Priesterweihe von Rémi de La Presle und Paul Marion am 15. Juni 2024. (Bild: Diöcese de Nanterre)

Weltkirche

Frank­reich: 105 neue Priester

Die­ses Jahr wer­den in Frank­reich ins­ge­samt 105 Män­ner zu Pries­tern geweiht. Die Mehr­zahl der Wei­hen fin­det im Juni statt, ins­be­son­dere am 23. Juni, dem Sonn­tag vor dem Hoch­fest der Apos­tel Petrus und Paulus.

Zum ersten Mal seit ihrer Gründung im Jahr 1964 veranstaltete die Französische Bischofskonferenz (CEF) eine Pressekonferenz zum Thema Priesterweihen. Bertrand Lacombe, Erzbischof von Auch, Mitglied des «Conseil pour les ministres ordonnés et les laïcs en mission ecclésiale» (CEMOLEME) und Präsident des «Conseil National du Diaconat» (CND) äusserte sich zur wesentlichen Aufgabe des Priesters in der Kirche und ihrer Bedeutung in einer zunehmend säkularisierten französischen Gesellschaft. Er sprach den Priestern die Anerkennung und Dankbarkeit aller französischen Bischöfe für das Geschenk ihres Lebens im Dienst an anderen und an der Kirche aus.

Vermehrter Wunsch nach den Initiationssakramenten
Bischof Lacombe erinnerte an die Umfrage zum «Katechumenat» der CEF im März 2024. Diese hatte gezeigt, dass jedes Jahr mehr «junge und weniger junge Menschen» den Wunsch haben, die Taufe, die Eucharistie oder die Firmung zu empfangen. Dies trifft besonders auf die Universitätsstädte zu, aber auch auf ländlichere Diözesen.

«Die in diesem Jahr geweihten Priester sind mit den Menschen, die sie in ihrem spirituellen Leben begleiten, gewachsen und gereift.» Der Empfang der Sakramente nährt nicht nur jene, die sie erbitten, sondern auch jene, die sie spenden. «Ein pastorales Leben, das sich auf die Sakramente oder Sakramentalien konzentriert, beinhaltet eine theologische Intensität, die für die Ausübung des priesterlichen Dienstes anregend ist – sie spricht das Herz an.»

Die Kirche braucht Priester, um die spirituellen Erwartungen unserer Zeit zu erfüllen. Der Geist weht weiter und ruft diejenigen, die auch heute noch diese anspruchsvolle und so lohnende Wahl treffen, den Fussspuren Christi, des guten Hirten zu folgen. Bischof Bertrand Lacombe ermutigte die Priesteramtskandidaten: «Es ist ein schöner Dienst für Priester, auf die spirituellen Erwartungen unserer Zeit zu antworten. Das Abenteuer lohnt sich und erleuchtet die Welt.»

Vom Spitzensportler zum Priester
Jason Nioka wird am 23. Juni für die Diözese Meaux zum Priester geweiht. Als ehemaliger Spitzenjudoka und Sportbegeisterter ist er Mitglied des Nationalteams «Holy Games», dem Sport-Mobilisierungsprogramm der Katholischen Kirche für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris 2024. Dieses will durch den Sport die Würde des Menschen stärken und den Zugang für die Schwächsten zu den Spielen erleichtern, damit niemand am Wegrand zurückgelassen wird, gemäss dem olympischen Motto: «Schneller, höher, stärker – gemeinsam.»

Jason Nioka hatte bereits als 13-Jähriger während einer Lourdes-Wallfahrt mit seiner Familie einen tiefen Frieden empfunden. «Dieses Gefühl des Friedens hat mich mein ganzes Leben lang begleitet», erzählte er während der Pressekonferenz. «Während meiner Laufbahn als Sportler wurde mir bewusst, dass Gott mich aufforderte, ihn an die erste Stelle zu setzen, um ihm zu dienen.» Die Priester seiner Heimatpfarrei haben ihn stark geprägt und ihm gezeigt, dass der Priester ein Mann der Nähe ist. «Diese Priestervorbilder haben es mir ermöglicht, mir vorzustellen, eines Tages selbst Priester zu werden.» Um heute Priester zu sein, muss man seiner Meinung nach vor allem sich selbst sein und grosszügig auf den Ruf Gottes antworten, um mit seinen Talenten und Charismen im Dienst der Kirche zu stehen. «Die Tatsache, dass unsere stark säkularisierte Gesellschaft heute so weit von der Berufung zum Priester entfernt zu sein scheint, konzentriert den Priester vielleicht paradoxerweise wieder auf den Kern seiner Mission: Missionarisch zu sein, indem er Brücken zwischen Gesellschaft und Kirche findet, um Christus und die Gute Nachricht zu bezeugen. Dies ist die Mission des Priesters von morgen, in die ich mich mit viel Enthusiasmus und Hoffnung einbringen werde!»

Unter den 105 Priesteramtskandidaten[1] sind

73 Diözesanpriester;

16 Ordensleute;

19 Mitglieder von Gemeinschaften (9 davon zählen zugleich als Diözesanpriester);

3 Mitglieder von Gesellschaften des apostolischen Lebens (einer zählt zugleich als Diözesanpriester);

4 Priester, die in den Instituten der ehemaligen Kommission «Ecclesia Dei» geweiht wurden und nach dem Römischen Messbuch von 1962 zelebrieren.[2]


Die meisten Priesteramtskandidaten hat dieses Jahr die Provinz Marseille (19). Dies hängt auch damit zusammen, dass das Bistum Fréjus-Toulon seit Juni 2022 keine Priesterweihen vornehmen durfte. Bischof Rey war vorgeworfen worden, er würde Priesteramtskandidaten aus dem charismatischen und traditionalistischen Spektrum ohne sorgfältige Prüfung aufnehmen. Das Seminar von Toulon ist mit über 50 Seminaristen das zahlenmässig zweitgrösste Priesterseminar in Frankreich. Das grösste ist das Seminar der «Communauté de Saint-Martin». Dieses Jahr kann das Bistum Fréjus-Toulon 9 Priesterweihen feiern.

Bei den Orden und religiösen Gemeinschaften hat auch dieses Jahr die «Communauté de Saint-Martin» mit 9 Seminaristen die meisten Priesteramtskandidaten, gefolgt von den Jesuiten mit 6 Priesteramtskandidaten.
 

Übersicht der Priesteramtskandidaten (nach Bistum und Gemeinschaft)

 


[1] Stand 19. Juni 2024. Die Liste der in Ordensgemeinschaften geweihten Priester ist noch nicht vollständig.
[2] «Fraternité Saint-Pierre» 1; «Institut du Bon Pasteur» 1, «Institut du Christ Roi » 2.


Redaktion


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