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Mit spitzer Feder

Gott ist tot – oder viel­leicht doch nicht?

«Gott ist tot», pro­kla­mierte Fried­rich Wil­helm Nietz­sche bereits vor mehr als 140 Jah­ren. Im Visier hatte er dabei den Gott der Chris­ten. Nicht umsonst trägt eines sei­ner Haupt­werke den Titel «Der Anti­christ. Fluch auf das Christentum».

Wirft man einen Blick auf die neueste Erhebung zur Religionszugehörigkeit des Bundesamtes für Statistik, scheint Nietzsches Kampfansage an das Christentum ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Gemäss dem einschlägigen Datenkranz des Bundesamtes für Statistik hat der Anteil der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz zwischen 2010 und 2024 von 39 auf 30 Prozent abgenommen, jener der protestantischen Bevölkerung im gleichen Zeitraum von 28 auf 19 Prozent. Im Gegenzug stieg der Anteil der konfessionslosen Menschen um 17 Prozent auf insgesamt nun 37 Prozent. Sie stellen damit religionsbezogen prozentual erstmals die grösste Bevölkerungsgruppe.

Andererseits: Passiert irgendwo ein Unglück oder gar eine veritable Katastrophe, ist Gott plötzlich wieder gefragt, wird er gleichsam von den Toten auferweckt. Beredtes Beispiel ist der sogenannte Bergführer-Prozess rund um eine Skitour im Berner Oberland im Jahre 2023, bei welcher eine 18-jährige US-Amerikanerin sowie ein gleichaltriger Brite bei einem Lawinenunglück ums Leben kamen.

Die zentrale Frage im Gerichtsprozess lautete, ob sich der Bergführer und der ihn unterstützende Begleiter, ein sogenannter Tourguide, eine Verletzung ihrer beruflichen Sorgfaltspflichten zuschulden kommen liessen. Das Regionalgericht Oberland mit Sitz in Thun verurteilte am 14. August 2026 den Bergführer wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, sprach aber den ihn begleitenden Tourguide frei.

«Ich bin sauer auf Gott»
Bemerkenswert ist die Reaktion der im Gerichtssaal anwesenden Mutter der ums Leben gekommenen US-Amerikanerin Emily: «Ich bin nicht sauer auf den Bergführer oder den Tourguide. Ich bin sauer auf Gott. Und dieser Frust wird so schnell auch nicht weggehen» («20Minuten» vom 14. August 2026). Diese Reaktion ist beileibe kein Einzelfall. Ähnliche Schuldzuweisungen an die Adresse des wieder ausgegrabenen Gottes gab es auch nach der Brandkatastrophe in einem Nachtlokal von Crans-Montana vom 1. Januar 2026, die 42 junge Menschen mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Fazit: Zumindest als Lückenbüsser ist Gott wieder gefragt – in der durch und durch säkularisierten Gesellschaft offenbar ganz besonders.


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

E-Mail

Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.


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Bemerkungen :

