(Symbolbild: Aaron Burden/Unsplash)

Kommentar

Es schmerzt, wenn mit zwei­er­lei Mass gemes­sen wird

Eigent­lich wollte sich Clau­dio Tes­sari nicht mehr öffent­lich zur Pius­bru­der­schaft äus­sern. In den letz­ten Tagen haben ihn jedoch zahl­rei­che Reak­tio­nen erreicht, wes­halb er in die­sem Gast­kom­men­tar doch einige Gedan­ken tei­len möchte.

Rom hat eine Entscheidung getroffen. Viele Katholiken empfinden diese als schmerzhaft oder schwer nachvollziehbar. Manche sind enttäuscht, andere wütend oder verunsichert. Gerade in solchen Momenten müssen wir uns aber daran erinnern, worauf unser Glaube tatsächlich gegründet ist.

Natürlich wünsche auch ich mir, dass Rom mit derselben Konsequenz gegen Irrlehren, Modernismus und andere Missstände innerhalb der Kirche vorgeht. Es schmerzt, wenn man den Eindruck gewinnt, dass mit zweierlei Mass gemessen wird.

Jeder, der Verantwortung in der Kirche trägt, wird sich eines Tages vor Gott für sein Handeln verantworten müssen. Das gilt für den Papst ebenso wie für Bischöfe, Priester und jeden Einzelnen von uns.

Dennoch darf uns die Unvollkommenheit der Menschen niemals dazu verleiten, unseren Glauben oder unsere Hoffnung aufzugeben. Denn worauf gründet sich unser Glaube? Auf den Papst? Auf die Bischöfe? Auf Priester oder kirchliche Persönlichkeiten?

Nein.

Unser Glaube gründet auf JESUS CHRISTUS.

Er allein ist das Fundament der Kirche. Er hat versprochen, seine Kirche nicht zu verlassen. Er lässt sie nicht untergehen. Auch wenn Stürme über sie hinwegziehen, bleibt Christus ihr Herr. Deshalb dürfen wir uns niemals entmutigen lassen.

Unser Vertrauen darf niemals zuerst Menschen gelten, sondern immer Gott. Menschen können versagen. Sie können Fehler machen, sie können enttäuschen. Christus aber bleibt derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.

Es ist seine Kirche. Er regiert sie durch die von ihm eingesetzte kirchliche Ordnung, auch wenn diejenigen, die dieses Amt ausüben, ihrer Verantwortung nicht immer gerecht werden. Gerade dann sind wir aufgerufen, nicht in Bitterkeit oder Resignation zu verfallen, sondern im Glauben standhaft zu bleiben.

Wir werden uns eines Tages nicht dafür verantworten müssen, was ein Papst, ein Bischof oder ein Priester getan hat. Wir werden vor Christus Rechenschaft über unser eigenes Leben ablegen. Deshalb sollte unsere erste Sorge immer unsere eigene Heiligung sein.
 


Das bedeutet, an der überlieferten Lehre festzuhalten, treu zu beten, die Sakramente zu empfangen, die Gebote Gottes zu halten und den Glauben mutig zu bekennen. Es kann auch Situationen geben, in denen man einem Priester oder sogar einem Bischof respektvoll, aber deutlich widersprechen muss. Doch etwas dürfen wir niemals verlieren: den Sinn für die Einheit der Kirche und die Hoffnung auf Gottes Führung.

Das christliche Leben war nie bequem. Es ist kein Ponyhof. Es ist ein geistlicher Kampf, der Demut, Geduld, Ausdauer und Vertrauen verlangt. Diesen Kampf führen wir nicht allein, sondern gemeinsam mit der ganzen Kirche und unter dem Schutz der seligen Jungfrau Maria.

Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt, dass die Kirche immer wieder schwere Krisen durchlebt hat. Denken wir an die heilige Katharina von Siena, die den Papst eindringlich ermahnte, von Avignon nach Rom zurückzukehren. Denken wir an Zeiten moralisch fehlbarer Päpste oder an das Abendländische Schisma, als mehrere Männer gleichzeitig Anspruch auf das Papstamt erhoben. Aus menschlicher Sicht schien die Kirche oft am Abgrund zu stehen – und doch hat Christus sie niemals verlassen.

