Gianna Jessen, interviewt von Christoph Keel-Altenhofer

Interview Pro Life

Gianna Jes­sen: Begeg­nung mit einer Frau, wel­che ihre eigene Abtrei­bung über­lebt hat

Die wich­tigs­ten Fak­ten: Gianna Jes­sen ist eine heute 48-​jährige Ame­ri­ka­ne­rin. Sie sollte eigent­lich nicht leben. 1977 hat sie ihre eigene Spät­ab­trei­bung in der 29 12 Woche der Schwan­ger­schaft ihrer damals 17-​jährigen Mut­ter überlebt.

Sie wurde zunächst ohne spezielle Massnahmen bis zum Alter von 17 Monaten in einem «Satt-warm-sauber-Modus» gepflegt. Durch den Sauerstoffmangel und die damit verursachten Hirnschädigungen während der versuchten Abtreibung leidet sie heute an einer leichteren Form der Zerebralparese, welche bei ihr zeitweise zu unkontrollierten spastischen Reaktionen führt. Ihr Denkvermögen wurde aber nicht beeinträchtigt. Zunächst glaubten die Ärzte, sie würde sich nie bewegen können. Sie wurde nach 17 Monaten von einer liebevollen Pflegemutter Namens «Penny» aufgenommen. Diese führte dreimal pro Tag konsequent und intensiv physiotherapeutische Übungen mit ihr durch. Dies hatte zur Folge, dass Sie zuerst den Kopf bewegen lernte, dann das Sitzen, das Krabbeln und mit 3 1/2 Jahren sogar das Laufen, zunächst noch mit einem kleinen Laufgestell und orthopädischen Schienen, allmählich auch ohne. Bis heute hat sie bereits zwei Marathon-Läufe bestritten, wenn auch in einer etwas längeren Zeit. Sie hat es aber beide Male mit grösster Anstrengung über die Ziellinie geschafft. Gianna durfte mit dieser Person als Pflegemutter erstmals eine bedingungslose Mutterliebe erleben. Diese Frau, Penny, hat in ihrem Leben 56 Kinder grossgezogen, oft solche mit schweren Behinderungen, zu Zeiten von Gianna waren es meist etwa fünf gleichzeitig. Später wurde Gianna von deren Tochter definitiv adoptiert. Die Umstände dieser Adoption waren nicht immer einfach. Aber... Ihre ursprüngliche Pflegemutter ist dadurch ihre Grossmutter geworden. Die Nähe zu Ihrer Grossmutter wurde für sie sozusagen zum wichtigsten Lebensfaden. Gianna schreibt die Umstände ihres Lebens wie auch ihr äusseres und inneres Überleben allein der Gnade, der Führung und dem Schutz Jesu Christi zu. Ihn bezeichnet sie als ihre alleinige «Sicherheit». So will Sie durch das Leben gehen in der Sicherheit, dass ER etwas sehr Gutes aus ihren Lebens-umständen macht.

Swiss-cath.ch konnte zwei Tage vor dem diesjährigen «Marsch fürs Läbe» mit Gianna Jessen ein längeres Interview führen. Gianna ist eine sehr spontane Person. Sie teilt uns zu Beginn des Gesprächs mit, dass sie nicht sehr systematisch oder chronologisch spreche. Sie versuche innerlich auf den Hl. Geist zu hören und dann spontan Dinge mitzuteilen. Im Folgenden möchten wir einige «Big Points» dieser Begegnung mit unserer Leserschaft teilen.

«Ich bin nicht da, um zu verurteilen, sondern ich bin da, um das Unmögliche aufzuzeigen, das Jesus für mich getan hat...»

