Auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. fand im ausserordentlichen Heiligen Jahr 1984 in Rom ein Internationales Jugendtreffen statt. Dieses entfachte so viel Begeisterung, dass der Papst den Internationalen Weltjugendtag (WJT) ins Leben rief, der 1986 zum ersten Mal stattfand und 2027 in Seoul (Südkorea) unter dem Motto «Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt» (Joh 16,33) zum 17. Mal von Jugendlichen aus aller Welt gefeiert wird.
Seit 2002 gibt es neben den internationalen Weltjugendtagen auch jährliche Treffen auf Deutschschweizer Ebene. Ziel ist es, Jugendliche aus verschiedenen Pfarreien, Bewegungen und Organisationen zusammenzubringen, um gemeinsam den Glauben zu feiern.
Der Deutschschweizer WJT findet dieses Jahr vom 12. bis 14. Juni in Stans und damit erstmals im Kanton Nidwalden statt. Die Organisatoren rechnen mit rund 800 jungen Menschen im Alter zwischen 15 und 35 Jahren. Sie erwartet ein dreitägiges Programm mit Gottesdiensten, Lobpreis und Vorträgen, aber auch mit vielfältigen Aktivitäten, Workshops und Konzerten. Das Festivalgelände lädt mit zahlreichen interaktiven Marktständen christlicher Organisationen zum Entdecken und Verweilen ein.
Als Speaker dabei sind die Theologin und Mutter von zwei Mädchen, Medea Pathipat, sowie Kaplan Ivan Šarić. Sein vielseitiger Lebensweg führte ihn von einer Lehre als Polymechaniker über dreieinhalb Jahre in der Schweizer Garde zur Entscheidung, Priester zu werden. Heute ist er als Kaplan in der Seelsorgeeinheit Oberes Toggenburg tätig. Im Gespräch mit «swiss-cath.ch» gibt er einen Vorausblick auf die Impulse, die er den jungen Menschen am WJT in Stans vermitteln möchte, und erzählt davon, was das Motto des diesjährigen Deutschschweizer WJT für ihn persönlich bedeutet.
Sie werden am Weltjugendtag in Stans die Rolle des Speakers übernehmen. Was genau ist Ihre Aufgabe?
Ivan Šarić: Meine Aufgabe als Speaker am Weltjugendtag in Stans besteht darin, geistliche Impulse zu geben und die jungen Menschen im Glauben zu begleiten. Konkret bedeutet das: Ich darf an mehreren Momenten des Treffens sprechen – am Freitag mit einem etwa 30-minütigen Impuls, am Samstagvormittag mit rund 45 Minuten und am Samstagnachmittag nochmals etwa 50 Minuten.
In diesen Impulsen geht es nicht einfach um Vorträge im klassischen Sinn, sondern darum, den Glauben so zu erschliessen, dass er das Leben berührt. Ich versuche, Themen aus dem Alltag der Jugendlichen mit der Botschaft des Evangeliums zu verbinden und ihnen konkrete Anregungen für ihren persönlichen Glaubensweg mitzugeben.
Das Thema des diesjährigen Weltjugendtages lautet: «Habt Mut, auf Jesus zu setzen». Was möchten Sie den jungen Menschen dazu mitgeben?
Das Motto «Habt Mut, auf Jesus zu setzen» lädt dazu ein, den Blick wirklich auf Christus auszurichten. Ich möchte den jungen Menschen mitgeben: Orientiert euch an Jesus. Er hat sein ganzes Leben unter dem liebenden Blick des Vaters gelebt. Er wusste sich getragen von dieser Zusage – und genau daraus hat er die Freiheit und den Mut geschöpft, seinen Weg zu gehen.
Jesus war nicht abhängig von der Meinung der Menschen. Er hat sich nicht vom Applaus leiten lassen, aber auch nicht von Ablehnung aufhalten lassen. Und genau das ist heute vielleicht aktueller denn je: den Mut zu haben, gegen den Strom zu schwimmen und nicht einfach dem nachzulaufen, was alle sagen oder erwarten.
Wie haben Sie dieses Thema in Ihrem eigenen Leben schon erfahren dürfen?
Ich habe dieses Thema vor allem durch die Begegnung mit der Heiligen Schrift ganz konkret in meinem eigenen Leben erfahren. Während meines Theologiestudiums in Deutschland war ich Teil eines Bibelkreises, später dann in der Bibelgruppe «Immanuel» in Engelburg, an meiner letzten Kaplanstelle. Dort habe ich gelernt, das Wort Gottes nicht nur zu lesen, sondern es wirklich auf mein Leben hin zu hören.
Dabei habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht: Gott hat alles in seinen Händen. Auch dann, wenn ich den Weg gerade nicht verstehe oder wenn Dinge anders laufen, als ich es mir vorgestellt habe. Gerade im Rückblick wird oft sichtbar, dass sich ein roter Faden durchzieht.
Ein Satz, den ich mir einmal aufgeschrieben habe und der mich seither begleitet, bringt das für mich auf den Punkt: «Egal wie der Weg gerade verläuft – am Ende steht immer der gute Plan Gottes.» Dieses Vertrauen gibt mir Mut, meinen Weg mit Jesus zu gehen – auch dann, wenn er nicht immer einfach oder geradlinig ist.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Was unsere Kirche heute braucht, ist ein neuer Aufbruch, einen neuen Aufbruch zu Gott, zu einer neuen, tiefen Gottesbeziehung, zu einer Rückbesinnung auf das erste und wichtigste Gebot: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.» (vgl. Dtn 6,5 und andere)