige Schöpfer und Herr, immer mehr zu einem freundlichen Helferlein degradiert wird, das man ruft, wenn man es braucht, das uns aber nicht zu sagen hat, was richtig und was falsch, was gut und was böse ist. Dafür haben wir pseudodemokratische Räte und Synoden und hochgelehrte Theologen. Wie lange sich Gott solches noch gefallen lässt, das weiss nur er allein. Sicher ist auf alle Fälle, dass sich niemand seinem absoluten gerechten Gericht wird entziehen können, weder durch Rang und Namen, noch mit Geld und grossartigen Aktionen, noch mit Hilfe von Winkeladvokaten und dergleichen, sondern nur durch Umkehr und die ehrliche Bitte um Verzeihung und Erbarmen.
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    B. M. aus SG. 06.05.2026 um 23:46
    Bischof Grögli ist leider weder intellektuell, noch geistlich auf der Höhe. Er ist ein Opportunist, der sich gerne vom Mainstream „lieben“ lässt. Er wird alles daran setzen, von den „Richtigen“ Applaus zu bekommen. Das wissen all jene ganz besonders, die in den vergangenen 20 Jahren mit ihm zusammenarbeiteten. Ich gehöre auch dazu.
  • user
    Anton Meier 06.05.2026 um 22:16
    Vielen Dank für die gute und informative Darstellung.