Die erste Etappe seiner Reise führt den Pontifex nach Algier. Es wird der erste Besuch eines Papstes in Algerien sein. Doch Leo XIV. war bereits zwei Mal im grössten Land Afrikas – als Leiter des Augustinerordens. In dem weitgehend muslimischen Algerien liegen die Wurzeln seines Ordens. Der heilige Augustinus wurde 354 im heutigen Souk-Ahras geboren und starb 430 in seiner Bischofsstadt Hippo Regius. In der Spätantike war die Region christlich geprägt: Es gab rund 300 Bistümer. Mit der arabisch-islamischen Eroberung Nordafrikas flohen viele Christen oder konvertierten zum Islam, der bis heute wie in allen Maghrebländern Staatsreligion ist.
Bei seiner Reise wird Leo XIV. aber auf wenige Katholiken treffen, sie machen nur etwa 0,2 Prozent der rund 46 Millionen Algerier aus. Zwischen 1992 und 2002 starben im algerischen Bürgerkrieg zwischen muslimischen Aufständischen und staatlichen Sicherheitskräften bis zu 200 000 Menschen. Unter ihnen waren auch katholische Ordensleute, die in den Konfliktgebieten ausharrten und sich für die Versöhnung einsetzten. 2018 wurden 19 Märtyrer aus dieser Zeit von der Katholischen Kirche seliggesprochen. Die Entführung und spätere Enthauptung von sieben Trappistenmönchen aus dem algerischen Kloster Tibhirine sowie die Ermordung von Pierre Lucien Claverie durch eine Bombe in seiner Bischofskirche jähren sich 2026 zum 30. Mal.
Heute ist die Katholische Kirche in Algerien als einzige christliche Gemeinschaft offiziell registriert. Sie erfährt zwar weniger Einschränkung als die protestantischen Kirchen, im Jahr 2022 wurde jedoch ihr Sozialdienst Caritas geschlossen. Beim Papstbesuch werden darum der Dialog zwischen Muslimen und Christen sowie die Stärkung der lokalen Katholiken im Vordergrund stehen.
Das flächenmässig grösste Land Afrikas reicht vom Mittelmeer bis weit in die Sahara und ist laut Verfassung eine demokratische Volksrepublik. Nichtregierungsorganisationen kritisieren jedoch Einschränkungen der Meinungs-, Versammlungs-, und Pressefreiheit. Die soziale und wirtschaftliche Lage in dem ressourcenreichen Land ist prekär, die Arbeitslosigkeit insbesondere unter jungen Menschen hoch.
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