«Der Heilige Geist lässt sich nicht kanalisieren.» (Foto: Unsplash Stuart Bartlett und Jens Freudenau/Collage; swiss-cath.ch)

Kommentar

Die vom Vati­kan ange­ord­nete syn­odale Beschäf­ti­gungs­the­ra­pie bringt keine Heilung

Was von Rom kommt, ich meine die Werk­statt des uni­ver­sal­kir­ch­lich aus­ge­ru­fe­nen syn­oda­len Pro­zes­ses, ist Men­schen­weis­heit. Offen­sicht­lich haben die Prot­ago­nis­ten nichts Bes­se­res zu tun, als immer wie­der Auf­träge an die Orts­kir­chen zu ertei­len, wie der syn­odale Pro­zess, eine Tot­ge­burt von Anfang an, ver­wal­tet und am Lau­fen gehal­ten wer­den soll. Sie glau­ben, sie könn­ten den Hl. Geist kana­li­sie­ren und er würde den Weg zu den Gläu­bi­gen durch die von ihnen geleg­ten Pipe­lines ein­schla­gen. Das Ergeb­nis ist die Büro­kra­ti­sie­rung einer ange­streb­ten Erneue­rung und Mission.

Das breite und einfache Volk Gottes steht abseits. Die hauptamtlichen Akteure dieser disfunktionalen Gremienkriche sind es, die für teures Geld mit den in Auftrag gegebenen Steuerungselementen und synodalen Papieren beschäftigt sind. Es schaut dabei nichts anderes heraus als immer wieder neu zu lesende Dokumente, heterodoxe Studienergebnisse und neu ausgeklügelte Gremien (zu den vielen, bereits bestehenden).

Dabei würde genügen, wenn jeder Katholik wirklich einer wäre: Salz der Erde. Der Hl. Geist würde durch ihn wirken. Aber am Werk sind Berufskatholiken, die in ihrer Freizeit wieder Pause machen. Viele von ihnen besuchen nicht einmal regelmässig die Sonntagsmesse. Aber natürlich wissen sie, wie man die Kirche erneuern muss, Das kann man dann nachlesen, klug Ausgedachtes.

Das gilt auch für die Erfinder dieses synodalen Prozesses in Rom. Es ist inzwischen sowieso deutlich geworden, was der Prozess will: einen Umbau der bisherigen und unverrückbaren Lehrpositionen in Bezug auf Scheidung und Wiederverheiratung, Homosexualität (die ganze Queer-Agenda), die synodale Demokratisierung der Kirchenleitung, neue Ämter für die Frau, ökumenische und interreligiöse Fortschritte auf Kosten der eigenen Katholizität. Diese muss man ja in der Tat suchen. Die propagierte Inklusion betrifft hauptsächlich die Normalisierung der Homosexualität in der Kirche und ist nichts anderes als eine Revision ihrer Lehre bei den seit 60 Jahren immer gleichen Themen. Viel Brimborium um eine leicht zu durchschauende Agenda. Anscheinend haben wir genügend Homosexuelle im Klerus und in der kirchlichen Hierarchie, die genauso penetrant und unermüdlich wie in der übrigen Gesellschaft uns die Regenbogenfarben bei jeder sich bietenden Gelegenheit aufs Auge drücken und sich ihrem Ziel näher glauben denn je.

Aber dass die Konzilsdokumente nicht mehr gelten, verwundert schon. Das Konzil sprach ja noch von einem Wesensunterschied des geweihten Priestertums gegenüber dem nichtgeweihten allgemeinen; es sprach von der Einheit von Weihe und Jurisdiktion/ Leitung, von einem hierarchisch geordneten Volk Gottes. Alles Schnee von gestern! Heute zerstören diese vom Konzil gewünschte Einheit von Weihe und Leitung (Jurisdiktion) nicht nur die Piusbrüder (ihre Weihbischöfe ohne Jurisdiktion), sondern auch jene, die in Rom und bei uns Laien zu Vorstehern bzw. Präfektinnen von Dikasterien machen mit Bischöfen als ihren subordinierten Assistenten oder Co-Chefs, bei uns zu Gemeindeleitern und Vorstehern von Seelsorgeeinheiten und Pfarreien mit sog. mitarbeitenden Priestern als ihre Untergebenen.

Aber sie machen die Rechnung ohne den viel zitierten Hl. Geist. Er schlägt ganz andere Wege ein. Schaut Euch die vielen jungen Taufbewerber an, ein sich ausbreitendes Phänomen, aber keine Frucht des synodalen Prozesses.

