(Symboldbild: Alexas_Fotos/Pixabay)

Pro Life

Frau­en­bund: Geh mit Gott, aber geh!

Der Frau­en­bund hat das Wort «katho­lisch» aus sei­nem Namen gestri­chen. So lässt sich umso unge­nier­ter gegen alles pole­mi­sie­ren, was den Kern des katho­li­schen Glau­bens aus­macht. Nun macht er gegen den «Marsch fürs Läbe» mobil – kurz vor des­sen Durch­füh­rung am 20. Sep­tem­ber 2025 in Zürich.

Gleich zu Beginn seiner Medienmitteilung vom 16. September 2025 wirft der Frauenbund dem «Marsch fürs Läbe» vor, Druck auf Frauen auszuüben und das «gesellschaftliche Stigma gegenüber jenen zu verstärken, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben». Eine absurde Unterstellung – das Gegenteil ist der Fall. Durch zahlreiche Untersuchungen ist belegt, dass sich schwangere Frauen oft unter Druck des Mannes, mit dem sie ein Kind gezeugt haben, zu einer Abtreibung drängen lassen.

Nun haben die eidgenössischen Räte – nota bene in einem Kostendämpfungs-Massnahmenpaket versteckt – die Gratis-Abtreibung beschlossen. Will heissen: auch Selbstbehalt und Franchise sollen im Gegensatz zu allen andern medizinischen Behandlungen wegfallen. Damit wird der Druck auf schwangere Frauen noch zunehmen. Frei nach dem Motto: «Stell dich nicht so an, du kannst ja gratis abtreiben.» Just für die auch durch pekuniäre Anreize unter Druck gesetzten Frauen setzt sich der «Marsch fürs Läbe» ein, erklärt sich mit ihnen in Wort und Tat solidarisch.

Ein Hohn, wenn sich der Frauenbund dabei seinem Namenswechsel zum Trotz auf sein «katholisches Selbstverständnis» beruft, auf sein «überraschend anders katholisch-Sein». Es gilt, diesem Etikettenschwindel den Riegel zu schieben. Bezeichnend auch, dass der Frauenbund stets exklusiv das Selbstbestimmungsrecht der Frau als Argumentationskrücke bemüht. Dass sich hier unausweichlich auch die Frage nach dem Recht des ungeborenen Kindes stellt, wird gar nicht erst in Erwägung gezogen. Und so ganz nebenbei darf an die Adresse des Frauenbundes die ketzerische Frage gestellt werden: Wo bleibt da im Zeitalter der chronisch beschworenen Gleichberechtigung das Recht jenes Mannes, der Ja zum Kind sagt, sich gegen die Abtreibung stellt?

«Überraschend anders katholisch»
A propos «überraschend anders katholisch». Etikettenschwindel scheint offensichtlich zum Geschäftsmodell des Frauenbundes zu gehören, denn seine Kirchen- bzw. Gesellschaftspolitik ist alles andere als «überraschend». Schon seit Jahr und Tag macht der Frauenbund sozusagen gegen alles mobil, was die Lehre der Katholischen Kirche beinhaltet. Auf seiner Homepage listet er unter anderem seine Stellungnahmen zur Ehe für alle, zur Gleichstellung der LGBTQIA+ (was für ein Wortungetüm), zur Leihmutterschaft, zum assistierten Suizid und eben auch zum Schwangerschaftsabbruch auf. Alle diese Stellungnahmen stehen quer zur Lehre der Katholischen Kirche.

Stolz rühmt sich der Frauenbund, mit seinen 100 000 Mitgliedern das «grösste konfessionelle Frauennetzwerk der Schweiz» zu sein. Abgesehen davon, dass er gemäss aktualisiertem Leitbild gerade nicht mehr konfessionell sein will: Unter diesen 100 000 Mitgliedern dürften sich aller Wahrscheinlichkeit nach mehrere Tausend Karteileichen befinden, deren Mitgliederbeiträge wohl in den Kamin geschrieben werden müssen. Anders ist nicht zu erklären, weshalb sich der Frauenbund von der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz und damit vom Kirchensteuerzahler per sogenannter «Leistungsvereinbarung» alljährlich mit einer sechsstelligen Summe alimentieren lässt. Im Jahr 2024 belief sich dieser Betrag auf stolze 173 000 Franken.

In seiner Erklärung zum Namenswechsel beteuert der Frauenbund, weiterhin «mit Gott im Bund» zu sein. Also denn, lieber Frauenbund: Geh mit Gott, aber geh!


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

E-Mail

Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.


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Bemerkungen :

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    Josef Köchle 21.09.2025 um 12:48
    Die Kirche ist die Gemeinschaft der Glaubenden. Unser Glaube sagt: "Abtreibung ist ein abscheuliches Verbrechen" (Vat.II, Kirche und Welt 51). Wer das leugnet,wie der Frauenbund, gehört nicht mehr zu dieser Gemeinschaft.

    Die Finanzen der Kirche Schweiz sind zum Problem geworden. Die Beiträge des Kirchenvolkes werden gegen die Kirche, als Gemeinschaft der Glaubenden, eingesetzt, und unsere Bischöfe schauen tatenlos zu.
  • user
    Schwyzerin 20.09.2025 um 18:37

    Es hat Fehler im vorherigen Kommentar, weshalb ich einen wichtigen Satz richtig stelle: Es gibt eine Vereinbarung über die Zusmmenarbeit zwischen der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) vom 11. Dezember 2015.


    Die Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) steht nicht zur Lehre der Kirche. Sie ist eine Organisation, die die Kirche reformieren will, nach ihrer Ideologie. Der Frauenbund Schweiz passt dazu. Dass aber die Jungwacht Blauring Schweiz und die Katholische Pfadi in dieser Organisation mitmacht, ist für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Ich frage mich, ob den Eltern bewusst ist, welcher Obhut sie ihre Kinder anvertrauen.