Und das ist wirklich eine «unmögliche Sache», eine Abtreibung zu überleben. Es nutzt nichts, Jesus, Jesus zu sagen. Wir müssen Jesus im Herzen erfahren. Und wenn er das Unmögliche für mich tun kann, kann er das Unmögliche auch für dich tun. Manchmal muss er etwas «Unmögliches» tun für uns, z.B. wenn er auf dem Wasser läuft oder uns seine Wunden berühren lässt. Dann merken wir, er ist der Authentische. Er ist wirklich der, so wie er uns sich selber darstellt. Er ist auch der, welcher alle Haare auf unserem Kopf gezählt hat. Du weisst alles Jesus. Jeder Schmerz, jede Träne, die wir geweint haben, hast Du in einer Flasche gesammelt.

Was auf meinem Geburtsschein steht...

Geboren am 7. April 1977 um 6 Uhr morgens, 29 1/2 Schwangerschaftswochen, 2 1/2 kg schwer, keine Reanimation nötig. Viele meiner Gegner glauben mir nicht. Aber dieser Geburtsschein hält genau meinen Geburtszustand fest. Ich hatte Glück, um diese Tageszeit geboren worden zu sein. Der abtreibende Arzt war wohl gerade mit etwas anderem beschäftigt. So hat eine Krankenschwester meine Einweisung in ein Spital ausgelöst. Ich stelle mir immer vor, wie Gott ein ziemlich wütendes Gesicht gemacht hat und sagte, wenn die Eltern nicht für Gianna Sorgen, werde ich es tun. Ich stelle mir dann das grimmige, wutentbrannte Gesicht von Gott vor und muss für mich dabei lächeln. Zuerst glaubten sie im Spital, ich würde nicht überleben. Aber nach einer Zeit sagten sie: Dieses Kind hat einen unglaublichen Überlebenswillen. Jesus hatte offensichtlich Pläne mit dieser Frau... Ich erlebe es oft, wie Leute mich wegen meiner Behinderung infantilisieren, mir gut gemeinte Ratschläge erteilen wollen, mich nicht für voll nehmen. Aber wo Gottes Geist weht, gibt es Freiheit, keine Manipulation und echte Gottes-Kindschaft. Ich bin froh, dass ich einen starken Willen geschenkt bekommen habe. Ich sage dies auch Eltern mit schwierigen Kindern. Sie sollten auch die guten Seiten sehen an Kindern mit starkem Willen... Dieser Wille sollte sich in den Dienst Gottes stellen. Das wird dann der entscheidende Schritt sein.

Keine Lebensqualität...?

Im Zusammenhang mit mir wurde viel von Lebensqualität gesprochen. Ich möchte einmal zu übersetzen versuchen, was damit gemeint ist: Ich möchte keine Unannehmlichkeiten haben. Ich möchte mich nicht mit diesem Kind beschäftigen. Ich möchte mich selbst nicht aufgeben. Ich möchte nicht die Lektionen lernen, die mir dieses Kind vielleicht über Gott beibringen möchte. Das ist die Übersetzung davon. Und ja, ich wäre nicht behindert, wenn ich eine Abtreibung nicht überlebt hätte. Ist es nicht verrückt, wenn das Argument lautet, dass wir die Schwangerschaft abbrechen «müssen», wenn das Baby behindert ist? Ohne Abtreibung hätte ich keine Behinderung. Ich trage die Spuren des Tötens, des versuchten Tötens an mir.

Meine Begegnung mit einem italienischen Kinderchirurgen und Neonatologen

Ich begegnete im Jahr 2018 Dr. Noya. Er hat eine eigene Klinik, in der er auch vorgeburtliche Operationen durchführt. Ich teilte ihm mit, dass meine Gegner oft behaupten, ich sei eine Lügnerin. Vom misslungenen Abtreibungsversuch müsste ich sehr viel mehr Spuren tragen. Ich müsste Verbrennungen haben, blind sein etc. Was hat mich davor geschützt? Nun, das Fruchtwasser und die Käseschmiere sind sehr gute Schutzfaktoren, meinte Dr. Noya. Aber noch viel mehr ist es Jesus, der sie beschützt hat. Sie haben wahrscheinlich die stärksten physischen und emotionalen Traumatas erlebt, die ein Menschen erleben kann. Das hat sich in ihr Hirn eingezeichnet. Darum sind sie vielleicht manchmal so schreckhaft und springen plötzlich und unvorhergesehen auf. Ich glaube ihm das. Aber ich bin Christ und weiss, dass Gott alles überwinden kann. Ich fühle mich nicht als Opfer, sondern Gott hat mich durch meine Geschichte von noch viel tiefer liegenden Zwängen befreit.

