Prof. Helmut Prader während seines Referats. (Bild: Peter C. Düren)

Weltkirche

Gewis­sen und Wahr­heit als Eck­pfei­ler der Theo­lo­gie Kar­di­nal Newmans

Im zwei­ten Bei­trag zur «Inter­na­tio­na­len Theo­lo­gi­schen Som­mer­aka­de­mie» in Haag (Nie­der­ös­ter­reich) geht es um die Zustim­mungs­lehre sowie um das Gewis­sen beim neuen Kir­chen­leh­rer John Henry Newman.

Weihbischof Marian Eleganti begann sein Referat über die Zustimmungslehre John Henry Newmans[1] mit dem Agnostiker und Skeptiker schlechthin: mit Pilatus und seiner lapidaren wie resignativen Frage: «Was ist Wahrheit?» (Joh 18,38). In dieser Frage nach der Wahrheit stecken zwei Fragen: Was bedeutet der Begriff? und «Wann habe ich Wahrheit erkannt?» Newman beschäftigte besonders die zweite Frage: die Frage nach dem Gewissheitsgrad der Wahrheitserkenntnis.

In Gott ist die Wahrheit nicht nur gegeben, sondern auch – im Unterschied zum Menschen – vollkommen vollzogen. Wahrheit realisiert sich seinsmässig im Vollzug (Sein) und als vollumfängliche Gewissheit (Erkenntnis). Anders verhält es sich im menschlichen Geist, dessen Ambivalenz und Vielschichtigkeit (falsche und echte Gewissheit) Newman in seiner Zustimmungslehre streng unterscheidet. Zur Gewissheit und Schlüssigkeit eines Satzes schreibt er. «Ein Satz kann wahr sein und doch ein Erschlossen-Werden nicht zulassen; er kann ein Schluss sein und doch keine Wahrheit.»[2] Weihbischof Eleganti resümiert: «Schlüssigkeit und Stimmigkeit eines Verfahrens sind also im Kontext des menschlichen Geistes noch keine unfehlbaren oder sicheren Wahrheitskriterien, höchstens Indikatoren.» Newman ist davon überzeugt, dass man aus Wahrscheinlichkeiten einen die Gewissheit betreffenden, legitimen Beweis bilden kann. Die Gewissheit, dass das Christentum wahr ist, stützt sich auf diese Häufung von verschiedenen Wahrscheinlichkeiten. «Aus ihnen konstruiert Newman den legitimen Beweis, dass das Christentum göttlich und wahr ist, ähnlich der subjektiven Gewissheit, dass er [Newman] in diese Welt hineingeboren wurde.»

Für die wirkliche Erfassung eines Gegenstandes ist bei Newman ein Minimum an Vorstellungskraft (Intensität der Einsicht) vorausgesetzt, damit der Gegenstand zu eigen werden kann. Mit anderen Worten: Wir bilden eine Überzeugung. Die Einsicht bleibt damit nicht ohne Erfahrung. Die Höchstform solcher Wahrheitsverwirklichung im Erkenntnisakt wäre dann die Anschauung Gottes, weil sie vollkommen «realisiert» (gelebt und erkannt) wird. «Ich kann nicht ‹halb› zustimmen», so Weihbischof Marian. «Man stimmt zu oder tut es nicht, obwohl wir im Alltag gerne mal ‹Jein› sagen, für Newman eine logische Unmöglichkeit. Der eigentliche Akt des ‹Für-wahr-Haltens› ist immer unbedingt.»

Herzstück der Zustimmungslehre
Der «Folgerungssinn» (illative sense) ist das Herzstück der Zustimmungslehre und Newmans originellster Beitrag: «Durch den ‹illative sense› erkennen wir durch konvergierende Wahrscheinlichkeiten die Wahrheit. Der ‹illative sense› ist existenziell und individuell, geschult durch Erfahrung, Gewissen, Erziehung, Tugend usw.», erklärte Weihbischof Marian Eleganti. Als Beispiel für den «illative sense» nahm er Grossbritannien. «Dass Grossbritannien eine Insel ist, glauben wir mit voller Gewissheit – obwohl fast niemand alle Beweise selbst geprüft hat. Genauso kann der ‹illative sense› uns zur vollen Gewissheit führen, dass Christus existiert hat und Gott ist.»

