Papst Leo XIV.

Weltkirche

Ein US-​Amerikaner wird neuer Papst. Sein Name: Leo XIV.

Heute Don­ners­tag um 18.08 Uhr bran­dete Jubel auf dem Peters­platz auf: Aus dem Schorn­stein der Six­ti­ni­schen Kapelle stieg weis­ser Rauch auf. Die 133 wahl­be­rech­tig­ten Kar­di­näle haben den 69-​jährigen Ame­ri­ka­ner Kar­di­nal Robert Fran­cis Pre­vost bereits im vier­ten Wahl­gang zum Nach­fol­ger des hei­li­gen Petrus gewählt. Er hat den Namen Leo XIV. gewählt.

Knapp eine Stunde nachdem der weisse Rauch die Wahl des neuen Papstes angekündigt hatte, verkündete Kardinalprotodiakon Dominique Mamberti auf der Benediktionsloggia: «Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Papam!» (Ich verkünde euch eine grosse Freude: Wir haben einen Papst!)

Der Geist weht, wo er will: Kardinal Robert F. Prevost, den nur wenige auf dem Radar hatten, ist zum neuen Papst gewählt worden. Damit erhalten die USA genau 150 Jahre nach ihrem ersten Kardinal ihren ersten Papst. Der 69-Jährige leitete seit 2023 das «Dikasterium für die Bischöfe» und ist daher nicht nur mit der Kurie bestens vertraut, sondern kennt auch viele Bischöfe weltweit. Er gilt als gemässigte, ausgeglichene Persönlichkeit, die über ein solides Urteilsvermögen verfügt sowie über die Fähigkeit, zuzuhören. Seine Bildung und seine Laufbahn dokumentieren auf eindrückliche Weise: Mit Kardinal Robert Prevost hat eine weltweit präsente Glaubensgemeinschaft nicht nur ein neues Oberhaupt erhalten, sondern auch einen Mann mit einem weltweiten Horizont.

Chicago, Peru, Rom
Leo XIV. wurde als Robert Francis Prevost 1955 in Chicago in eine Familie italienischer, französischer und spanischer Herkunft hineingeboren. Er studierte zunächst Mathematik, bevor er 1977 den Augustinern beitrat und ein Theologiestudium begann. In Rom erwarb er sich an der von den Dominikanern geleiteten Universität «Angelicum» den Doktortitel in Kirchenrecht.

Im Jahr 1985 trat Robert F. Prevost in die Augustinermission in Peru ein, wo er von 1985 bis 1986 Kanzler der Territorialprälatur Chulucanas war. Er wirkte einige Jahre in Chicago in der Berufungspastoral seines Ordens, bevor er nach Peru zurückkehrte, wo er das Seminar der Augustiner in Trujillo leitete und Kirchenrecht unterrichtete.

1999 kehrte Robert F. Prevost wieder nach Chicago zurück, wo er als Prior seiner Provinz tätig war, bis er 2001 zum Generalprior des weltweiten Augustinerordens gewählt wurde. Der Hauptsitz des Ordens ist in Rom, im «Augustinianum». In dieser Zeit erwarb er sich einen Ruf als geschickte Führungskraft und Verwalter. Nach zwei Amtszeiten kehrte er kurzzeitig als Ausbildungsleiter des Ordens nach Chicago zurück, doch bereits im November 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Administrator der Diözese Chiclayo in Peru und ein Jahr später zum Diözesanbischof. Die peruanischen Bischöfe sind gespalten in einen linken Flügel, der der Befreiungstheologie nahesteht, und einem rechten Flügel, der dem Opus Dei nahesteht. Hier konnte Robert F. Prevost ausgleichend wirken.

Papst Franziskus lernte ihn in Peru kennen und berief ihn 2019 für fünf Jahre zum Mitglied der «Kongregation für den Klerus» sowie im November 2020 zum Mitglied der «Kongregation für die Bischöfe». Am 30. Januar 2023 erhob ihn Papst Franziskus zum Erzbischof und ernannte ihn zum Präfekten des «Dikasteriums für die Bischöfe» sowie zum Präsidenten der «Päpstlichen Kommission für Lateinamerika» Im Konsistorium vom 30. November 2023 nahm ihn Papst Franziskus ins Kardinalskollegium auf. Am 11. Februar 2025 wurden Prevost vom Grossmeister des Malteserordens Fra’ John Dunlop die Insignien des Ehren- und Devotions-Grosskreuz-Bailli des Ordens verliehen.

