Rom hat eine Entscheidung getroffen. Viele Katholiken empfinden diese als schmerzhaft oder schwer nachvollziehbar. Manche sind enttäuscht, andere wütend oder verunsichert. Gerade in solchen Momenten müssen wir uns aber daran erinnern, worauf unser Glaube tatsächlich gegründet ist.
Natürlich wünsche auch ich mir, dass Rom mit derselben Konsequenz gegen Irrlehren, Modernismus und andere Missstände innerhalb der Kirche vorgeht. Es schmerzt, wenn man den Eindruck gewinnt, dass mit zweierlei Mass gemessen wird.
Jeder, der Verantwortung in der Kirche trägt, wird sich eines Tages vor Gott für sein Handeln verantworten müssen. Das gilt für den Papst ebenso wie für Bischöfe, Priester und jeden Einzelnen von uns.
Dennoch darf uns die Unvollkommenheit der Menschen niemals dazu verleiten, unseren Glauben oder unsere Hoffnung aufzugeben. Denn worauf gründet sich unser Glaube? Auf den Papst? Auf die Bischöfe? Auf Priester oder kirchliche Persönlichkeiten?
Nein.
Unser Glaube gründet auf JESUS CHRISTUS.
Er allein ist das Fundament der Kirche. Er hat versprochen, seine Kirche nicht zu verlassen. Er lässt sie nicht untergehen. Auch wenn Stürme über sie hinwegziehen, bleibt Christus ihr Herr. Deshalb dürfen wir uns niemals entmutigen lassen.
Unser Vertrauen darf niemals zuerst Menschen gelten, sondern immer Gott. Menschen können versagen. Sie können Fehler machen, sie können enttäuschen. Christus aber bleibt derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.
Es ist seine Kirche. Er regiert sie durch die von ihm eingesetzte kirchliche Ordnung, auch wenn diejenigen, die dieses Amt ausüben, ihrer Verantwortung nicht immer gerecht werden. Gerade dann sind wir aufgerufen, nicht in Bitterkeit oder Resignation zu verfallen, sondern im Glauben standhaft zu bleiben.
Wir werden uns eines Tages nicht dafür verantworten müssen, was ein Papst, ein Bischof oder ein Priester getan hat. Wir werden vor Christus Rechenschaft über unser eigenes Leben ablegen. Deshalb sollte unsere erste Sorge immer unsere eigene Heiligung sein.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
ersteinmal ein herzliches "Vergelt´s Gott" dass Sie sich so für den katholischen Glauben einsetzen. Wie ich gelesen habe, sind Sie ja noch Ehemann und Vater von 8 Kinder. Da kann man das Wirken schon von weitem sehen, was der Hl. Geist in Ihnen für Früchte hervorbringt. Auf die Früchte kommt es doch an. Wenn ich mich von Weinstock selber abschneide, kann ich doch keine Frucht mehr bringen. Wenn wir am Weinstock bleiben können wir große Frucht bringen. Für Gott war immer die Treue das Wichtigste, im alten wie im neuen Bund. Gott möchte das wir im treu bleiben, in der Ehe, Weihesakrament usw. Warum ist Luzifer gefallen? Weil er Gott nicht mehr treu bleiben wollte,
er hat rebeliert gegen Gott.
Meineserachtens müsste auch die Schweiz genauso ein Schreiben vom Vatikan erhalten, wie sie mit den Laienpredigten und Laien in Leitungsfunktionen verfährt. Ich finde diesen Umstand (Laienpredigten usw.) in der
Schweiz viel weiter fortgeschrittener als in Deutschland. Ebenso müsste der Vatikan viel mehr die Forderungen des Synodalen-Weges in die Schranken weisen. Es droht nämlich sonst ein viel größeres "Schisma" in ganzen deutschsprachigen Raum.
Es sind aber nicht 8 Kinder, hier auf Erden 3 und im Himmel 4
Ich wünsche mir seit Jahren härtere Konsequenzen gegenüber linksliberalen Bischöfen. Für mich gehören viele im deutschsprachigen Raum exkommuniziert, unter anderem Bischof Beat, der aus meiner Sicht einen solchen Schwachsinn wie die Wahl der ersten Päpstin unterstützt. Schade, dass Rom solche Entwicklungen seit Jahren duldet und fördert!