Die grossen Erneuerungen der Kirche gingen deshalb auch nie von Bitterkeit, Verzweiflung oder Ungehorsam aus. Sie gingen von Heiligen aus. Von Männern und Frauen, die Gott mehr vertrauten als den Umständen, die treu blieben, beteten, Opfer brachten und ihr Leben Christus schenkten.

Genau dazu sind auch wir heute berufen: Anstatt uns von den Krisen lähmen zu lassen, sollten wir unsere Kraft in die eigene Bekehrung investieren. Die Kirche braucht heute nicht mehr Diskussionen oder Lagerkämpfe. Sie braucht Heilige.

Darum sollen wir den Mut nicht verlieren. Vertrauen wir auf Jesus Christus. Bleiben wir seiner Kirche treu. Halten wir an der überlieferten Lehre fest und bitten wir täglich um die Fürsprache der Gottesmutter.

Lasst uns heilig werden.
 

Gastkommentare spiegeln die Auffassungen ihrer Autorinnen und Autoren wider.


Claudio Tessari

Stiftungsrat von «Mission Maria» und Kirchenpfleger Katholische Kirche Wald


Kommentare und Antworten

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Bemerkungen :

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    Fiat 05.07.2026 um 22:43
    Sehr geehrter Herr Tessari,

    ersteinmal ein herzliches "Vergelt´s Gott" dass Sie sich so für den katholischen Glauben einsetzen. Wie ich gelesen habe, sind Sie ja noch Ehemann und Vater von 8 Kinder. Da kann man das Wirken schon von weitem sehen, was der Hl. Geist in Ihnen für Früchte hervorbringt. Auf die Früchte kommt es doch an. Wenn ich mich von Weinstock selber abschneide, kann ich doch keine Frucht mehr bringen. Wenn wir am Weinstock bleiben können wir große Frucht bringen. Für Gott war immer die Treue das Wichtigste, im alten wie im neuen Bund. Gott möchte das wir im treu bleiben, in der Ehe, Weihesakrament usw. Warum ist Luzifer gefallen? Weil er Gott nicht mehr treu bleiben wollte,
    er hat rebeliert gegen Gott.
    Meineserachtens müsste auch die Schweiz genauso ein Schreiben vom Vatikan erhalten, wie sie mit den Laienpredigten und Laien in Leitungsfunktionen verfährt. Ich finde diesen Umstand (Laienpredigten usw.) in der
    Schweiz viel weiter fortgeschrittener als in Deutschland. Ebenso müsste der Vatikan viel mehr die Forderungen des Synodalen-Weges in die Schranken weisen. Es droht nämlich sonst ein viel größeres "Schisma" in ganzen deutschsprachigen Raum.
    • user
      Claudio Tessari 06.07.2026 um 07:50
      Herzlichen Dank für Ihr Kommentar.

      Es sind aber nicht 8 Kinder, hier auf Erden 3 und im Himmel 4
  • user
    Agnus Dei 05.07.2026 um 16:40
    Sehr guter Beitrag von Herrn Terassi, dem kann ich völlig zustimmen!

