Blick von Valère auf Sion © Wikimedia Commons Foto: Zairon

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Gedenk­got­tes­dienst mit Papst­bot­schaft in der Kathe­drale von Sitten

Einen Monat nach der Brand­ka­ta­stro­phe in Crans-​Montana fand in der Kathe­drale von Sit­ten ein Gedenk­got­tes­dienst für die Opfer und ihre Ange­hö­ri­gen statt. Dabei wurde auch eine Bot­schaft von Papst Leo XIV. ver­le­sen. Wir geben sie im Wort­laut wieder.

Mit grosser Betroffenheit wende ich mich an Sie alle, die Sie einen Monat nach dem tragischen Brand in Crans-Montana, der zahlreiche Opfer gefordert hat, in Trauer und Schmerz zusammengekommen sind. Sie haben einen geliebten Menschen verloren oder einer Ihrer Angehörigen leidet noch immer, vielleicht für lange Zeit, unter Verletzungen, die ihn für sein Leben zeichnen werden.

Ich möchte Ihnen meine Nähe und meine Zuwendung bekunden, zusammen mit der ganzen Kirche, die mit ihrer mütterlichen Fürsorge, so weit es möglich ist, Ihre Last mit Ihnen tragen möchte und den Herrn Jesus bittet, Ihren Glauben zu stärken in dieser Prüfung. Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei Ihren Priestern und Ihren christlichen Gemeinschaften die brüderliche und geistliche Hilfe finden, die Sie suchen, um den Schmerz zu überwinden und Kraft zu bewahren.

In diesen Stunden, in denen Sie nicht nur von Leid, sondern auch von Unverständnis und dem Gefühl der Verlassenheit durchdrungen sind, kann ich Sie nur der Jungfrau Maria, der Schmerzensreichen Muttergottes, anvertrauen, die Sie an ihr Herz drückt und Sie einlädt, mit ihr auf das Kreuz zu blicken, an dem ihr geliebter Jesus auch gelitten und sein Leben hingegeben hat. Am Kreuz wollte der Sohn Gottes, Gott selbst, das teilen, was Sie heute erleben müssen. Er wird auch seine glorreiche und selige Auferstehung mit Ihnen teilen. Denn Jesus ist wahrhaft auferstanden! Zugleich ist es die Gewissheit, die die Heilige Kirche mit Zuversicht und Gelassenheit verkündet und auf der unsere grosse Hoffnung gründet: die Hoffnung, diejenigen, die Sie verloren haben, eines Tages wiederzusehen; die Hoffnung auch, dass hier auf Erden ein neuer Tag für Sie anbrechen wird und dass die Freude in Ihre Herzen zurückkehren wird.

Seien Sie sich dessen ganz sicher, wie der heilige Paulus sagt: Weder Tod noch Leben, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Prüfungen noch Trennung noch Leiden … nichts kann Sie und Ihre Lieben von der Liebe Gottes trennen, die in Christus ist (vgl. Röm 8,38). Und nichts von dem, was Sie mit ihnen an Schönem und Glücklichem erlebt haben, ist für immer verloren; nichts ist zu Ende!

Wenn Maria Sie in diesen traurigen und dunklen Tagen einlädt, auf das Kreuz zu schauen, lädt sie Sie auch ein, auf den Himmel zu schauen, der immer hell ist. Wenn Sie fest den Anker der Hoffnung ergreifen, den Jesus Ihnen reicht (vgl. Hebr 6,19), werden Sie die Kraft und den Mut finden, durchzuhalten und Ihren Weg fortzusetzen. Ich trage dieses Anliegen in mein Gebet und bitte den Herrn um die Ruhe für Ihre Verstorbenen und um Trost für Ihre Lieben. Von ganzem Herzen erteile ich Ihnen meinen herzlichen Apostolischen Segen.

 

Aus dem Vatikan, am 28. Januar 2026

 

LEO XIV.


Bistum Sitten


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Bemerkungen :

  • user
    Stefan Fleischer 01.02.2026 um 20:34
    Das ist die Botschaft, welche unsere Seelsorger in solchen Situationen finden und in unermüdlicher und geduldiger Belehrung (vgl. 2.Tim 4,2) verkünden sollten. Dazu aber braucht es jene Haltung, welche Paulus uns ans Herz gelegt hat: «Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit.» (1.Kor 1,23) Denn ein Christentum ohne das Kreuz und die Auferstehung hilft niemandem. Und einer Verkündigung ohne Maria fehlt das Mütterliche, welches so vieles im Leben leichter macht.