Die Kirche würde sich besser der liturgischen Frage zuwenden, wenn sie nicht zusehen will, wie ihr die Felle weiterhin davonschwimmen, bachab. Das ist genau, was ich diesem synodalen Prozess wünsche, von dem ich nichts erwarte. Bisher hat er ja auch in der Tat nichts gebracht ausser hauptamtliche Geschäftigkeit, ein Overkill an Worten und Direktiven, aber kein übernatürliches Leben in den Herzen der Gläubigen. Dieses käme von einer wirklichen Bekehrung, von der Hingabe des eigenen Blutes. Die Prozesse sind im Gegensatz dazu Kopfgeburten; sie gehen nicht ins Blut, wenigstens nicht in meines. Wahrscheinlich bin ich nicht der Einzige.

Man wird sehen, dass dieser Versuch, die Kirche zu erneuern und im Sinne der eigenen Interessen neu zu formatieren – denkt an den propagierten Paradigmenwechsel von der apostolischen zur synodalen Kirche -  scheitern wird. Schlimmer noch, er ist schon heute ein Beschleuniger zentrifugaler Kräfte und neu drohender Schismen, innerer und äusserer!

Vielleicht sollten wir wieder den Altar zur Mitte der Kirche machen. Vielleicht sollten alle in der Kirche bedenken, dass es ohne den Priester keine Hl. Messe gibt, und ohne die Hl. Messe keine Kirche. Eine priesterlose Kirche wird verschwinden, von der einige bei uns träumen, die den Priester marginalisieren oder verdrängen und meinen, es hätte die Stunde der Laien geschlagen.

Viele junge Menschen fühlen sich deshalb von der alten Liturgie so angezogen. Sie aber ist still (vor allem beim Höhepunkt). In der Konzilskirche wird ständig geredet, liturgisch und synodal. Es besteht geradezu ein Zwang dazu, weil das Geheimnis wegfällt, vor dem man niederkniet, um alles von CHRISTUS zu empfangen, was wirkliches Leben bringt. Wir müssten uns wieder umdrehen, uns hinwenden, zu IHM aufschauen. Die Priester aber schauen ins Volk, dieses thematisiert sich selbst nach sekundären Kategorien und feiert dann Liturgie als Subjekt derselben. Der Priester ist nur Vorsteher der Versammlung. CHRISTUS, die Hauptattraktion (buchstäblich und wörtlich!) jedes Gottesdienstes gerät aus ihrem Blick. Sogar der Papst verdrängt IHN in den Papstmessen, die vor allem zu einer Begegnung mit ihm, dem Papst (-Superstar?) werden, nicht mit CHRISTUS. Über all das sollte man nachdenken, nicht unbedingt reden, sondern es ändern, jeder für sich!

 


Weihbischof em. Marian Eleganti


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Bemerkungen :

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    Redaktion 27.05.2026 um 21:05
    Wir beenden jetzt die Diskussion. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
  • user
    Joel Rietmann 26.05.2026 um 12:24
    Das Wort "schismatisch" ist ja zurzeit in aller Munde. Die katholische Kirche und ganz viele ihrer Anhänger sprechen betreffend der Piusbruderschaft von schismaticum....

    Dieser Synodale Prozess zeigt aber, wer wirklich schismatisch ist, nämlich die Katholische Kirche in Rom. Man versucht mit dem synodalen Prozess sich an die Reformierten und Protestanten Kirchen anzunähern, ja gar anzupassen. Eine Freundschaft zu einer anderen Kirche (v.a. eine die sich von der katholischen Kirche getrennt hat) welche eine Parallellkirche aufgebaut hat nennt man schismatisch....

    Also ist doch ganz klar die Katholische Kirche schismatisch und nicht die Piusbruderschaft.

    Der Synodale Prozess gehört sofort gestoppt. Er schadet der Katholischen Kirche und ihrer Tradition....
    • user
      Sabrina Staderer 27.05.2026 um 13:59
      Ich sehe das genauso.
      • user
        Stefan Fleischer 27.05.2026 um 18:20
        Joel Rietmann

        Mein Stolz wäre es, wenn ich sowohl von der Lefebvre-katholischen wie von der Deutsch-katholischen Kirche als häretisch oder schismatisch katalogisiert würde. Das würde mir bestätigen, dass ich meinem Tauf-und Firmgelübde treu geblieben bin und mich «nicht durch mancherlei fremde Lehren irreführen liess.» (vgl.Hebr 13,9)
      • user
        Lisa Arbach 27.05.2026 um 20:00
        Ich sehe das auch so. Die geheimen Machenschaften in der Kirche, die Lehre und die Gottesdienste zu verändern, sind nicht von Gott. Wir müssen das immer mehr in das Licht der Öffentlichkeit bringen.