Im Bereich der Religion unterscheidet Newman einen religiösen und einen theologischen Akt und entsprechend auch eine religiöse Geisteshaltung von einer theologischen, wobei es keine scharfe Trennungslinie zwischen beiden im gleichen Menschen gibt. «faith» ist für Newman ein existenzieller Akt: Ich glaube, was Gott offenbart hat, und ich glaube es, weil Gott es offenbart hat. «belief» ist im Gegensatz dazu: Ich glaube in meinem Intellekt, dass etwas so ist, oder sich so verhält. Die Frage, die John Henry Newman umtreibt: «Kann ich zu einer lebhafteren Zustimmung zum Sein eines Gottes kommen als zu einer solchen, wie man sie bloss Begriffen des Intellekts gibt? Mit anderen Worten: «Kann ich glauben, als ob ich sähe?» Newman hält hier eine reale Zustimmung für möglich, obwohl Gott unsichtbar ist. Es geht ihm im Grunde genommen darum, Gott nicht nur als einen Begriff zu erfassen, sondern als eine Wirklichkeit. «Diese erfasst den ganzen Menschen, nicht nur seinen Intellekt, und durchdringt seine ganze Lebenswirklichkeit.»
 


«Newman zeigt in seiner Zustimmungslehre, dass wir im wirklichen Leben (besonders im Glauben) nicht durch strenge Beweise, sondern durch den Folgerungssinn (illative sense) zu realer, unbedingter Gewissheit gelangen (z. B. über die Existenz Gottes aufgrund der Schöpfung). Der Folgerungssinn ist eine ganzheitliche, existenzielle und individuelle Urteilskraft, die viele schwache Wahrscheinlichkeiten zu einer lebendigen Überzeugung verdichtet.»

In Kapitel X, Absatz 2 heisst es: «Das Licht ist eine Qualität der Materie, wie Wahrheit eine des Christentums; aber das Licht wird nicht erkannt von Blinden; und es gibt solche, die die Wahrheit nicht erkennen infolge eines Mangels nicht der Wahrheit, sondern ihrer selbst.» Das heisst: Die Zustimmung (Assent) zur Offenbarung erfordert eine innere Disposition. «Wahrheit ist nach Newman kein Erkenntnisproblem, sondern ein Zustimmungsproblem», so Weihbischof Marian Eleganti.

«Das Gewissen hat Rechte, weil es Pflichten hat»
Wenn man den Namen John Henry Kardinal Newman hört, dann assoziieren viele damit gleich den Begriff «Gewissen», dabei hat der Kirchenlehrer kein eigenes Werk zu diesem Thema geschrieben, wie Prof. Helmut Prader zu Beginn seines Vortrages ausführte. Die Gedanken Newmans zum Gewissen muss man auf dem Hintergrund des damals herrschenden Liberalismus betrachten. Newman unterscheidet zwischen dem rationalistischen Liberalismus und dem emotionalistischen Liberalismus. «Beide berauben den Glaubensakt seiner übernatürlichen Dimension. Beim rationalistischen Liberalismus wird Glaube zu einer Vernunfterkenntnis, beim emotionalistischen Liberalismus wird der Glaube zu einem Gefühl», so Prof. Prader. Der Einzelne sucht sich aus, was ihm gefällt. In analoger Weise werde das Gewissen utilitaristisch bzw. ästhetizistisch umgedeutet und verliere seinen eigenständigen und transzendenten Charakter.

