Erstmals überhaupt werden im 800. Todesjahr des heiligen Franz von Assisi (1182–1226) seine Reliquien in seiner Geburtsstadt Assisi öffentlich gezeigt: Am Samstag, 21. Februar, findet um 16 Uhr die Überführung des Sarges mit den sterblichen Überresten des Heiligen von der Krypta der Basilika San Francesco in die darüber liegende Unterkirche statt. Geleitet wird die Zeremonie vom Päpstlichen Beauftragten, Kardinal Ángel Fernández Artime. Die Messe zum Abschluss der Reliquien-Ausstellung leitet am Sonntag, 22. März, um 17 Uhr der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi.
«Wir wollen mit der Aktion nicht irgendeine Sensationslust befriedigen, sondern ein spirituell-theologisch fundiertes Angebot machen», stellt Bruder Thomas Freidel klar. Er ist seit fast 40 Jahren Mitglied der Franziskaner-Minoriten und seit 18 Jahren Pilgerseelsorger für die deutschsprachigen Gäste.
Seit am 4. Oktober 2025 die Internetseite «San Francesco vive» (Der heilige Franziskus lebt) aufgeschaltet wurde, haben bereits über 300 000 Menschen ein Besuchs-Zeitfenster oder eine der Führungen in Italienisch, Spanisch, Französisch, Englisch, Polnisch oder Deutsch gebucht.
Nach einer kurzen historischen und geistlichen Einführung betreten die Gruppen den Altarbereich der Unterkirche, wo der Sarg mit den Reliquien platziert sein wird. Am Ende besteht in der Kirche mit den einzigartigen romanischen Fresken die Möglichkeit zu Gebet, Beichte, persönlichem Segen und Tauferneuerung.
Quer über den Hof geht es zur gotischen Oberkirche, wo mehrmals am Tag Gottesdienste stattfinden – das ganze Jubiläumsjahr über. Während der einmonatigen Reliquien-Ausstellung finden zahlreiche liturgische, kulturelle und spirituelle Veranstaltungen statt. Zu den Bistums-Wallfahrten unter Leitung der jeweiligen Bischöfe werden Hunderte von Gläubigen erwartet. Zum Franziskanischen Jugendtreffen am 14. und 15. März unter dem Titel «Schwester Tod» haben sich laut den Ordensleuten bisher rund 400 junge Frauen und Männer aus ganz Italien angemeldet. Auch Papst Leo XIV. hat sein Kommen für die Ausstellung angekündigt. Weitere Höhepunkte finden um den Gedenktag des Heiligen am 4. Oktober statt.
Kommentare und Antworten
Sei der Erste, der kommentiert