Vorbemerkung: Katholische Theologie studieren kann jeder, der die nötigen Voraussetzungen erfüllt, also auch ein Nicht-Katholik. Hingegen können nur Katholikinnen und Katholiken in der Kirche als «Seelsorgerin» resp. «Seelsorger» arbeiten. Dafür muss man vom zuständigen Bistum als «Bistumsstudierender» aufgenommen werden. Als solcher ist neben dem (akademischen) Studium auch ein bistumseigenes Begleitprogramm zu absolvieren.
Es gibt inzwischen verschiedene Zugangsmöglichkeiten zum Beruf der «Seelsorgerin» resp. des «Seelsorgers». Der klassische Ausbildungsweg ist ein Vollstudium der Theologie (300 Credit Points), das sowohl an den Theologischen Fakultäten Luzern und Fribourg als auch an der Theologischen Hochschule in Chur angeboten wird. Das Vollstudium Theologie besteht aus dem Bachelor-Studiengang und dem Master-Studiengang.
Der Bachelor-Studiengang dauert sechs Semester und umfasst 180 Credit Points. Der Studiengang wird mit dem «Bachelor in Theologie (BTh)» abgeschlossen.
Der Master-Studiengang dauert vier Semester und umfasst 120 Credit Points; er setzt den Bachelor-Abschluss voraus und wird mit dem «Master in Theologie (MTh)» abgeschlossen.
Präsenz- oder Online-Studium
An der Theologischen Fakultät Luzern können das Bachelor- und das Masterstudium flexibel im Präsenz- und Fernmodus (= Flex-Studium) absolviert werden. Das heisst konkret, dass bei der Anmeldung zu den einzelnen Lehrveranstaltungen der Studienmodus (Präsenz- oder Fernmodus) für jedes Semester frei und individuell gewählt werden kann. Auch ist ein Teilzeitstudium möglich; es gibt keine Begrenzung der Studiendauer.
Ab Herbst 2026 bietet auch die Theologische Fakultät Fribourg für den Bachelor ein Online-Studium an. Es kann für jede Lehrveranstaltung entschieden werden, ob man diese online oder im Präsenzstudium absolvieren möchte; die Studienform kann jederzeit geändert werden. Wie in Luzern existiert auch in Fribourg keine Studienzeitbeschränkung. Allerdings: Wer ein kanonisch anerkanntes Diplom, Bachelor of Theology 180 Credit Points, erwerben will, darf nicht mehr als 30 % der Lehrveranstaltungen im Online-Studium absolvieren.
Nachtrag am 27. Januar 2026: Die TH Chur ist bestrebt, ein Präsenzstudium samt den dazu gehörigen Austauschmöglichkeiten attraktiv zu halten, eröffnet aber bei Bedarf und nach Absprache ebenfalls digitale Partizipationsmöglichkeiten.
An den Theologischen Fakultäten Fribourg und Luzern besteht zudem die Möglichkeit, Theologie im Hauptfach zu studieren (200 resp. 210 Credit Points). Dieser Abschluss berechtigt jedoch nicht zur Anstellung als «Seelsorger» resp. «Seelsorgerin».
Das Bistum Basel und das Bistum Chur bieten Hauptfachstudierenden die Möglichkeit, in einem Ergänzungsjahr die verpassten Inhalte und Credit Points nachzuholen. Im Bistum St. Gallen können Hauptfachstudierende über das «Bischöfliche Studienprogramm» den nötigen Abschluss erreichen.
Studienvoraussetzungen
Voraussetzung für ein Theologiestudium ist ein zum Studium an einer schweizerischen Universität oder Hochschule berechtigender Ausweis[1], in der Regel das Maturazeugnis. Ein bereits früher erfolgtes Studium kann je nach Fall angerechnet werden.
Theologische Fakultät Fribourg
Lehrveranstaltungen eines früheren Studiums an einer eidgenössisch anerkannten Hochschule kann der Studienberater anerkennen, wenn diese als gleichwertig angesehen werden; dies in einem Umfang von bis zu 78 Credit Points.
Für den Bachelorabschluss (Vollstudium) werden die Kenntnisse in den drei Alten Sprachen (Latein, Bibelhebräisch, Bibelgriechisch) vorausgesetzt. In Ausnahmefällen kann die dritte Alte Sprache während des Master-Studiums erlernt werden.
Branchenfremde Diplome oder Abschlüsse werden zugelassen, wenn 120 Credit Points der Studienleistungen im Studienbereich Theologie sowie Kenntnisse in einer der drei Alten Sprachen nachgewiesen werden können.
Theologische Fakultät Luzern
Wer bereits ein Universitätsstudium oder eine theologische Ausbildung an einer Fachhochschule (z. B. Religionspädagogik) abgeschlossen hat, kann sich die erbrachten Studienleistungen anrechnen lassen; dadurch verkürzt sich das Theologiestudium. In der Regel müssen die alten Sprachen (oder ein Teil davon) erlernt werden.
Bachelordiplome in verwandten Studienrichtungen können auf Antrag geprüft werden und ermöglichen teilweise den direkten Einstieg ins Masterstudium der Theologie. In diesem Fall können Auflagen im Umfang von bis zu 60 Credits Points gemacht werden.
Das Diplom- und das anschliessende Bachelorstudium in Religionspädagogik berechtigen zum Masterstudium in Theologie, mit Auflagen von 60 Credits Points.
Theologische Hochschule Chur
Auch an der TH Chur werden bereits erbrachte Studienleistungen angerechnet; über die Anrechenbarkeit entscheidet das Studiendekanat. Voraussetzung für die Anrechnung ist, dass die Leistungen einen theologischen Inhalt aufweisen und an einer akademisch akkreditierten Institution erbracht worden sind. Für einen Abschluss an der TH Chur ist ein gewisser Teil der erforderlichen Leistungen an der TH Chur zu erbringen.
Von den alten Sprachen müssen für den Bachelor-Abschluss zwei (in der Regel Griechisch und Hebräisch) nachgeholt werden.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Diese Vollmacht wird ausschliesslich durch die Priesterweihe übertragen.
Im "Qualifikationsprofil Seelsorger" heisst es: "Seelsorger:innen stehen unterschiedlichen Liturgien vor" etc.
Das ist nicht katholisch. Laien können keinen Liturgien vorstehen. Für Liturgie braucht man die Priesterweihe.
Die Bischöfe haben keinerlei Vollmacht, solche Dinge in die Kirche einzuführen.
Seelsorge kann nur ein geweihter Priester vollziehen, weil sie die Wirkung der Gnade Gottes bedeutet.