Vasperviller mit seinen rund 320 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt an der Roten Saar, in den nordwestlichen Ausläufern der Vogesen, gut zehn Kilometer südlich von Sarrebourg. Hier, ausgerechnet hier, entstand Mitte des 20. Jahrhunderts, nach den schrecklichen Jahren des Zweiten Weltkriegs, ein kleines Wunderwerk des modernen Kirchenbaus. Und dafür kamen gleich mehrere ungewöhnliche Faktoren zusammen, die der Historiker Michael Kuderna intensiv erforscht und beschrieben hat.
Da war zunächst ein Gelübde dreier lothringischer Soldaten inmitten ihrer Schlachten. Da war der Ortspfarrer, der sich für moderne Sakralkunst begeisterte, und seine kleine Gemeinde, die mitzog. Und da war Karl Litzenburger, Jahrgang 1912; ein rheinpfälzischer Architekt und Soldat, der – entsetzt vom nazideutschen Krieg – in diese Region übergesiedelt war.
Sie fassten den Entschluss, im Ort eine Kirche zu errichten – mit äusserst beschränkten finanziellen Mitteln, aber mit grosser Kühnheit und dem besten Sachverstand und Können, die sie zusammentragen konnten. Ein Jahrzehnt verging mit Planung, Selbststudium und allerlei Klinkenputzen. Unter anderem verschaffte Kulturminister André Malraux dem deutschen Diplom-Ingenieur Litzenburger die volle statt der bis dato nur eingeschränkten Berufsfreiheit als Architekt.
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