Wenn es bei der Abtreibung um die Rechte der Frauen geht, wo waren dann meine Rechte?

Keine Feministin hat an diesem Tag der versuchten Abtreibung für meine Rechte gekämpft. Tatsächlich wollten sie, dass ich sterbe. Tatsächlich wünschten sich einige der radikalen Feministinnen, ich wäre gestorben, weil sie nicht an die Wahrheit erinnert werden wollten. Und dann zurück zu Penny, die mich ewig liebte. Sie sagte mir immer einen Vers aus der Bibel: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; sei nicht verzagt, denn ich bin Gott. Ich werde dir helfen, ich werde dich stärken mit meiner gerechten rechten Hand. Und dann war da im Wohnzimmer ein Bibelvers an der Wand, den ich las, und ich hatte keine Ahnung, dass er aus einem bestimmten Grund dort hing. Er sagte immer und immer wieder diese einfache Sache. Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Denn ich bin nicht kindisch, sondern kindlich in meinem Leben mit Jesus. Und in dieser Kindlichkeit erlebe ich Gott. Und es gibt eine gewisse Verletzlichkeit, die man zwangsläufig hat. Und ich könnte mich tatsächlich dagegen wehren. Ich könnte sehr wütend sein. Ich könnte den Willen, der mir gegeben wurde, zu meinem eigenen Nachteil einsetzen. Aber ich entscheide mich dagegen. Ich möchte all diese Dinge nutzen, um Gott kennenzulernen und ihm näher zu kommen.

Was braucht es, um den Schutz des ungeborenen Lebens wirksam zu fördern? Was ist Ihrer Meinung nach die wirksamste Massnahme oder Haltung von Christen, um den Schutz des Lebens zu fördern?

Das hängt von der Situation ab, denn es gibt nicht die eine wirksamste Methode, die in jeder Situation funktioniert. Eine der wirksamsten Massnahmen, die wir beispielsweise für eine Frau in einer Krisenschwangerschaft ergreifen können, ist zuzuhören. So wissen wir, wie wir ihr helfen können. Und so weiss sie, dass man sich um sie kümmert. Dann geben wir ihr Hoffnung für ihr Leben, weil sie sich verzweifelt fühlt. Auch wenn man die Wahrheit über die wissenschaftliche Seite der Abtreibung sagt, kann man, glaube ich, nach 18 Tagen, oder sind es 14 oder 18 Tage, bereits das Herz schlagen sehen? Ich glaube, es sind jetzt 14 Tage. Und mit 4D-Ultraschall kann man im Grunde genommen schon nach 6 bis 8 Wochen ein vollständig ausgebildetes Baby sehen. Sie sind nur winzig klein. Auf diese Weise könnte man eine sehr wissenschaftlich denkende Person ansprechen: «Hey, ich begleite dich zum Schwangerschaftszentrum. Ich bin für dich da. Wie wäre es mit einem Ultraschall? Möchtest du das?» Wir könnten einen Kaffee oder Tee trinken gehen oder was auch immer, aber ich werde bei dir sein. Ich weiss, dass du Angst hast, aber wusstest du, dass du das Baby sehen kannst? Und selbst wenn sie immer noch Angst hat und denkt, dass sie eine Abtreibung will, wird sie das wahrscheinlich nicht mehr wollen, wenn sie das Baby auf dem Ultraschallgerät sieht. Und wenn sie sich Sorgen um das Geld macht, können wir auch dafür eine Lösung finden. Manchmal ist es Empathie, manchmal Zuhören, manchmal ist es wissenschaftlich, manchmal ist es materiell, manchmal ist es... sehen Sie, es gibt nicht nur einen Weg. Verstehen Sie, was ich meine?