Grosser Erfahrungsschatz
Die Erhebung zum Kardinal war ein grosser Vertrauensbeweis von Papst Franziskus – denn Robert F. Prevost und er waren durchaus nicht immer einer Meinung.

Durch seine Tätigkeiten als Missionar in Peru, in der Ausbildung und in der Kurie bringt er viele Erfahrungen mit. Wie «The Catholic Herald» schrieb, weiss Leo XIV., was es braucht, «um das Feuer des Glaubens am Brennen zu halten. Seine globale Erfahrung wäre ein Gewinn für die Herausforderungen der Staatskunst, und seine von Natur aus zurückhaltende und gleichmütige Persönlichkeit könnte sich gut für die Kunst der Diplomatie eignen.»

In vielen Punkten hat sich Leo XIV. bisher nicht in die Karten blicken lassen. Sein erster Auftritt auf der Benediktionsloggia im traditionellen, an Papst Johannes Paul II. erinnernden Habitus mit roter Mozetta, symbolreicher Stola und Brustkreuz lässt allerdings darauf schliessen, dass er sich nicht nur in Stilfragen von seinem Vorgänger unterscheiden wird. In Bezug auf Vorwürfe wegen angeblich nicht korrektem Umgang in Missbrauchsfällen haben mehrere Parteien Robert F. Prevosts Verhalten verteidigt.

Programmatischer Name des neuen Papstes
Der Name des neuen Pontifex – Leo XIV. – ist vielversprechend. Marco Fausto Gallina hatte vor kurzem in einem Beitrag auf «Corrigenda» erklärt, dass Leo gar der ideale Name des nächsten Papstes sei: «Der direkte Vorgänger, Leo XIII., spielte exakt jene Rolle, die derzeit ausgefüllt werden muss: Ein Papst zwischen zwei Jahrhunderten, der eine katholische Antwort auf die drängenden Fragen der Zeit gefunden hat. Leo XIII. war ein Papst der Bücher, Enzykliken und Bibliotheken. Er öffnete das Fenster zur Scholastik nicht, um zurückzublicken, sondern um Licht in die Fragen der Moderne zu bringen.»

«Der Friede sei mit euch allen», so begrüsste Leo XIV. die jubelnden Menschen auf dem Petersplatz und zeigte so nicht nur mit seiner Kleidung, dass er sich von Papst Franziskus unterscheiden wird. Immer wieder kam er auf den Frieden zu sprechen: «Ich hoffe, dass dieser Friedensgruss alle Völker und alle Menschen erreicht.» Und er betonte, dass das Böse nicht gewinnen wird. Er erklärte, dass er eine synodale Kirche wünscht, die allen nahe ist, die leiden. Die Kirche sei aufgerufen, Brücken zu bauen und den Dialog zu suchen. «Wir wollen gemeinsam als Missionare unterwegs sein.»

Unter den ersten Gratulanten war der amerikanische Präsident Donald Trump. «Was für eine Überraschung und was für eine große Ehre für unser Land», schrieb Trump auf seinem Social Media-Kanal Truth Social. Und er freue sich auf ein Treffen mit dem neuen Papst.

In der Schweiz hat bereits Alain de Raemy, Apostolischer Administrator von Lugano reagiert. «Mit grosser Freude habe ich von der Wahl des neuen Heiligen Vaters Leo XIV. erfahren. Mit grosser Dankbarkeit schliessen wir uns im Gebet für ihn und für sein neues Amt an der Spitze und im Dienst der Kirche zusammen. Möge der Herr seine Schritte mit Weisheit und Liebe begleiten und den Glauben und die Einheit unter uns allen inspirieren!»

Auch die Schweizer Bischofskonferenz hat eine kurze Meldung aufgeschaltet: «Die Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz freuen sich über die Wahl von Robert Francis Prevost, der als Papst den Namen Leo XIV. gewählt hat und beten für sein Amt. Der Papst wird die einzigartige und schwierige Aufgabe fortsetzen müssen, den in weltweit unterschiedlichsten Realitäten lebenden Katholiken und Katholikinnen vorzustehen. Im Geiste der Synodalität muss er beim Aufbau unserer Kirche auf alle Gläubigen zählen können. Die Schweizer Bischöfe versichern ihm ihr Gebet und laden alle Gläubigen ein, dies ebenfalls zu tun.»