Ich habe lediglich auf eine Realität hingewiesen, die seit Jahrzehnten – besonders im deutschsprachigen Raum – viele Gläubige wahrnehmen: Die liberale Seite kann sich oft Dinge erlauben, ohne dass daraus erkennbare Konsequenzen folgen. Homosegnungen, liturgische Missbräuche und andere Verstöße kommen immer wieder vor, ohne dass kirchenrechtlich eingeschritten wird.
Als ich sagte, dass ich die Exkommunikation der Piusbruderschaft für richtig halte, haben mir viele geantwortet: „Das Problem ist nicht, dass gehandelt wurde, sondern dass nicht auf beiden Seiten mit dem gleichen Maß gemessen wird.“
Am selben Tag, an dem die Exkommunikation ausgesprochen wurde, feierte ein Kardinal öffentlich eine Messe mit homosexuellem Schwerpunkt, ohne dass daraus Konsequenzen folgten. Im Heiligen Jahr kam es außerdem dazu, dass Aktivisten im Petersdom protestierten; anschließend hielt ein Kardinal dort ein Gebet zur Wiedergutmachung bzw. einen Exorzismus. Genau das meine ich mit meiner Aussage: Viele haben den Eindruck, dass innerhalb der Kirche nicht mit demselben Maß gemessen wird.
Du empfindest das anders. Das ist dein gutes Recht. Ich habe in meinem Artikel lediglich auf diese Wahrnehmung hingewiesen, ohne die Piusbruderschaft auch nur ein einziges Mal zu verteidigen.
Inhaltlich: Ich denke, Ihre Aussagen sind schlicht richtig und gut, nichts von dem wird von uns Traditionellen bestritten. Es geht um die Konsequenzen, die zu ziehen sind. Die neue Messe schwächt aus falschen Rücksichten wichtige Dinge des Glaubens ab: Wie oft wird im Novus Ordo (Liturgie und Predigten) über Sünde, Fegefeuer oder Hölle gesprochen? Wie oft über das einzig erlösende Kreuzesopfer? Über die Christkönigsherrschaft? Wenn die Hl. Messe Quelle und Höhepunkt des geistlichen Lebens ist, wie wirken sich dann Defizite aus? Genau in den Erscheinungen und Problemen, die auch die Konservativen beklagen! Soll man dann eine solche Messe besuchen und seine Kinder mitnehmen? Ich denke nicht…Das nur als Beispiel…
Die Reaktion des Vatikans macht uns sehr traurig, aber wir nehmen das auf uns und werden die „Sanktionen weder in Verbitterung noch in Aufbegehren hin(zu)nehmen.
Die jüngsten Verurteilungen treffen uns – wie schon jene der Vergangenheit – in dem, was uns am teuersten ist: in unserer Anhänglichkeit an unsere Mutter, die Römische Kirche“, so die Antwort der FSSPX vom 3.7.26.
Ich rechne nun mit einer Eiszeit über mehrere Generationen. Schade…
Der hl. Paulus hat davor gewarnt: „Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich nach ihren eigenen Lüsten Lehrer anhäufen werden, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zuwenden." (vgl. 2 Tim 4,3–4)
Es ist schade, dass das sonst dialogbereite und barmherzige Rom der FSSPX bis heute keine echte Hand reicht, ohne zugleich zu erwarten, dass über diese grundlegenden Fragen geschwiegen wird.
In der Petrusbruderschaft ist beides möglich: an der überlieferten Tradition festzuhalten und den Gehorsam zu wahren..
Es ist überdies voll daneben, den freundlichen Empfang des Papstes gegenüber der Erzbischöfin von Canterbury gegen die Strenge gegenüber der im Prinzip kircheninternen Ungehorsams-Praxis von Ecône gegeneinander auszuspielen. Falls es Ec^ne in hundert oder vierhundert Jahren noch gibt, wird der Vorsitzende auch freundlicher empfangen als es heute möglich wäre. Ich halte es für möglich, dass die Messe sogar noch so lange oder gar noch länger überleben wird. Aber kaum für eine Million Jahre der Perspektive, die Teilhard de Chardin der Menschheit aus christlicher Warte zu geben versuchte. Er vermied übrigens offenen Ungehorsam.
Sie bestätigen mich in meiner Ansicht, auch wenn ich diese nicht so klar und deutlich und doch emotionslos auszudrücken vermag.
Gelobtsei Jesus Christus, unser Herr und Gott.