  • user
    Redaktion 26.08.2026 um 13:10
    Hiermit beenden wir die Diskussion. Besten Dank für Ihr Verständnis.
  • user
    Daniel Ric 22.08.2026 um 07:55
    Nietzsches Aussage, dass Gott tot sei, war keine Prognose, sondern eine Feststellung. Im 19. Jahrhundert hat der Glaube an die Empirie und der Skeptizismus so Überhand gewonnen, dass der Glaube an Gott das Leben der meisten Menschen nicht mehr beeinflusst hat, auch wenn sie sich offiziell einer Konfession zugehörig fühlten. Nietzsche warf der damaligen Gesellschaft vor, dass sie zwar Gott "getötet" habe, jedoch weiterhin an gewissen Werten bzw. Begriffen festhielt, welche nur durch die Religion einen Sinn ergeben - beispielsweise die Begriffe Wahrheit oder das Gute. Die grösste Verteidigung des christlichen Glaubens enthielt Nietzsches Aussage, dass das Christentum lebensfeindlich sei und der Evolution widerspreche. Das Christentum predige eine Moral, die dem Schwächeren diene und daher den Starken hemme, seine Ziele zu erreichen. Für mich sind diese Gedanken, in denen der Widerspruch formuliert wird, dass eine Religion, die sich der Natur und ihrem Recht des Stärkeren sträubt, 2000 Jahre lang überlebt hat und bis an die Enden der Welt getragen wurde, ein grosser Beweis für die Richtigkeit des Christentums. Absolut lesenswert für jeden Katholiken ist die Schilderung Nietzsches des "letzten Menschen" (Also sprach Zarathustra), die man wirklich prophetisch bezeichnen kann, wenn man sich unsere heutige Gesellschaft betrachtet. Um die heutige Welt zu verstehen, ist die Lektüre von Nietzsches Werken von grossem Vorteil.
    Was die Zahlen zur Konfessionszugehörigkeit betrifft, so wird sich der Sinkflug der Mitgliederzahlen in den nächsten Jahren noch beschleunigen. Jahrzehntelang gehörte es einfach dazu, Mitglied einer Konfession zu sein, heute ist dies anders. Frau Ring hat meines Erachtens recht, wenn sie behauptet, dass dies nicht unbedingt etwas über den Glauben an Gott aussagt. Persönlich bin ich sogar der Überzeugung, dass der Mitglieder- und damit auch Geldschwund für die Katholische Kirche einen Segen darstellen wird.
  • user
    Jonas Küng 21.08.2026 um 20:24
    Bonnemain ist eine Clownsveranstaltung nach der nächsten. Zuletzt hat er eine Messe im Bahnhof veranstaltet. Kein Wunder dass Leute wegbleiben. Da kann man gleich ins Kino gehen.
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      Charlotte Oswald 21.08.2026 um 21:43
      Ich muss Ihnen Recht geben. Wer ankommt mit "jetzt komm ich" und 1000 Jahre Tradition links liegen lässt mit solchem Kasperlestheater ist bei mir durchgefallen.
      • user
        Marc Nazelle 22.08.2026 um 16:46
        Ich sehe das beruflich und als Psychologe aus einer anderen Perspektive. Bonnemain hat ein tief sitzendes Interesse an der Sexualität junger Männer. Durch die von ihm eingeführten Assessments hat er Zugang zu wie sie ihre bisherigen sexuellen Erfahrungen beschreiben. Man kann sich vorstellen, mit welcher Gier er diese Dossiers liest und wie er die Personalgespräche geniesst, auf diesen Themen basierend. So sehe ich fachlich seine Persönlichkeit.
        • user
          Martin Meier-Schnüriger 24.08.2026 um 05:38
          Ich beurteile die Bistumsleitung durch Bischof Bonnemain auch eher skeptisch. Dennoch scheinen mir die Behauptungen und Vermutungen, die hier aufgestellt werden, abenteuerlich und aus der Luft gegriffen, vor allem aber lieblos, ja sogar ehrverletzend.
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          Hermann Schmidt 24.08.2026 um 23:05
          Ich halte das für eine plausible Erklärung für die jahrelange und obsessive Behandlung des Themas Sexualität und angeblichem Missbrauch durch oben genannte Person. Als ob die Priester alle potentielle Missbrauchstäter wären, die man alle besonders begutachten muss... das ist doch alles völlig übertrieben. Wenn es immer nur um Sexualität bei den Männern geht dann liegt nahe was Herr Marc Nazelle mit seiner Fachexpertise ausgesagt hat.
          • user
            Marie-Sophie Nassler 25.08.2026 um 11:29
            Alles potenzielle Missbrauchstäter und deshalb will man keine mehr ausbilden, das Priesterseminar ist leer und die Gläubigen sind vergrault? Da stimmt tatsächlich was nicht! Vom Papst ist keinerlei Hilfe zu erwarten, er redet nur von KI
    • user
      Hansjörg 22.08.2026 um 22:03
      So einen schlechten Job kann Bischof Bonnemain ja nicht machen, oder weshalb lässt der Papst denn den Bischof weit über seine Altersgrenze im Amt?
  • Johanna-Jessica OFS 21.08.2026 um 13:12
    Totgesagte leben länger. :-) Scherz beiseite: einige der letzten Worte von Christus waren "Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun". Und bereits die Bibel warnte davor, dass der Hass kommen wird. Es ist sehr mühsam, doch auch all das wird sein Ende haben! Und es kommt dazu: Viele sind gerufen, nur Wenige sind auserwählt. Die Zahlen verwundern mich entsprechend nicht. So lange ich noch junge Menschen sehe, die den Glauben umso beherzter und ernster leben, als einige Generationen vor ihnen, die sogar Interesse an alten Traditionen usw. zeigen, so lange bleibt bei mir wohl auch die Hoffnung. Zahlen sind Zahlen, die Hoffnung auf Gott ist unendlich.
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    Stefan Fleischer 20.08.2026 um 19:01
    @Tina Ring
    Die Frage ist, ws man konkret unter Glauben an Gott versteht. Es gibt heute sehr viele Menschen, welche sagen , sie würden schon an eine höhere Macht glauben. Ein Christ jedoch glaubt an den dreifaltig einen, in der Geschichte handelnden Glott, den Schöpfer und somit den Herrn aller sichtbaren und unsichbaren Dinge. Zu diesem bemüht er sich, eine persönliche Beziehung aufzubauen, indem er glaubt, was dieser ihm durch den Dienst der Kirche geoffenbart und gelehrt hat.
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      Tina Ring 21.08.2026 um 07:10
      Da haben Sie aber schön den Katechismus widergegeben. Aber nochmals: Konfessionslosigkeit impliziert nicht automatisch, dass diese Person nicht auch an den dreieinen Gott glauben würde.