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

E-Mail

Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.

Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

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Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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Bemerkungen :

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    Carus 09.05.2025 um 19:55
    Freude und Zuversicht sind das Gebot der Stunde. Das Kardinalskollegium hat unter der Führung des Heiligen Geistes einen neuen Bischof von Rom erwählt. Einen Mann, der wie ich finde nicht nur sympathisch wirkt, sondern von seinem Hintergrund vielversprechend (Weltkirchliche Erfahrung, Ausgleichend) ist. Ich wünsche Ihm alles gute und bete für Ihn.
  • user
    Meier Pirmin 09.05.2025 um 08:49
    Wenn ich mich richtig entsinne, war die erste Reaktion der Menge auf dem Petersplatz eher eine massvolle Konsternation als riesige Begeisterung, weil die wenigsten diesen "father Bob" kannte und erst recht einen US-Amerikaner, auf der Rechnung hatte, von dessen Bischofstätigkeit in einer der ärmsten Diözesen Lateinamerikas fast niemand eine Ahnung hatte, ich übrigens auch nicht. Aber dass wegen seiner Tätigkeit in der Kurie ihn mutmasslich jeder Papstwähler persönlich kannte, dieser Umstand hätte ihn eigentlich bei wirklichen Kennern zum Papabile stempeln müssen, aber diese wirklichen Kenner sind nun mal viel seltener und vor allem so gut wie nie Journaliten von Beruf.

    Wie auch immer, das Kardinalskollegium verdient mutmasslich ein Dankgebet für diesen abermals Überrasschungspapst, von dem man wie von allen erst hinterher wissen wird, ob er ein sog. Papst der Vorsehung bzw. Papst der Zulassung Gottes gewesen sei, wobei im Normalfall stets beides wohl vorliegt.

    Dass er Augustinermönch ist, wie übrigens Luther, sich auf den heiligen Augustinus berief, wie sehr häufig nicht nur die Reformatoren, sondern zumal Meister Eckkart, der bedeutendste Mystiker der Kirchengeschichte, Verurteilung hin oder her, spricht für ihn ebenso wie die Bemerkung betr. der Warnung vor der Klerikikalisierung des weiblichen Geschlechts, wiewohl immerhin die heilige Maria Magdalena, die übrigens in ihrer Biographie nie eine Hure war, in den Bruderklaus-Akten von 1474 "Bischöfin" und "Apostolin" genannt wurde, so wie selbstverständlich von allen Weltreligionen im Katholizismus die Frauen die grösste Rolle spielen, nicht erst seit Gertrud der Grossen, Mechthild von Magdeburg, dem weiblichen Dante, Katharina von Siena , in der Schweiz Marguerite Bays, deren Bedeutung ich höher einschätze als die von Kardinal Mermillod, so wie allein schon die Meditationen der Baldegger Schwester Antoinette Feldmann an spiritueller Substanz die Publikationen der Luzerner Theologen Küng und Koch möglicherweise übertreffen, jedenfalls Josef Vital Kopp, dem Propheten des 2. Vatikanums ("Die Tochter Sion") und Vermittlung von Teilhard de Chardin zumindest gleichkommen.

    Dass ein US-Amerikaner Papst wurde, ist auch ein Zeichen, dass Kirche auch ohne Landeskirchen und staatlich genehmigte und eingezogene Kirchensteuer blühen kann, dass es eine missionarische Bekenntiskirche braucht. Unter dieser Bedingung kann auch Synodalität funktionieren.