        Gott lässt seiner nicht spotten!
        • user
          Martina Kolbach 27.05.2026 um 20:41
          Ja, die Lehre Gottes zu verändern ist das Werk der Dämonen und der Apostaten. Wir müssen das ablehnen, weil wir den Frieden und das Wohl und die Eintracht aller Menschen wünschen.
  • user
    Daniel Ric 25.05.2026 um 08:04
    Mich stört nicht nur der negative Grundton dieser Analyse, sondern auch deren Inhalt. Auch wenn sicherlich die Gefahr vorhanden ist, dass der Synodale Prozess Meinungen hervorbringt, die dem katholischen Lehramt widersprechen, so ist es verfehlt, allen Verantwortungsträgern zu unterstellen, dass sie die katholische Lehre über diesen Prozess verändern wollen. Auch die Laienbeteiligung in der Kirche muss differenziert betrachtet werden. Im Grundvollzug der Liturgie und allen Fragen bezüglich Sakramente ist diese abzulehnen, bei der Verkündigung und Diakonie hingegen zu bejahen. Die Grundfrage, welcher diese Analyse von WB Eleganti aus dem Weg geht, ist jedoch diejenige, wie man in einer Welt, in der Tradition und Autorität seit Jahrhunderten eine schwindende Rolle spielen, den Glauben vermitteln kann. Einige Ortskirchen weltweit haben dies grossartig geschafft, indem sie durch Wort und Tat die Frohe Botschaft authentisch leben. Wer vom Christentum und der katholischen Lehre überzeugt ist, muss keine Angst haben, diese im Gespräch zu vertreten und dadurch andere Menschen von der eigenen Position zu überzeugen. Mehr pfingstlichen Mut daher und weniger Rückzug ins eigene Schneckenhaus.
    • user
      Peter 25.05.2026 um 15:19
      „ wie man in einer Welt, in der Tradition und Autorität seit Jahrhunderten eine schwindende Rolle spielen, den Glauben vermitteln kann“

      Hier die Lösung: Man muss Autorität und Tradition bewahren und nötigenfalls wiederherstellen. Die Kirche hatte immer Feinde, aber die wirklichen Probleme begannen, SEIT und WEIL die Tradition, die heilige Überlieferung DURCH MÄNNER DER KIRCHE missachtet wurde.
  • user
    Dani Lienin 24.05.2026 um 15:38
    Exzellenz, Sie kritisieren regelmässig Entwicklungen aus Rom: den synodalen Prozess, die Relativierung der Lehre, gewisse liturgische Entwicklungen und die Anpassung an den Zeitgeist. Gleichzeitig betonen Sie jedoch stets den Gehorsam gegenüber dem Papst und der kirchlichen Autorität. Nun scheint Papst Leo XIV. den Kurs seines Vorgängers fortsetzen zu wollen. Er spricht positiv über das Zweite Vatikanische Konzil, hält am synodalen Weg fest und bestätigt zentrale Linien von Amoris laetitia. Wenn aber genau diese Entwicklungen nach Ihrer eigenen Analyse wesentlich zur heutigen Krise beitragen – warum bleibt dann die Kritik an ihren Grundlagen so zurückhaltend? Noch schwieriger verstehe ich Ihre Haltung gegenüber der Priesterbruderschaft St. Pius X. Einerseits kritisieren Sie Rom und viele nachkonziliare Entwicklungen sehr deutlich. Andererseits werfen Sie der FSSPX Ungehorsam vor. Doch ist ihre Position nicht wenigstens konsequent und ehrlich? Sie akzeptieren gewisse Entwicklungen eben nicht und ziehen daraus offen die entsprechenden Konsequenzen. Mir scheint, viele konservative Katholiken befinden sich heute in einem inneren Spannungsfeld: Sie erkennen die Krise der Kirche und benennen zahlreiche Fehlentwicklungen klar, halten aber zugleich an den bestehenden nachkonziliaren Strukturen fest. Dadurch entsteht zumindest nach aussen der Eindruck eines gewissen Widerspruchs. Manchmal frage ich mich auch, ob ein konsequenterer Bruch für viele schlicht zu weitreichende persönliche Folgen hätte. Wer innerhalb der kirchlichen Strukturen lebt und wirkt, riskiert bei einer offenen Lossagung nicht nur Ansehen und Positionen, sondern oft auch Einkommen, Altersvorsorge, Wohnsituation und das gesamte bisherige Umfeld. Vielleicht erklärt dies, weshalb manche zwar deutliche Kritik üben, letztlich aber doch innerhalb des Systems bleiben.
  • user
    Stefan Fleischer 24.05.2026 um 14:54
    Wichtig in diesem Zusammenhang scheint mir auch ein Kommenar, den ich anderswo gelesen habe:
    Wenn die Pius-Bruderschaft diesen Weg fortsetzt, besteht die reale Gefahr, dass sie sich schrittweise zu einer eigenständigen kirchlichen Parallelstruktur entwickelt.
    Solche Entwicklungen begannen nie mit einer offenen Lossagung von der Kirche, sondern mit der Überzeugung, die rechtmäßige kirchliche Autorität erfülle ihre Sendung nicht mehr zuverlässig und außerordentliche Maßnahmen seien notwendig, um den wahren Glauben zu bewahren. Genau dieses Muster zeigt sich in der Kirchengeschichte immer wieder. Gruppen, die zunächst nur die Tradition schützen wollten, gelangten mit der Zeit zu der Überzeugung, nur noch sie se[bst repräsentierten die authentische Kirche. Die Palmarianische Kirche ist ein besonders drastisches Beispiel, das mit einer vollständig separaten Struktur mit eigenem Papst, Hierarchie und Lehrsystem endete. Die innere Logik ist stets diese[be: Wird die sichtbare Kirche als unzuverlässig angesehen, verlagert sich die Autorität schrittweise auf die eigene Gemeinschaft.
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    Josef Köchle 24.05.2026 um 11:36
    Es gibt keine Jurisdiktion ohne die Weihe, aber eine Weihe ohne Jurisdiktion. Viele Diözesen haben solche Weihbischöfe.
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    Peter 23.05.2026 um 21:00