Für Newman ist das Gewissen «eine naturgegebene, aber entwicklungsbedürftige Anlage, es besitzt sowohl ein kognitives als auch ein voluntativ-emotionales Element und hat transzendent-personalen Charakter». Es gehört zu den ursprünglichsten Verfasstheiten des Geistes und kann nicht in irgendeine in unserer Natur liegenden Verbindung von Prinzipien aufgelöst werden, die elementarer wären als es selbst. Für Newman ist das Gewissen keine rein autonome Grösse. Er schreibt: «Das Gewissen hat Rechte, weil es Pflichten hat. Doch in diesem Zeitalter besteht bei einem grossen Teil des Volkes das eigentliche Recht und die Freiheit des Gewissens darin, vom Gewissen zu dispensieren, einen Gesetzgeber und Richter zu ignorieren und von unsichtbaren Verpflichtungen unabhängig zu sein. Man nimmt an, jeder habe einen Freibrief dafür, eine Religion zu haben oder nicht, sich dieser oder jener anzuschliessen und sie dann wieder aufzugeben [...] Es ist das Recht auf Eigenwillen.»[3]

Newman sieht im Gewissen ein «Heiligtum», in dem Gott sich persönlich jeder einzelnen Person zuwendet, ob sie sich dessen bewusst ist oder nicht, und geht davon aus, dass der Schöpfer den vernunftbegabten Geschöpfen sein eigenes Gesetz eingepflanzt hat: «Dieses Gesetz wird ‹Gewissen› genannt, insofern es in die Seelen der einzelnen Menschen aufgenommen ist.» Diesem Gesetz Gottes gegenüber ist der Mensch zum Gehorsam verpflichtet, auch wenn das Gewissen irrt. «Das Gewissen ist nicht einfach mit dem Gesetz Gottes identisch; es ist das göttliche Gesetz, das durch den Intellekt der einzelnen Person hindurchgetreten ist. Diese anthropologische Dimension des Gewissens ist nach Newman nicht bloss die Fähigkeiten des Intellekts, sondern auch jene, die den Willen, die Gefühle, die Leidenschaften und alle anderen Komponenten der menschlichen Person mit einschliesst. Die Bildung des Gewissens umfasst den ganzen Menschen und ist von grundlegender Bedeutung», betonte Prof. Prader.

Die theozentrische Dimension des Gewissens ist für Newman von besonderer Bedeutung. «Das Gewissen ist weder weitsichtige Selbstsucht noch das Verlangen, mit sich selbst in Einklang zu stehen; sondern es ist ein Bote von Ihm, der sowohl in der Natur als auch in der Gnade hinter einem Schleier zu uns spricht und uns durch seine Stellvertreter lehrt und regiert. Das Gewissen ist der ursprüngliche Statthalter Christi, ein Prophet in seinen Mahnungen, ein Monarch in seiner Bestimmtheit, ein Priester in seinen Segnungen und Bannflüchen. Selbst wenn das ewige Priestertum in der Kirche aufhören könnte zu existieren, würde im Gewissen das priesterliche Prinzip fortbestehen und seine Herrschaft ausüben.»[4]

Wenn die Stimme des Gewissens in ihrem transzendenten Charakter erkannt wird, kann sie ein Weg zu Gott werden; dann vermag sie dem Menschen das Bild eines persönlichen Gottes zu vermitteln. Das Gewissen weckt zwar im Menschen einen Durst nach der Erkenntnis dieses unsichtbaren Herrn und Richters, «der leise zu ihrem Herzen redet, der ihnen etwas sagt, aber nicht annähernd so viel, wie sie wünschen und brauchen».[5] Aus eigener Erfahrung weiss Newman, dass durch die Annahme des Evangeliums «aus dem Gewissen ein vom Glauben informiertes und am Glauben orientiertes christliches Gewissen» wird.