Warum reisen Sie für einen kurzen Auftritt am Samstag beim March of Life in die Schweiz?

Nun, weil ich eingeladen wurde. Und man wird nicht immer überall eingeladen. Man ist nicht immer überall willkommen. Aber ich wurde hierher eingeladen. Meines Wissens wurde ich noch nie zu meinem eigenen March for Life in Amerika eingeladen. Wirklich? Sie wollen nichts von mir hören. Warum? Weil ich wohl zu kontrovers bin. Zu viel Jesus. Oh, wirklich? Ja. Wir müssen uns nur auf die Ungeborenen konzentrieren. Das ist das Wichtigste, oder? Das ist sehr interessant, haben sie diese Diskussionen auch in der Schweiz? Haben wir über Jesus gesprochen? Oder haben wir «nur» über Abtreibung gesprochen? Und jedes Jahr gibt es sicher den Druck, ein bisschen mehr wie die Welt zu sein, die nichts mit Jesus zu tun hat, damit wir niemanden beleidigen, damit wir niemanden abschrecken, weil sie so sind, wie sie sind, wissen Sie, wir können das einfach abschwächen, Jesus abschwächen, weil er es ja nicht wirklich versteht, weil er irgendwie ausserhalb steht. Ja, ja, es gibt diesen... diesen... Druck, der jetzt auch innerhalb der Pro-Life-Bewegung ausgeübt wird, was ich wirklich lächerlich und erschreckend finde. Weniger über Jesus müssten wir sprechen, etwas differenzierter als Jesus müssten wir sprechen. Wir wollen nicht auf Religion eingehen, wir wollen nicht auf Jesus eingehen, wissen Sie, genau wie wenn man mit Christen spricht, sagen sie, wir wollen nicht auf Politik eingehen, und ich sage dann, verstehen Sie denn nicht, dass diese Dinge sich nicht gegenseitig ausschliessen, das ist eine spirituelle Entscheidung, ein spiritueller Kampf. Entscheidungen spiritueller Natur werden auf öffentlichen Plätzen getroffen, und Christen entfernen die grösste Macht aus dem öffentlichen Raum. Im Grunde genommen läuft es also darauf hinaus, dass es eine Gruppe von Menschen gibt, die sich innerhalb der Pro-Life-Bewegung für Christus schämen. Und meine Situation ist folgende: Sucht zuerst das Reich Gottes in Christus Jesus, und all diese Kinder und alles andere wird mir hinzugefügt werden. Mein Anliegen ist in erster Linie Christus, und er wird dafür sorgen, dass sich alles andere ergibt.

Haben Sie jemals Ihre biologische Mutter getroffen?

Als ich 17 war, hatte ich Lila-Haare, denn das macht man eben, wenn man 17 ist, oder? Heute sehen 17-Jährige aus wie Supermodels, als wären sie schon mit diesem Aussehen auf die Welt gekommen. Ich hatte mit 17 keine Supermodel-Phase. Jedenfalls war ich 17 und hatte violette Haare, und es war zwei Tage vor der Hochzeit meiner Schwester. Diese Schwester, der ich heute Morgen tatsächlich gegenüberstand, ist fantastisch. Sie ist die leibliche Tochter meiner Adoptivmutter aus einer früheren Ehe, und sie ist unglaublich. Verheiratet, vier Kinder. Und sie sollte zwei Tage später heiraten, als das Telefon in der Küche klingelte. Und ich hörte am anderen Ende der Leitung: «Hallo, hier ist deine Mutter.» Und ich wusste es einfach. Das Schwierige daran war, dass sie natürlich bereits wusste, dass ich lebte, aber sie wusste auch, dass ich nicht wütend war, weil ich meiner Adoptivmutter eine Nachricht geschickt hatte und sie sich getroffen hatten. Und ich sagte, ich vergebe ihr, weil ich Christin bin, aber ich möchte sie nicht treffen. Es war keine Wut. Es war einfach nichts für mich. Und sie sagte: «Hallo, hier ist deine Mutter», und ich war allein und stand aufrecht da, ich stand mit dem Rücken zur Wand und hielt mich an der Seite der Theke fest, und ich versuchte alles, um dieses kurze Gespräch zu überstehen. Ich sagte: «Hallo», und «du musst wissen, dass ich dir vergebe, ich bin Christin». Ich glaube, sie hat ein bisschen geweint und gesagt, ich sei schön oder so etwas in diesem Gespräch, ich weiss es nicht, irgendetwas Nettes. Aber dann haben wir aufgelegt, und ich war sehr aufgebracht, aber ich habe versucht, einfach mein Bestes zu geben.

