«Kirche in Not» finanziert jedes Jahr Sommerlager für jungen und Mädchen im Nahen Osten, so wie hier im Libanon. (Bild: «Kirche in Not (ACN)»).

Weltkirche

Gross­ar­tige Soli­da­ri­tät unter Katho­li­kin­nen und Katholiken

Mit 145,8 Mil­lio­nen Euro konnte das päpst­li­che Hilfs­werk «Kir­che in Not (ACN)» 2025 welt­weit christ­li­che Gemein­schaf­ten unter­stüt­zen, die unter Krieg, Ver­fol­gung, Dis­kri­mi­nie­rung oder gros­ser Armut lei­den. Unter ande­rem durfte es über 1,8 Mil­lio­nen Mess-​Stipendien ver­ge­ben – so viele wie noch nie.

Das päpstliche Hilfswerk «Kirche in Not» erhielt 2025 Spenden und Erbschaften in der Höhe von 145,8 Millionen Euro. Damit unterstützte es 5368 Projekte in 141 Ländern. Die meisten Hilfsgelder flossen 2025 nach Indien, gefolgt von der Ukraine, dem Libanon und Syrien.

Mit 34,5 Prozent der Projektmittel blieb Afrika die wichtigste Schwerpunktregion; dies aufgrund der Ausbreitung islamistischer Gewalt, Vertreibungen und dem starken Wachstum der Kirche. In Ländern, die besonders von Gewalt betroffen sind – Burkina Faso, Niger und Mali –, wurde die Unterstützung im vergangenen Jahr deutlich verstärkt.

Auf den Nahen Osten entfielen 17,1 Prozent der Unterstützung. Der Libanon, Syrien und der Irak gehörten erneut zu den Ländern mit der umfangreichsten Hilfe: Mehr als 80 Prozent der Nothilfe kamen aufgrund der anhaltenden bewaffneten Konflikte und ihrer humanitären Folgen dieser Region zugute.

Für Asien und Ozeanien wurden 19 Prozent der Mittel eingesetzt, für Lateinamerika 16,4 Prozent. Dort unterstützt «Kirche in Not» unter anderem die Priesterausbildung, die Seelsorge in abgelegenen Gebieten sowie Projekte angesichts von Migration und sozialer Not.

Neben der Unterstützung von Priestern und Ordensgemeinschaften finanzierte das Hilfswerk den Bau und die Renovierung von Kirchen, Priesterseminaren, Klöstern und Seelsorgezentren sowie die Ausbildung von Katecheten und engagierten Laien.

Jeder zehnte Priester weltweit erhielt einen Beitrag
Zu den wichtigsten Projekten gehörte die Unterstützung von 40 207 Priestern durch insgesamt 1 887 721 Mess-Stipendien – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Hilfswerks: Im Durchschnitt wurde alle 17 Sekunden irgendwo auf der Welt eine Messe für die Anliegen der Wohltäterinnen und Wohltäter von «Kirche in Not» gefeiert. Von den Projekten profitierte etwa jeder zehnte Priester weltweit. Für viele Priester in armen Ländern oder Konfliktgebieten sind Mess-Stipendien eine wichtige Lebensgrundlage und ermöglichen ihren seelsorglichen Dienst.

Darüber hinaus finanzierte «Kirche in Not» die Ausbildung von 13 368 Seminaristen, also jedem achten angehenden Priester weltweit. Mehr als 8300 Seminaristen stammten aus Afrika, wo die Kirche besonders stark wächst, gefolgt von Asien (2193), Lateinamerika (1744) und Europa (919).
 


Rund 20 000 Ordensschwestern profitierten direkt oder indirekt von den Projekten, so z. B. durch Existenzhilfe, Finanzierung von Ausbildungen, Beiträge an Bauprojekte und Transportmittel.

Zudem finanzierte das Hilfswerk den Druck und die Verteilung von 520 816 religiösen Büchern, darunter über 111 000 Bibeln und Neue Testamente sowie mehr als 214 000 YOUCAT-Publikationen.

Schweizer Katholiken spendeten rund zehn Millionen Franken.
«Ohne unsere Wohltäter wäre all dies nicht möglich. Dank ihrer Grosszügigkeit konnte die Kirche für Millionen von Menschen ein Zeichen der Hoffnung bleiben», sagt Regina Lynch, geschäftsführende Präsidentin von «Kirche in Not (ACN) International». Jan Probst, Geschäftsführer von «Kirche in Not (ACN) Schweiz/Liechtenstein», zeigt sich dankbar für die erfahrenen Zuwendungen im Jahr 2025: «Die knapp zehn Millionen Franken an Spenden und Legaten sind ein grossartiges Ergebnis für unser Büro. Ich bin stolz auf ein Team, das super arbeitet, und ebenso freue ich mich über unsere Wohltäterinnen und Wohltäter, die sich mit armen und leidenden Christen solidarisch zeigen!»

Zum Vergleich: Die Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz und Liechtenstein spendeten durchschnittlich 3,6 Franken für «Kirche in Not»; die Katholiken in Deutschland 0,83 Euro und in Österreich 0,9 Euro.[1]

Der vom Stiftungsrat am 25. Juni 2026 in Rom genehmigte und von «PricewaterhouseCoopers» geprüfte Jahresabschluss zeigt, dass 78,7 Prozent der Gesamtausgaben (116,3 Millionen Euro) direkt missionsbezogenen Aufgaben dienten. Davon flossen 83,4 Prozent unmittelbar in Projekte.
Die Verwaltungskosten beliefen sich auf 8,5 Prozent, während 12,8 Prozent für Wohltäterbetreuung und Fundraising eingesetzt wurden.
 

«Kirche in Not (ACN)» ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das als «Ostpriesterhilfe» gegründet wurde. Es steht mit Hilfsaktionen, Informationstätigkeit und Gebet für bedrängte und Not leidende Christen in rund 140 Ländern ein. Seine Projekte sind ausschliesslich privat finanziert. Das Hilfswerk wird von der Schweizer Bischofskonferenz für Spenden empfohlen. Link

Spenden mit dem Vermerk «Verfolgte Christen» können gerichtet werden an:
Kirche in Not, Cysatstrasse 6, 6004 Luzern, Konto PC 60-17200-9; IBAN 55 0900 0000 6001 7200 9

 


[1] Schweiz und Liechtenstein: 10 Millionen Spenden von 2,76 Millionen Katholiken. Deutschland: 15,9 Millionen Spenden von 19,2 Millionen Katholiken. Österreich: 4,1 Millionen Spenden von 4,56 Millionen Katholiken.


Redaktion


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