Diözesanwallfahrt zum Schrein der heiligen Winefride, Holywell. (Bild © Mazur/cbcew.org.uk / Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Weltkirche

Eng­lands Katho­li­sche Kir­che zeigt Flagge

Die Katho­li­sche Kir­che in Eng­land und Wales ist leben­dig. Dies zei­gen die vie­len Tau­fen und Kon­ver­sio­nen in der dies­jäh­ri­gen Oster­nacht. Das liegt auch daran, dass die Kir­che im All­tag Prä­senz mar­kiert. Bered­tes Bei­spiel: Anläss­lich des Hei­li­gen Jah­res soll durch eine natio­nale Wall­fahrt das Erbe der Pil­ger­wege wie­der­be­lebt werden.

Die Katholische Kirche in England und Wales zählt viele junge Kirchenbesucher; insgesamt ist die Zahl der Kirchenbesucher in England und Wales in den letzten sechs Jahren um 50 Prozent gestiegen. Dieses Phänomen ist auch in Frankreich, Belgien oder in asiatischen Ländern zu verzeichnen.

Die Bischofskonferenz von England und Wales zeigt grosse Präsenz, wenn es um wichtige ethische Fragen geht. So kämpft sie mit Aufrufen und Predigten gegen die Reform des Abtreibungsgesetzes, die Abtreibungen in den ersten 24 Wochen legalisieren will, oder gegen die Einführung von Sterbehilfe.

Verschiedene Pilgerwege, aber ein Ziel
Für das Heilige Jahr hat die Bischofskonferenz etwas Besonderes vor: Ende August findet eine nationale Pilgerwanderung statt. Die vier Hauptwege aus Norden, Süden, Osten und Westen schreiben dabei gleichsam ein Kreuzzeichen durch England und Wales und vereinigen sich am Samstag, dem 13. September 2025, an der Kathedrale in Nottingham. Am folgenden Tag feiern die Pilgerinnen und Pilger in der Kathedrale eine feierliche Messe zum Fest Kreuzerhöhung.

Für begeisterte Langstreckenwanderer gibt es Zubringerrouten zu den vier Hauptwegen von allen anderen katholischen Kathedralen in England und Wales; so können Pilgerinnen und Pilger aus allen Diözesen teilnehmen. Wem die Strecke zu lang ist, kann sich für einzelne Tagesetappen anmelden.

Wer nicht an der «Jubiläumswallfahrt der Hoffnung» teilnehmen kann, wird von den Organisatoren ermutigt, für den «Erfolg» der Wallfahrt und für das Wohlergehen und die Sicherheit der Pilgerinnen und Pilger zu beten oder – wenn man an einer Pilgerroute wohnt – Gastfreundschaft anzubieten, z. B. Tee und Kaffee im Pfarrsaal. Als dritte Möglichkeit wird zum Sponsoring für eine Wohltätigkeitsorganisation aufgerufen. Missio, Mary’s Meals, ein Hospizverein oder eine Lebensschutzorganisation stehen neben anderen zur Auswahl.

Mitgefühl, Glaube, Gebet und Gemeinschaft
Die nationale Wallfahrt ist Teil eines dreijährigen Projekts mit dem Namen «Hearts in Search of God» (Herzen auf der Suche nach Gott). Das Ziel dieses Projekts ist es, Wallfahrten in England und Wales zu fördern, indem Pilgerwege zwischen den Kathedralen der einzelnen katholischen Diözesen und einem oder mehreren Heiligtümern innerhalb derselben Diözese angelegt werden. «Die Hoffnung ist, dass Pilgerwanderungen zum Gemeinwohl unserer Nationen beitragen, indem sie die Begegnung mit anderen, Gastfreundschaft und Respekt für die Umwelt fördern», so Projektleiter Phil McCarthy.
 


Bei der Vorbereitung der «Jubiläumswallfahrt der Hoffnung» haben sich die «Sisters of the Holy Cross» stark engagiert. Deshalb ist die Wallfahrt von den Werten dieser Gemeinschaft geprägt: Mitgefühl, Glaube, Gebet und Gemeinschaft. Phil McCarthy erklärt: «Ihre Werte Mitgefühl, Glaube, Gebet und Gemeinschaft schienen für eine Pilgerreise absolut ideal zu sein. Man möchte Mitgefühl füreinander und für die Menschen zeigen, denen man unterwegs begegnet. Man möchte damit seinen Glauben bezeugen. Man möchte, dass es eine Gelegenheit zum Gebet ist, und man möchte Gemeinschaft aufbauen – nicht nur unterwegs, sondern hoffentlich auch darüber hinaus.»

Durch die Reformation kam die Tradition der Wallfahrt in England und Wales zum Erliegen und wurde – mit wenigen Ausnahmen – nicht wieder aufgenommen.

Die Hauptrouten der «Jubiläumswallfahrt der Hoffnung» sind nach den Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes benannt. Die Pilger starten je nach Route zwischen dem 28. August und dem 6. September.

Die westliche Route (St. Matthew's Way) ist die längste. Sie beginnt in Cardiff an der St. David's Metropolitan Cathedral und führt über die St. Chad's Cathedral in Birmingham.

Die südliche Route (St John’s Way» startet von der St George’s Cathedral in Southwark (London) aus und führt an der Westminster Cathedral vorbei über Northampton nach Nottingham.

Die Pilgerinnen und Pilger der östlichen Route (St. Luke's Way) starten an der Kathedrale in Norwich und besuchen auf ihrem Weg das Nationalheiligtum Unserer Lieben Frau in Houghton St. Giles und das Päpstliche Heiligtum Unserer Lieben Frau von Walsingham in King's Lynn.

Die kürzeste Route (St Mark's Way) beginnt in Leeds im Norden Englands und führt über Sheffield nach Nottingham.
 

Alle Informationen zur «Jubiläumswallfahrt der Hoffnung» finden sich hier

In England und Wales gibt es ungefähr 6,2 Millionen Katholiken. Das Gebiet umfasst 22 Diözesen mit beinahe 3000 Kirchen.
König Heinrich VIII. spaltete 1531 die Katholische Kirche von Rom ab, schuf die «Church of England» mit ihm als Oberhaupt und verbot den katholischen Glauben. Während der nächsten Jahrhunderte wurde die Katholiken grausam verfolgt, später unterdrückt und als Bürger zweiter Klasse behandelt. Erst 1829 erhielten die Katholiken die gleichen Rechte wie die anderen Bürger des Königreiches und 1850 erfolgte die Wiederherstellung der katholischen Hierarchie.


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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Bemerkungen :

  • user
    Hansjörg 19.08.2025 um 12:05
    Besonders schön finde ich, dass anglikanische Priester, die zur kath. Kirche konvertiert sind, trotz Frau und Kinder den Priesterberuf weiterhin ausüben dürfen.