    Ich wünsche mir seit Jahren härtere Konsequenzen gegenüber linksliberalen Bischöfen. Für mich gehören viele im deutschsprachigen Raum exkommuniziert, unter anderem Bischof Beat, der aus meiner Sicht einen solchen Schwachsinn wie die Wahl der ersten Päpstin unterstützt. Schade, dass Rom solche Entwicklungen seit Jahren duldet und fördert!
  • user
    Daniel Ric 04.07.2026 um 17:02
    Die Grundaussage von Herrn Tessari, wonach jeder Katholik sich bemühen soll, vor allem sein eigenes Leben zu heiligen, halte ich für sehr richtig. Widersprechen möchte ich der Aussage, dass es viele Katholiken schmerzt, dass Rom diese Entscheidung getroffen hat. Wie Frau Schärer jüngst in einem Artikel sehr gut hervorgehoben hat, handelt es sich bei der Piusbruderschaft um eine sehr kleine Gruppe, die weltweit keine Rolle für die meisten Katholiken spielt. Die allermeisten Katholiken und auch die allermeisten nichtkatholischen Menschen werden es sehr wohl nachvollziehen können, dass der Papst einer Gruppe, die dem Oberhaupt der Kirche offen vorwirft, die Lehre Jesu zu verwässern, die Exkommunikation androht und die Priester, die sich zu Bischöfen weihen liessen, tatsächlich exkommuniziert. Persönlich glaube ich - und ich habe mit dem Alten Ritus überhaupt nichts am Hut und teile alle Konzilstexte voll und ganz - dass es unter den Piusbrüdern sehr gute Menschen gibt (wie übrigens auch unter den progressiven Katholiken), denen ich wünsche, dass sie das Seelenheil erreichen. Ich betrachte die Piusbrüder auch nicht als Schismatiker, genauso wenig wie ich die Orthodoxen oder einige bibeltreue Protestanten als Schismatiker betrachte. Schlussendlich kann nur Gott in das Herz der Menschen blicken und nur er weiss, wer tatsächlich SEIN Jünger ist.
    • user
      Claudio Tessari 04.07.2026 um 20:07
      Das ist aus den Kontext. Die Exkommunikation ist die logische Konsequenz. Es schmerzt aber viele, dass man nicht mit gleichem Mass mist. Das wollte ich wiedergeben, und das lese ich in vielen Kommentaren. Würde man gegen die Liberalen genau gleich hart handlen würde man den Wind aus den Segel nehmen. Das wollte ich schreiben, kam aber irgendwie bei dir nicht so rüber
      • user
        Daniel Ric 05.07.2026 um 08:38
        Es stimmt meines Erachtens nicht, dass man mit zweierlei Mass misst. Papst Benedikt hat die Exkommunikation der damals ausgeschlossenen Bischöfe zurückgenommen, ohne dass diese tatsächlich einen ernsthaften Schritt Richtung Annäherung unternommen hätten. Papst Franziskus hat ihnen Befugnisse wie die Beichte und die Eheassistenz gegeben. Geht es den Piusbrüdern wirklich um das Heil der Seelen derjenigen Katholiken, welche die Alte Messe lieben und Teile des Konzils ablehnen, oder geht es um eine medienwirksame Zurschaustellung der eigenen Position? Die Kräfte auf der progressiven Seite gehen viel subtiler vor, wenn es darum geht, die eigenen Positionen in der Kirche zu verbreiten. Daher ist es auch schwieriger, diese zu sanktionieren. Hier sind lehramtstreue Katholiken gefragt, welche das Subtile öffentlich machen und dafür sorgen, dass Bischöfe wie Felix Gmür oder Beat Grögli, welche Häresien in ihren Bistümern zulassen, Gegenwind bekommen.
        • user
          Claudio Tessari 05.07.2026 um 13:50
          Ich habe in dem Artikel nicht geschrieben, dass der Weg der Piusbruderschaft richtig ist. Im Gegenteil: Ich halte ihn ebenfalls für falsch.
          Ich habe lediglich auf eine Realität hingewiesen, die seit Jahrzehnten – besonders im deutschsprachigen Raum – viele Gläubige wahrnehmen: Die liberale Seite kann sich oft Dinge erlauben, ohne dass daraus erkennbare Konsequenzen folgen. Homosegnungen, liturgische Missbräuche und andere Verstöße kommen immer wieder vor, ohne dass kirchenrechtlich eingeschritten wird.
          Als ich sagte, dass ich die Exkommunikation der Piusbruderschaft für richtig halte, haben mir viele geantwortet: „Das Problem ist nicht, dass gehandelt wurde, sondern dass nicht auf beiden Seiten mit dem gleichen Maß gemessen wird.“
          Am selben Tag, an dem die Exkommunikation ausgesprochen wurde, feierte ein Kardinal öffentlich eine Messe mit homosexuellem Schwerpunkt, ohne dass daraus Konsequenzen folgten. Im Heiligen Jahr kam es außerdem dazu, dass Aktivisten im Petersdom protestierten; anschließend hielt ein Kardinal dort ein Gebet zur Wiedergutmachung bzw. einen Exorzismus. Genau das meine ich mit meiner Aussage: Viele haben den Eindruck, dass innerhalb der Kirche nicht mit demselben Maß gemessen wird.
          Du empfindest das anders. Das ist dein gutes Recht. Ich habe in meinem Artikel lediglich auf diese Wahrnehmung hingewiesen, ohne die Piusbruderschaft auch nur ein einziges Mal zu verteidigen.
  • user
    Stefan Fleischers 04.07.2026 um 13:25
    Die Frage, die sich heute, nach dem Urteil der Kirche stellt, ist doch zuerst einmal, wie verhält sich ein Katholik, welcher sein Tauf- und Firmgelübde (und besonders auch sein Weihesprechen) ernst nimmt, wenn er mit einem unmissverständlichen Verbot der Kirche konfrontiert ist, von dem er glaubt, beim besten Willen nicht nachkommen zu können. Sich einfach darüber hinwegzusetzen, scheint mir der falsche Weg. Man läuft damit Gefahr, der Sache, aber auch unserer Mutter der Heiligen Kirche schweren Schaden zuzufügen. Ungehorsam jedoch hat noch kaum je ein Problem gelöst. Meist endete er im Schisma. Beispiele dafür gibt es genügend in der Geschichte. Beispiele aber gib es auch genügend von Heiligen, welche selbst in sehr schmerzhaften Situationen Gehorsam geübt haben und dafür mit einer inneren Ruhe und Zufriedenheit belohnt wurden, welche die Welt nicht zu geben vermag. «Wer nur den lieben Gott lässt walten!» Leider wird dieses alte Kirchenlied kaum noch je gesungen.
  • user
    Peter 04.07.2026 um 12:23
    Merci für Ihre Worte: Es kommt selten vor, dass konservative Katholiken ein gewisses Verständnis für die Sicht der traditionellen Katholiken aufbringen, in der Regel gibts aufs Dach:-)