    ..und genau deshalb braucht es die Piusbruderschaft und die Bischofsweihen und nicht nur das Lamentieren, Exzellenz!

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    Hansjörg 23.05.2026 um 15:40
    Auch wenn Herr Weihbischof em. Marian Eleganti das nicht so sieht, früher oder später muss die kath. Kirche ihre Lehre betreffs Geschiedenen Menschen den heutigen Gegebenheiten anpassen. Geschiedene, die eine neu Liebe gefunden haben, lassen sich nicht auf alle Ewigkeit als schwere Sünder und permanente Ehebrecher bezeichnen.
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    Svenja Barthold 23.05.2026 um 13:54
    Das Bistum Chur hat viele Priester, die eine ausgereifte Haltung und eine zukunftsfähige Vision von der Kirche haben. Diese Priester werden aber von der Lavendel Mafia in Rom bekämpft. Die Lavendel Mafia schaut penibel genau dass nur eigene Leute weiterkommen und Leute die den Glauben weichspülen und alles in Wohlgefallen auflösen. Der Glaube ist denen in Rom egal, weil wegen Gott sind die nicht Priester geworden, sondern wegen dem Lavendel.
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    Martin Meier-Schnüriger 23.05.2026 um 12:40
    Natürlich trifft diese Analyse ins Schwarze. Dennoch hinterlässt sie einen bitteren Nachgeschmack, ist sie doch, wie so viele ähnliche Statements kirchentreuer Menschen, von einem pessimistischen Grundton durchzogen. Gerade wer sich bewusst ist, dass letztlich der Heilige Geist die Kirche lenkt, sollte Gelassenheit und Freude verbreiten. Regenbogen und synodaler Prozess sind ephemere Erscheinungen, die ebenso schnell wieder verschwinden werden wie sie aufgetaucht sind. Wie oft wurde in den letzten 2000 Jahren der Kirche der Tod prophezeit! Und doch hat sie überlebt. Zeiten des Niedergangs folgten regelmässig neue Blüte und Stärke. Das wird auch dieses Mal so sein. "Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen"!
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    Dr. theol. Emil Hobi, kath. Priester 23.05.2026 um 10:07
    Jedenfalls haben gewisse Leute vom Niedergang der anglikanischen „Staatskirche“ oder „Church of England“ nichts gelernt.
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    Claudio Tessari 23.05.2026 um 09:29
    Und wieder einmal hat seine Exzellenz unser lieber Bischof Marian, den Nagel auf den Kopf getroffen. Diese Klarheit, diese Unterscheidung der Geister fehlt leider den meisten heute.

    Ich empfehle allen sein neues Interview über sein Leben und die aktuelle Lage der Kirche auf unserem Kanal. https://www.youtube.com/watch?v=HvYwyA_0oyo&t=1s