Die Ankunft der Pilger in Broc. (Bild: Notre-Dame de la Foi)

Kirche Schweiz

Eine Frei­bur­ger Wall­fahrt strahlt aus auf die ganze Schweiz

Am 27./28. Sep­tem­ber führt die vor weni­gen Jah­ren gegrün­dete Ver­ei­ni­gung «Notre-​Dame de la Foi» eine tra­di­tio­nelle Wall­fahrt von der Basi­lika Notre-​Dame de Fri­bourg nach Notre-​Dame des Mar­ches durch. Bereits sind 235 Anmel­dun­gen ein­ge­gan­gen, dop­pelt so viele wie letz­tes Jahr.

Wallfahrten der Tradition, das heisst Wallfahrten, während der die Heilige Messe in der überlieferten Form gefeiert wird, erfahren seit einigen Jahren grossen Zuspruch. Eine Gruppe junger Menschen aus der Schweiz hat sich davon inspirieren lassen und selbst eine Wallfahrt von der Basilika Notre-Dame de Fribourg nach Notre-Dame des Marches auf die Beine gestellt.

Im Interview mit «swiss-cath.ch» erzählt Colombe Ackermann von der Entstehungsgeschichte der Vereinigung und der Wallfahrt von Fribourg nach Broc FR.

Wie kam es zur Gründung des Vereins?
Der Verein wurde 2023 gegründet. Inspiriert von ähnlichen Beispielen wollten wir eine traditionelle Pilgerreise ins Leben rufen, die Schweizer aus allen Kantonen zusammenbringt, um für die Schweiz zu beten. Es schien uns wichtig, dieser Vereinigung eine helvetische Prägung zu geben, damit die Schweizer in ihrer Heimat etwas finden, das ihren Glauben nährt und belebt.

Welches sind die konkreten Ziele des Vereins?
In erster Linie für den Glauben in der Schweiz zu beten, der bei der Gründung des Landes so wichtig war. Es erscheint uns unerlässlich, dieses Erbe unserer Väter zu bewahren. Konkret geschieht dies durch die Organisation einer jährlichen Pilgerreise. Im Vorfeld: die Festlegung der Route, die materielle Organisation, die spirituelle Vorbereitung, das Sammeln von Spenden und die Suche nach Sponsoren, die Kommunikation, die Sicherstellung der Verbindung zur Diözese und die Ausbildung der Freiwilligen. Vor Ort geht es auch darum, die Sicherheit, Verpflegung und Versorgung der Wanderer zu gewährleisten. Dazu sind wir in mehrere Bereiche unterteilt und zählen etwa vierzig Freiwillige (davon etwa zehn im Komitee).

Sie stellen sich bewusst unter den Schutz Mariens.
Ja, wir glauben, dass sie am besten geeignet ist, uns im Glauben zu bewahren und zu leiten, sie, von der gesagt wird: «Selig ist die, die geglaubt hat» (Lk 1,45).

Sie führen am Wochenende vom 27./28. September eine Schweizer Wallfahrt von der Basilika Notre-Dame de Fribourg nach Notre-Dame des Marches durch. Warum haben Sie diese beiden Orte ausgewählt?
Abgesehen von dem herzlichen Empfang, den wir an beiden Orten erfuhren, haben wir sie wegen ihrer Symbolik ausgewählt. Notre-Dame des Marches ist ein sehr alter Wallfahrtsort, und wir freuen uns, diese Wallfahrt fortzusetzen und in die Fussstapfen unserer Vorfahren zu treten, um für die Zukunft unseres Landes zu beten. Da sie der Jungfrau Maria geweiht sind, passten sie besonders gut zu unseren Zielen.

Welche Erfahrungen haben Sie bei der letztjährigen Wallfahrt gemacht? Was hat Sie besonders beeindruckt?
Zunächst einmal hat uns die Begeisterung für diese erste Ausgabe mit 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gefreut. Sie hat uns gezeigt, dass unsere Pilgerreise einem echten Bedürfnis entspricht, insbesondere bei jungen Schweizern, sich zu treffen, um gemeinsam zu wandern, zu beten und sich in einer geselligen Atmosphäre miteinander vertraut zu machen.

