Unter Präsident Xi Jinping begann im April 2016 die Kampagne zur «Sinisierung» der Religion. Die Regierung erwartet, dass sich die religiösen Gemeinschaften und Kirchen der chinesischen Kultur und der Ideologie der Kommunistischen Partei Chinas anpassen.
China verstärkt nach Einschätzung von «Human Rights Watch» den Druck auf Katholiken der Untergrundgemeinden, sich der staatlich kontrollierten offiziellen Kirche anzuschliessen. In den vergangenen Jahren habe Peking die ideologische Kontrolle, Überwachung und Reisebeschränkungen für die schätzungsweise zwölf Millionen Katholiken des Landes verschärft, teilte die Menschenrechtsorganisation vergangene Woche mit.
Die 2018 geschlossene Vereinbarung zwischen dem Heiligen Stuhl und China zu Bischofsernennungen habe die Repressionen noch erleichtert. Nach zehn Jahren einer Regierungskampagne zur kulturellen Gleichschaltung und fast acht Jahre nach dem Vatikan-Abkommen sähen Katholiken in China sich wachsender Unterdrückung und einer Einschränkung ihrer Religionsfreiheit ausgesetzt, erklärte Yalkun Uluyol, China-Experte bei «Human Rights Watch». «Papst Leo XIV. sollte das Abkommen dringend überprüfen und Peking dazu drängen, die Verfolgung und Einschüchterung von Untergrundkirchen, Geistlichen und Gläubigen zu beenden.»
Keine Antwort aus Vatikan und Peking
Die chinesische Regierung bestraft Personen, die mit ausländischen Medien oder Menschenrechtsorganisationen sprechen. «Human Rights Watch» konnte mit mehreren Personen ausserhalb des Landes sprechen, die aus erster Hand über das Leben der Katholikinnen und Katholiken in China berichteten. Zudem wertete die Menschenrechtsorganisation Regierungsdokumente und Artikel aus der staatlichen chinesischen Presse aus.
Die Organisation sandte nach eigenen Angaben Anfang April 2026 eine Zusammenfassung ihrer Untersuchung an die chinesische Regierung und den Heiligen Stuhl und bat um eine Stellungnahme. Keine der beiden Seiten habe geantwortet.
Untergrundkirche droht die Auslöschung
Die chinesische Regierung schränkt bereits seit längerem die Religionsfreiheit der romtreuen Katholikinnen und Katholiken (sowie weiterer religiöser Gemeinschaften) ein; erlaubt ist nur die von der Regierung anerkannte Kirche «Katholische Patriotische Vereinigung». Jene Katholiken, die der Römisch-Katholischen Kirche treu geblieben sind, bilden in China eine Untergrundkirche. Die Bischöfe und Priester dieser Untergrundkirche werden immer wieder willkürlich verhaftet, unter Hausarrest gestellt oder «verschwinden».
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