      An was glauben Sie persönlich?
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        Stefan Fleischer 21.08.2026 um 08:40
        Einen Gott, dem es gleichgültig ist, ob wir seiner Offenbarung glauben oder nicht, ist - aus meiner Sicht - zumindest einmal nicht christlich. Ein solcher stellt nämlich im Endeffekt mich selbst, meinen Verstand und mein Denken und Handeln über Gott, macht Gott zu meinem Diener, statt mich zum Diener Gottes.
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    Otto Werner 20.08.2026 um 18:46
    Bonnemains Taktik, das Christentum nach aussen hin lächerlich zu machen und nach innen zu verfolgen, schlägt sich in der Statistik nieder. Ich persönlich meine, die Kirche muss sich aber gesundschrumpfen. Auch um solche Leute loszuwerden bzw. garnicht erst anzulocken karrieretechnisch. Und es wird zu viel um Anerkennung der zivilen Öffentlichkeit gebuhlt, anstatt sich auf die eigenen Kernthemen zu konzentrieren. Die sind ja verpönt. Bonnemain meidet sie.
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      Hansjörg 20.08.2026 um 21:21
      Ich denke nicht, dass Bischof Bonnemain soviel Einfluss hat, dass er die vermehrten Kirchenaustritte beeinflusst haben könnte. Vielmehr sind es die weltweit aufgedeckten Missbrauchstaten die ihre Wirkung erzielt haben und die, von niemanden verstandenen Sexuallehre der kat. Kirche.
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        Meier Pirmin 21.08.2026 um 12:38
        Ich kenne einen Lebenden, der die Sexuallehre der katholischen Kirche versteht, nämlich mich, und zwei Tote, nämlich Sr Marie Antoinette Feldmann, der als Seminarlehrerin in Baldegg nachgesagt wurde, auch noch von solchen Seminaristinnen, die aus der Kirche ausgetreten sind, diese Lehre einmalig glaubwürdig vermittelt zu haben. Kein Wunder, kannte sie doch die Standardwerk des franz. Physiologen Prof. Chauchard, der u.a. vor gefüllten Vorlesungssälen in Fribourg u.a. über Empfängnisverhütung sprach und, ehrlich gesagt, zu den Experten aus dem Umfeld der Enzyklika "Humanae vitae" gehörte, deren Expertisen freilich nicht in den vergleichsweise kurzen Text von netto kaum 30 lateinischen Seiten eingegangen sind. Im lat. Text. kommt notabene das Wort "Pille" nicht vor und ich gehe auch nicht davon aus, dass Sie, @Hansjörg, diesen Text sich je vorgenommen haben, weil sie wie die grosse Masse der hierüber Urteilenden auf dem Idiotenniveau der Vermittlung durch Massenmedien verbleiben, auf welcher Voraussetzung es schon kaum möglich ist, sich über den Ukrainekrieg ein einigermassen objektives Bild zu machen. Immerhin schrieb der protestantische Oekonom Wilhelm Röpke schon 1957, die katholische Kirche würde die Empfängnisverhütung nicht mehr grundsätzlich ablehnen. Wie es gemeint war, wurde 1968 zB. im Seminar Baldegg den Seminaristinnen vermittelt. Ob es "genützt" habe oder nicht, bleibt offen, aber es gab Aufklärung. Selber bekannte mir mal ca. 20 Jahre später eine Schülerin, Ex-Ministrantin, Tochter einer Katechetin: "Ich war ein Knaus-Ogino-Baby."
        • user
          Hansjörg 22.08.2026 um 21:58
          Ja, Herr Meier Pirmin, Sie haben Recht,
          ich habe die Texte nicht in Latein gelesen., sondern in der offiziellen deutschen Fassung des Vatikan. Das Ding nennt sich Katechismus. Dort steht übrigens auch, dass Geschiedene die eine neue Liebe gefunden haben, als schwere Sünder und permanente Ehebrecher zu bezeichnen sind. Und noch diese Bemerkung, wenn Sie nur noch eine lebende Person kennen, die diese mittelalterliche Sexuallehre versteht, ist das nicht sehr grossartig.
