Meisterwerke der Jahrhunderte
Der Hauptaltar aus vergoldetem und farbigem Holz gilt als Meisterwerk der hispano-flämischen Gotik. Das Werk wurde 1504 beendet. Das Thema der Bildwand, welche die gesamte Breite und Höhe des Chormittelschiffs einnimmt, stellt das Leben und die Passion Christi dar. Der Altaraufsatz verfügt über eine bedeutende Skulpturenausstattung und eine filigrane Verzierung aus kleinen Säulen, Spitzen, Baldachinen und Zierleisten. Im zentralen Mittelstreifen befinden sich von unten nach oben eine sitzende, versilberte Figur der Jungfrau mit dem Kind (in der Predella), der Tabernakel in Form einer aus Holz geschnitzten gotischen Monstranz, die Geburt Christi, die Himmelfahrt Mariens und die Kreuzigung.
Die Kapelle der Virgen del Sagrario ist das beste Beispiel für Bauten im Herrera-Stil: ein strenger und ornamentloser Stil der Spätrenaissance (16. Jahrhundert). Sie ist der «Virgen del Sagrario» geweiht. Die romanische Schnitzfigur ist unter dem Namen «Santa María» bekannt. Sie wurde im 13. Jahrhundert mit Silber überzogen und später mit einem mit Perlen besetzten Mantel bekleidet. Nach einer traditionellen Überlieferung gehörte sie den Aposteln und wurde von San Eugenio nach Toledo gebracht. Einer anderen Überlieferung gemäss wurde die Statue während der muslimischen Invasion im frühen 8. Jahrhundert versteckt und tauchte nach der Rückeroberung Toledos auf wundersame Weise mit einer brennenden Kerze in der Hand aus dem Brunnen im Kreuzgang der Kathedrale auf. Die Muttergottes, der wundersame Heilungen zugeschrieben werden, thront auf einem versilberten Thron aus dem 18. Jahrhundert. Am 15. August wird die Schutzpatronin von Toledo jeweils von Tausenden Gläubigen gefeiert.
In dieser Kapelle wurden zahlreiche Erzbischöfe von Toledo beigesetzt, darunter Luis Kardinal Manuel Fernández Portocarrero (1677–1709), dessen Grabinschrift Berühmtheit erlangte: «Hic iacet pulvis, cinis et nihil» (Hier ruhen Staub, Asche und Nichts).
Die mozarabische Kapelle (früher «Corpus-Christi-Kapelle») wurde bewusst für Gottesdienste im mozarabischen Ritus (auch altspanische Liturgie genannt) gebaut. Dieser Ritus, der bereits im 4. Jahrhundert erwähnt und bis heute gepflegt wird, war Ende des 15. Jahrhunderts im Niedergang begriffen. Kardinal Cisneros beschaffte die entsprechenden Kodizes, Breviere und Messbücher wieder, liess sie restaurieren und neu veröffentlichen. Die Feier dieser Liturgie wurde geschätzt und hat sich bis heute erhalten.
Das «Transparent», geschaffen vom spanischen Architekten Narciso Tomé (1690–1742 ) und seinen Söhnen, ist eines der spektakulärsten Werke des spanischen Spätbarocks. Es handelt sich um einen skulpturalen Komplex aus Marmor und Alabaster, der sich im Chorumgang der Kathedrale befindet, direkt hinter dem Hauptaltar. Sein Name bezieht sich auf die einzigartige Beleuchtung, die durch ein grosses Okulus entsteht, das hoch oben in die Wand gegenüber dem Chorumgang eingelassen ist, sowie durch eine weitere Öffnung, die in die Rückseite des Altarbildes selbst geschnitten wurde, damit Sonnenstrahlen auf den Tabernakel fallen können. Das Kunstwerk ist wie ein Altarbild konzipiert und besteht aus zwei übereinanderliegenden Teilen, die durch das Okulus verbunden sind, welches aus einem Glasfenster besteht, das wiederum mit einer Bronzesonne verziert ist. Rundherum versammeln sich Engel. Das ganze Kunstwerk ist mit biblischen Szenen und kleinen Figuren aus Marmor und Alabaster verziert.
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