Wallfahrten der Tradition, das heisst Wallfahrten, während der die Heilige Messe in der überlieferten Form gefeiert wird, erfahren seit einigen Jahren grossen Zuspruch. Eine Gruppe junger Menschen aus der Schweiz hat sich davon inspirieren lassen und selbst eine Wallfahrt von der Basilika Notre-Dame de Fribourg nach Notre-Dame des Marches auf die Beine gestellt.
Im Interview mit «swiss-cath.ch» erzählt Colombe Ackermann von der Entstehungsgeschichte der Vereinigung und der Wallfahrt von Fribourg nach Broc FR.
Wie kam es zur Gründung des Vereins?
Der Verein wurde 2023 gegründet. Inspiriert von ähnlichen Beispielen wollten wir eine traditionelle Pilgerreise ins Leben rufen, die Schweizer aus allen Kantonen zusammenbringt, um für die Schweiz zu beten. Es schien uns wichtig, dieser Vereinigung eine helvetische Prägung zu geben, damit die Schweizer in ihrer Heimat etwas finden, das ihren Glauben nährt und belebt.
Welches sind die konkreten Ziele des Vereins?
In erster Linie für den Glauben in der Schweiz zu beten, der bei der Gründung des Landes so wichtig war. Es erscheint uns unerlässlich, dieses Erbe unserer Väter zu bewahren. Konkret geschieht dies durch die Organisation einer jährlichen Pilgerreise. Im Vorfeld: die Festlegung der Route, die materielle Organisation, die spirituelle Vorbereitung, das Sammeln von Spenden und die Suche nach Sponsoren, die Kommunikation, die Sicherstellung der Verbindung zur Diözese und die Ausbildung der Freiwilligen. Vor Ort geht es auch darum, die Sicherheit, Verpflegung und Versorgung der Wanderer zu gewährleisten. Dazu sind wir in mehrere Bereiche unterteilt und zählen etwa vierzig Freiwillige (davon etwa zehn im Komitee).
Sie stellen sich bewusst unter den Schutz Mariens.
Ja, wir glauben, dass sie am besten geeignet ist, uns im Glauben zu bewahren und zu leiten, sie, von der gesagt wird: «Selig ist die, die geglaubt hat» (Lk 1,45).
Sie führen am Wochenende vom 27./28. September eine Schweizer Wallfahrt von der Basilika Notre-Dame de Fribourg nach Notre-Dame des Marches durch. Warum haben Sie diese beiden Orte ausgewählt?
Abgesehen von dem herzlichen Empfang, den wir an beiden Orten erfuhren, haben wir sie wegen ihrer Symbolik ausgewählt. Notre-Dame des Marches ist ein sehr alter Wallfahrtsort, und wir freuen uns, diese Wallfahrt fortzusetzen und in die Fussstapfen unserer Vorfahren zu treten, um für die Zukunft unseres Landes zu beten. Da sie der Jungfrau Maria geweiht sind, passten sie besonders gut zu unseren Zielen.
Welche Erfahrungen haben Sie bei der letztjährigen Wallfahrt gemacht? Was hat Sie besonders beeindruckt?
Zunächst einmal hat uns die Begeisterung für diese erste Ausgabe mit 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gefreut. Sie hat uns gezeigt, dass unsere Pilgerreise einem echten Bedürfnis entspricht, insbesondere bei jungen Schweizern, sich zu treffen, um gemeinsam zu wandern, zu beten und sich in einer geselligen Atmosphäre miteinander vertraut zu machen.
Ausserdem hat uns die Atmosphäre vor Ort beeindruckt, mit Pilgern voller Dankbarkeit und besonders andächtigen Gebetsmomenten.
Die Vielfalt der Hintergründe unserer Teilnehmer, die nicht unbedingt mit dem tridentinischen Ritus vertraut waren oder sogar aus protestantischen Kreisen stammten, war zudem ein schönes Zeichen der Einheit in Christus Jesus. In unserer säkularisierten Welt suchen viele junge Menschen Gott, und wir versuchen, ihnen einige Schlüssel zu geben, um ihn zu finden.
Da in diesem Jahr die Zahl von 200 Anmeldungen überschritten wurde, sind wir sicher, dass der liebe Gott uns und unser Land mit Gnaden reich beschenken wird!
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