    Es wird meines Erachtens sehr wohl irgendwann mal Priesterinnen geben, vielleicht sogar mal eine "amerikanische Päpstin", nach Esther Vilars Theaterstück eine Art Margaret Thatcher der Kirche, aber wohl kaum bevor der Feminismus seine menschenfeindliche Ideologie des satanischen "Menschenrechts" der Tötung vorgeburtlichen Lebens von der Traktandenliste gestrichen hat. In dieser Hinsicht hat sich die sog. feministische Theologie bisher in keiner Weise engagiert. Abtreibung und sexueller Missbrauch gehören nun mal in gleicher Weise bekämpft.
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    Daniel Ric 09.05.2025 um 07:34
    Ich bete dafür, dass Gott den neuen Papst Leo XIV. stärken und leiten wird. Ich bin froh darüber, dass weder ein sich selbst als Konservativer oder als Progressiver titulierender Kardinal gewählt wurde, sondern ein Priester, der als Ordensmann und Bischof den Menschen nahe war. Die vielen Artikel, die im Vorfeld des Konklaves geschrieben wurden, zielten meines Erachtens an der Wahrheit vorbei. Man schrieb je nach eigener Präferenz viel von progressiv, konservativ, reformorientiert, etc. In den Medien wurden vor allem die Voten von Kirchenvertretern wiedergegeben, die am lautesten schreien (Müller und Burke auf der rechten Seite, auf der linken Seite ein Kardinal Marx oder progressive Theologen). Mich berühren diese Positionen nicht, da ich in ihnen keine authentischen Glaubenszeugen sehe. In Papst Johannes Paul II., in Papst Benedikt XVI. und in Papst Franziskus sah ich diese Authentizität und den Willen, Christus zu folgen. Ich wünsche mir eine Kirche, die glaubwürdig versucht, Christus zu folgen und das Vorbild Christi nicht durch eigene Ideologien - seien es konservative oder progressive - entstellt.
    • user
      Claudio Tessari 09.05.2025 um 07:57
      Da muss ich ihnen widersprechen. Lesen Sie mal das Leben eines Kardinal Burke, Sarah oder Müller. Einfach sagen sie seien keine authentischen Stimmen finde ich nicht fair. Sie waren es, welche in Zeiten der Verwirrung, und es gibt Dokumente welche verwirrend sind, klar den katholischen Glauben bekannten. Es waren die gläubigen Laien welche um Klärung baten, und Antworten erhielten, während leider andere Schwiegen.
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        Daniel Ric 09.05.2025 um 10:18
        Ich habe Kardinal Sarah bei der Aufzählung nicht genannt, da ich ihm ebenfalls attestiere, glaubwürdig Christus zu folgen, auch wenn ich inhaltlich nicht überall (aber bei sehr vielen Punkten) seine Meinung teile. Jedenfalls gibt es Hunderttausende Priester und Millionen von Laien, die in Zeiten der Verwirrung, die nun bereits 2000 Jahre andauern (bereits im Evangelium ist die Rede vom Antichristen, der die Menschen verführt), durch ihr Glaubensbeispiel, ihre tätige Nächstenliebe und ihre Treue zu Christus prägen. Lamentierende (Müller) und Hermelin tragende (Burke) Kardinäle gehören hier für mich persönlich nicht unbedingt dazu. Ein Kardinal Sarah hingegen schon.
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        A. Albisser 09.05.2025 um 11:24
        Guten Tag Herr Tessari

        Mich erstaunt immer wieder wie sich Leute so sehr mit traditionellen, katholischen Kardinälen identifizieren, welche meiner Meinung zwar in der Sache Recht, jedoch menschlich nicht authentisch wirken.

        Was nützt es, wenn ich die Wahrheit weiss und verkünde, aber den Großteil der Menschen mit meinem Glauben an Jesus nicht berühren und authentisch überzeugen kann?

        Sarah ist für mich authentisch, weil traditionell, wahre Lehre und bescheiden.

        Burke ist für mich nicht authentisch (Bescheiden? Lesen sie mal das Gezeter um seine Wohnung in Rom. Was braucht ein Mann soviele Zimmer/m2 wenn man alleine wohnt? Chauffeur, Fahrzeug usw?...)

        Müller; ließ sich bei der Abschlussmesser von Paris Chartres immerwieder das Hütchen vom Zeremoniar aufsetzen, obwohl er es etwa vier Mal selber hingelegt hat, und ihm dabei sichtlich unwohl war. Auch diese bestickten Handschuhe sind doch nicht authentisch. Müller hat sowas nie gemacht, außer bei dieser Abschlussmesse.

        Viele Tradis wollen das Rad der Zeit zurückdrehen und den Zustand von 1950 einfrieren. Die Kirche hat sich jedoch immer weiterentwickelt, ohne die Lehre zu verwässern.

        Authentisch ist die Kirche wieder wenn Sie Ihren Prunk und Firlefanz ablegt, und wieder bescheiden, Wahr und Ehrlich von Jesus Christus "schwärmt" und jeder Christ ein Vorbild ist.