    Inhaltlich: Ich denke, Ihre Aussagen sind schlicht richtig und gut, nichts von dem wird von uns Traditionellen bestritten. Es geht um die Konsequenzen, die zu ziehen sind. Die neue Messe schwächt aus falschen Rücksichten wichtige Dinge des Glaubens ab: Wie oft wird im Novus Ordo (Liturgie und Predigten) über Sünde, Fegefeuer oder Hölle gesprochen? Wie oft über das einzig erlösende Kreuzesopfer? Über die Christkönigsherrschaft? Wenn die Hl. Messe Quelle und Höhepunkt des geistlichen Lebens ist, wie wirken sich dann Defizite aus? Genau in den Erscheinungen und Problemen, die auch die Konservativen beklagen! Soll man dann eine solche Messe besuchen und seine Kinder mitnehmen? Ich denke nicht…Das nur als Beispiel…
    Die Reaktion des Vatikans macht uns sehr traurig, aber wir nehmen das auf uns und werden die „Sanktionen weder in Verbitterung noch in Aufbegehren hin(zu)nehmen.
    Die jüngsten Verurteilungen treffen uns – wie schon jene der Vergangenheit – in dem, was uns am teuersten ist: in unserer Anhänglichkeit an unsere Mutter, die Römische Kirche“, so die Antwort der FSSPX vom 3.7.26.