Gewissen und Lehramt – kein Widerspruch
Das Gewissen und die Autorität der Kirche und des Papstes stehen für Newman immer im Dienst des Gewissens der Menschen und der Gesellschaft, so Prof. Prader. Die Autorität der Kirche reicht aber nur so weit, wie die Offenbarung und die zum Heil notwendige Wahrheit reichen (unfehlbare Aussagen). Für Newman wäre es undenkbar gewesen, dass ein Katholik in Fragen des Glaubens oder der Sitten aus Gewissensgründen von der Lehre der Kirche abweichen kann. Newman schreibt: «Da das Gewissen ein praktisches Diktat ist, ist eine Kollision zwischen ihm und dem Papst nur möglich, wenn der Papst Gesetze oder besondere Befehle und dergleichen gibt. Doch ein Papst ist nicht unfehlbar in seinen Gesetzen, ebenso wenig in seinen Befehlen und politischen Aktionen, in seiner Verwaltung, in seiner öffentlichen Politik.»[6] «Prima facie ist es seine strenge Pflicht, schon aus einem Gefühl der Loyalität, zu glauben, der Papst sei im Recht und handle entsprechend […] Er darf nicht eigensinnig dazu entschlossen sein, ein Recht zu beanspruchen, zu denken, zu sagen und zu tun, was ihm gerade beliebt, und die Frage nach Wahrheit und Irrtum, nach Recht und Unrecht, die Pflicht, wenn möglich zu gehorchen, und die Neigung, zu sprechen, wie sein Oberhaupt spricht, und in allen Fällen auf der Seite seines Oberhauptes zu stehen, nicht einfach beiseiteschieben. Würde diese notwendige Regel beachtet, dann kämen Zusammenstösse zwischen der Autorität des Papstes und der Autorität des Gewissens nur sehr selten vor.» In Einzelfällen kann sein Gewissen in solchen Fragen jedoch zu einer Auffassung kommen, die von jener des Papstes abweicht. «Auf der anderen Seite haben wir schliesslich in der Tatsache, dass das Gewissen jedes einzelnen in aussergewöhnlichen Fällen frei ist, einen Garanten und eine Bürgschaft [...] dafür, dass kein Papst jemals imstande sein wird [...], für seine eigenen Zwecke ein falsches Gewissen zu schaffen.»[7] Der Papst steht also nicht über der Wahrheit. Als Nachfolger Petri ist er Diener der Wahrheit, die das Gewissen der Gläubigen erleuchtet.
 


Für Newman ist das Gewissen so eng mit der menschlichen Natur verbunden ist, dass der Mensch es nicht abschütteln kann. Er kann es zum Schweigen bringen oder ihm den Gehorsam verweigern. «Letztlich kann er es aber nicht ganz zerstören, weil er es nicht selbst geschaffen hat», erläuterte Prof. Prader. Doch das Gewissen, das wie die gefallene Natur unter dem Einfluss der Sünde steht, muss gebildet werden. Die Vernachlässigung der Gewissensbildung bringt den Menschen von der Wahrheit ab und macht ihn zu einem Gefangenen seiner selbst.

Der Gehorsam gegenüber der Stimme des Gewissens macht gemäss Newman das Wesen der natürlichen Religion aus. In gleicher Weise bildet der Gehorsam gegenüber der Kirche und der kirchlichen Autorität das Wesen der Offenbarungsreligion. Durch die Verkündigung der Kirche wird der Zugang zur vollen Offenbarungswahrheit ermöglicht. Darin liegt ein wesentlicher Unterschied zum Protestantismus, der den Zugang zur Offenbarung, zur Heiligen Schrift, dem privaten Urteil des Einzelnen überlässt. Newman schreibt: «Sind nicht diese beiden Zustände oder Akte des Geistes ganz verschieden voneinander: Einfach glauben, was eine lebendige Autorität lehrt – und ein Buch nehmen, wie etwa die Heilige Schrift, und es nach Belieben gebrauchen, dann den Meister spielen, das heisst euch selbst zum Meister desselben machen, es für euch selbst auslegen und nur das annehmen, was ihr beliebig darin schon wollt und nichts sonst?»[8]

Das Lehramt der Kirche überliefert, verkündet und interpretiert das geoffenbarte, in der Heiligen Schrift grundgelegte Wort Gottes. In diesem Sinne steht das Lehramt gemäss Newman über der Heiligen Schrift, der Tradition, der Lehre der Väter und der Theologen. Wo es kein Lehramt gibt, wird das Privaturteil seinen Platz einnehmen.