    Die Kirche ist keine NGO. Die Kirche ist der Mystische Leib Christi, also kein Verein, keine Fundation, also im Sinne einer weltlichen Stiftung oder etwas Ähnlichem oder ein wohltätiger Verein. Das ist sie nicht. Die Kirche ist Instrument des Heils. Die Aufgabe der Kirche ist demnach eine ganz andere. Diese ist nicht, Mitglieder zusammenzuhalten und diese zahlen dann einen Beitrag und idenfizieren sich sozusagen über die Bezahlung mit der Institution. Sondern die Grundlage ist eine andere. Man soll sich mit Jesus Chritus identifizieren. Er ist das Haupt. Die Kirche ist nur dazu da, Menschen zu ihm zu führen. Von daher ist der Grundsatz hier ein ganz anderer. Wenn man zu viele Anleihen aus unserer Gesellschaft nimmt und diese versucht auf die Kirche zu applizieren, kommt man auf eine Schieflage. Dann wird man das Wesentliche nicht mehr erkennen. Die Kirche ist, wie das letzte Konzil gesagt hat, das II. Vatikanische Konzil: Die Kirche ist Instrument und Werkzeug des Heils. Man soll die Menschen zu Christus führen, von dem sie zu sprechen hat und den sie repräsentiert und der in den Sakramenten gegenwärtig ist.


    Gib dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist. Was wir vergessen haben in unserer Zeit ist, Gott, das zu geben, was ihm gehört. Und was gehört ihm, die Heiligkeit des Lebens.


    Kirchensteuer dürfen nicht für ideologische Zwecke missbraucht werden. Die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) ist daher verpflichtet, klaren Wein einzuschenken, warum es besser ist, die Zusammenarbeit mit der RKZ zukündigen.

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    Schwyzerin 20.09.2025 um 14:38
    Es gibt eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) under Die Römische-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) vom 11.Dezember 20215. Sowie eine Mitfinanzierungsvertrag MV SBK-RKZ vom 11. Dezember 2015. Gemäss Medienmitteilung der SBK und der RKZ vom 10.April 2024 wurde von der katholischen Kirche Schweiz eine nationale "Synodalitätskommission" geschaffen. Gemäss Medienmitteilung vom 7. Juli 2023 gratuliert die RKZ Helena Jeppesen-Spuhler für die Teilnahme an der Weltsynode. Helena Jeppsen-Spuhler ist bei der "Allianz Gleichwürdig Katholisch". Die Allianz Gleichwürdig Katholisch AGK ist eine reformkatholische Organisation und versteht sich als offene Projektgemeinschaft. Darunter gibt es grosse katholische Verbände wie der Frauenbund Schweiz, die Jubla (Jungwacht Blauring schweiz) und der VKP ( Verband Katholischer Pfadi). Auch gibt es bereits Pfarreien, Landeskirchen und Interessenvertretungen, wie die IG M`kU die da angeschlossen sind. Die RKZ will eine andere Kirche. Die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) sollte aus diesem Grund die Vereinbarung über die Zusammenarbeit zwischen SBK und der RKZ vom 11. Dezember 2025 auf nächstes Jahr kündigen. Wenn die Schweizerische Bischofskonferenz diese Vereinbarung vom 11. Dezember 2025 nicht auflöst, ist sie auch nicht mehr glaubwürdig.
  • user
    Claudio Tessari 20.09.2025 um 10:11
    Wir müssen Widerstand leisten. Ich habe diesbezüglich bereits der Synode eine Anfrage gestellt. Bitte macht das auch. Hier die Mailvorlage:
    Gerne würde ich wissen, ob die Synode den Schweizerischen Frauenbund finanziell unterstützt.

    Der SFB hat sich öffentlich solidarisiert mit dem Schwangerschaftsabbruch. Gemäss geltendem Recht heisst es:
    KKK 2272: „Die formale Mitwirkung an einer Abtreibung ist ein schweres Vergehen. Die Kirche verhängt auf dieses Vergehen die kanonische Strafe der Exkommunikation latae sententiae.“
    can. 1397 §2 CIC: „Wer eine Abtreibung bewirkt, zieht sich, wenn die Wirkung eintritt, die Tatstrafe der Exkommunikation latae sententiae zu.“
    Papst Leo sagt zu katholischen Politikern: Ihr könnt nicht katholisch und für Abtreibung sein.
    Gerne warte ich auf Ihre Antwort, und wenn diese JA lautet, eine Begründung wie das weithin gehen soll in Einklang mit dem katholischen Glauben.

    Email Adresse:
    synode@zhkath.ch
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    Schwyzerin 19.09.2025 um 19:25
    Wenn der Frauenbund nicht mehr zur Lehre der katholischen Kirche steht, ist es richtig, dass sie sich nicht mehr "Katholisch" nennen. Warum die Römisch-katholische Zentralkonferenz dann weiterhin an den Frauenbund zahlt, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ist die Römisch-katholische Zentralkonferenz noch katholisch?
    • user
      Asellus 20.09.2025 um 13:38
      Die Römisch-katholische Zentralkonferenz hat eigentlich nichts mit dem "Katholisch" der römisch-katholischen Kirche zu tun. Es ist eine Verwaltung, die das Geld der Steuereinnahmen für das Bistum verwaltet und dem Bischof unterstellt ist. Nun, sie folgen nicht immer den Anweisungen des Bischofs bzw. der Kirche, weil sie sich bis zu einem gewissen Grad demokratisch verselbständigt haben (siehe Synodaler Weg und/oder Link: https://www.bischoefe.ch/vademecum/ )