    Ich rechne nun mit einer Eiszeit über mehrere Generationen. Schade…
  • user
    Hansjörg 04.07.2026 um 12:01
    Ich finde die Diskussionen interessant und unterhaltend, wenn sehr sehr konservative Katholiken mit sehr konservativen Katholiken die Meinungen austauschen und alle von der reinen Wahrheit sprechen.
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    Josef 04.07.2026 um 11:58
    Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSP) hätte vermutlich schon vor langer Zeit eine kanonische Einigung mit Rom erreichen können, wenn sie bereit gewesen wäre, zu den umstrittenen Punkten des Zweiten Vatikanischen Konzils und deren Entwicklungen zu schweigen, wie es die Petrusbruderschaft (FSSP) tut. Doch genau das konnte und wollte Erzbischof Lefebvre sowie die Nachfolger nicht. Aus Liebe zur Wahrheit und zur Kirche! Es geht ja nicht nur um die traditionelle Messe, sondern auch um die offenen Fragen z. b. rund um „Nostra aetate“ oder „Lumen gentium“ und den darauf basierenden Synodalen Weg. Die traurige Ironie besteht darin, dass in der Kirche vielerorts die verschiedensten theologischen Experimente, Mehrdeutigkeiten und sogar offensichtliche Irrtümer geduldet werden, während jene, die sich auf die immerwährende Lehre der Kirche berufen, oft an den Rand gedrängt werden.
    Der hl. Paulus hat davor gewarnt: „Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Lüsten Lehrer anhäufen werden, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zuwenden." (vgl. 2 Tim 4,3–4)
    Es ist schade, dass das sonst dialogbereite und barmherzige Rom der FSSPX bis heute keine echte Hand reicht, ohne zugleich zu erwarten, dass über diese grundlegenden Fragen geschwiegen wird.
  • user
    Jammer 04.07.2026 um 10:09
    Wozu dieser Jammer?
    In der Petrusbruderschaft ist beides möglich: an der überlieferten Tradition festzuhalten und den Gehorsam zu wahren..
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      Claudio Tessari 04.07.2026 um 11:10
      Es geht nicht ums jammern. Ich stimme ihrer Aussage ganz zu. Aber es ist für viele Menschen wirklich unverständlich, warum zum Beispiel gegen Homosegnungen selbst durch Kardinäle, Irrlehren durch Bischöfe oder wie aktuell im Bistum SG offiziell Werbung für eine Päpstin, nichts geschieht. Auf das wollte ich eingehen und die Menschen ermutigen nicht zu Resignieren.
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    Meier Pirmin 04.07.2026 um 09:14
    Es schleckt nun mal keine Geiss weg, dass, zumindest wenn wir die Geschichte der Kirche ernst nehmen, wir leben nicht mehr im Frühchristentum mit ebenfalls seinen Spaltungen, dass Bischofsweihen gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes mindestens im Ausmass der Trennung der östlichen Orthodoxen im Vergleich zu den Römisch-Katholischen nun mal ein institutionelles Schisma sind, keine Kleingkeit, und dass der Gehorsam schon immer eine Herausforderung war, Bruder Klaus brachte derselbe, als der Bischof ihn zwang, Brot zu essen, an den Rand des Todes, was übrigens den Zeugen Adrian von Bubenberg als bischöfliche Schikane empörte. Letzterer , ein frommer Christ und Jerusalem.Pilger, kam bekanntlich erst nachträglich zu einem kirchlich anerkannten Begräbnis. So kann es einem auch als frommem Katholiken nun mal gehen. Ich glaube aber nicht, dass es für Papst Leo in diesem Fall situativ eine wirkliche Alternative gab. Und noch was: das unauslöschliche Merkmal der Taufe, nicht die Mitgliedschaft in einer staatskirchenrechtlich verfassten Landeskirche, macht einen zum Katholiken.

    Es ist überdies voll daneben, den freundlichen Empfang des Papstes gegenüber der Erzbischöfin von Canterbury gegen die Strenge gegenüber der im Prinzip kircheninternen Ungehorsams-Praxis von Ecône gegeneinander auszuspielen. Falls es Ec^ne in hundert oder vierhundert Jahren noch gibt, wird der Vorsitzende auch freundlicher empfangen als es heute möglich wäre. Ich halte es für möglich, dass die Messe sogar noch so lange oder gar noch länger überleben wird. Aber kaum für eine Million Jahre der Perspektive, die Teilhard de Chardin der Menschheit aus christlicher Warte zu geben versuchte. Er vermied übrigens offenen Ungehorsam.
  • user
    Stefan Fleischer 04.07.2026 um 07:58
    "Vergelt's Gott!", sehr geehrter Herr Tessari
    Sie bestätigen mich in meiner Ansicht, auch wenn ich diese nicht so klar und deutlich und doch emotionslos auszudrücken vermag.
    Gelobtsei Jesus Christus, unser Herr und Gott.