Lugano hat eine Kirche weniger. Am 5. Februar 2026 hat der Apostolische Administrator für das Bistum Lugano die Kirche «Santissima Trinità» per Dekret profaniert. Die Kirche des ehemaligen Kapuzinerklosters in Lugano an der Salita dei Frati (zu Deutsch: Mönchssteig) wurde bereits seit 2014 nicht mehr genutzt, abgesehen von gelegentlichen Ausstellungen. Damals verliessen die letzten sechs Brüder das Kloster und verteilten sich auf die anderen Klostergemeinschaften im Kanton. Aktuell sind noch vier Kapuzinerklöster im Tessin aktiv: Bigorio (Capriasca nahe Lugano), Madonna del Sasso (Locarno), Bellinzona und Faído.
Erst sieben Jahre nach dem Abzug der Kapuzinerbrüder wurde die Klosteranlage an der Salita dei Frati von der gleichnamigen Stiftung «Convento Salita dei Frati di Lugano» übernommen. Die Stiftung war eigens mit dem Ziel gegründet worden, das ehemalige Kloster (in dem insbesondere eine umfangreiche Bibliothek mit rund 100 000 Werken und das Kompetenzzentrum für alte Bücher untergebracht sind) zu erhalten und neu zu beleben. 2022 diente die Klosteranlage auch kurzzeitig als Auffangzentrum für rund 50 ukrainische Flüchtlinge. Die Idee des Kindergartens besteht schon länger, wie die Stiftung auf Anfrage von «swiss-cath.ch» bestätigte, da bereits Verbindungen zu einem zweisprachigen privaten Kindergarten (Italienisch und Englisch) bestehen, der nun in die neuen Räume ziehen soll.
Die Umstrukturierung der Kirche wurde dem Tessiner Architekten Mario Botta anvertraut, der selbst Mitglied der Stiftung ist und der bereits in den Jahren 1979 bis 1983 den ganzen Klosterkomplex restauriert sowie die Bibliothek gebaut hatte. Für die Räumlichkeiten der Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren wird er das Kirchenschiff in zwei Stockwerke aufteilen. Um im Aussenbereich Platz für Autos zum Ein- und Aussteigen zu schaffen, wird ein Anbau an der nordwestlichen Ecke abgerissen werden. Die Stiftung rechnet damit, 2027 mit den Arbeiten starten zu können.
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