Wer in Regensburg die Steinerne Brücke überquert, sieht ihn schon von Weitem: den Dom Sankt Peter. Mächtig recken sich seine beiden Türme in den Himmel hinauf und krönen die Stadt an der Donau. Zwischen Cafés, engen Gassen und vielen baulichen Veränderungen, die es in den vergangenen Jahrhunderten gegeben hat, bildet er die Konstante in der Regensburger Altstadt. In diesem Jahr wird das 750-jährige Bestehen der Bischofskirche gefeiert.
Wobei das mit den 750 Jahren auch nicht ganz stimmt: Wohl um das Jahr 700 hat es in Regensburg schon einen ersten Dombau gegeben, der aber 891 durch einen Brand zerstört wurde. Ein zweiter, romanischer Bau wurde ebenfalls ein Raub der Flammen, weshalb man sich schliesslich im Jahr 1275 für die Errichtung des heutigen Doms im gotischen Stil entschied. Mitten in einer aufstrebenden Stadt sollte eine Kirche errichtet werden, die den Himmel auf Erden sichtbar werden lässt.
Auf das Licht kommt es an
Und dazu griff man eben auf die damals moderne Architekturform zurück, die ihren Ursprung in Frankreich hatte. Lichtdurchflutet, hoch und aufragend sollte die Kirche sein; mächtig von aussen und doch zugleich das Geheimnis der Gegenwart Gottes allein im und durch das Licht erfahrbar werden lassen. Bis heute kann man diese Stimmung erleben.
Aufgrund der bunten Glasfenster wirkt der Regensburger Dom oft ein bisschen duster. Doch mit Glück erlebt man den richtigen Moment, in dem die Sonnenstrahlen den Hochchor in ein buntes Lichtspiel tauchen. Der aus Silber gefertigte Hochaltar reflektiert das Licht, wodurch die Szene noch eindrücklicher wird.
Für die Architekten der Gotik war das Licht die entscheidende Grösse. Sie stützten sich dabei auf Pseudo-Dionysius Areopagita, einen christlichen Autor des frühen 6. Jahrhunderts, der bezugnehmend auf die griechische Philosophie eine Theologie des Lichts entwickelte. Und wie heisst es schon im ersten Johannesbrief? «Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm» (1 Joh 1,5).
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