Was sagen Sie zu Lebensschützern, welche entmutigt sind: «Wir haben jahrelang viel getan, und nichts hat sich in der Schweiz geändert, weder in der Politik noch bei den Abstimmungen. Wir haben alle Abstimmungen verloren, wir haben die Motivation verloren. Ja, was sagen Sie zu solchen Menschen?»

Nun, ich verstehe Entmutigung, aber meistens ist Entmutigung eine Lüge, finde ich, eigentlich immer. Ich meine, Gott entmutigt uns nicht, aber ich würde auch so antworten: Es war wirklich nicht alles umsonst. Ist nichts erreicht worden? Wurden keine Leben gerettet? Hey, wenn sich die Gesetze vielleicht noch nicht geändert haben oder bestimmte Siege, für die Sie kämpfen, noch nicht erreicht wurden, bedeutet das nicht, dass sie niemals erreicht werden. Und manchmal muss man genauso unerbittlich sein wie die Dunkelheit, um sie zu überwinden. Und das erfordert manchmal Jahrzehnte. Es erfordert Widerstand, es wird Widerstand geben, natürlich gibt es Widerstand, aber ich sage, ist es wirklich wahr, wenn sie sagen, dass nichts erreicht wurde, dass wir nichts erreichen? Okay, ich verstehe, dass das Leben manchmal wirklich schlimm sein kann, aber ich bin mir sicher, dass es in all den Jahren mindestens ein Kind gegeben hat, das vor einer Abtreibung bewahrt wurde, und übrigens ist es nicht nur dieses eine Kind, das verschont geblieben ist... wahrscheinlich doch mehr, nämlich eine ganze Generationenfolge. Jedes Kind kann der Anfang einer ganzen Generationenfolge sein.

Was denken Sie ist wichtig für die Bildung / Ausbildung von Kindern und Jugendlichen?

Alle Werte-Vermittlung beginnt zu Hause, was wir unseren Kindern vorleben und mitgeben. Wir müssen uns für Ihre Entwicklung interessieren, für ihre Freunde, was sie tun mit ihren digitalen Geräten, was sie sich anschauen, was sie spielen (Gewaltspiele etc.). Homeschooling nimmt immer mehr zu in den Vereinigten Staaten. Das kann auch dazu dienen, dass unsere Kinder vor unguten Einflüssen geschützt werden.
Ich erzähle euch ein Beispiel, das mir bekannt ist: Ich traf kürzlich eine Frau, die mir erzählte, dass sie heute Grossmutter ihres Enkelkindes ist. Sie habe ihrer Tochter immer gesagt: «Egal, was passiert, du kannst zu mir kommen, egal, welchen Fehler du machst». Und diese Tochter kam zu ihr und sagte: «Mama, gilt das immer noch? Wow. Ich bin schwanger.» Die Mutter sagte: «Da schauen wir gemeinsam». Und ihr Enkelkind lebt wegen dieser Aussage und Haltung: «Egal was passiert, du kannst zu mir kommen». Diese Haltung ist weise und kann sehr viel bewirken.

