Schon beim Rosenkranz in der historischen Kirche Madonna delle Grazie in Bellinzona um Mitternacht dampften die Regenschirme. Unter den 70 Gläubigen, die ursprünglich vorhatten, die ganze Nacht rund 20 Kilometer zur Wallfahrtskirche Madonna del Sasso oberhalb von Locarno zu wandern, befanden sich auffällig viele junge Menschen. Das Wetter war jedoch so schlecht, dass sich die meisten Pilger auf den mitternächtlichen Rosenkranz beschränkten und die Wallfahrt erst um 6 Uhr in Locarno mit dem steilen Aufstieg nach Orselina zur Klosterkirche Madonna del Sasso fortsetzten. Aber zwei Priester und eine Gruppe von 25 Tapferen aus dem ganzen Tessin machten sich dennoch auf den Weg. Erst um 4 Uhr früh hörte der Regen auf, bei der Frühmesse um 7 Uhr waren alle wieder trocken.
Der Apostolische Administrator Alain de Raemy liess den Teilnehmern eine Grussbotschaft zukommen. Unter normalen Umständen hätten die Pilger auf dem Marsch entlang des Flusses Ticino durch die Magadino-Ebene viermal einen kurzen Halt eingelegt, um auszuruhen, je eines der vier Rosenkranz-Mysterien zu beten und volkstümliche Marienlieder zu singen. Ein mitfahrendes Auto hätte die Erschöpften allenfalls aufnehmen können. So wird es jedes Jahr gemacht.
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