        Die konservativen Kardinäle haben wohl Recht (Wahrheit), nur leider reicht das nicht um Zeugnis für Jesus Christus abzulegen.

        Ich empfehle Ihnen mal in die Piusbruderschaft zu gehen. Die Patres behüten wohl die Wahrheit und es gibt viele welche wahrhaft Vorbilder sind, jedoch gibt es ebensoviele welche einfach auf der Schatztruhe der Wahrheit sitzen, und aus Angst die Truhe verlassen zu müssen, vergessen Christ zu sein(Vorbild, Nächstenliebe, Werke der Barmherzigkeit tun, usw...)

        Manchmal denke ich, Menschen wie Sie, Burke oder Müller, sitzen auf dieser Wahrheits-Truhe.

        Die Wahrheit ist sehr wichtig, ebenso wichtig ist jedoch ein gutes Vorbild, ein guter Christ zu sein.
        • user
          Claudio Tessari 09.05.2025 um 13:31
          Wahrheit ohne Taten geht natürlich nicht. Aber nur zu ihrem Seitenhieb an die Piusbruderschaft, Kardinal Müller und Burke sind übrigens sehr grosse Kritiker der Piusbruderschaft. Es geht den Kardinälen nicht zurück zur Alten Messe zurück vor das Konzil, sondern das Konzil endlich umsetzen. Schauen sie mal die neue Messe an und was das Konzil schrieb? Warum wurde die Totenmesse, die Eröffnugnsmesse und heute die Dankmesse immer auch in Latein gefeiert? Heute erleben wir oft ein Event anstatt eine Heilige Messe. Alle diese Kardinäle sagen nichts anderes, als was das Konzil lehrte. Die Leute welche die alte Messe besuchen, wurden beschimpft und verleumdet. Aber die Bischöfe und Priester welche Regenbogen Flaggen aufhängten, die Kirche zum Eventsaal umbauten wurden nicht mal ermahnt. Die Kardinäle haben das angeprangert. Es geht nicht einfach um Wahrheit. Sondern es geht um die Gottesverehrung. Und nochmals, Wahrheit ohne Werke ist nicht. Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit aber auch nicht. Katholisch ist eben ET ET und nicht Sola.
          • user
            Daniel Ric 09.05.2025 um 16:34
            Ich teile Ihre Auffassung, dass es zum katholischen Glauben dazugehört, die Lehre vollumfänglich zu beherzigen und zu versuchen, diese umzusetzen. Dazu gehört auch das eigene Eingeständnis, ein schwacher Mensch zu sein, dem dies im Alltag oft nicht gelingt. Was ich an vielen "Erz-Konservativen" ablehne, ist die Tatsache, dass all diese Stellen des Evangeliums, die ihnen unbequem sind, umgedeutet werden. Hier behält die französische Redewendung recht, wonach "les extremes se touchent", da die Progressiven hier genau gleich sind. Man kann unmöglich rigoros gegen Flüchtlinge sein, die Todesstrafe in der jetzigen Zeit gutheissen, wirtschaftliche Ausbeutung ignorieren, geopolitische Kriege befürworten oder postulieren, das menschliche Handeln habe keinen Einfluss auf die Ökologie und gleichzeitig behaupten, man vertrete die Lehre Jesu unverkürzt. Mir ist ein Priester oder Bischof, der offen zugibt, dass die Lehre Jesu die menschlichen Fähigkeiten oft überfordert, lieber als Kirchenvertreter der linken und rechten Seite, welche die Lehre Jesu nur dort ernst nehmen, wo diese sich mit ihren Lebensgewohnheiten deckt. Natürlich bedeutet dieses Eingeständnis der Überforderung nicht, dass man in einen Relativismus verfallen darf, bei dem ein everything goes resultiert. Man muss die Menschen sanftmütig und demütig auffordern, trotz ihrer Beschränkungen die Lehre Jesus Schritt für Schritt zu verwirklichen.
            • user
              Claudio Tessari 10.05.2025 um 11:01
              Lieber Herr Ric. Die Argumente welche sie gegen die sogenannte Erzkonservative bringen, sind Totschläger wie die Medien sonst gegen die Konservativen bringen und sie in die Naziecke stecken.
              Migration
              Im KKK steht: Die politischen Autoritäten dürfen im Hinblick auf das Gemeinwohl, für das sie verantwortlich sind, die Ausübung des Einwanderungsrechtes verschiedenen gesetzlichen Bedingungen unterstellen und verlangen, daß die Einwanderer ihren Verpflichtungen gegenüber dem Gastland nachkommen. Der Einwanderer ist verpflichtet, das materielle und geistige Erbe seines Gastlandes dankbar zu achten, dessen Gesetzen zu gehorchen und die Lasten mitzutragen.
              In der gesteuerten Migration kommen hauptsächlich junge muslimische Männer nach Europa, welche sich weder anpassen wollen, noch sich integrieren wollen. Kardinal Sarah, sicherlich kein Nazi, sagte selber: Die neue Migration ist eine Art Sklaverei.