Die Autorität des Papstes hat ihre Begründung in der Offenbarung, die Gott der Kirche anvertraut hat, damit sie in der Kirche und durch die Kirche in Treue bewahrt, ausgelegt und weitergegeben wird. Dazu schreibt Newman: «Spräche der Papst gegen das Gewissen im wahren Sinne des Wortes, dann würde er Selbstmord begehen. Er würde sich den Boden unter den Füssen wegziehen [...] Auf das Gewissen und seine Heiligkeit gründet sich sowohl seine Autorität in der Theorie wie auch seine tatsächliche Macht [...] Der Kampf für das Sittengesetz und für das Gewissen ist seine raison d’etre.»[9]

«Katholiken gehorchen dem Papst nicht, weil jemand sie dazu nötigt, sondern weil sie im Glauben davon überzeugt sind, dass der Herr durch ihn — und durch die Bischöfe in Gemeinschaft mit ihm – die Kirche leitet und in der Wahrheit erhält. Das geformte Gewissen führt den Gläubigen zum freien und mündigen Gehorsam gegen den Papst. Kirche, Papst und Bischöfe wiederum erleuchten das Gewissen, das eine klare Orientierung braucht», so Prof. Prader.

Der «kritischen Loyalität» Newmans ging Prof. Wolfgang Klausnitzer in einem eigenen Referat nach («Erst das Gewissen und dann der Papst»). Er führte auch Newmans «Idee einer Universität» in einem Vortrag aus. Prof. Andrew Meszaros vom St. John Henry Newman-Lehrstuhl am Angelicum in Rom ging der Frage nach, ob Newmans Dogmenentwicklungstheorie heute noch relevant ist, und Dr. Hermann Geissler FSO, Direktor des «Internationalen Zentrums der Newman-Freunde» in Rom, sprach über «Die prophetische Rolle und bleibende Bedeutung Newmans». Für die Behandlung des «Traum des Gerontius» wählten Pater Johannes Nebel FSO und Stiftskapellmeister Prof.  Till Alexander Körber einen ungewohnten Weg: Mithilfe von Musikbeispielen aus dem Oratorium «The Dream of Gerontius» op. 38 von Edward William Elgar gingen sie der Dichtung Newmans über den letzten Weg des Gerontius vom Sterbebett, hin vor den Richterstuhl Christi und zum Ort der Reinigung nach.

Gelungenes Zusammenspiel
Die «Internationale Theologische Sommerakademie» lebt nicht nur von hochklassigen Referaten, sondern auch von den anschliessenden Diskussionen. Besonders das Thema «Gewissen» führte zu vielen Wortmeldungen. Der Austausch konnte in den Pausen und den gemeinsamen Essen weitergeführt werden. Die Autorin erlebte es als Wohltat, an der Sommerakademie jenseits von Kirchenpolitik über eine Sache diskutieren zu können. Ebenso waren die würdig gefeierten Eucharistiefeiern, in denen mit grosser Selbstverständlichkeit auch Fürbitten für die Seelen im Fegefeuer gesprochen wurden, eine Kraftquelle.

Es war eine rundum gelungene Sommerakademie, exzellente Bewirtung und Küche inbegriffen. Kein Wunder, dass die meisten Anwesenden bereits ihre Teilnahme an der nächsten Sommerakademie (30. August bis 1. September 2027) angemeldet haben.
 

Der Sammelband mit den Referaten wird voraussichtlich noch dieses Jahr erscheinen.