Zum Schluss macht Gianna noch einige Bemerkungen zu Abtreibungen und nochmals zur «Lebensqualität»

Was ist mit Abtreibung? Ist das eine gute Lösung für ein Kind? Nicht jedes Kind bekommt eine Familie. Ist es besser, sie zu töten? Meinen Sie manchmal? Manchmal werden sie in eine schwierige Situation hineingeboren. Manchmal ist es also vielleicht besser, wenn sie abgetrieben werden oder gar nicht erst existieren, damit ihnen Schwierigkeiten erspart bleiben? Ich verstehe das in gewisser Weise, ich verstehe, worauf Sie hinauswollen, richtig? Und das ist ein gängiges Argument. Sollte ich also getötet werden? Sollten Sie auch getötet werden, je nachdem, wie gross Ihre Not ist? Sehen Sie, was ich sagen will, um diesem Argument entgegenzuwirken, ist: Ja, es gibt schwierige Dinge im Leben, aber das bedeutet nicht, dass die Antwort das Ende des Lebens ist, denn das Leben ist da, und Gott ist da, und Gott weiss, wie man aus schrecklichen Situationen etwas Wunderbares macht. Und ich bin mir sicher, wenn Sie dieses Baby fragen würden, würde es nicht sagen: «Hey, oder Kind, warum hast du mich nicht getötet, um mir all das zu ersparen?» Denn dann sieht man mehr von der Grösse Gottes, wenn diese Person ihre Schwierigkeiten und Widrigkeiten überwindet. Denn wir alle werden Widrigkeiten erleben. Und wenn das zum Massstab wird, oh mein Gott, dann sollten wir alle einfach sterben. Sie wissen, was ich meine, aber ich verstehe, dass es eine Chance gibt, es gibt immer eine Chance für was? Hoffnung? Ja, und die Dinge ändern sich im Laufe des Lebens, ja, das Leben kann sehr interessant sein, mit Schwierigkeiten, es ist nicht immer das Schlimmste, tatsächlich bringt es mich zurück zu einem früher gefallenen Stichwort: der Lebensqualität. Weisst du, was man bekommt, wenn man eine Behinderung hat und Jesus braucht, um sich fortzubewegen und alles andere zu tun? Man bekommt eine fantastische Lebensqualität, denn rate mal, wer einem die ganze Zeit beisteht: Jesus.

Homepage von Gianna Jessen: https://giannajessen.com/


Christoph Keel-Altenhofer


Kommentare und Antworten

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Bemerkungen :

  • user
    Claudio Tessari 30.09.2025 um 14:14
    Für mich trifft diese heldenhafte Frau den Nagel auf dem Kopf mit folgender Aussage: Haben wir über Jesus gesprochen? Oder haben wir «nur» über Abtreibung gesprochen? Und jedes Jahr gibt es sicher den Druck, ein bisschen mehr wie die Welt zu sein, die nichts mit Jesus zu tun hat, damit wir niemanden beleidigen, damit wir niemanden abschrecken, weil sie so sind, wie sie sind, wissen Sie, wir können das einfach abschwächen, Jesus abschwächen, weil er es ja nicht wirklich versteht, weil er irgendwie ausserhalb steht. Ja, ja, es gibt diesen... diesen... Druck, der jetzt auch innerhalb der Pro-Life-Bewegung ausgeübt wird, was ich wirklich lächerlich und erschreckend finde. Weniger über Jesus müssten wir sprechen, etwas differenzierter als Jesus müssten wir sprechen. Wir wollen nicht auf Religion eingehen, wir wollen nicht auf Jesus eingehen, wissen Sie, genau wie wenn man mit Christen spricht, sagen sie, wir wollen nicht auf Politik eingehen, und ich sage dann, verstehen Sie denn nicht, dass diese Dinge sich nicht gegenseitig ausschliessen, das ist eine spirituelle Entscheidung, ein spiritueller Kampf.

    Das schweizerische Modell, Trennung Kirche und Staat, hat den Glauben auf die private Ebene gestellt was er NIE SEIN DARF. Wenn wir den Geistigen Kampf nicht mehr verstehen, und leider versteht das die Mehrheit der Hirten auch nicht mehr, dann werden wir einfach Sachpolitik machen. Es geht aber um viel mehr.