Seit drei Jahren gibt es die Veranstaltung «Die seelische Hausapotheke». Wie kamen Sie auf die Idee, Wochenendkurse zur christlichen Lebenskunst anzubieten?
Dazu hat mich die bekannte Psychologin Elisabeth Lukas angestiftet, mit der mich eine dreissigjährige journalistische Zusammenarbeit verbindet. Sie ist ja die wichtigste Nachfolgerin Viktor Frankls, des Begründers der Logotherapie. Diese Lehre harmoniert mit dem christlichen Menschenbild und ist, wie Wolfram Kurz schrieb, ein «Glücksfall der Praktischen Theologie». Da Frau Professor Lukas aus Altersgründen kaum noch Vortragseinladungen wahrnimmt, hat sie mich aufgefordert, selbst Vorträge zur christlichen Lebenskunst im Alltag zu halten. Klöster und kirchliche Seminarhäuser greifen das gerne auf, denn die Nachfrage nach lebensnahen, christlich fundierten Hilfen ist gross, das Angebot dagegen rar.
Und warum gerade unter dem Titel «Die seelische Hausapotheke»?
In die Hausapotheke greift man, um mit alltäglichen Unpässlichkeiten besser zurechtzukommen, zur Vorbeugung oder als erste Hilfe, wenn kein Arzt gebraucht wird. Tatsächlich liegen unsere wichtigsten Arzneien nicht im Medizinschrank, sondern in unseren Gedanken, mit denen wir auf das Leben und seine Anforderungen zugehen.
Die Heilige Schrift, die katholische Tradition und die christlich fundierte Logotherapie bieten dafür einen reichen Schatz. Sie zeigen Wege auf, wie wir Sinn und Freude selbst in schwierigen Lebenslagen (wieder)entdecken können – Tag für Tag und in jeder Situation.
Vermutlich wird man nach dem Besuch des Kurses die christliche Lebenskunst nicht gleich beherrschen. Was dürfen Kursbesucherinnen und Kursbesucher konkret erwarten?
Schon der erste Vortrag über die Heilkraft der Dankbarkeit eröffnet überraschende Aha-Momente – und wird für viele ein regelrechtes Tor zur Freude. Ebenso aktuell: «Aufräumen – im Haus und im Herzen» – wie wir uns innerlich und äusserlich von Ballast befreien, mit dem Nachlass Verstorbener umgehen und Raum für Neues schaffen. Das führt zum Thema «Schicksal und Freiheit»: Was muss ich annehmen und wo beginnt meine Freiheit, meinem Leben eine neue Richtung zu geben? Weitere zentrale Impulse: Wie wir mit Sorgen und Ängsten im Alltag besser umgehen – und was die «Tugend der Hoffnung» für unser Leben bedeuten kann, besonders im Heiligen Jahr, das uns zur Weitergabe dieser Hoffnung ermutigt.
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