Als Gründe für die frühzeitige Pensionierung nennt Martig zum einen den kurz vor dem Abschluss stehenden Aufbau des genannten Kompetenzzentrums, zum andern das ständige Pendeln zwischen Zürich und Bern, das ihn zunehmend belastet habe. Um sich – zumindest in den Augen gewöhnlich Sterblicher – von dieser De luxe-Kalamität standesgemäss erholen zu können, gönnt sich Martig eine nicht zu knapp bemessene Auszeit, «Sabbatical» genannt:
Muss man sich leisten können!
Charles Martig war bis Ende März 2024 Direktor des Katholischen Medienzentrums, das aus einer Fusion der Internationalen Katholischen Nachrichtenagentur KIPA mit dem Katholischen Mediendienst Zürich hervorgegangen war. Nach dem abrupten Abgang von Raphael Rauch zur Ringierpresse (Motto: Nach mir die Sintflut) übernahm Martig auch noch in Personalunion dessen Funktion als Chefredaktor.
Das Duo Martig-Rauch steht für das von der NZZ als «Krawalljournalismus» bezeichnete, bis dato beispiellose Desaster des hiesigen kirchenoffiziellen Kirchenjournalismus. Sein Markenzeichen war eine Dauerpöbelei gegen alles, was auch nur ansatzweise in den Verdacht geriet, mit der Tradition und dem kirchlichen Lehramt in Verbindung zu stehen. Geradezu idealtypisch für die Tonalität dieser Art von Journalismus war Rauchs Kommentar zum Liturgiebrief der Deutschschweizer Bischöfe vom Januar 2023: «Was verzapfen da die Bischöfe für einen Unsinn». Dito seine Apostrophierung von Weihbischof Eleganti als «Horrorclown».
Charles Martig setzte nach seinem Rücktritt als Direktor und Chefredaktor noch einen oben drauf: Am 19. März 2024 holte er in einer Abschiedsvorstellung vor einer Handvoll Auserlesener zu einem Rundumschlag aus, der in der Rücktrittsforderung an die Adresse sämtlicher Bischöfe gipfelte.
Seine Generalabrechnung hinderte Martig nicht daran, sich auch in Zukunft indirekt von eben diesen kurz zuvor ins Pfefferland gewünschten Bischöfen aushalten zu lassen. Per 1. April 2024 wechselte er zur Berner Kantonalkirche, um ein Kompetenzzentrum für Kommunikation aufzugleisen: Doppelmoral pur! Immerhin kann Martig mildernde Umstände geltend machen, war doch das Angebot äusserst verlockend – die Berner Kantonalkirche hatte für den Aufbau dieses Kompetenzzentrums die nicht alltägliche Summe von rund 800 000 Franken budgetiert:
Muss man sich leisten können!
Charles Martig zur Seite stand in der kath.ch-Redaktion die Deutsche Annalena Müller. Nach ihrer gescheiterten Bewerbung für dessen Nachfolge fand sie per 1. Juli 2024 Unterschlupf beim Berner Pfarrblatt. Ihr Intermezzo sollte allerdings nur von kurzer Dauer sein. In einer Mitteilung vom 22. Mai 2025 gab der Vorstand des Trägervereins die sofortige Freistellung von Annalena Müller bekannt (u. a. wegen zerrüttetem Vertrauen). Das Vertragsverhältnis wird allerdings erst per 30. November aufgelöst. Will heissen: Der geschassten Chefredaktorin Müller werden noch Zehntausende von Franken für blosses Nichtstun hinterhergeworfen:
Muss man sich leisten können!
Infolge der ideologischen Gemengelage würde es nicht überraschen, wenn es beim zweiten Mal klappt: Annalena Müller wird per 1. Januar 2026 tatsächlich die Nachfolge von Charles Marti als Chefin des neuen Kompetenzzentrums antreten. Die pekuniäre Durststrecke von gerade einmal einem Monat wäre da mehr als nur verkraftbar.
Fazit: Das duale Kirchensteuersystem muss abgeschafft werden, je früher, desto besser.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Ja, wenn das sogar ein studierter Theologe und Jurist sagt, dann ist das schon sehr bedenklich. Ja, und mich würde interessieren, wie weit das Kirchensteuersystem von der Kirche [siehe Vademecum https://www.bischoefe.ch/vademecum/ ], wie sie unter Link https://www.ifit.li/?cat=3 definiert oder besser erklärt wird, entfernt ist. Ja, bin ich denn jetzt wirklich das Eselchen, das sich vom Kirchensteuersystem staatskirchenrechtlicher Körperschaften vereinnahmen lässt oder von Jesus Christus, unserem Herrn, König und Erlöser zum Erbe eines Kindes Gottes in sein Reich begnadigen lassen will? Ja, Entschuldigung, dass mich die Entgleisung dieses Kirchensteuersystems nicht interessiert, denn ich habe mich für Jesus Christus, der mich unendlich liebt, entschieden.
Siehe auch Artikel: "Unterschiede im Glauben nicht auf Kosten der Wahrheit wegretuschieren" unter Link https://website.ifit.li/?p=4259
Es hat drei Abstimmungen für diese Verfassung der römisch-katholischen Kantonalkirche Schwyz vom 17. Oktober 2024 gebraucht bis eine Mehrheit zustande kam. Die Mitgliedschaft ist automatisch. Diese Verfassung beruht nicht auf Religionsfreiheit, sondern auf staatlicher Macht. Die katholische Kirche kann mit dem Staat keine Kompromisse eingehen. Jede Verfassung kann man nicht nur ändern, sondern auch auflösen. Meiner Ansicht ist eine Verfassung gar nicht gültig, wo die Mitgliedschaft nicht freiwillig ist.
In den USA gelten die Kirchgemeinden als Stiftungen. Sie betreiben Spitäler und Bildungsinstitute für die Familien nach eigener Finanzordnung und freiem Arbeitsrecht, die ihrerseits keine Steuern bezahlen müssen(!). Wer (bis) 10% seines steuerbaren Einkommens an die Kirche abführt, muss entsprechend weniger an den Staat abführen. So sieht die richtige Trennung von Staat und Kirche aus. Nur der Papst kann den Bischöfen dreinreden.
Besonders interessiert mich das Kompetenzzentrum für Kommunikation. Was ist der Zweck dieses Zentrums, und wie trägt es zur Erfüllung der Kernaufgaben der Kirche bei? Es entsteht der Eindruck, dass Gelder einerseits grosszügig an bestimmte Gruppierungen verteilt werden, während sie für die wesentlichen Aufgaben der Kirche fehlen.
Was wir als Kirche wirklich brauchen, sind Zeugen des Glaubens und keine Beamten, die sich in bürokratischen Strukturen verlieren. daher frage ich mich: Was ist notwendig, um das aktuelle System besser auf die wahren Kernaufgaben der Katholischen Kirche auszurichten? Eine offene Diskussion zu diesen Fragen wäre nötig.