Die 37. Internationale Theologische Sommerakademie wird vom 30. August bis 1. September 2027 wiederum in Haag (Niederösterreich) stattfinden. Ausgehend von den Schriften Benedikts XVI., der nächstes Jahr seinen 100. Geburtstag feiern könnte, lautet das (provisorische) Thema: «Jesus Christus auf dem Abstellgleis?»
Webseite der Internationalen Theologischen Sommerakademie Link

 


[1] John Henry Newman, Entwurf einer Zustimmungslehre, in: Ausgewählte Werke, hrsg. v. M. Laros und W. Becker, 7, Mainz 1961. Original: John Henry Card. Newman, A Grammar of Assent, London/New York 1895.
[2] Newman (1961), 131.
[3] John Henry Newman, Polemische Schriften, Mainz 1959, 163f.
[4] John Henry Newman, Polemische Schriften, Mainz 1959, 163f.
[5] John Henry Newman, Predigten, X. Band, Stuttgart 1961, 85.
[6] John Henry Newman, Polemische Schriften, Mainz 1959, 168.
[7] John Henry Newman, Polemische Schriften, Mainz 1959, 169.
[8] John Henry Newman, Zur Philosophie und Theologie des Glaubens (übers. M. Hofmann / W. Becker), AW VI, Mainz 1964, 322.
[9] John Henry Newman, Polemische Schriften, Mainz 1959, 165f.


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

You have reached the limit for comments!

