Die kleine Kapelle in der grossen Einsiedler Klosterkirche ist ein besonderer Ort: ein Gnadenort, der Gottes Gegenwart und die Nähe der Mutter Jesu besonders erfahren lässt. Die Gnadenkapelle erinnert an den Ursprung des Ortes, da Kloster und Dorf aus der Einsiedelei des heiligen Meinrad (+ 861) entstanden sind. Die «Heilige Kapelle», wie sie über Jahrhunderte genannt wurde, begründete im Mittelalter den Ruhm Einsiedelns als einer der ganz grossen europäischen Wallfahrtsorte. Seit 559 Jahren beherbergt sie die Statue der Schwarzen Madonna von Einsiedeln. Und noch heute erfahren unzählige Menschen an diesem Ort: Hier berühren sich Himmel und Erde.
Grund also, das Weihefest der Einsiedler Gnadenkapelle jedes Jahr Mitte September gebührend zu feiern! Dies umso mehr, wenn der 14. September auf einen Sonntag fällt – dann wird eine «Grosse Engelweihe» begangen. Und dies ist im Jahr 2025, welches die Katholische Weltkirche als sogenanntes «Heiliges Jahr» begeht, der Fall. Abt Urban und die Mönche des Klosters Einsiedeln laden gläubige Christinnen und Christen, aber auch interessierte Zeitgenossen ganz herzlich zur Mitfeier eines einmalig schönen Festes ein!
Legende einer besonderen Weihe
Um den historischen Weihetag der Einsiedler Gnadenkapelle, den 14. September 948, hat sich im Laufe des Mittelalters eine besondere Legende gebildet. Sie erzählt, dass in der Nacht vom 13. auf den 14. September 948 Bischof Konrad von Konstanz (+ 975) Zeuge wurde, wie Jesus Christus höchstpersönlich zusammen mit Engeln und Heiligen das kleine Gotteshaus zu Ehren seiner heiligen Mutter Maria geweiht haben soll. So konnte sich für das Weihefest der Gnadenkapelle der volkstümliche Name «Engelweihe» einbürgern.
Wer sich in die faszinierende Geschichte der Einsiedler Engelweihe und ihre spirituelle Bedeutung vertiefen möchte, ist herzlich am Sonntagabend um 19 Uhr zu einer spirituellen Kirchenführung mit Pater Meinrad M. Hötzel eingeladen.
Stimmungsvolle Gottesdienste
Die schönsten Gottesdienste rund um die Einsiedler Engelweihe werden am Abend gefeiert: das sogenannte «Engelweihamt» am Vorabend, dem 13. September um 19 Uhr, und die berühmte Engelweih-Komplet mit Prozession am Festtag, dem 14. September um 20 Uhr.
Abt Urban wird dem stimmungsvollen «Engelweihamt» am Samstagabend vorstehen, an das eine Prozession zur Gnadenkapelle anschliesst, wo er den Segen mit einem Partikel des Heiligen Kreuzes spenden wird.
Für das Pontifikalamt am 14. September um 9.30 Uhr wird der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Martin Krebs erwartet. Der Botschafter des Papstes mit Sitz in Bern springt für Kardinal Kurt Koch ein, der seine Teilnahme an der Grossen Engelweihe infolge einer durch den diesjährigen Papstwechsel bedingten Terminkollision leider absagen musste. Dass der verhinderte Kardinal aus Rom durch den päpstlichen Nuntius vertreten wird, ist eine schöne Fügung, wird dadurch die spirituelle Bedeutung der Grossen Engelweihe und die starke Verbindung zwischen Einsiedeln und dem Papst durch seinen diplomatischen Vertreter in der Schweiz ebenfalls gut verdeutlicht.
Doch nicht nur die beiden Hauptgottesdienste am Samstagabend und am Sonntagmorgen sind lohnenswert – auch die beiden Pontifikalvespern um jeweils 16.30 Uhr lassen eintauchen in den besonderen Zauber der Einsiedler Engelweihe, denn die Gnadenkapelle ist bereits dann in ein Lichtermeer gehüllt!
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