              Ausbeutung ignorieren
              Es steht im KKK, dass dies eine himmelschreiende Sünde ist. Die Erzkonservativen berufen sich auf die Soziallehre, welche klar ein masslosen Kapitalismus verurteilt, aber gleichzeitig das Privateigentum garantiert. Wir erleben ja weltweit eher das Gegenteil, ein totalitären Sozialismus.

              Todesstrafe wie Gerechten Krieg
              Das gehörte zur katholischen Lehre wobei die Todesstrafe jetzt abgeändert wurde. War aber 2000 jährige Lehre. Und auch hier, gibt es ja gemäss Katechismus ganz klare Voraussetzungen.

              Menschlich verursachten Klimawandel
              Umweltschutz ist sicherlich ein Pflicht für die Christen. Den Klimawandel hat es immer gegeben, hier können sich die Meinungen sicherlich teilen, hat aber meiner Meinung nach, nichts mit dem Glauben zu tun.

              Die Progressiven und Erzkonservativen in das gleiche Boot zu tun, ist zu kurz. Für einen Progressiven ist die Lehre, die Dogmen veränderbar. Für einen Erzkonservativen sicherlich nicht. Das es überall menschelt ist klar. Aber wenn man sich auf die unverkürzte Lehre Jesu berufen möchte, dann muss man an das glauben was in den Dogmen gelernt wird, was die Kirche in ihren Katechismen niedergeschrieben hat. Und wir wissen ja wer als Erzkonservativ gemeint ist, jene welche nicht alles was in den letzten 13 Jahren von Rom kam, ohne hinterfragen angenommen hat, sondern auf Fragen der Gläubige eine katholische Antwort gegeben hat. Wie Kardinal Müller, Burke, Sarah, Erdö oder wie Bischof Eleganti, Schneider oder Strickland.

              Von jenen Gruppen, welche sich ausserhalb der Kirche bewegen, oder sogar den Papst in Frage stellen, DISTANZIERE ICH MICH KLAR.
              • user
                Daniel Ric 11.05.2025 um 08:21
                Lieber Herr Tessari, ich gehöre ganz bestimmt nicht zu den politisch Korrekten, die Menschen in eine Ecke stellen wollen. Mir ist klar, dass es neben einer Gesinnungsethik eine Verantwortungsethik gibt, in der vernünftige Argumente den Ausschlag geben müssen. Was ich einigen Erzkonservativen vorwerfe ist, dass sie ihren Gläubigen nicht zumuten zu unterscheiden, was geoffenbarte Glaubenswahrheiten sind und was von Menschen gemachte Gesetze und Regeln, die dadurch zwar nicht schlecht sind, aber doch immer wieder Gegenstand von Diskussionen sein sollten und sein dürfen. Hier sind beispielsweise Fragen der Liturgie zu nennen oder die von mir genannten ethischen Diskussionen zu Krieg und Todesstrafe. Der mündige Katholik muss es aushalten können, dass man über gewisse Fragen (natürlich nicht alle) in der Kirche diskutieren kann, ohne dass von Anfang an bereits klar ist, was richtig und was falsch ist.
  • Willy Zweifel 08.05.2025 um 22:26

    Danke für die informative Einschätzung des neuen Papstes. Möge er sich vom Heiligen Geist leiten lassen. Auf jeden Fall hoffe ich auf ein Pontifikat, das die Kirche wieder einigt und nicht dauernd den Katechismus der Katholischen Kirche relativiert.