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Stefan Fleischer 05.09.2026 um 10:04
    Auf der anderen Seite, wenn in einem weltlichen Betrieb die Besserwisserei, die Rechthaberei und der Ungehorsam gegenüber der Geschäftsleitung so gross wäre wie in unserer Kirche, teilweise sogar innerhalb der Kurie, gegenüber Rom und dem Papst, so hätte die Firma schon längst Konkurs anmelden können.
  • user
    Joseph Laurentin 04.09.2026 um 22:30
    Hat sich heute nicht ein Papalismus verbreitet, den Newman wohl entschieden zurückgewiesen hätte? Die nahezu bedingungslose Zustimmung zu jeder päpstlichen Äusserung und Entscheidung hat mit echter kirchlicher Treue wenig zu tun und gleicht vielmehr einem blinden Gehorsam.
    • user
      Meier Pirmin 05.09.2026 um 10:32
      Die Zurückweisung des Papalismus, wie Sie schreiben, kann man im Schweizer gläubigen katholischen Konservativismus bei Philipp Anton von Segesser nachweisen, im Buch "Kulturkampf" (1876), als ehemaliger Student deutscher Universitäten, gewiss aber nicht bei Newman zu einer Zeit, da Kircheobere und Päpste um Welten autoritärer auftraten als heute. Sowieso müssen Sie zwischen päpstlichen "Entscheidungen", die immer ernst genommen werden müssen, und blossen "Äusserungen" unterscheiden, die bekanntermassen etwa bei Papst Franziskus sehr salopp sein konnten. Siehe seine Bemerkungen über die "Schwulenlobby"im Vatikan und dem Hinweis, Katholiken seien nicht verpflichtet, "sich wie Karnickel" zu vermehren. Auch waren und sind Ansprachen nun mal gruppen- und situationsbezogen, im Einzelfall von Redenschreibern verfasst oder mitverfasst bis hin zu irrtümlichen Aussagen selbst von Papst Johannes Paul II. über Bruder Klaus. Solche Aussagen sind nun mal bei allem Respekt "einordnungsbedürftig". Für Ihren sog. blinden Gehorsam gibt es ein eindrückliches Beispiel beim heiligmässig frommen Bauern Niklaus Wolf von Rippertschwand, dem das Gesundbeten verboten wurde, was er ohne Rücksicht auf seine Patienten einhielt, zu einer Zeit, da diese Praxis etwa vom Arzt Troxler scharf kritisiert wurde und offenbar suboptimal gehandhabt wurde. Morgen Sonntag ist in Neuenkirch unter der Leitung von Postulator Urban Fink wieder das Glaubensfest zu Ehren eines frommen Schweizers, der wie kein zweiter nicht zum heutigen Zeitgeist passt. Er bezahlte freiwillig aufgehobene Klostersteuern und war ein entschiedener Gegner der allgemeinen Schulpflicht, unterrichtete seine Kinder im Hausunterricht. Die liberalen Priester kritisierte er flächendeckend, auch dort, wo sie längerfristig recht behielten.
      • user
        Martin Meier-Schnüriger 05.09.2026 um 13:45
        Niklaus Wolf befolgte das ihm auferlegte Heilungsverbot keineswegs "ohne Rücksicht auf seine Patienten", sondern, wie er selbst sagte, mit blutendem Herzen. Ausserdem umging er es gelegentlich, indem er sich zwar an den Wortlaut hielt und seine "Patienten" nicht persönlich aufsuchte, aber ihnen brieflich mit Rat und Tat zur Seite stand.
        Bekannt ist auch die Antwort, die der hl. Bruder Klaus dem Weihbischof von Konstanz auf dessen Frage, welches die grösste Tugend sei, gab: "Der Gehorsam." Und er nahm das Stücklein Brot, das ihm der Weihbischof zu essen befahl, zu sich, obwohl er fast daran erstickte. Von blindem oder Kadavergehorsam kann wohl nur dann gesprochen werden, wenn man einen Befehl ausführt, der klar ersichtlich gegen Gottes Gebot verstösst, etwa wenn ein Arzt auf Druck der Spitalleitung eine Abtreibung vornimmt.
        • user
          Meier Pirmin 06.09.2026 um 10:31
          @Meier-Schnüriger. Ihre Ergänzungen betr. Vater Wolf sind bewegend. Es gibt wohl keinen geistlichen Gehorsam, der nicht Überwindung bzw. echten seelischen Schmerz, "blutendes Herz" kostet, sonst würde dieser bei Heiligsprechungen nicht als "heroischer Tugendgrad" gebucht. Es reicht mir heute leider nicht zur Predigt von Urban Fink, der es als Nachfolger des früheren Postulators (Menzingen, später Chorherr Beromünster) nicht leicht haben wird. Vater Wolf steht für eine Zeitgeistkritik, die über unser heutiges Verständnis hinausgeht. Zum Beispiel sein Verständnis der Bibellektüre, die für ihn einen Anlassung zur Anfechtung bedeuten konnte. Er bevorzugte deshalb Heiligschrift-Lektüre so gut wie ausschliesslich in Verbindung mit Episteln und Evangelien zum Kirchenjahr, jedenfalls ausschliesslich spirituell begleitet. Vorbildlich war dabei, dass er jeden einzelnen Sonntagsgottesdienst vor- und nachbereitete, die Bibellektüre immer mit Gebet begleitete.

          Unverständliches und Schwerverständliches aus der Bibel hat in der Privat-Frömmigkeit, Sektengeschichte, Täufer usw. in der Tat Schaden angerichtet, weswegen Wolf für die Heilige Schrift sich durchwegs einer gehorsamsbereiten Führung anvertraute.

          Der Ausdruck "Kadavergehorsam" gehört jedoch zu den Grundsätzen des heiligen Ignatius von Loyola, der für einen Jesuiten "oboediens tamqaum cadavere" forderte, eine Metapher, die typische Jesuiten aber dann auf ihre Weise umdeuteten bis hin zum heute typischen, eigentlich umgekehrten "vorauseilenden Gehorsam" derjenigen, die sich als fortschrittlich einschätzen. Das ist heute im Umgang mit der heiligen Messe eine nicht selten anzutreffende "Gehorsamspraxis". Sinngemäss "angepasster Gehorsam" analog einem aktuellen Neutralitätsverständnis "von Fall zu Fall", das zumal in der Aussenwirkung nicht mehr als zuverlässige Orientierung gelten kann.