(Bild: © Dormitio-Abtei Jerusalem)

Weltkirche

«Ich trage Dei­nen Namen in der Hei­li­gen Nacht nach Bethlehem»

In der Weih­nachts­nacht pil­gern Mön­che der Dormitio-​Abtei in Jeru­sa­lem zu Fuss nach Beth­le­hem und tra­gen dabei in Form einer Namens­rolle Zehn­tau­sende mit zur Geburtsgrotte.

Die Benediktinermönche der deutschsprachigen Dormitio-Abtei in Jerusalem laden auch in diesem Jahr zu ihrer Weihnachtsaktion «Ich trage Deinen Namen in der Heiligen Nacht nach Bethlehem» ein. Nach zwei Kriegsjahren im Heiligen Land und in anderen Regionen der Welt ist den Mönchen das Bekenntnis zu Jesus Christus wichtig: «In der Menschwerdung Jesu Christi, mit Seinem Leben der Liebe und Barmherzigkeit, in Seinem Mitleiden, Seinem Tod und Seiner Auferstehung wird deutlich, dass der Hass des Menschen und die Kälte des Todes nicht das letzte Wort haben. Gott kommt mit Seinem Licht auch in das Leben unserer Zeit und wird Mensch unter Menschen.» Dieses Licht der Weihnachtsnacht wollen die Mönche auch in diesem Jahr in die Welt tragen und mit den Menschen teilen.

Seit vielen Jahren schon pilgern die Mönche in der Weihnachtsnacht zu Fuss nach Bethlehem, um am Ort der Geburt Jesu Christi, in der Grotte unter der Geburtskirche, zu beten. Seit 2007 laden sie dazu ein, in der Vorweihnachtszeit Namen von Familienangehörigen und Freunden zu sammeln. Gott spricht jeden einzelnen Menschen bei seinem Namen an. «In diesem Glauben sammeln wir Ihre Namen auf unserer Schriftrolle und tragen auch Sie in der Heiligen Nacht zum Geburtsort Jesu – dem Ort, der für ein Mensch-Sein in Liebe und Würde, für die Hoffnung auf Heil und Frieden steht. Denn ER heisst Immanuel, Gott-mitten-unter-uns», schreiben die Mönche auf ihrem Einladungsflyer. Die Namen werden im Kloster in eine grosse Namensrolle eingetragen, die dann in der Heiligen Nacht von Jerusalem nach Bethlehem getragen wird. Die Mönche sind überzeugt: Wenn die im Herbst 2025 begonnenen kleinen Schritte in Richtung Entspannung in Gaza und im ganzen Heiligen Land bis Weihnachten und darüber hinaus fortgesetzt werden, wird sich auch der nächtliche Fusspilgerweg der Benediktiner, der Freiwilligen und Studierenden, der Pilger und Klostergäste und vor allem der Namensrolle in die Reihe der vielen Gebete um Heilung und Frieden einreihen: Über Checkpoints, Mauern und viele Tausend Kilometer hinweg soll das Licht der Weihnachtsnacht aufleuchten. Ein Licht, das von Dankbarkeit, Freude und Hoffnung erzählt, und das aus den Augen des göttlichen Kindes in der Krippe jeden einzelnen Menschen in seiner zerbrechlichen und doch so kostbaren Würde anstrahlt, so hoffen die Mönche der Dormitio-Abtei.

Die Benediktiner laden gleichzeitig zu einer Spendenaktion ein, deren Erlös zur Hälfte der internationalen Behinderten- und Jugendbegegnungsstätte «Beit Noah» zugutekommt, welche die benediktinische Klostergemeinschaft der Dormitio in Tabgha am See Genezareth betreut. Das «Beit Noah» steht vor allem sozialen und heilpädagogischen Einrichtungen aus Israel und Palästina als Erholungs- und Friedensort zur Verfügung. Mit der anderen Hälfte unterstützen die Mönche weitere soziale Projekte und Sonderschulen vor allem im Grossraum Bethlehem. Gerade in diesen Krisen- und Kriegszeiten sind solche Spenden sehr wichtig und die Sozial-Einrichtungen sind darauf wesentlich angewiesen. Den Mönchen ist es wichtig zu betonen, dass der Eintrag von Namen auf die Schriftrolle unabhängig von einer Spende ist. «Im Zentrum steht bedingungslos die Namens- und Gebetsaktion, zu der jeder und jede herzlich eingeladen ist», so die Mönche.

Die Mönchsgemeinschaft erhält immer wieder Rückmeldungen. So liess jemand seinen Namen auf die Liste setzen aus «Dank für mein wiedergeschenktes Leben und meinen erneuerten Glauben». Ein Ehepaar schrieb: «Lieber Gott, wir danken Dir für die Gesundheit unserer Kinder und dass Du uns nach 29 Jahren wieder zusammengeführt hast.» Für manche ist die Teilnahme an der Aktion bereits eine Tradition: «Ich glaube an diese Idee und möchte auch dieses Jahr wieder Namen von Menschen, die mir sehr viel bedeuten und die in den letzten Monaten und Wochen körperlich oder seelisch ein tiefes Tal durchschreiten mussten, nach Bethlehem tragen lassen. Verbunden mit dem Glauben, dass ein Gebet viel bewirken kann. Danke für das Mitnehmen!»

Im vergangenen Jahr standen auf der Namensliste insgesamt 105 413 Namen. Bis zur Heiligen Nacht 2024 waren 284 670,98 Euro an Spenden bei den Benediktinern eingegangen, die sie zu Beginn des Jahres an 14 Partnereinrichtungen weitergeleitet haben.
 

Wer sich in diesem Jahr der grossen Gebetsgemeinschaft zu Weihnachten anschliessen möchte, kann dies bis zum Montag, 22. Dezember 2025, tun. Alle Informationen finden sich hier


Redaktion


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Bemerkungen :

  • user
    Claudio Tessari 09.12.2025 um 09:58
    Ein gute Sache und eine Tat der Nächstenliebe doppelt. Wir können so die Namen unseren Liebsten eintragen, gleichzeitig die Brüder im Heiligen Land unterstützen, ich kann das nur empfehlen, mache ich seit Jahren.