Gleich zu Beginn seiner Medienmitteilung vom 16. September 2025 wirft der Frauenbund dem «Marsch fürs Läbe» vor, Druck auf Frauen auszuüben und das «gesellschaftliche Stigma gegenüber jenen zu verstärken, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben». Eine absurde Unterstellung – das Gegenteil ist der Fall. Durch zahlreiche Untersuchungen ist belegt, dass sich schwangere Frauen oft unter Druck des Mannes, mit dem sie ein Kind gezeugt haben, zu einer Abtreibung drängen lassen.
Nun haben die eidgenössischen Räte – nota bene in einem Kostendämpfungs-Massnahmenpaket versteckt – die Gratis-Abtreibung beschlossen. Will heissen: auch Selbstbehalt und Franchise sollen im Gegensatz zu allen andern medizinischen Behandlungen wegfallen. Damit wird der Druck auf schwangere Frauen noch zunehmen. Frei nach dem Motto: «Stell dich nicht so an, du kannst ja gratis abtreiben.» Just für die auch durch pekuniäre Anreize unter Druck gesetzten Frauen setzt sich der «Marsch fürs Läbe» ein, erklärt sich mit ihnen in Wort und Tat solidarisch.
Ein Hohn, wenn sich der Frauenbund dabei seinem Namenswechsel zum Trotz auf sein «katholisches Selbstverständnis» beruft, auf sein «überraschend anders katholisch-Sein». Es gilt, diesem Etikettenschwindel den Riegel zu schieben. Bezeichnend auch, dass der Frauenbund stets exklusiv das Selbstbestimmungsrecht der Frau als Argumentationskrücke bemüht. Dass sich hier unausweichlich auch die Frage nach dem Recht des ungeborenen Kindes stellt, wird gar nicht erst in Erwägung gezogen. Und so ganz nebenbei darf an die Adresse des Frauenbundes die ketzerische Frage gestellt werden: Wo bleibt da im Zeitalter der chronisch beschworenen Gleichberechtigung das Recht jenes Mannes, der Ja zum Kind sagt, sich gegen die Abtreibung stellt?
«Überraschend anders katholisch»
A propos «überraschend anders katholisch». Etikettenschwindel scheint offensichtlich zum Geschäftsmodell des Frauenbundes zu gehören, denn seine Kirchen- bzw. Gesellschaftspolitik ist alles andere als «überraschend». Schon seit Jahr und Tag macht der Frauenbund sozusagen gegen alles mobil, was die Lehre der Katholischen Kirche beinhaltet. Auf seiner Homepage listet er unter anderem seine Stellungnahmen zur Ehe für alle, zur Gleichstellung der LGBTQIA+ (was für ein Wortungetüm), zur Leihmutterschaft, zum assistierten Suizid und eben auch zum Schwangerschaftsabbruch auf. Alle diese Stellungnahmen stehen quer zur Lehre der Katholischen Kirche.
Stolz rühmt sich der Frauenbund, mit seinen 100 000 Mitgliedern das «grösste konfessionelle Frauennetzwerk der Schweiz» zu sein. Abgesehen davon, dass er gemäss aktualisiertem Leitbild gerade nicht mehr konfessionell sein will: Unter diesen 100 000 Mitgliedern dürften sich aller Wahrscheinlichkeit nach mehrere Tausend Karteileichen befinden, deren Mitgliederbeiträge wohl in den Kamin geschrieben werden müssen. Anders ist nicht zu erklären, weshalb sich der Frauenbund von der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz und damit vom Kirchensteuerzahler per sogenannter «Leistungsvereinbarung» alljährlich mit einer sechsstelligen Summe alimentieren lässt. Im Jahr 2024 belief sich dieser Betrag auf stolze 173 000 Franken.
In seiner Erklärung zum Namenswechsel beteuert der Frauenbund, weiterhin «mit Gott im Bund» zu sein. Also denn, lieber Frauenbund: Geh mit Gott, aber geh!
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Die Finanzen der Kirche Schweiz sind zum Problem geworden. Die Beiträge des Kirchenvolkes werden gegen die Kirche, als Gemeinschaft der Glaubenden, eingesetzt, und unsere Bischöfe schauen tatenlos zu.
Es hat Fehler im vorherigen Kommentar, weshalb ich einen wichtigen Satz richtig stelle: Es gibt eine Vereinbarung über die Zusmmenarbeit zwischen der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) und der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) vom 11. Dezember 2015.
Die Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) steht nicht zur Lehre der Kirche. Sie ist eine Organisation, die die Kirche reformieren will, nach ihrer Ideologie. Der Frauenbund Schweiz passt dazu. Dass aber die Jungwacht Blauring Schweiz und die Katholische Pfadi in dieser Organisation mitmacht, ist für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Ich frage mich, ob den Eltern bewusst ist, welcher Obhut sie ihre Kinder anvertrauen.
Die Kirche ist keine NGO. Die Kirche ist der Mystische Leib Christi, also kein Verein, keine Fundation, also im Sinne einer weltlichen Stiftung oder etwas Ähnlichem oder ein wohltätiger Verein. Das ist sie nicht. Die Kirche ist Instrument des Heils. Die Aufgabe der Kirche ist demnach eine ganz andere. Diese ist nicht, Mitglieder zusammenzuhalten und diese zahlen dann einen Beitrag und idenfizieren sich sozusagen über die Bezahlung mit der Institution. Sondern die Grundlage ist eine andere. Man soll sich mit Jesus Chritus identifizieren. Er ist das Haupt. Die Kirche ist nur dazu da, Menschen zu ihm zu führen. Von daher ist der Grundsatz hier ein ganz anderer. Wenn man zu viele Anleihen aus unserer Gesellschaft nimmt und diese versucht auf die Kirche zu applizieren, kommt man auf eine Schieflage. Dann wird man das Wesentliche nicht mehr erkennen. Die Kirche ist, wie das letzte Konzil gesagt hat, das II. Vatikanische Konzil: Die Kirche ist Instrument und Werkzeug des Heils. Man soll die Menschen zu Christus führen, von dem sie zu sprechen hat und den sie repräsentiert und der in den Sakramenten gegenwärtig ist.
Gib dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist. Was wir vergessen haben in unserer Zeit ist, Gott, das zu geben, was ihm gehört. Und was gehört ihm, die Heiligkeit des Lebens.
Kirchensteuer dürfen nicht für ideologische Zwecke missbraucht werden. Die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) ist daher verpflichtet, klaren Wein einzuschenken, warum es besser ist, die Zusammenarbeit mit der RKZ zukündigen.
Gerne würde ich wissen, ob die Synode den Schweizerischen Frauenbund finanziell unterstützt.
Der SFB hat sich öffentlich solidarisiert mit dem Schwangerschaftsabbruch. Gemäss geltendem Recht heisst es:
KKK 2272: „Die formale Mitwirkung an einer Abtreibung ist ein schweres Vergehen. Die Kirche verhängt auf dieses Vergehen die kanonische Strafe der Exkommunikation latae sententiae.“
can. 1397 §2 CIC: „Wer eine Abtreibung bewirkt, zieht sich, wenn die Wirkung eintritt, die Tatstrafe der Exkommunikation latae sententiae zu.“
Papst Leo sagt zu katholischen Politikern: Ihr könnt nicht katholisch und für Abtreibung sein.
Gerne warte ich auf Ihre Antwort, und wenn diese JA lautet, eine Begründung wie das weithin gehen soll in Einklang mit dem katholischen Glauben.
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