Ausserdem hat uns die Atmosphäre vor Ort beeindruckt, mit Pilgern voller Dankbarkeit und besonders andächtigen Gebetsmomenten.

Die Vielfalt der Hintergründe unserer Teilnehmer, die nicht unbedingt mit dem tridentinischen Ritus vertraut waren oder sogar aus protestantischen Kreisen stammten, war zudem ein schönes Zeichen der Einheit in Christus Jesus. In unserer säkularisierten Welt suchen viele junge Menschen Gott, und wir versuchen, ihnen einige Schlüssel zu geben, um ihn zu finden.

Da in diesem Jahr die Zahl von 200 Anmeldungen überschritten wurde, sind wir sicher, dass der liebe Gott uns und unser Land mit Gnaden reich beschenken wird!
 


Das Motto der diesjährigen Wallfahrt ist «Die Märtyrer des Glaubens». Wie kamen Sie zu diesem Thema und wie wird es umgesetzt?
Christ zu sein bedeutet heute, einen Weg einzuschlagen, der dem entgegensteht, was die Welt uns bietet. Die Wahrheit zu verteidigen und sie in unserem Alltag zu verankern, erfordert Kraft und Mut. Wir haben versucht, diesen missionarischen Eifer bei Heiligen zu finden, die grösste Hingabe bewiesen haben, bis hin zur Hingabe ihres Lebens für Christus, um seinen Namen zu verteidigen. Die Katechesen während der gesamten Wanderung werden daher von den Märtyrern des Glaubens handeln, um über die Lebensvorbilder von Männern und Frauen des Glaubens zu meditieren. Als Schweizer Pilger werden wir vor allem über den heiligen Mauritius, die heilige Regula, den heiligen Ursus und einige andere sprechen, die als Glaubensvorbilder unser Schweizer Land durchquert haben.

Eine Besonderheit der Wallfahrt: Die Messen werden im sogenannten alten Ritus gefeiert. Warum ist Ihnen diese Form des Ritus einen Herzensanliegen?
Die Kirche existiert seit ihrer Gründung durch Christus vor mehr als 2000 Jahren. Seit Jahrhunderten und bis heute wird die Messe weltweit im tridentinischen Ritus gefeiert. Indem wir uns dieser Tradition anschliessen, legen wir Wert darauf, dass die Messen in dieser Form des Ritus gefeiert werden, der durch seine lateinische Sprache und seine Momente der Stille die Heiligkeit unterstreicht. Da die traditionelle Form bei jungen Menschen immer weniger bekannt ist, freuen wir uns, sie während dieser zweitägigen Pilgerreise entdecken zu können. Die Stille, die Anbetung und die Schönheit der ganzen Liturgie berühren oft Herzen, die sich nach Schönheit sehnen und in einer schnelllebigen Welt innehalten möchten.

Gibt es neben der Wallfahrt noch andere Angebote des Vereins?
Der Verein organisiert einen Schulungstag für seine ehrenamtlichen Mitarbeiter, aber derzeit sind keine weiteren Aktivitäten geplant.
 

Anmeldeschluss für die zweisprachige Wallfahrt ist heute, 13. September 2025.

Informationen zur Vereinigung und zur Wallfahrt finden sich hier Link.

Notre-Dame des Marches
Die ersten schriftlichen Erwähnungen einer Kapelle in Notre-Dame des Marches stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die heutige Kapelle am Fusse der Dent de Broc wurde 1705 erbaut.
Die Geschichte der Kapelle änderte sich am 17. Mai 1884, als ein junges Mädchen aus der Region, Léonide Andrey, auf wundersame Weise geheilt wurde. Eine Reihe weiterer Heilungen in diesem Jahrzehnt verschaffte ihr den Ruf als «kleines Lourdes» der Schweiz. Ihr Ruf wuchs und überschritt die Kantonsgrenzen, insbesondere während der beiden Weltkriege, als Pilgerfahrten zur Grotte von Massabielle in Lourdes unmöglich geworden waren.


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

You have reached the limit for comments!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der Erste, der kommentiert