Geschäftsführer von «Kirche in Not», Jan Probst, am Ambo. (Bild: «Kirche in Not (ACN)»)

Kirche Schweiz

Hilfs­werk «Kir­che in Not» gedenkt mit Bischof Grögli der welt­weit ver­folg­ten Christen

Mit einem Got­tes­dienst in der Luzer­ner Jesui­ten­kir­che am 18. Januar 2026 gedachte das Hilfs­werk «Kir­che in Not» (ACN) der ver­folg­ten und bedräng­ten Chris­ten weltweit.

Dem feierlichen Gottesdienst stand Bischof Beat Grögli vor. Der Präfekt der Jesuitenkirche, Pater Dr. Hansruedi Kleiber, sowie weitere neun Priester und ein Diakon feierten in der vollbesetzten Kirche den Gedenkgottesdienst für die verfolgten Christinnen und Christen mit. Musikalisch umrahmt wurde er durch die Solosängerin und Jodlerin Nicole Flühler – eine direkte Nachfahrin des heiligen Bruder Klaus – und den Jodlerklub Alpnach.

Der Geschäftsführer von «Kirche in Not», Jan Probst, begrüsste die anwesenden Priester und Ordensleute, die zahlreichen Gönnerinnen und Gönner aus nah und fern sowie die weiteren Gläubigen. Ein besonderer Willkommensgruss galt dem Bischof von St. Gallen, Beat Grögli, der erstmals als Bischof an einem Anlass von «Kirche in Not» teilnahm.

Verfolgung, Zerstörung, Traumata
Jan Probst hielt Rückschau auf das vergangene Jahr und die weltweit zahlreichen traurigen Ereignisse für Christen und Christinnen. So gab es in Nigeria mehrere Anschläge auf Christen und deren Einrichtungen, was bei vielen Menschen Trauer und Traumata auslöste. 62 Kirchen, 58 Schulen und 13 Spitäler wurden Ziele von Terroristen. «Kirche in Not» setzte sich weltweit mit zahlreichen Projekten für die Rechte der Christen ein, welche immer stärker bedroht werden. Namentlich erwähnte Jan Probst Länder wie Irak, Pakistan oder Indien.

Wie Jan Probst weiter ausführte, bemüht sich das Hilfswerk weltweit darum, eine «Brücke der Liebe» zu sein. «Kirche in Not» unterstützt jeden zehnten Priester weltweit mit Mess-Stipendien, ebenso unzählige Ordensfrauen, die unter anderem in Schulen, Waisenhäusern, Krankenhäusern und Altersheimen tätig sind. Darüber hinaus unterstützt es Flüchtlinge mit materieller Hilfe und Seelsorge.
 


Eine Hoffnung, die alle trägt
Bischof Grögli ging in seiner Homilie auf das Evangelium (Joh 1,29–34) ein, insbesondere auf die zentrale Aussage: «Dieser ist der Sohn Gottes», mit der die Identität Jesu als Sohn Gottes betont wird. Damit sei er die Liebe und die Hoffnung für alle. Dies mache den Glauben weit, so Bischof Beat. Wenn auch die Menschen Gottes Handeln nicht immer verstehen, gelte doch das, was in der Schrift über Gott geschrieben ist, für alle. «Auf diesen Glauben baue ich, auf eine Hoffnung, die alle trägt», so der Bischof, der sich auch klar gegen Zwang und Gewalt wandte. Der Glaube kann nur auf der Basis der Freiheit leben und sich entfalten. Er forderte deshalb einen Staat, der die Religionsfreiheit respektiert. Deutliche Worte fand Bischof Grögli zu den Machenschaften von Machtmenschen, die gegen das internationale Recht verstossen.

Er unterstrich die Bedeutung des Hilfswerks «Kirche in Not», das genau weiss, wohin Machtzwang und -missbrauch führen. Er würdigte die Tätigkeit des Hilfswerks, das sich stark für die Religionsfreiheit und die freie Glaubensausübung engagiert.

Bischof Beat verwies auf eine Äusserung von Papst Leo XIV.: Dieser sprach vom Feiern der Hoffnung, die durch mutige Glaubenszeugen in eine Welt von Hass und Zwistigkeit gebracht wird. Es sind Glaubenszeugnisse von der sanften Kraft des Evangeliums.

Gedenken an leidende Christen in aller Welt
Bei den Fürbitten wurde für verschiedene Anliegen gebetet. Eine erste Kerze wurde auf dem Altar für alle angezündet, die in der Brandkatastrophe von Crans-Montana ihr Leben verloren haben oder schwer verletzt wurden, für alle Betroffenen und ihre Familien.

Die zweite Fürbitte galt den im vergangenen Jahr in Nigeria entführten rund 200 Priestern. 183 davon wurden freigelassen oder konnten fliehen, 12 wurden ermordet und 3 starben später an den Folgen von Traumata und Verletzungen, die sie während ihrer Gefangenschaft erlitten hatten. Sie zeigten trotz Gefahr Stärke im Glauben.

Die dritte Kerze galt den Frauen in Pakistan, die oft Opfer von Zwangskonvertierungen, Zwangsehen und sexueller Gewalt sind.

Das Vaterunser sangen zwei nigerianische Priester in ihrer Muttersprache Igbo – als Zeichen der Verbundenheit mit den verfolgten Christen auf dem afrikanischen Kontinent, wo sich «Kirche in Not» stark engagiert.
 


Geschäftsführer Jan Probst dankte am Schluss des Gottesdienstes allen Beteiligten und den Gläubigen, die zum Teil von weither nach Luzern gepilgert waren. Bischof Beat Grögli überreichte er eine in der Ukraine hergestellte Ikone, die der Künstler aus dem Holz einer Munitionskiste hergestellt hatte.

Der Gedenkgottesdienst hat erneut gezeigt, wie wertvoll und wichtig die Arbeit von «Kirche in Not» in aller Welt ist. Die wachsenden Nöte der verfolgten Christinnen und Christen rufen auch künftig nach diesem Engagement.
 

«Kirche in Not (ACN)» ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das 1947 als «Ostpriesterhilfe» gegründet wurde. Es steht mit Hilfsaktionen, Informationstätigkeit und Gebet für bedrängte und Not leidende Christen in ca. 130 Ländern ein. Seine Projekte sind ausschliesslich privat finanziert. Das Hilfswerk wird von der Schweizer Bischofskonferenz für Spenden empfohlen. Link

Spenden mit dem Vermerk «Verfolgte Christen» können gerichtet werden an:
Kirche in Not, Cysatstrasse 6, 6004 Luzern. Konto PC 60-17200-9; IBAN 55 0900 0000 6001 7200 9.


Redaktion


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