          • user
            Meier Pirmin 26.08.2026 um 09:34
            Noch Antwort: Den unterdessen zwar auch verstorbenen Papst Franziskus kannte ich leider nicht persönlich, aber seine saloppe Bemerkung, dass die aus Ihrer Sicht mittelalterliche kirchliche Sexuallehre Katholiken nicht verpflichte, "sich wie Karnickel zu vermehren", steht durchaus auf der Linie sowohl von Papst Pius XII. und Paul VI., welche immerhin die natürliche Empfängnisregelung empfahlen. Und was die mittelalterliche Sexuallehre betrifft, habe ich sogar mal eine Prüfung abgelegt über das Missionsbüchlein des heiligen Pirmin (!), wo tatsächlich bereits von empfängnisverhütenden Drogen und Mitteln die Rede ist, ausserdem das Lehrbuch der Gynäkologie des heiligen Albertus Magnus, über den ich erst in diesem Frühjahr in Köln referiert habe. Ausserdem bezeichnete der heilige Thomas von Aquin die sexuellen Sünden von allen schweren Sünden als die leichteten, auch am häufigsten gebeichteten, was man nicht gleich als extremen Puritanismus abtun kann, freilich auch nicht als Nichternstnehmen ungeordnet gelebter Sexualität. Sowieso hat sich unterdessen das Verhältnis zur Pille übrigens wieder eher normalisiert, das ist natürlich ein weites Feld.
    • Johanna-Jessica OFS 21.08.2026 um 13:23
      Mich überrascht, wie Bischof Bonnemain hier scheinbar kategorisch zum absolut Bösen hochstilisiert wird, während zeitgleich GÄNZLICH UNKOMMENTIERT bleibt, dass Bischof Gmür sich ein Geleitwort für eine "Ausstellung" weiblicher Götzenbilder(!) in einer kath. Kirche(!!) erlaubt hat. Was für ein Sakrileg! Ich wohne im Zipfel des Bistums Chur, sehr abgelegen, direkt beim Kt. Aargau. Und dort ist der kath. Glaube weitaus schlimmer dem Verfall preis gegeben; das erlebe ich, sozusagen, live mit, leider. Tai-Chi-Esoterikworkshops in ehem. Propsteien sind da an der Tagesordnung, beispielsweise. Das empfinde ich als weitaus schlimmer...
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        Meier Pirmin 26.08.2026 um 11:27
        @Sie können das, verehrte Schwester, aus Ihrer Sicht als schlimm empfinden., es ist aber nichts weiter als Ausfüll-Versuch eines vorher entstandenen religiösen Vakuums. Dieses setzt unter anderem Bibel-Analphabetismus und desorientierten Religionsunterricht voraus, der wiederum nur dann wirklichen Schaden anrichtet, wenn vom Elternhaus her keine religiöse Substanz mehr herkommt. Die Sache mit der "Ausstellung weiblicher Götzenbilder", die zwar gewiss nicht in ein christliches Gotteshaus gehören, wäre relgionsgeschichtlich dann interessant, wenn zum Beispiel des 2000-Seiten Standardwerk von Bachofen, "Das Mutterrrecht" aufgearbeitet würde; und natürlich hat mindestens der Kult der Jungfäulichkeit in seinem Ursprung auch religionsgeschichtliche Quellen, die mit dem Erwählungsvorgang der Menschwerdung Gottes in Christus zumindest bei einer strengen Bibelauslegung über gewisse Analogien hinaus wirklich nichts mehr zu tun haben. Ob der Bischof dies hervorhebt, ist mir natürlich nicht bekannt. Bin aber entschieden der Meinung, dass etwa das Modefach "Religionswissenschaft" eine ernsthafte christliche Theologie nicht ersetzen kann. Wie ich anderswo auf dieser Seite schon ausführte, erfordert allein schon eine annähernd vertiefte Auseinandersetzung mit der hl. Dreifaltigkeit jahrelange Bemühungen, notwendig begleitet von einem gleichzeitigen spirituellen Leben, zum Beispiel dem praktizierten Rosenkranz.

        Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie bei unserer Religion die Vermittlung des Einfachen und Elementaren vermissen. Sowieso müsste alles, was in der Kirche wahrnehmbar ist, irgendwie auf das Vaterunser bezogen sein. Schon Kerzen anzünden ohne Gebet ist reine Esoterik, weswegen einige Reformatoren diesen Kult abgelehnt haben, unter diesem Gesichtspunkt zurecht.
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    Tina Ring 20.08.2026 um 14:42
    Konfessionslos bedeutet bei weitem nicht, dass die entsprechende Person nicht mehr an Gott glauben würde. Von daher erschliesst sich mir dieser Kommentar nicht ganz.
    • user
      Meier Pirmin 26.08.2026 um 11:38
      Sofern "Konfession" nun mal wörtlich "Bekenntnis" bedeutet, erschliesst sich dieser Kommentar durchaus. Nur meinte Nietzsche mit seinem Schlagwort gerade nicht den vulgären Atheismus, sondern die Orientierung an allem, was nicht Gott ist, was er "unvollständigen Nihilismus" nennt. Theologen sind längst darauf gekommen, dass der Pfarrerssohn aus Röcken bei Lützen nahe Leipzig, dort Museum und Grab von Nietzsche samt seiner Schwester, eigentlich ein verhnderter Theologe war. Die Art, wie er die "Leerstelle" des gestorbenen und ermordeten Gottes beschreibt in "Der tolle Mensch", kann nur durch einen vertieften Gottesglauben gefüllt werden oder dann durch einen praktisch kaum erträglichen Total-Nihilismus.

      Noch Nachtrag zu @Hansjörg oben: Der Katechismus ersetzt die Gesamtlektüre der päpstlichen Enzyklika keineswegs Er bleibt eine "Anweisung", keineswegs eine Analyse. Zu derselben wäre für eine allfällige Revision der Enzyklika das Kleingedruckte der in der Enzyklika nicht berücksichtigen Referate zu referieren. Siehe aus heutiger Sicht die Texte der Verurteilung Luthers oder Meister Eckharts.